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Risiken im Internet

23.11.2010

Die EU hat eine zweite Studie zu Kids Online veröffentlicht. Einige Ergebnisse:

Zwölf Prozent der europäischen Kinder, die das Internet nutzen, machen online negative Erfahrungen. Über 23.000 Kinder zwischen 9 und 16 Jahren aus 25 europäischen Ländern wurden zu ihrer Online-Nutzung befragt. Für deutsche Kinder ist die Wahrscheinlichkeit, unangenehme Erfahrungen im Internet zu machen, mit 8 Prozent geringer als im europäischen Durchschnitt. "Deutsche Kinder nutzen das Internet seltener und weniger vielfältig", erläutert Professor Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung in Hamburg und Leiter des deutschen EU Kids Online-Forschungsteams. "Damit sind sie weniger gefährdet, nutzen aber auch die Chancen des Internets nur in begrenztem Maße."

Insgesamt 39% der Kinder sind europaweit bereits mit einem oder mehreren Online-Risiken in Kontakt gekommen. Zu diesen Online-Risiken zählen Pornographie, Mobbing ("Online-Bullying"), sexuelle Nachrichten ("Sexting") und Bilder sowie der Missbrauch persönlicher Daten. Im europäischen Vergleich zeigt sich, dass am häufigsten Kinder in Estland, Litauen, Tschechien und Schweden Erfahrungen mit Online-Risiken gemacht haben (jeweils zwei Drittel). Am seltensten war dies bei Kindern in der Türkei, in Portugal und in Italien der Fall. Wie Kinder auf die Begegnung mit Online-Risiken reagieren, ist unterschiedlich. Tatsächlich unangenehm berührt durch die Risiken waren am häufigsten Kinder in Dänemark (26%), Estland (25%), Rumänien und Schweden (je 21%), am seltensten Kinder in Italien (6%), Portugal (7%) und Deutschland (8%). "Das Internet nimmt heute einen zentralen Stellenwert im Leben der Kinder überall in Europa ein. Sie nutzen es für vielfältige Aktivitäten, um Hausaufgaben zu machen, zum Spielen, um sich Videos anzuschauen oder um Nachrichten zu versenden. Obwohl es beunruhigend ist, dass einige Kinder negative Erfahrungen machen, müssen die Risiken gegen die Vorteile abgewogen werden – denn nicht immer führen Risiken zu unangenehmen Erlebnissen", gibt Professor Sonia Livingstone, die Leiterin des EU Kids Online-Netzwerkes an der London School of Economics and Political Science, zu bedenken.

Eltern sind sich häufig der Gefahren nicht bewusst und wissen nicht, was ihr Kind online tut: So behauptet etwa die Hälfte der Eltern jener Kinder, die bereits online gemobbt wurden, ihrem Kind wäre Derartiges noch nicht passiert. Insbesondere die jüngeren Kinder haben Probleme, mit belastenden Erfahrungen umzugehen. "Künftige Maßnahmen zur Förderung eines sicheren Umgangs mit dem Internet sollten sich daher insbesondere an diese Gruppe richten", fordert Hasebrink.

Die vorgestellten Ergebnisse beruhen auf einer Studie des Forschungsnetzwerkes EU Kids Online, das vom EC Safer Internet Programme gefördert und von der London School of Economics and Political Science (LSE) koordiniert wird. Insgesamt sind Forscherteams aus 25 Ländern beteiligt. Deutsches Mitglied in diesem Netzwerk ist das Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg.

Das Projekt EU Kids Online will das Wissen über die Onlinenutzung von Kindern und Eltern in Europa erweitern. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen und Umgangsweisen mit Risiken und Möglichkeiten der Förderung einer sicheren Onlinenutzung. Am Projekt sind folgende Länder beteiligt: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowenien, Spanien, die Tschechische Republik, Türkei und Zypern. Die Ergebnisse basieren auf einer Face-to-Face-Befragung mit einer repräsentativen Stichprobe von Kindern in Europa, die das Internet nutzen. Die Befragung wurde im häuslichen Kontext durchgeführt. Methodische Details sind im Bericht und auf der Projektwebsite www.eukidsonline.net dokumentiert.

Quelle: http://www.eukidsonline.de/index_erweitert.html#meldung

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