Optimistische Männer und Frauen unterschiedlicher Alters und unterschiedlicher Herkunft beim Start zu einer gemeinsamen Aktivität
Startseite » Berufs- und Kitapolitik » Paritätischer: Betreuungsgeld bevorzugt Besserverdienende

Paritätischer: Betreuungsgeld bevorzugt Besserverdienende

01.12.2011

Als „unsinnige Prämie für Besserverdienende“ kritisiert der Paritätische Wohlfahrtsverband das geplante Betreuungsgeld anlässlich der Beratungen im Bundesrat am 25. November. In einem Brief appelliert der Verband an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, das umstrittene Projekt zu stoppen. Das Betreuungsgeld diskriminiere arme Familien und fördere vor allem Mitnahmeeffekte bei Wohlhabenden.

„Das Betreuungsgeld schafft keinesfalls neue Wahlmöglichkeiten. Familien mit geringem Einkommen, vor allem Alleinerziehende, können es sich überhaupt nicht leisten, auf ihr Erwerbseinkommen zu verzichten und sich zu Hause um ihr Kind zu kümmern. Stattdessen wird es vor allem zu Mitnahmeeffekten bei Besserverdienenden kommen“, warnt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen.

Hartz-IV-Bezieher würden nach den bisherigen Plänen in jedem Fall verlieren: Werde das Betreuungsgeld auf den Regelsatz angerechnet, wäre dies eine diskriminierende Schlechterstellung, die nicht vermittelbar sei. Werde das Betreuungsgeld jedoch nicht angerechnet, würden Eltern geradezu gezwungen, ihre Kinder von Kinderkrippen fernzuhalten, um ihre miserable ökonomische Situation etwas zu verbessern.

„Das Betreuungsgeld steht im krassen Widerspruch zu der allgemein anerkannten Bedeutung der frühkindlichen Bildung und führt die bisherigen Anstrengungen für den Ausbau der Kindertagesbetreuung ad absurdum“, kritisiert Schneider. Besonders pikant sei, dass Familien, die es sich leisten können, ihre Kinder privat betreuen zu lassen, ebenfalls in den Genuss der Prämie kommen sollen. „Es geht weder um Wahlfreiheit noch um die Anerkennung für familiäre Betreuungs- und Erziehungsleistungen. Es geht ausschließlich um einen Bonus für Familien, die finanziell nicht drauf angewiesen sind“, so Schneider.

Der Paritätische appelliert nun an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, das Projekt zu stoppen. „Die Politik muss von diesem familien- und bildungspolitisch unsinnigen und sozial ungerechten Projekt ablassen. Stattdessen müssen die weitere Verbesserung des Betreuungsangebotes und Hilfen für die Familien, die die Unterstützung des Staates wirklich benötigen, auf die Tagesordnung“, fordert Schneider.

Quelle: ots-Originaltext: Paritätischer Wohlfahrtsverband vom 25.11.2011

 

 

 

 

Ihre Meinung ist gefragt!

Wir freuen uns über Kommentare.

Kommentar schreiben

Benötigte Felder sind mit einem Stern (*) markiert.


Newsletter

Sie wollen regelmäßig über neue Beiträge auf ErzieherIn.de informiert werden?
Nun hat ErzieherIn.de einen Newsletter, den Sie kostenlos abonnieren können!

Aktuelle Empfehlung

Hilde von Balluseck (Hrsg.): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Verlag Barbara Budrich (Opladen) 2008. 260 Seiten. ISBN 978-3-86649-182-3. D: 19,90 EUR, A: 20,50 EUR, CH: 35,90 sFr.
Rezension lesen   Buch bestellen
Buchcover
Tipp: Joachim Schwede, Christian Dörnbrack, Uta Reiber-Gamp: Arbeits- und Gesundheitsschutz in Kindertageseinrichtungen. Carl Link (Kronach) 2011. 96 Seiten. ISBN 978-3-556-06009-4. 12,90 EUR.

Reihe: [Kindertagesbetreuung in Berlin - Beil.]. Arbeitsschutzvorschriften. Arbeits- und Gesundheitsschutz.
Rezension lesen   Buch bestellen

Buchcover
weitere Fachbuchempfehlungen

ErzieherIn.de unterstützen mit Flattr

Mit diesem Flattr-Button kann man ErzieherIn.de als Ganzes honorieren. Um einzelne Artikel freiwillig zu bezahlen, kann man die Buttons unter dem jeweiligen Artikel verwenden.

Tag Cloud

Akademisierung Alleinerziehende Anerkennung Arbeitsbedingungen Armut Aufsichtspflicht Ausbildung Ausbildungsvergütung Ausland Bachelor Bachelor-Studiengänge Baden-Württemberg Bayern Behinderung Beobachtung Berufsbild Betreuungsgeld Bewegung Bildung Bildungsabschluss Bildungsgerechtigkeit Bildungspaket Bildungspläne Bildungspolitik Bildungsprozesse Bildungssystem Bilingualität Bindung Brandenburg China Datenbank Durchlässigkeit Effekte Eltern Entwicklungspsychologie ErzieherInnen Europäische Kommission Evaluation Fachberatung Fachkräftemangel Fachschule Fachschulen Fachzeitschriften Familie Fernsehen Feuer Finanzierung Flüchtlinge Forschung Frühe Hilfen Frühförderung Föderalismus Gehälter Geschichte Geschlecht Gesundheit Gewalt Glosse Grundschule Gruppe Gruppengröße Haltung Hartz IV Hilfen zur Erziehung Hochbegabung Hochschule Hochschulen Hort Inklusion Integration Interkulturelle Kompetenz Internate Internet Internetportale Italien Jugendamt Jungen Katholische Kirche KiBiz Kinder- und Jugendpsychiatrie Kindergarten Kinderpflegerin Kinderrechte Kinderrechtskonvention Kinderschutz Kinderschutzbund Kindertagespflege Kindeswohlgefährdung Kindheitspädagogik Kita-Gebühren Kitapflicht Kompetenzen Kooperation Fachschule-Hochschule Krippe Krippenausbau Leitung Mathematik Medien Medienpädagogik Mehrsprachigkeit Migration Missbrauch Musik Musikalische Bildung Musikalische Früherziehung Männer als Erzieher NRW Nachhaltigkeit Naturwissenschaften Neuseeland Offene Arbeit Partizipation Patenschaft Personalbedarf Personalentwicklung Personalschlüssel Personalsituation Psychische Krankheit Qualifikation Qualifikationsrahmen Qualität Qualitätsentwicklung Qualitätsmanagement Rahmenbedingungen Religion Rheinland-Pfalz Scheidung Schule Schulsozialarbeit Sexualisierte Gewalt Sexualität Sexualpädagogik Situationsansatz Sozialstruktur Spiele Sprachentwicklung Sprachförderung Studium Tarifvertrag Team Teamarbeit Tod Träger U-3-Ausbau U3 Umweltschutz Unternehmen Verhaltensauffälligkeit Vielfalt Väter Websites Weiterbildung Weiterbildungsangebote Weiterbildungsinitiative (WIFF) Werkstatt Weiterbildung WiFF Zeitmanagement Zusammenarbeit mit Eltern Zuwanderung Übergang Übergewicht