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Der liebe Gott und der Beruf der Erzieherin...

30.03.2010   Hilde von Balluseck und Unbekannt

Zugegeben - sehr wissenschaftlich ist der folgende Text nicht. Und der Bildungsaspekt der Frühpädagogik kommt auch nicht so recht zum Zuge. Aber er gibt dennoch tiefe Einblicke in die Kompetenzen, die der Beruf einer Erzieherin erfordert. Ich habe ihn an der Wand einer Kita in Berlin gefunden - der Verfasser (oder die Verfasserin) ist unbekannt.

"Als der liebe Gott die Erzieherin schuf..."

Als der liebe Gott die Erzieherin schuf, machte er bereits den sechsten Tag Überstunden. Da erschien der Engel und sagte: "Herr, Ihr bastelt aber schon lange an dieser Figur!"

Der liebe Gott sprach: "Hast Du die speziellen Wünsche auf der Bestellung gesehen? Sie soll pflegeleicht, aber nicht aus Plastik sein, sie soll 160 bewegliche Teile haben, sie soll Nerven wie Drahtseile haben, und einen Schoß, auf dem zehn Kinder gleichzeitig Platz haben. Sie soll einen Rücken haben, auf dem sich alles abladen lässt, und sie soll in einer überwiegend gebückten Haltung leben können. Ihr Zuspruch soll alles heilen, von der Beule bis zum Seelenschmerz, sie soll sechs Paar Hände haben."

Da schüttelte der Engel den Kopf und sagte: "Sechs Paar Hände, das wird kaum gehen!" "Die Hände machen mir keine Kopfschmerzen", sagte der liebe Gott, "aber die drei Paar Augen, die eine Erzieherin haben muss." "Gehören die denn zum Standardmodell?" fragte der Engel.

Der liebe Gott nickte: "Ein Paar, das durch geschlossene Türen blickt, während sie fragt: Was macht ihr denn da drüben? - obwohl sie es längst weiß. Ein zweites Paar im Hinterkopf, mit dem sie sieht, was sie nicht sehen soll, aber wissen muss. Und natürlich zwei Augen hier vorn, aus denen sie ein Kind ansehen kann, das sich unmöglich benimmt, und die trotzdem sagen: Ich verstehe dich und habe dich sehr lieb - ohne dass sie ein einziges Wort spricht."

"O Herr", sagte der Engel und zupfte ihn leise am Ärmel, "geht schlafen und macht morgen weiter."

"Ich kann nicht", sagte der Herr, "denn ich bin nahe daran, etwas zu schaffen, das mir einigermaßen ähnelt. Ich habe bereits geschafft, dass sie sich selbst heilt, wenn sie krank ist, dass sie zwanzig Kinder mit einem einzigen Geburtstagskuchen zufrieden stellt, dass sie einen Sechsjährigen dazu bringt, sich vor dem Essen die Hände zu waschen, einen Dreijährigen davon überzeugt, dass Knete nicht essbar ist, und übermitteln kann, dass von mir Füße überwiegend zum Laufen und nicht zum Treten gedacht waren."

Der Engel ging langsam um das Modell der Erzieherin herum. "Zu weich", seufzte er. "Aber zäh", sagte der liebe Gott energisch. "Du glaubst gar nicht, was diese Erzieherin alles leisten und aushalten kann!" "Kann sie denken?" "Nicht nur denken, sondern sogar urteilen und Kompromisse schließen", sagte der liebe Gott, "und vergessen!"

Schließlich beugte sich der Engel vor und fuhr mit einem Finger über die Wange des Modells. "Da ist ein Leck", sagte der Engel. "Ich habe euch ja gesagt. Ihr versucht, zuviel in das Modell hineinzupacken!" "Das ist kein Leck", sagte der liebe Gott, "das ist eine Träne." "Wofür ist sie?" "Sie fließt bei Freude, Trauer, Enttäuschung, Schmerz und Verlassenheit." "Ihr seid ein Genie!" sagte der Engel. Da blickte der liebe Gott versonnen: "Die Träne", sagte er, "ist das Überlaufventil."


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Beruf Erzieherin
Antje am 02.01.2011, 20:00 Uhr
Ich bin Erzieherin mit Leib und Seele. Mache gern mal mit den Kindern Blödsinn, helfe ihnen aber auch bei ihrem Weg in ihre Richtung. Ich würde mir gern wünschen, dass die Eltern uns etwas mehr Vertrauen entgegen bringen. Weiter wäre es schön, wenn einige Eltern mal dran denken würden, dass auch ihre Kinder mal eine Auszeit brauchen, mal Urlaub machen, mal mit ihren Eltern Zeit verbringen wollen. Denn so ein Kita-Alltag ist anstrengend, denn Spiel ist die Arbeit der Kinder. Gerne lese ich " Als der liebe Gott die Erzieherin erschuf.." ( siehe oben ), man sähe zwar lustig aus, aber hilfreich wäre es allmal. Mit lieben Grüssen Antje.
4
Der liebe Gott und die Erzieherin
Marion Wickström am 05.11.2010, 00:26 Uhr
Abgesehen von der Tatsache, dass ich bis heute nicht verstehen kann, warum ein Land, in dem das Wort "Kindergärtnerin" geboren wurde- durch einen Vater namens Fröbel!- sich entschlossen hat sich auf dieses entsetzliche Wort ERZIEHERIN zu konzentrieren, also abgesehen davon, dass ich der Auffassung bin, dass kein Kind gezogen, aber ganz sicher gärtnerisch behutsam begleitet werden sollte- richtiger Standort, Nährstoffe, eventuell Rankhilfen...- also abgesehen, davon finde ich die Geschichte nach wie vor berührend! Das was manche Eltern nicht mehr geben können, weil sie zu viel arbeiten müssen-oder wollen?- weil sie nicht gelernt haben, dass ein verkuscheltes Wochenende im Pyjama im Bett der Eltern genauso wertvoll ist wie der Ausflug ins Exploratorium, zur Kinderuni oder der Blitzkursus in Mandarin weil sie Angst vor Unerwartetem und vielleicht auch mal Unangenehmen haben, schieben sie die Kinder zu den Profis. Und die sind nach dieser Geschichte ja echt überdrüber... Sind sie auch fast immer, warum? Weil sie Kinder lieben und ihr bestes wollen und wenn sich Eltern dazu durchringen können zu vertrauen, entsteht eine wunderbare Verbindung zum Wohle aller.
3
eine wertschätzende Beschreibung, was eine Erzieherin/ein Erzieher können muss/zu sein hat
Christin Motz am 11.08.2010, 14:31 Uhr
altes, indianisches Sprichwort:
"Wir haben die Erde von unseren Eltern nicht geerbt, sondern wir haben sie von unseren Kindern nur geliehen!"

In Finnland, ist eine 24h Betreung schon längstens möglich. In Finnland bleiben Kinder in der Schule nicht sitzen. Leider gibt es auch in Finnland Amokläufer -Finnland ist also nicht "superperfek". Trotzdem, in Skandinavien allgemein, hat man sich längst um Betreunung, für jede Altersgruppe, gekümmert. Die Betreuungen sind sozial, praktisch und flexibel, vorallem verlässlich.

Bei uns muß das alles erst entstehen und auch die Anerkennung der sozialen Berufsfelder, die Anerkennung von staatlich anerkannten Erzieherinnen. Denn, ob Erzieher/in oder Lehrer/in, Eltern kümmern sich zu wenig oder haben keine Zeit und schieben die Verantwortung auf Kindergarten und Co. Das wäre auch in Ordnung, ein Stück weit, wenn es genügend Kindergärtenplätze (bezahlbare) gäbe.

Alle sollen, wollen, müssen arbeiten. Dann her mit den Kitas/Krippen/Horts, her mit dem sozialem Netz - mit z.B. einem finnischem Sozialmodell oder einem französischem bzw. einer Ganztagsbetreuung von Baby bis Schüler, wie man es aus den neuen Bundesländern kennt/kannte.

Und die, die es sich leisten können ihre Kinder zu Hause zu erziehen, sei das gegönnt und ein Stück weit selbst überlassen. Solange Kinder sozial integriert werden und Deutsch lernen.

Man soll aber bitte Erzieher mehr wertschätzen! Schließlich erziehen sie unsere Kinder, die "Morgen das Land erhalten" sollen und die Welt hoffentlich verbessern.

Wir brauchen Kinder, wir brauchen die Erzieher!
2
wertschätzung
achilles am 20.04.2010, 20:21 Uhr
Das kostbarste Gut was eine Gesellschaft hat, sind ihre Kinder. Wer mit Kinder arbeitet, z.B. ErziehrInnen sollte wertgeschätzt werden. Die Kinder sind unsere Zukunft von morgen. Hoffentlich wird sich das eines Tages ändern, nicht die Bezahlung, sondern die Ausbildung an sich, muss grundlegend reformiert werden ;)
1
ich finde erzieherinnen sollten mehr gewürdigt werden
christoph am 18.04.2010, 17:36 Uhr
da müsste die erzieherin eigentlich unter dem apfelbaum liegen und das leben geniessen, denn ich habe gerade das zauberhafte bilderbuch "der liebe gott wohnt bei uns im apfelbaum" gelesen und ich kann mir so manche erzieherin seeehr gut unterdem apfelbaum vorstellen. ich meine , wo gibt es nochmal soooo liebevolle wesen wie erzieherinnen ?
christoph, der erlebt hat, wie tolle arbeit von erzieherinnen (ob unter dem apfelbaum oder anderswo -) geleistet wird
Zuletzt bearbeitet: 18.04.2010, 19:20 Uhr von HBalluseck  

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