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5. Interkultureller Kaffeeklatsch zu Jugendschutz und Migration

29.08.2018 Kommentare (0)

Neues Thema für den Elterntalk: Spielen(d) lernen

„Was soll mein Kind tun, wenn der Computer oder der Fernseher ausgeschaltet ist?“ Als ihr diese Frage zum ersten Mal gestellt wurde, war Simone Zanjani sprachlos. „Spielen, malen, basteln, nach draußen gehen?“, dachte die Dipl. Sozialarbeiterin undPädagogin. Nach und nach wurde ihr deutlich, dass viele Eltern diese Frage ernst meinen und konkrete Antworten darauf erwarten. Die Landesstelle Jugendschutz (LJS) hat dieses Bedürfnis jetzt aufgegriffen und wird das Thema als zusätzlichen Schwerpunkt in die interkulturelle Initiative „Elterntalk Niedersachsen“ integrieren.

Zanjani leitet das Präventionsprojekt der LJS, mit dem pro Jahr mehr als 3.000 Mütter und Väter mit Migrationshintergrund erreicht werden: Geschulte mehrsprachige Moderatoren und Moderatorinnen aus der Türkei, Iran, Russland, Syrien und weiteren Ländern laden in privater Runde zu Tee und lockeren, wertschätzenden Gesprächen über Erziehungsfragen wie Mediennutzung oder gesunde Ernährung ein.

Interkultureller Kaffeeklatsch zu Erziehungsfragen

Aus dem Projekt hat sich 2016 ein „Interkultureller Kaffeeklatsch“ zu aktuellen Erziehungsfragen entwickelt, der Eltern mit Migrationshintergrund und Menschen in sozialen Institutionen und Behörden zusammenbringt. Am Dienstag haben sich etwa 60 pädagogische Fachkräfte, Moderatorinnen und zum ersten Mal auch Ehrenamtliche in Hannover getroffen. Sie bieten in 20 niedersächsischen Landkreisen und Städten Elterntalks oder offene Gesprächsrunden in Flüchtlingsheimen an. Im Mittelpunkt des 5. Interkulturellen Kaffeeklatsches im Kulturzentrum Pavillon stand die Bedeutung von Spielen für die Entwicklung von Kindern.

„In der heutigen Zeit ist es natürlich wichtig, sich mit digitalen Medien und deren Konsum im Erziehungsalltag auseinander zu setzen. Ebenso wichtig ist es aber, unseren Kindern zu zeigen und beizubringen, was und wie noch gespielt werden kann“, sagt Simone Zanjani. Sie empfiehlt Eltern, auch die Lieblingsspiele aus der eigenen Kindheit weiterzugeben.

Erfahrungen bündeln

„Mit dem interkulturellen Kaffeeklatsch bringen wir die Erfahrungen von pädagogischen Fachkräften mit denen der Moderatorinnen des erfolgreichen Elterntalkprojekts zusammen. Dieses Veranstaltungsformat erlaubt den vertieften Austausch zu jeweils einem Erziehungsthema, das je nach kulturellem Hintergrund unterschiedlich bewertet wird“, betont Andrea Urban, Leiterin der LJS: „Dieser Diskurs ist einmalig und soll auf jeden Fall beibehalten werden.“ In diesem Jahr hat die Landesstelle Jugendschutz erstmals Ehrenamtliche und freiwillig Engagierte hinzugebeten, die mit geflüchteten Familien arbeiten. Plädoyer für „wilde Bildung“

„Kinder brauchen keinen Spielplatz, sondern Platz und Natur zum Spielen. Kinder brauchen kein Spielzeug, sondern mehr Zeug zum Spielen“, sagt Thomas Wodzicki, Spiel- und Kulturpädagoge der Bundesarbeitsgemeinschaft Spielmobile, Dozent an der Hochschule Jena. Unter dem Titel „Wie den Kindern die Welt verloren geht“ hielt er am Dienstag ein Plädoyer für „wilde Bildung“ und Spiel. Wilde Bildung geschieht immer da, wo Kinder autonom, ohne Erwachsene oder pädagogisch betreut, ihre eigenen Erfahrungen gestalten, miteinander eigene Regeln aufstellen und einschätzbare Risiken eingehen. Wodzicki hält die angeborene Kraft, Neugier, Freude und Lust von Kindern für lebensnotwendig, damit sie sich die Welt aneignen und einen eigenen unverwechselbaren Platz in ihr

Quelle:  Elterntalk der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen (LJS),

 

 

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