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Aktionsrat Bildung veröffentlicht Gutachten zur "Professionalisierung in der Frühpädagogik"

Hilde von Balluseck

29.02.2012 Kommentare (0)

Am 28. Februar 2012 fand im Literaturhaus in München die Veranstaltung "Deutschland hat Zukunft" zum Thema des aktuellen Gutachtens des Aktionsrats Bildung statt.

Mit Blick auf die hohen Erwartungen an die Qualität der frühpädagogischen Einrichtungen analysiert der Aktionsrat Bildung in seinem aktuellen Gutachten die Rolle von Qualifikationsniveau und -bedingungen der pädagogischen Fachkräfte. Er zeigt die gegenwärtige Personalstruktur auf und liefert eine Vorausschau auf die Personalbedarfe bis zum Jahr 2020. Unter Zugrundelegung der analysierten Handlungsbedarfe nennt er schließlich konkrete Schritte für deren zeitnahe Umsetzung.

Das Gutachten sowie die zugehörigen Expertisen stehen ab sofort zum Download bereit, unter http://www.aktionsrat-bildung.de/index.php?id=13:

Kommentar: Es ist erfreulich, dass, nachdem sich 2003 einige Hochschulen auf den Weg gemacht haben, um die Frühpädagogik an die Hochschulen zu bringen und 2004/2005 die ersten Studiengänge (Berlin, Emden, Freiburg, Bremen) etabliert wurden, nachdem sich die Bosch Stiftung um eine Verbesserung der Ausbildung verdient gemacht hat und in der Folge die Fachschulen dem Aufruf zur Qualitätsverbesserung ihrer Ausbildung gefolgt sind, dass nun  auch der Aktionsrat Bildung acht Jahre später eine Professionalisierung der Frühpädagogik fordert.

Immerhin: Wenn so einflussreiche Leute wie Lenzen hinter den entsprechenden Forderungen stehen, besteht vielleicht eine Hoffnung, dass die Arbeitsbedingungen für die frühpädagogischen Fachkräfte sich verbessern. Denn auch Gehaltsverbesserungen werden vom Aktionsrat gefordert.

Alle Forderungen, die der Aktionsrat Bildung bzw. seine GutachterInnen erhebt, sind in unserem morgen erscheinenden Editorial mit dem Beitrag von Ilse Wehrmann enthalten - Sie dürfen gespannt sein.

Widerspruch möchte die Redaktion von ErzieherIn.de einlegen gegen die Forderung, in Kindertageseinrichtungen ab 2017 keine KinderpflegerInnen oder SozialassistentInnen mehr einzustellen (aus dem Forderungskatalog des Gutachtens Professionalisierung in der Frühpädagogik - Qualifikationsniveau und -bedingungen des Personals in Kindertagesstätten). Damit wäre der bisher eingeschlagene Weg der Durchlässigkeit für Haupt- und RealabsolventInnen zum frühpädagogischen Beruf versperrt. Im Übrigen geht dieser Vorschlag am immer deutlicher werdenden Fachkräftemangel vorbei. Es gibt ja schon - weniger aus dem Wunsch nach Durchlässigkeit als aus der blanken Personalnot heraus - Überlegungen, SozialassistentInnen als Zweitkräfte einzustellen, um ihnen dann die Gelegenheit der berufsbegleitenden Weiterbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher zu geben.

 

 

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