Geld

20 000 Jugendliche ohne Perspektive

15.06.2015 Kommentare (0)

Eine Studie des Deutschen Jugendinsituts, finanziert von Vodafone, hat ergeben, dass etwa 20 000 Jugendliche beim Übergang zum Erwachsenwerden massive Schwierigkeiten haben. Es handelt sich um junge Menschen, die zumeist schon in ihrer frühen Kindheit Vernachlässigung und/oder Gewalt ausgesetzt waren und darüber Unterstützung durch Kinder- und Jugendhilfemaßnahmen erhalten haben. Wenn sie mündig werden, fallen sie aus der Kinder- und Jugendhilfe heraus und haben keinen Anspruch mehr auf Unterstützung - ganz im Gegensatz zu vielen Jugendlichen in besser gestellten Elternhäusern, die noch lange danach materiell von den Eltern profitieren. Stattdessen sollen sie beim Jobcenter ihre Selbstständigkeit unter Beweis stellen.

Es sind also die sensiblesten und am meisten geschädigten großen Kinder, die wir mit 18 in eine Selbstständigkeit entlassen, der sie offenbar häufig nicht gewachsen sind. Die Kinder- und Jugendhilfe spricht von "entkoppelten" Jugendlichen. Weitaus mehr und wirkungsvollere Unterstützung schon vor dem Erreichen der Mündigkeits-Altersgrenze wären nötig, um den Lebensweg dieser Jugendlichen zu ebnen.Eine solche Investition wäre auch finanziell lohnend: "Die Studie zeigt, an welchen Punkten des Lebensverlaufs der Jugendlichen die Weichen oft falsch gestellt werden und wie die Jugendhilfe dort verstärkt werden sollte. Die damit verbundenen Kosten wären auch gesamt-gesellschaftlich gesehen eine gute Investition, denn laut der Studie zeigen bereits früher durchgeführte wissenschaftliche Berechnungen: Für jeden im Rahmen der Jugendhilfe ausgegebenen Euro werden im weiteren Lebensverlauf das Dreifache an Mitteln entweder an staatlichen Ausgaben eingespart oder durch Steuer- und Wertschöpfung Einnahmen zusätzlich erzielt."

Wenn die Kinder 18 sind, sollen sie auf eigenen Füßen stehen. "Ausgerechnet die jungen Menschen, die eine besonders schwere Kindheit und Jugend hinter sich haben, werden ausgerechnet in einer Lebensphase, in der sie für negative Einflüsse besonders anfällig sind, aus dem Jugendhilfesystem herausgedrängt und den neuen Anforderungen von „Erwachsenenwelt“, Bildung und Arbeitsmarkt ausgesetzt. Deshalb ist hier die Gefahr des Scheiterns besonders groß. Besser wäre es also, diesen jungen Menschen – durch eine längere sozialpädagogische Begleitung und Betreuung – die nötige Stabilität zu bieten, um sich gesund zu entwickeln und sich auf ihren schulischen und beruflichen Werdegang zu konzentrieren. „Laut deutschem Kinder- und Jugendhilfegesetz ist dies bereits heute möglich, wird aber in der Praxis zu selten angewandt, weil dies von den Kommunen finanziert werden muss, die ja unter hohem Kostendruck stehen. Deshalb muss dringend bei der anstehenden Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen sichergestellt werden, dass die Städte und Gemeinden hierfür künftig das nötige Geld bekommen“, so Markus Seidel von der Kinderhilfsorganisation Off Road Kids.

Wiederum zeigt sich: Das Geld ist falsch verteilt, wie schon im Editiorial über den Kita-Streik dargestellt.

Den vollständigen Artikel zur Studie können Sie hier herunterladen.

Ihre Meinung ist gefragt!

Kommentar schreiben




Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.





Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.