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Aktuelle Konflikte

30.03.2009 Kommentare (0)

Inhalt
  1. 1. Baden-Württemberg
    1. KITA-Bündnis Baden Württemberg gegründet
    2. Unterschriftenaktion zur Personalsituation in Kindertageseinrichtungen
  2. 2. Berlin
  3. 3. Brandenburg

In den aktuellen Auseinandersetzungen sind auch die Gewerkschaften ver.di und GEW aktiv: http://www.chancen-foerdern.de/?coid=2

1. Baden-Württemberg

Der folgende Text wurde uns vom Kita-Bündnis Baden-Württemberg am 16.10.08 überlassen.

KITA-Bündnis Baden Württemberg gegründet

Erzieherinnen aus ganz Baden Württemberg haben sich zu einem Bündnis für Kindertageseinrichtungen, einem KITA-Bündnis BW zusammengeschlossen. Der neu gegründete Verein-bundesweit ist er der dritte- macht mobil für bessere Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen im Ländle.

[...] Vergangenen Freitag trafen sich in Ulm, in den Ulmer Stuben rund 60 Erzieherinnen, Erzieher und Elternbeiräte zur Gründungsversammlung des „KITA - Bündnis Baden - Württemberg“ Eine Initiative, die ihren Geburtsort in verschiedenen Unterschriftenaktionen aus allen Landesteilen an den derzeitigen Kultusminister Helmut Rau hat. Die Erzieherinnen hatten damals erfolgreich Unterschriften von Kolleginnen gesammelt und ein Begleitschreiben mit klaren Forderungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Kindertageseinrichtungen an den Ministerpräsidenten persönlich übergeben.

Während des Fachtages „Seiltanz auf der Großbaustelle“ in Stuttgart nahm das Vorhaben, ein KITA - Bündnis Baden - Württemberg zu gründen, konkrete Formen an. Frau Fritsch und 7 engagierte Mitstreiter nahmen in der Steuerungsgruppe die Arbeit auf und organisierten nicht nur die Gründungsversammlung, sondern entwickelten eine Internetplattform (www.kita-buendnis.de) und erarbeiteten die Satzung zur offiziellen Gründung des Vereines.

Vergangenen Freitag war es dann soweit. Über 50 geladene Gäste versammelten sich in den Ulmer Stuben zur offiziellen Gründung des „KITA-Bündnis Baden-Württemberg“. Im Verlauf der Veranstaltung wurden die Vereinssatzung verabschiedet, der 9 köpfige Vorstand gewählt und die zukünftigen Aufgaben des Bündnisses engagiert mit den Mitgliedern diskutiert und festgelegt.
Frau Petra Fritsch (Mitinitiatorin/Erzieherin) aus Lauffen wurde einstimmig zur 1.Vorsitzenden, Herr Wolfgang Wettach (Vorsitzender des Landeselternbeirates) aus Tübingen zum 2. Vorsitzenden und Frau Christel Ulmer (Sozialfachwirtin/Erzieherin) aus Ravensburg zur Schatzmeisterin gewählt. Weitere Mitglieder sind Frau Roswitha Stadler (Erzieherin) aus Bad Saulgau, Frau Anna Welle (Erzieherin) aus Vogt, Frau Anita Bareis (Erzieherin) aus Öhringen, Frau Christine Ringelstetter (Erzieherin) aus Ulm, Frau Barbara Schweizer (Erzieherin) aus Bad Schussenried und Frau Bettina Allgayer - Keifert (Erzieherin) aus Ölbronn.
Durch die Streuung der Mitglieder im gesamten Ländle, hat der Vorstand nun die Möglichkeit überall mehr oder weniger Eine oder Einen Ansprechpartner zu haben.

Aber auch über die Internetplattform können alle Interessierten Kontakt zum Kita - Bündnis bekommen.

Durch ihre Mitgliedschaft von derzeit 5 € für das Jahr 2008 und 2009 für einen Euro monatlich können Sie das KITA- Bündnis Baden Württemberg unterstützen, die Aktivitäten verfolgen oder an diversen Veranstaltungen teilnehmen.

Mehr Zeit für Bildung und Erziehung in den Kindertagesstätten und auf die Verbesserung der Rahmenbedingungen kommt es an, betonte Frau Petra Fritsch nochmals in ihrer Auftaktrede zur Gründungsversammlung. Weitreichende Veränderungen sind derzeit von der Landesregierung geplant und gefordert. Die Einrichtung von Krippenplätzen, längere, familienfreundlichere Öffnungszeiten in allen Kindertagesstätten, umfangreiche Angebote, Familienzentren und qualitativ gute und hochwertige Arbeit soll geleistet werden, Orientierungsplan, Qualitätsmanagement, Umfragen ... sind nur einige der vielen Schlagwörter die in allen Kitas durch die Räume geistern. Auf die Rahmenbedingungen kommt es an - mehr Zeit für Bildung und Erziehung!
Als kleine Kinder machen Menschen die größten Schritte in ihrer Entwicklung. Ihre Lernfähigkeit, ihr Erkundungsdrang und ihr Wille, sich die Welt zu erschließen, werden im Laufe des Lebens nie wieder so ausgeprägt sein, wie sie es in dieser Lebensphase sind. Der Kindertagesstätte - als der Bildungsinstitution für dieses Lebensalter - kommt daher neben der Familie eine besondere Bedeutung zu.
Deshalb haben alle Kinder das Recht auf eine gute und anregungsreiche KITA.
Deshalb erwarten Eltern zu Recht die bestmögliche Förderung ihres Kindes in der KITA.
Deshalb hat das Land Baden Württemberg ein anspruchsvolles Bildungsprogramm für KITAs beschlossen.
Deshalb wollen Erzieherinnen und Erzieher diese pädagogischen Anforderungen umsetzen und den gestiegenen Erwartungen gerecht werden sowie sich regelmäßig fortbilden.
Deshalb entsteht Qualität aber nicht nur durch eine veränderte Sichtweise von kindlicher Bildung.

Ihrer gewachsenen Bedeutung im Bildungssystem können KITAs jedoch nur gerecht werden, wenn sich die Rahmenbedingungen grundlegend verbessern. Dazu ist kurzfristig zumindest folgendes notwendig: Gute Bildung fällt nicht vom Himmel Das Personal hat sich motiviert und engagiert auf den Weg gemacht, das betonte nicht nur unser derzeitiger Kultusminister Helmut Rau, sondern auch Herr Scherer vom katholischen Landesverband in Baden Württemberg.
Doch das gesamte Personal, die Verantwortlichen und alle Einrichtungsträger, seien es Kommunen und Kirchen, biegen sich unter der Last von Arbeit und Mehrkosten. Denn, die Rahmenbedingungen und der Mindeststandart haben sich trotz der veränderten Bedingungen und Gesetzesänderungen seit 1972 nicht verändert. Klare Forderungen gehen deshalb an die zuständige Landesregierung: das Land kann sich hinsichtlich der Umsetzung des Orientierungsplans und der dafür benötigten Ressourcen nicht aus der Verantwortung ziehen.
Die Bildungsgerechtigkeit soll für Kinder geschaffen werden, egal wo sie aufwachsen und wie viel Geld die Kommune hat.
Die Anzahl der Kinder in den Gruppen muss auf Grund der gestiegenen Anforderungen auf 16 - 18 Kinder pro Gruppe gesenkt werden (Betreuungsschlüssel 1:8)
Die Basisqualität soll in allen Kitas einem bundesweiten Standard unterliegen
Die Anforderungen an die Erzieherin steigen, das Ausbildungsniveau auch, aber die Vergütung ist nahezu gleich geblieben. Die tarifliche Eingruppierung muss dringend überprüft und angehoben werden. 60% der Beschäftigten sind Teilzeitkräfte im Kita Bereich, dass hat erschreckende Auswirkungen auf die Umsetzung des Orientierungsplanes und den dazu benötigten Rahmenbedingungen, da diese zum heutigen Zeitpunkt unter derzeitigen Bedingungen dafür kaum Zeit haben. Deshalb ist es unabdingbar die notwendige Vorbereitungszeit für jede Erzieherin zur Verfügung zu stellen. Leiterinnen brauchen Zeit und eine adäquate Freistellung um die umfangreichen Aufgaben zu bewältigen und können nicht gleichzeitige in der Gruppe mitarbeiten.

Ein weiter Weg liegt vor uns und den müssen die dafür Verantwortlichen gemeinsam gehen. Deshalb steht das KITA-Bündnis für eine Allianz mit allen Entscheidungsträgern. Unsere Landesregierung will gute und verantwortungsvolle Familienpolitik machen. Doch sollte die in der Basis entstehen und geborenen werden. Denn wer ist näher an Eltern und Kindern, wenn nicht die, die Tag täglich mit ihnen arbeiten und leben. Ansätze und Ideen gibt es viele, Projekte noch mehr, aber manchmal ist weniger mehr und gibt ein klareres Bild und Ergebnis ab. Geben wir der Basis finanziell und durch die Verbesserung des Personalschlüssel sowie der Rahmenbedingungen ein besseres, breiteres Fundament, dann lässt sich dort ein solides Bauwerk errichten.

KITA- Bündnis Baden - Württemberg Christel Ulmer und Petra Fritsch Meinuungen und Anfragen unter f.fritsch@t-online.de.

Eingestellt auf der früheren Version des Portals (erzieherin.de) vom Kita-Bündnis Baden-Württemberg am 16.10.08.

Unterschriftenaktion zur Personalsituation in Kindertageseinrichtungen

Der Landeselternrat für Kindertagesstätten und das Kita-Bündnis BW starten eine landesweite Unterschriftenaktion um die personelle Situation in den Kindertageseinrichtungen auf den von Eltern und Erzieherinnen seit langem geforderten Stand anzuheben. Die Aktion läuft bis zum 8. Mai 2009.

PDF-IconAnschreiben zur Unterschriftenaktion
(PDF-Datei, 191 kb)

PDF-IconAnschreiben an den Ministerpräsidenten Herrn Oettinger
(PDF-Datei, 194 kb)

PDF-IconUnterschriftenliste
(PDF-Datei, 172 kb)

2. Berlin

In Berlin ist eine starke Bewegung im Gang, die versucht, den Anforderungen des Bildungsprogramms, das eine hohe Akezptanz hat, gerecht zu werden. Die hohen Anforderungen des Bildungsprogramms, die Anforderungen an die Qualität der Arbeit, die neuen Herausforderungen für ErzieherInnen können nur umgesetzt werden - so die ExpertInnen (wozu wir auch die ErzieherInnen zählen), wenn die Personalsituation sich verändert. In einer Pressemitteilung haben die meisten Träger der Stadt weitere Verhandlungen mit dem Senat (= in Berlin das Ministerium) zur Umsetzung der Qualitätsvereinbarung abgebrochen.

PDF-IconPressemitteilung der DaKS, Eigenbetriebe und LIGA der freien Wohlfahrtsverbände vom 25.02.2009 (PDF-Datei, 71 kb)

Außer der Solidarisierung der Träger ist eine Solidarisierung der ErzieherInnen und Eltern „an der Basis“ zu beobachten, die inhaltlich mit den Trägern an einem Strang ziehen. Das Berliner Kita-Bündnis (http://www.berliner-kitabuendnis.de/aufruf/index.html) gründete sich im Februar 2008. Im Mittelpunkt steht die Forderung nach mindestens fünf Stunden pro Woche für jedeN ErzieherIn zur Vor- und Nachbereitung, für Weiterbildung, Elterngespräche und Dokumentation. Das würde einen Mehrbedarf von 1000 ErzieherInnen bedeuten. Auf die Notwendigkeit, diese Zeiten zu berücksichtigen, hat auch schon der Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung hingewiesen (http://www.laendermonitor.de/#id=0_1). Am 25.2.09 gab es ein Expertengespräch zu den Themen des Kita-Bündnisses. Susanne Viernickel, Professorin an der Alice Salomon Hochschule, wies in ihrem mit vielen Fakten gespickten Vortrag auf die vielen Verschlechterungen im Kita-Alltag hin, die in den letzten Jahren durchgesetzt wurden. Daneben stehen die Forderungen nach ständig wachsender Qualität - ein Spagat, den die ErzieherInnen auch bei Aufbietung aller Kräfte kaum leisten können. Wir können gespannt sein, wie die Senatsverwaltung auf die Forderungen antwortet.

3. Brandenburg

„Kita ist Bildung: Kampagne für bessere Personalausstattung

Mit der Kampagne Kita ist Bildung - jetzt investieren statt später reparieren“ will die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege auf die derzeit desolate Bildungssituation der Kindertagesstätten im Land Brandenburg aufmerksam machen.

In den Brandenburger Kitas sollen von einer Erzieherin momentan 13 Kinder zwischen drei und sechs Jahren betreut werden. Diesen Schlüssel schreibt das Gesetz vor. Bedingt durch Krankheit, Urlaub oder Fortbildungen fällt dieses Verhältnis aber tatsächlich meist schlechter aus. Die LIGA findet dieses Verhältnis unfair gegenüber den Kindern, Erzieherinnen und Erziehern sowie den Eltern und macht sich deshalb für eine bessere Personalausstattung in den Kitas stark.
Wir wollen ein breites Bündnis erreichen zwischen Eltern, Bildungsträgern, Politikern, Wissenschaftlern und der Wirtschaft“, erklärt Katja Hilbert, Fachbereichsleiterin Kita der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Luckenwalde. Frühkindliche Erziehung solle das Gewicht erhalten, das es verdient, so Hilbert.

Chronische Belastung

Die AWO Wohnstätten GmbH Fläming“ betreibt im Landkreis Teltow-Fläming neun Kitas und ist Mitinitiator der Kita-Kampagne. Auch in ihren Kitas sei die Lage besorgniserregend“, erklärte die Fachbereichsleiterin. Den Erziehern dort droht chronische Belastung. Die Qualität der Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder in den Kitas steht und fällt mit den Rahmenbedingungen,“ meint Hilbert.

Unterschriftenaktion bis Ende April

Regional wird die Kampagne von verschiedenen Aktionen getragen. Bis Ende April können beispielsweise engagierte Eltern, Bürgerinnen und Bürger die Forderungen der LIGA in einer Unterschriftenaktion unterstützen.

Die Bundesgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege setzt sich aus AWO, Caritas, Diakonie, Deutschem Roten Kreuz, Paritätischem Wohlfahrtsverband und der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zusammen.“

Quelle: http://www.jugendhilfeportal.de/wai1/showcontent.asp?ThemaID=5827

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