NUBBEK - Was ist denn das?
23.02.2010 Hilde von Balluseck
NUBBEK ist die Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit, die derzeit beginnt. Am 22. Februar fand eine Einführungsveranstaltung in Berlin statt, die die Ziele und das Vorgehen erläuterten. Die Studie hat für alle in der Frühpädagogik engagierten Personen und Institutionen eine große Bedeutung. Sie wird zum ersten Mal in großem Rahmen der Frage nach der Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung in Deutschland nachgehen und den Zusammenhang mit einer gelingenden kindlichen Entwicklung untersuchen.
Während bislang Deutschland in der frühpädagogischen Forschung international allenfalls im Mittelfeld landet, ist nun eine Studie in acht Bundesländern mit 2000 zwei- und vierjährigen Kindern in Kitas, Kindertagespflege und in der Familie geplant Konkret wird untersucht:
- "wie sich die Betreuungslandschaft für junge Kinder gestaltet,
- welche Faktoren die Wahl der Einrichtung bestimmen,
- wie sich die Art und Qualität der Betreuung in den Familien auswirkt und wie zufrieden Familien damit sind,
- wie die Qualität der verschiedenen Betreuungsformen und Betreuungseinrichtungen beschaffen ist,
- in welcher Beziehung die pädagogische Qualität zum Bildungs- und Entwicklungsstand der Kinder steht" (Presseeerklärung).
Ein besonderes Augenmerk gilt den Kindern mit Migrationshintergrund: Ein Drittel der untersuchten Stichprobe wird aus Kindern türkisch- und russischstämmiger Familien bestehen.
Aus wissenschaftlicher Perspektive ist die eigentliche Sensation der Studie, dass sich viele relevante Forschungsorganisationen zusammengetan haben, um diese enorme Aufgabe "zu stemmen". In einem Konsortium arbeiten zusammen: PädQUiS, Deutsches Jugendinstitut, Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen Kandern, die Universitäten Bochum, FU Berlin, Osnabrück sowie das Staatsinstitut für Frühpädagogik München. Assoziiertes Mitglied ist das Sozio-ökonomische Panel am DIW Berlin. Die Leitung der Studie hat Prof. Dr. Wolfgang Tietze an der FU Berlin.
Finanziert wird die Studie vom Bundesfamilienministerium, von der Bosch Stiftung und der Jacobs Stiftung.
Besonders erfreulich ist die Aussicht, dass wir durch die Ergebnisse dieser Studie - darauf wies der Leiter, Wolfgang Tietze u.a. hin - auch Auskunft über die Auswirkungen ungleicher Lebensbedingungen in den Familien auf die Erwartungen der Eltern und die Einflussmöglichkeiten öffentlicher Kleinkinderziehung erhalten werden. Wir werden regelmäßig über Ergebnisse berichten. Die ersten sind hoffentlich noch in diesem Jahr zu erwarten.
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