Junge guckt in ein Goldfischglas
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Ausschreibung der WiFF zum Thema: „Männer in Kitas“ - die Bedeutung männlicher Bezugspersonen in Kindertageseinrichtungen

09.10.2011

1. Ausgangssituation

In letzter Zeit wird in den fachpolitischen Diskussionen häufig die Beschäftigung von mehr männlichen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen gefordert. Grund für diese Forderung ist zum einen die Annahme, dass Jungen Männer als Rollenvorbilder brauchen, um für sich selbst zu definieren, was das „Junge-sein“ ausmacht. Zum anderen können aber auch Mädchen von männlichen Erziehern profitieren, da insbesondere in den Lebenswelten junger Kinder fast ausschließlich Frauen vorkommen. Und zuletzt wird angeführt, dass eine geschlechtergerechte Erziehung Männer und Frauen benötigt, um den Dialog zwischen den Geschlechtern zu fördern (vgl. Rohrmann 2008, S. 39ff). Das Bundesministerium für Familien, Soziales, Frauen und Jugend hat die öffentliche Forderung nach mehr Männern in Kitas aufgegriffen und eine Kampagne gestartet, die mehr männliche Fachkräfte in die Kitas bringen soll (vgl. www.bmfsfj.de/BMFSFJ/gleichstellung,did=150142.html). Neben den Befürwortern von männlichen Fachkräften für Kindertageseinrichtungen gibt es aber auch Vorbehalte. Die Vorbehalte kommen z.B. von Seiten der Eltern, die Zweifel an der männlichen Erziehungskompetenz haben oder Mißbrauch befürchten. Damit wird deutlich, dass die Diskussionen über den Einsatz männlicher Fachkräfte vielschichtig sind und durchaus kontrovers geführt werden. Es spielen u.a. individuelle Einstellungen, gesellschafts- wie auch beschäftigungspolitische Überlegungen und die Auswirkungen auf die Kinder eine Rolle.

Aber nicht nur die männlichen Fachkräfte sind als Männer in den Einrichtungen vertreten. Väter, Freunde und Verwandte sind ebenfalls Teil der Einrichtung, wenn sie ihre Kinder bringen und holen bzw. an Aktivitäten der Einrichtung teilnehmen. In der Zusammenarbeit mit Eltern werden sie jedoch häufig noch nicht ausreichend berücksichtigt. Nach wie vor richten sich die meisten Angebote und Ansprachen vorzugsweise an die weiblichen Bezugspersonen und nehmen nur wenig Rücksicht auf die Lebenswelt von Männern. Das Bewusstsein, auch diese Männer stärker in die Arbeit der Einrichtung einzubinden ist in den letzten Jahren gewachsen, vielerorts ist eine Umsetzung des Anspruchs jedoch noch nicht eingelöst.

Die Expertise hat das Ziel, die Debatte um Männer in Kindertageseinrichtungen – sowohl als frühpädagogische Fachkräfte als auch als Angehörige der Kinder – in den Blick zu nehmen. Aus einer Metaperspektive soll die Fachdiskussion um Männer in Kitas und ihre Bedeutung für die Kinder beschrieben werden. Eine Analyse der Projekte und Initiativen über die Einbindung von Männern in Kindertageseinrichtungen soll erfolgen, um deutlich zu machen, wie die Einlösung der Forderung nach mehr Männern in Kitas vorangeschritten ist.

Literatur:

Rohrmann, Tim (2008): Gender in Kindertageseinrichtungen. Expertise für das Deutsche Jugendinstitut. München. Download unter www.dji.de/bibs/Tim_Rohrmann_Gender_in_Kindertageseinrichtungen.pdf, letzter Abruf 12.8.2011.

Quelle und weitere Informationen: http://www.weiterbildungsinitiative.de/ueber-wiff/wiff-ausschreibungen/expertise-maenner-in-kitas.html

 

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