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Neuregelung der Anerkennung ausländischer Abschlüsse

04.12.2011   Hilde von Balluseck

Die gute Nachricht zuerst. Dem Tagessspiegel von heute entnehmen wir, dass Fachkräfte mit einem im Ausland erworbenen Berufsabschluss nun endlich ein Recht auf Prüfung der Gleichwertigkeit erhalten. Ab dem 1. März 2012 tritt das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (BQFG) in Kraft, das im November im Bundesrat verabschiedet wurde. Bisher musste ich die Fragenden immer auf die zuständigen Ministerien verweisen, ein Rechtsanspruch auf Prüfung bestand jedoch auch dort nicht. Nun werden auch andere Behörden und Einrichtungen zur Prüfung der Gleichwertigkeit einbezogen. Unter www.anabin.de können Sie herausfinden:

1. Welche Abschlüsse aus welchen Ländern in Deutschland anerkennungsfähig sind.

2. Welche Institutionen in Deutschland für die Anerkennung zuständig sind.

Die Ausübung einiger Berufe, wie z.B. LehrerInnen, war bislang an die deutsche Staatsbürgerschaft geknüpft. Dies wird in Zukunft nicht mehr der Fall sein.

Aber, wie so häufig in Deutschland, ist der Weg zur Anerkennung mit bürokratischen Hürden verbunden. Es bedarf nicht nur der Kopien der Zeugnisse, sondern diese müssen auch ins Deutsche übersetzt und beglaubigt sein.

Und jetzt kommt die schlechte Nachricht: "Für Berufe, für die nicht der Bund, sondern die Länder zuständig sind, wie Erzieher, Ingenieur oder Architekt, gilt das neue Gesetz hingegen nicht. Mit einem Abschluss in diesem Berufen hat man keinen Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren" (Tagesspiegel vom 4. Dezember, Seite K1).  Auf der schon genannten Website www.anabin.de kann man zwar den Beruf Erzieher anklicken, doch dann kommen die Länderregelungen, die sich von diesem Gesetz distanzieren. Da hilft es erstmal wenig, wenn die Bundesministerin Schavan die Länder ermahnt, ähnliche Anerkennungsregeln auch für diese Berufe einzuführen.

Wir wollen hoffen, dass die politisch relevanten Akteure ihrer Verantwortung gerecht werden und den Länderministerien auf die Füße treten. Gewerkschaften, Berufsverbände, Fachschulverbände sollten hier an einem Strang ziehen. Es ist einfach absurd, wenn wir bei dem drohenden bzw. schon sichtbaren ErzieherInnenmangel auf die Fachkräfte mit ausländischen Abschlüssen verzichten.

 

 

 

 

 


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