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Familienmonitor zum Zweiten: Leiden Väter mehr?

24.07.2009

Ein weiteres Ergebnis des Familienmonitors ist, dass 43 % der Väter sagten, sie seien von der Rezession betroffen, gegenüber 30 % der Mütter. Wie sollen wir das interpretieren? Heide Oestreich von der tageszeitung schreibt dazu: „Die Jobs der Männer, die früher den ‚Familienlohn' einbrachten, werden prekär, während mehr Frauen in den Arbeitsmarkt einwandern...Global zeichnet sich die Neuverteilung der Arbeit vor allem dadurch aus, dass Frauen mehr tun...." Sie haben nämlich neben ihrem (häufig schlecht bezahlten) Job meist noch die „Sorgearbeit" oder „Care Work" für die Familie zu leisten. Oestreich verlangt eine höhere Wertschätzung der Sorgearbeit, u.a. durch„einen Turbo-Kitaausbau, sehr gut ausgebildete und bezahlte ErzieherInnen..." (die tageszeitung, 15. Juli 2009, S. 1). So wichtig die Ausbildung und bessere Bezahlung der ErzieherInnen ist, so scheint uns dies aber nur eine Seite der Medaille zu sein. Denn es könnte ja auch sein, dass die Jobs der Männer eher durch die Rezession gefährdet sind als die der Frauen. Die Autoindustrie z.B. ist eine Männerdomäne, während die Kitas und die Grundschulen vorwiegend von Frauen „besetzt" sind. Und Autobauer leiden unter Kurzarbeit und Schließungen, während die Kitas derzeit ausgebaut werden (sollen). Im Presseclub der ARD am 19. Juli betonte auch Elisabeth Niejahr, Redakteurin der „Zeit", dass die Frauenjobs weniger gefährdet sind als die der Männer. Wobei zu beachten ist, dass die Frauen in den „typisch weiblichen" Berufen (also auch Erzieherin) weniger verdienen als Männer in der Industrie.


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