Krippenausbau: Bundesministerin contra Ministerpräsident
13.05.2010 Hilde von Balluseck
Roland Koch (CDU), Ministerpräsident von Hessen, hat angesichts der neuen Schulden infolge der Eurokrise bezweifelt, dass der Krippenausbau zu finanzieren sei. Ihm entgegnete die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Schröder, ebenfalls CDU, in einem Beitrag der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 12. Mai, S. 10 mit dem Titel "Für unsere Kinder sparen - nicht an unseren Kindern!" Ministerin Schröder betont die Notwendigkeit, in die frühkindliche Bildung zu investieren. "Wir dürfen dort nicht sparen, wo wir mit den Einsparungen die Kräfte abwürgen, die wir brauchen, um die Krise zu überwinden... Frühkindliche Bildung ist gerade für Kinder aus sozial schwachen Famiien die entscheidende Voraussetzung, um der Armut später aus eigener Kraft zu entkommen. Grundlegend und entscheidend für weitergehende Bildungsprozesse sind die ersten Jahre im Leben eines Kindes. Wenn Kinder mit massiven Sprachschwierigkeitn in die Schulde kommen und dem Unterricht nicht folgen können, schwinden die Chancen auf einen erfolgreichen Bildungsweg, bevor dieser Weg überhaupt richtig begonnen hat." Gegen dieses Statement lässt sich schwerlich etwas einwenden. Allerdings bleibt dabei unerwähnt, dass die Politik es nicht verhindert, dass die Kluft zwischen Arm und Reich zunimmt, dass die Unternehmensgewinne steigen und die Realeinkommen sinken, dass die Zahl der befristeten Arbeitsverträge zunimmt und und und. In einem Wort: Familienpolitik kann Sozialpolitik nicht ersetzen. Ein Trostpflaster ist sie allerdings in der Tat. Von daher stimmen wir Frau Schröder zu.
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