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Abstracts aus Frühe Bildung

13.12.2011 Kommentare (0)

Das erste Heft der ersten wissenschaftlichen Zeitschrift Deutschlands zur Frühpädagogik ist erschienen. Wir stellen die Inhalte in unserem nächsten Blick in die Fachzeitschriften kurz dar. Hier sind die Zusammenfassungen der Schwerpunktbeiträge.

Professionalisierung und Professionsentwicklung im Bereich der frühen Bildung

Christoph Mischo, Klaus Fröhlich-Gildhoff

Zusammenfassung. Im Bereich Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit gab es gerade in den letzten Jahren tiefgreifende Änderungen und rasante Entwicklungen auf praktisch allen Ebenen, die die Profession und Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte betreffen. In diesem Beitrag werden die wesentlichen Entwicklungstrends nachgezeichnet, Perspektiven einer empirisch basierten Professionalisierung herausgearbeitet und Desiderata für die Professionalisierung und Professionalisierungsforschung formuliert.

Fördereinstellungen von Erzieherinnen

Einflüsse auf die Gestaltung von Lerngelegenheiten im Kindergarten und die kindliche Entwicklung früher numerischer Kompetenzen

 

Katharina Kluczniok, Yvonne Anders, Susanne Ebert

Zusammenfassung. Im Rahmen von Professionalisierungstendenzen in der Frühpädagogik wird auf die Bedeutsamkeit von Haltung und pädagogischen Einstellungen der Erzieherinnen hingewiesen. Es wird davon ausgegangen, dass diese eine Schlüsselfunktion bei der Umsetzung von professionellem Wissen in pädagogisches Handeln haben und dadurch indirekt auf die Entwicklung der Kinder wirken. Der Beitrag fragt danach, inwieweit pädagogische Fördereinstellungen der Erzieherinnen (Orientierungsqualität) – vermittelt über das pädagogische Handeln (Prozessqualität) – die Entwicklung früher numerischer Kompetenzen beeinflussen. Datengrundlage ist die Längsschnittstudie „Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vorschul- und Schulalter“ BiKS-3-10, in der 547 Kindergartenkinder aus 97 Kindergartengruppen untersucht wurden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fördereinstellungen positiv mit der Prozessqualität zusammenhängen. Zudem ist die Einstellung zu grundlegender Förderung positiv mit der Entwicklung früher numerischer Kompetenzen assoziiert. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund der Bedeutsamkeit von Fördereinstellungen als zentrale professionelle Kompetenz der Erzieherinnen diskutiert, die es in Aus-, Fort- und Weiterbildungen zu betonen gilt.

Kompetenzentwicklung von FrühpädagogInnen in Aus- und Weiterbildung

Iris Nentwig-Gesemann, Klaus Fröhlich-Gildhoff, Stefanie Pietsch

Zusammenfassung. Der Beitrag schließt an die geforderte Kompetenzorientierung von (hoch)schulischen Aus- und Weiterbildungen an. Im Mittelpunkt steht – nach einer Skizzierung des (frühpädagogischen) Kompetenzdiskurses – die Beschreibung eines Verfahrens der Erfassung von Kompetenzen, das der Praxis komplexer frühpädagogischer Handlungs- und Interaktionssituationen gerecht zu werden versucht. Mit dem Verfahren der „Dilemma-Situationen“ sollen dabei als herausfordernd und konflikthaft erlebte Situationen aus der eigenen Praxis geschildert, analysiert und bewertet oder aber vorgegebene standardisierte Situationen bearbeitet werden. Beide Formen können wiederum mithilfe eines Rasters standardisiert oder/und hermeneutisch-rekonstruktiv ausgewertet werden und als Basis für Feedbackgespräche, aber auch für empirische Studien zum Verlauf der Kompetenzentwicklung über mehrere Zeitpunkte hinweg genutzt werden. Damit kann sowohl die individuelle wie auch die Kompetenzentwicklung von Studiengruppen verfolgt und evaluiert werden.

Professionalisierung in der Frühpädagogik: Eine Pilotstudie zur Sprachförderkompetenz

 

Dieter Thoma, Daniela Ofner, Carolyn Seybel, Rosemarie Tracy

Zusammenfassung. Dieser Beitrag beschreibt auf Grundlage des Konstrukts von Hopp, Thoma und Tracy (2010) erste Erhebungen der Sprachförderkompetenz von pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichem beruflichem Bildungshintergrund. Da solche Erhebungen in Deutschland bisher noch nicht durchgeführt wurden, liegt ein weiterer Schwerpunkt auf der Entwicklung des Erhebungsinstruments selbst. Es soll Wissen über Sprache als kognitives und kommunikatives System sowie Wissen über Spracherwerb und Mehrsprachigkeit anhand von Multiple-Choice-Fragen überprüfen. In einer Pilotstudie bearbeiteten pädagogische Fachkräfte im Beruf (n = 40) und Frühpädagogik-Studierende (n = 14) die Fragen und Aufgaben. Die Ergebnisse liefern erste Anzeichen dafür, dass (1) das Wissen über Sprache, Spracherwerb und Mehrsprachigkeit mit der Aus- und Weiterbildung der Frühpädagoginnen zusammenhängt, dass (2) das bereichsspezifische Wissen über Sprache innerhalb der Bildungsgruppe der Fachkräfte variiert und dass (3) sich das Wissen von Frühpädagoginnen auf unterschiedlichen Leistungsniveaus gleichmäßig auf die Teilbereiche des Konstrukts der Sprachförderkompetenz verteilt. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die Diskussion zukünftiger Arbeitsschwerpunkte bei der Leistungsbeurteilung in der Sprachförderung.

 

 

 

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