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Blick in die Fachzeitschriften Juli 2009

05.07.2009   Hilde von Balluseck

Immer wieder stelle ich fest, wie vielfältig und qualitativ hochwertig die Beiträge der vier Fachzeitschriften sind, mit denen wir bzw. die mit uns kooperieren. Jede Kita/jede ErzieherIn kann nach unserer kurzen Übersicht selbst entscheiden, welches Thema derzeit für sie von besonderer Bedeutung ist und sich ggf. um den Erwerb der Zeitschrift bemühen.

Das Heft 4/5 von „Betrifft Kinder widmet sich der Frage, wie Bildungsarbeit in der Krippe unterstützt und der Alltag kindgerecht organisiert werden kann (Artikel von Roger Prott). Unter den praktischen Hinweisen ist besonders der Bericht über eine Fortbildung interessant, bei der ErzieherInnen lernen, künstlerisch mit Krippenkindern zu arbeiten.

Zwei der von uns ausgewerteten Fachzeitschriften befassen sich mit dem Thema Europa. „Betrifft Kinder (Heft 4/5) enthält in der Beilage „Kinder in Europa“ mehrere Artikel, die über die pädagogische Praxis unter dem Motto „Junge Kinder als Forscher“ in verschiedenen europäischen Ländern informieren. Theoretisch weist Geoffrey Boulton aus Großbritannien auf die Chancen naturwissenschaftlicher Bildung hin. Projekte aus Belgien, Frankreich, Kroatien, Dänemark, Italien, Griechenland, den Niederlanden, Polen, Schweden werden vorgestellt. Diese internationale Perspektive auf die Praxis der naturwissenschaftlichen und mathematischen Bildung bereichert die Sicht auf dieses Thema. Wir haben aus diesem Heft den Artikel „Wir wollten wissen, warum der Mond immer anders aussieht“ übernommen.

Während die Europa-Beilage von Betrifft Kinder das Hauptaugenmerk auf die Praxis und entsprechende Projekte richtet, steht bei TPS (Heft 5) mit dem Titel „Weit weg und ganz nah - Lernort Europa“ die Ausbildungssituation in Europa im Mittelpunkt. Ein Anliegen des Heftes ist es, Erfahrungen im Ausland zu fördern. Daher wird über Fachschulen berichtet, die Auslandspraktika in ihre Ausbildung integrieren und über die Erfahrungen von aus Deutschland kommenden PraktikantInnen im europäischen Ausland wie auch von ausländischen PraktikantInnen in Deutschland. Auch eine Kita-Partnerschaft zwischen Neumünster und Istanbul wird beschrieben und die Bereicherung, die ein multiltikulturelles Teams darstellt. Wir haben aus diesem Heft den Artikel von Eva Hammes-Di Bernardo übernommen, weil es uns wichtig erschien, auf die Vielfalt pädagogischer Ansätze in Europa hinzuweisen, die in diesem Artikel skizziert werden.

Eva Hammes-Di Bernardo: Pädagogen - Reformen - Einflüsse. Ein europäisches Streiflicht.

Die Zeitschrift „klein & groß(Heft 7/8) widmet sich dem Thema „Was für ein Fest!“. Dabei wird in mehreren Artikeln aufgezeigt, wie Feste neu, weg von der üblichen Routine, gestaltet werden können. Ein Artikel beschreibt dies aus der Sicht der Kinder, ein weiterer aus der Sicht der Eltern In allen Artikeln gibt es eine Fülle von Anregungen für Geburtstagsfeiern, Sommerfeste und andere Feiern, bei denen die jahreszeitliche Naturwahrnehmung und das Brauchtum der Region mit einbezogen werden. Und selbst eine Hochzeit im Kindergarten wird ausgerichtet - neben dem Rat, mal „Nicht-Geburtstag“ zu feiern, wie dies Alice im Wunderland so schön vorexerziert hat. Daneben gibt es eine ganze Reihe von weiteren Artikeln aus der Praxis und auch theoretische Beiträge z.B. zum Thema „Übung macht den Meister“ von Reinhard Kahl. Sehr wichtig auch der Artikel von Christiane Veltens über „Anerkennung will gelernt sein...“, der die Notwendigkeit von Wertschätzung statt Wertung betont. Wir haben aus diesem Heft den Artikel von Theda Hiller zu Sprachförderung in der Kita übernommen. Hinzuweisen ist noch auf einen sehr kleinen Beitrag von Albrecht Nolting. Er reflektiert - und kritisiert - die Ausrichtung von Bildungsstandards an Zwecken unter dem Titel „Das Verschwinden der Zweckfreiheit“. Dieses Thema - die Unterordnung der kindlichen Bildung unter die Verwertungsgesellschaft - könnte in der Frühpädagogik durchaus intensiver behandelt werden.

Theda Hiller: Sprache ist überall - Sprachförderung aus etwas anderer Sicht

Die grundlegende Bedeutung des (zweckfreien!) Spiels für die kindliche Entwicklung ist das Thema von „frühe Kindheit (Heft 6). Spielen ist für Kinder ein „Motor der Persönlichkeitsentwicklung“ (Leona Maywald), ein „Medium zur Bewältigung von Konflikten“ (Annette Streeck-Fischer). Die Bedeutung des freien Spiels wird immer noch stark unterschätzt, dies wird deutlich in dem Interview von Jörg Maywald mit Joachim Bensel und Gabriele Haug-Schnabel, das wir übernommen haben. Neben den theoretischen Überlegungen gibt es auch eine ganze Reihe von Berichten aus der Praxis über Spielen und Spielzeug. In diesem Zusammenhang wird auch für das Vertrautwerden mit physikalischen Prozessen ein Beispiel gegeben.

Interview: „Viel Aufklärung über den Sinn des freien Spiels ist nötig“


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