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Alterskennzeichen sind keine pädagogischen Empfehlungen

Immer wieder gibt es Diskussionen um die Alterskennzeichen bei Filmen und Games für Kinder und Jugendliche. Der Medienratgeber „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ weist darauf hin, dass die Alterskennzeichen des gesetzlichen Jugendschutzes keine pädagogischen Empfehlungen sind. Eltern, die gute und altersgerechte Medien für ihre Kinder suchen, informieren sich besser auch bei dafür geeigneten medienpädagogischen Diensten. 

Viele Eltern kennen die Alterskennzeichen, zum Beispiel für Kinofilme oder Computerspiele: „0“ (= keine Altersbeschränkung) und freigegeben ab 6, ab 12, ab 16 Jahren sowie „18“ (= keine Jugendfreigabe). Diese Kennzeichen zeigen an, ob ein Medienangebot die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen unterhalb der freigegebenen Altersstufe beeinträchtigen könnte. Grundlage für diese Alterskennzeichen sind die gesetzlichen Vorgaben durch das Jugendschutzgesetz (JuSchG) und den Jugendmedienschutzstaatsvertrag (JMStV).

Die Prüfverfahren der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ (FSK) und der „Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen“ (FSF) sowie der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten teilen Filme und Sendungen in diese fünf Altersstufen ein. Dies hat beispielsweise Einfluss darauf, zu welcher Uhrzeit Filme im Fernsehen ausgestrahlt werden.

"Altersbewertungen sind keine medienpädagogischen Empfehlungen, sondern die vom Gesetzgeber geregelten Altersfreigaben von Filmen. Diese sollen dafür Sorge tragen, dass Kinder und Jugendliche der betroffenen Altersstufen die Angebote üblicher Weise nicht wahrnehmen, damit sie nicht in ihrer Entwicklung beeinträchtigt werden“, sagt Carola Witt, Jugendschutzbeauftragte des Norddeutschen Rundfunks (NDR) und Vorsitzende des Arbeitskreises der Jugendschutzbeauftragten der ARD und des ZDF. „Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sorgen die Redaktionen in Zusammenarbeit mit den Jugendschutzbeauftragten für deren Einhaltung."

Bei Computer- und Videospielen gelten entsprechend die Kennzeichen der „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (USK).

Als erste Orientierung sind alle diese Alterskennzeichen hilfreich. Bei der elterlichen Entscheidung, ob etwa ein Film für ein Kind geeignet ist, ist es aber wichtig, dass Eltern den individuellen Entwicklungsstand ihrer Kinder kennen und darauf eingehen. Sie wissen am besten, wie sensibel ihre Kinder auf bestimmte Themen reagieren und welche Inhalte sie bereits verarbeiten können, ohne, dass sie verstören oder überfordert werden.

Pädagogische Empfehlungen stellen diese Alterskennzeichen allerdings nicht dar. Derartige inhaltliche Empfehlungen finden Eltern auf Plattformen wie zum Beispiel flimmo ( www.flimmo.de), Kinderfilmwelt (www.kinderfilmwelt.de), Klick-Tipps ( www.klick-tipps.net), dem Spieleratgeber NRW (www.spieleratgeber-nrw.de.) und der Datenbank „Apps für Kinder“ des Deutschen Jugendinstituts (www.dji.de) oder in dieser Broschüre des Initiativbüros "Gutes Aufwachsen mit Medien" (https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/spiel--und-lernsoftware---band-26/113944 ). Hier werden Filme, Sendungen sowie Online-Spiele und Apps in Bezug auf die Eignung und Attraktivität für Kinder inhaltlich bewertet.

Wir vermitteln Redaktionen gern Interviewpartner zu dem Thema.

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundes-ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Quelle: SCHAU HIN!

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