Junge guckt in ein Goldfischglas
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Ausschreibung einer Expertise zum Thema „Der private Raum der Kindertagespflege als lernanregende Umgebung“ / „Der Raum als Erzieher/in“

28.05.2011   Deutsches Jugendinstitut

1. Ausgangssituation

Immer mehr Kinder werden in Kindertagespflege betreut. Damit steigt zwangsläufig auch die An-zahl der Tagespflegefamilien. In den allermeisten Fällen findet das Kinderbetreuungsangebot in den Privaträumen der Tagespflegeperson statt. Zur Umsetzung einer qualitativ guten Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kindertagespflege gehören immer auch die Räumlichkeiten, über die die Tagespflegestelle verfügen muss, wenn die Kinder im Haushalt betreut werden.

Der Raum soll den Kindern einerseits Geborgenheit (Bezug) geben und zum anderen zur Heraus-forderung (Stimulation) anregen. Das heißt, der Raum soll ausreichend Platz für Spiel- und Bewe-gungsmöglichkeiten bieten, soll anregungsreich ausgestaltet sein, geeignete Spiel- und Beschäfti-gungsmaterialien zu Verfügung stellen, Möglichkeiten schaffen, sich zurückziehen zu können, um Geborgenheit, Stille, Alleinsein, Wärme und Nähe eines einzelnen Kindes oder der Kindergruppe zu erfahren, sowie zur Kommunikation stimulieren. Insbesondere für Kleinkinder soll er eine Schlafgelegenheit bieten und sich durch eine angenehme Atmosphäre auszeichnen. Der Raum soll unfallverhütende und beste hygienische Verhältnisse aufweisen, soll zudem gut zu lüften und beheizbar sein sowie Tageslicht bieten.

Der Raum wird zum Teil des pädagogischen Konzeptes der Tagespflegeperson. Er umfasst aller-dings mehr als nur die Räume und deren Ausstattung. Zum pädagogisch wirksamen Raum gehört vielmehr auch das Ganze von den Kindern (überwiegend fußläufig) erschließbare Umfeld: die Straßen, Plätze, öffentlichen Gebäude ebenso wie die Natur.

Für die Tagespflegeperson ergibt sich die Konsequenz, sich mit den verschiedenen pädagogi-schen "Rollen" der Räume auseinanderzusetzen und die Privaträume / Wohnung entsprechend in den Blick zu nehmen.

Während es für die institutionelle Kinderbetreuung Konzepte, Vorgaben und Vorschläge zur Raumgestaltung und den Einbezug des Raumes gibt, fehlen diese für die Kindertagespflege.

2. Leistungsumfang

Die Expertise soll diese genannte Lücke mit einem Konzept füllen, wie die Wohnung der Tages-pflegeperson entsprechend der Leitidee des „Raums als Erzieher/in“ (vgl. Reggiopädagogik) ges-taltet werden kann, ohne den Charakter und die Nutzung der Privatwohnung aufzugeben. In die-sem Zusammenhang soll außerdem knapp über den Raum der Tagespflegestelle als Teil des pri-vaten Wohnraums der Tagespflegeperson reflektiert werden (Doppelfunktion privater Wohnraum und Tagespflegestelle, Fragen des Selbstverständnisses und der Abgrenzung zwischen exklusiven privaten Räumen und den für die Tagespflegetätigkeit zur Verfügung gestellten, gestaltbaren Räumlichkeiten). Zudem soll der aktuelle Stand der Fachdiskussion aufbereitet und ebenfalls auf weiterführende Forschungsdesiderate hingewiesen werden. Die Expertise dient darüber hinaus der vorbereitenden Wissensgenerierung zum Thema „Der private Raum der Kindertagespflege als lernanregende Umgebung“ / „Der Raum als Erzieher/in in der Kindertagespflege“, um ein entspre-chendes Qualifizierungsmodul für die Fortbildung von Tagespflegepersonen im Aktionsprogramm Kindertagespflege zu erarbeiten.

3. Gegenstand des Auftrags

Die Auftragsvergabe erfolgt über einen Werkvertrag. Bestandteile des abzuschließenden Werkver-trages sind die VOL sowie die Vertragsbedingungen des DJI.

Folgende Arbeiten sind Gegenstand des Auftrages:

  • Dokumentenrecherche und –analyse
  • Erstellung einer Grobgliederung in der Halbzeit
  • Erstellung einer Expertise im Umfang von 25-30 Seiten
  • Erstellung einer Zusammenfassung im Umfang von 1 Seite

Die Texte werden mit der DJI-Formatvorlage erstellt, die der Auftragnehmer nach Vertragsabschluss erhält.

4. Verfahren

Ihr Angebot enthält:

  • eine thematische Gliederung
  • die einzelnen präzisierten Arbeitsschritte mit Ihrer jeweiligen Zeitplanung
  • Ihre Kostenkalkulation: Eventuell anfallende Sach- und Reisekosten sind als Pauschale zu kalkulieren. Im Preis sind alle Steuern und evtl. anfallende Arbeiten mit der Anzahl der be-nötigen Stunden und den Stundensätzen auszuweisen. Bitte geben Sie den Grund an, falls Sie nicht mehrwertsteuerpflichtig sind.
  • die Bindefrist für Ihr Angebot

Ihre Ansprechpartnerin für inhaltliche Rückfragen ist Dr. Astrid Kerl-Wienecke, Tel. 089-62306-339, kerl-wienecke@dji.de.

Es wird davon ausgegangen, dass keine Arbeitsbesprechungen in München notwendig sind. Die zu erstellende Expertise ist in Kooperation und unter Absprache mit dem Auftraggeber anzuferti-gen.

Die Abgabefrist für die Angebotsabgabe endet am 17.06.2011.

5. Beginn und Abgabetermin

Die Arbeiten beginnen Ende Juni 2011.

Der Abgabetermin für die Expertise ist der 15. September 2011.

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