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Erzieherin mit Kindern

Mach doch mal eine Pause!

Gabriele Kubitschek

14.04.2015 Kommentare (0)

 Jeder will etwas von einem und wie immer am liebsten sofort! Selbst eine kurze Auszeit für eine Tasse Kaffe oder Tee zwischendurch fällt dann oft flach. Doch um in all dem Trubel Nervenstärke zu bewahren, brauchen Sie regelmäßige „Auszeiten“ um neue Kraft schöpfen zu Können und selbst gesund zu bleiben. Der Wert von ausreichenden Entspannungsphasen für pädagogische Mitarbeiter bleibt in der Diskussion über das rechte Fördern und Fordern in der Kitapädagogik oft noch zu wenig beachtet. Doch wer viel und engagiert arbeitet, braucht auch ausreichende Entspannungspausen und Möglichkeiten sich wieder zu regenerieren!

Nutzen Sie Ihre Chancen im Kitaalltag

In einer Kita zu arbeiten, bedeutet auch viele Entscheidungen selbstständig zu treffen. Die Frage: Wie gestalte ich den Tagesablauf, wie die Wochen- oder Jahresplanung, hat viel damit zu tun, wie bewusst Sie Ihre eigenen Bedürfnisse und die der Kinder wahrnehmen und miteinander verknüpfen können.

Regelmäßige Entspannungsrituale einplanen.

Mit den Kindern gemeinsam zu entspannen, ist eine wunderbare Möglichkeit um einmal als Gruppe zusammenzuwachsen und gleichzeitig selbst frische Kräfte auftanken zu können. Und bedenken Sie, wenn Sie als Erzieherin oder Erzieher gestresst sind, erhöht sich automatisch auch der Stresspegel in der Gruppe und umgekehrt! Ein Effekt der sich ähnlich wie ein Wasserglas mit Tinte verhält. Schon ein bisschen Tinte färbt das gesamte Wasser und nicht nur Teil davon. Planen Sie deshalb im täglichen Ablauf Phasen ein, in denen die gesamte Gruppe und auch Sie selbst neue Kraft schöpfen können.

Zum Beispiel durch eine kurze Entspannungsreise mit oder ohne Musik, kreativem Gestalten ohne Ziel, Spiel und Spaß im Garten, spielerische Übungen aus der Pädagogischen Gymnastik, Rückenkrabblerspiele und vieles mehr. Die Kinder werden dabei ruhiger und Sie selbst dürfen ebenfalls einfach mal loslassen und die Zeit mit den Kindern genießen.

Teamgeist und Freundschaft

Wer sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen gut versteht, kann die sich daraus ergebende Möglichkeit nutzen, gemeinsam mit dem Team oder einzelnen KollegInnen für belastende berufliche Fragen oder Probleme eine Lösung zu finden. Ein freundschaftlicher Umgang im Team tut der Seele gut.

Eigene Bedürfnisse kennen

Vor lauter Arbeit spüren wir oft nicht mehr, was wir wirklich brauchen, damit es uns gut geht. Stellen Sie sich die Frage: Wann fühle ich mich wohl und was brauche ich dafür? Gehen Sie einige Minuten dieser Frage nach und schreiben Sie sich stichpunkthaft auf, was Ihnen wichtig ist. Was leben Sie davon schon heute in Ihrem Alltag? Was fehlt noch? Erst wenn Sie dies wissen, können Sie an der Situation etwas wirklich ändern.

Genügend Wasser trinken

Unser Körperhaushalt braucht ausreichend Wasser, um gut funktionieren zu können und beispielsweise Stresshormone schneller wieder abzubauen.

Sich dehnen und strecken

Ihre Muskeln geraten durch Stress in eine Art Alarmbereitschaft und spannen sich an. Dehnen und Strecken lockert die Muskulatur! Scheuen Sie sich deshalb nicht zu gähnen. Gähnen vertieft Ihre Atmung und entspannt nebenbei Ihre Hals- und Gesichtsmuskulatur.

Kleine Pausen zwischendurch

Am Vormittag sind unsere Kraftreserven meist noch voll. Trotzdem, nehmen Sie sich zwischendurch immer wieder gezielt einige Minuten Zeit sich selbst zu spüren, Spannung loszulassen und eine kleine Auszeit um frische Kraft zu sammeln. So bleibt auch für den Nachmittag noch genügend Energie übrig.

Beispiele für kleine Auszeiten:

Ziehen Sie sich kurz zurück und tun Sie, was auch immer gut für Sie ist.

  • in die weiten blauen Wolken schauen
  • Regentropfen, die am Fenster hängen betrachten
  • die Vögel draußen im Garten zwitschern hören
  • langsam eine gute Tasse Tee trinken
  • oder kaltes Wasser über Ihre Unterarme laufen lassen und vieles mehr.

So werden Sie länger mit Geduld für die Kinder da sein können und sich selbst gut dabei fühlen.

Die Mittagspause nutzen

Jetzt ist Abschalten angesagt. Nutzen Sie die Mittagspause für einen Spaziergang. Der Tapetenwechsel bringt Sie auf andere Gedanken. Wenn Sie sich ins Mitarbeiterzimmer zurückziehen können: Ohrenstöpsel helfen, den Lärmpegel vor der Tür auszuschalten und Kopfhörer, um sich mit Musik oder einem Hörbuch in eine andere Welt hineinzuträumen. Abschalten bedeutet, an etwas ganz anderes zu denken und nicht die Pause dafür zu nutzen, um zum Beispiel den nächsten Elternabend mit einer Kollegin zu planen. Schenken Sie sich „wirkliche“ Ruhe oder Bewegung, je nachdem was Sie gerade brauchen.

Nachmittagstief und was jetzt?

Besonders nach einem schweren kohlehydratreichen Mittagessen und etwas Süßem danach, kann es am frühen Nachmittag zu einem Abfall des Blutzuckerspiegels kommen. Vor allem im Zeitfenster zwischen 12 bis ca. 14 Uhr erwischt die Meisten, je nach individuellem Biorhythmus, ein echtes Leistungstief. Neben frischer Luft und etwas mehr Ruhe könnte hier ein Stück Obst, rohes Gemüse oder ein Vollkornbrot helfen, den Abfall des Blutzuckerspiegels wieder rasch auszugleichen.

Für einen entspannten Feierabend

Oft nimmt man die Sorge um ein Kind mit in den Feierabend, doch Grübeln hilft meist nicht weiter. Versuchen Sie lieber schon den Heimweg dafür zu nutzen, um loszulassen. Radfahren kann ebenso ablenken, wie die neuesten Schaufenster um die Ecke. Entdecken Sie die Welt um sich herum neu oder die Stille im Wald. Manchmal hilft auch ein Verabschiedungsritual wie die Lichtdusche oder das ganz bewusste Abschließen der Kindergartentür, um alles Belastende hinter sich zu lassen.

Was auch immer Sie als „Ihre“ ganz persönliche Entspannungsmethode entdecken,Atemübungen, Shiatsu, Tanzen, ein Gespräch mit der besten Freundin oder ein Schaumbad, tun Sie einfach, was Ihnen Spaß macht, jetzt und heute. Das ist der beste Weg um gesund zu bleiben und sich die Freude am Leben und an Ihrer Arbeit zu erhalten.

Die Autorin

Gabriele Kubitschek, staatlich anerkannte Erzieherin mit Zusatzausbildungen in Sprachtherapie und Konfliktmanagement, entwickelte das BIM-BAM-BINI ® Konzept für Kinder im Vorschulalter (www.bim-bam-bini.de,). Sie ist Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt erschien von ihr Die 50 besten Spiele zur Resilienzförderung, München 2014, ISBN 978-3-7698-2064-5.

Kontakt: info@bim-bam-bini.de

 

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