Auf die KiTa-Kinder kommt es an: Die Bildungskette muss für alle vom Anfang an funktionieren
Studien belegen die Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die Entwicklung von Kindern. Die Vorteile eines KiTa-Besuchs sind dabei unbestritten. Eine große Anzahl von drei- bis unter sechsjährigen Kindern besucht jedoch keine Kita. Dies sind insbesondere Kinder aus Elternhäusern mit geringeren Einkommen, geringeren formale Bildungsabschlüssen und Haushalte, in denen nicht Deutsch als Hauptsprache gesprochen wird. Insbesondere für diese Kinder wäre im Hinblick auf Chancengleichheit ein KiTa-Besuch wichtig; sie würden enorm vom KiTa-Besuch profitieren. Aufgrund fehlender KiTa-Plätze oder hoher Zugangshürden gehen Kinder nicht in die KiTa. Ferner spielen die Kita- Kosten als Gründe für die Nichtinanspruchnahme einer KiTa-Betreuung eine Rolle und auch kulturelle Barrieren. Neben einem zu erfolgenden Mentalitätswechsel der KiTa von einem „Anbietermarkt“ hin zu einem „Käufermarkt“ mit mehr Informationen und Aufklärung auch hinsichtlich der Vorteile eines KiTa-Besuchs für die Kinder müssen aber auch mehr Platzkapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Eine KiTa-Plicht für alle Kinder ab drei Jahren wäre der Weg, die Platzkapazitäten zu schaffen und eine vollständige Versorgungsquote bei der KiTa-Betreuung in dieser Gruppe zu erreichen. Damit könnte allen Kindern ab drei Jahren der KiTa-Besuch verpflichtend ermöglicht werden. Geringere Kinderzahlen bei gleichzeitigem Halten des aktuellen Personals bieten zudem die Chance, der latenten De-Professionalisierung im KiTa- Alltag entgegenzuwirken.

