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Ausbildung zur Erzieher*in in Vollzeit oder berufsbegleitend - Die Vorteile auf einen Blick

Erzieher/innen sind gesucht wie nie. Viele denken bei dem Beruf an die Kitas mit den Kleinsten, doch der Beruf hat weitaus mehr Einsatzmöglichkeiten und bietet gute Karrierechancen. Zudem ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen besonders erfüllend. Langeweile gibt es im Berufsalltag einer Erzieher*in nicht. 

Welche Ausbildungsmodelle gibt es?

Den akuten Erzieher*innenmangel hat die Bildungspolitik durch das zu lange Festhalten an alten Ausbildungsmodellen selbst zu verantworten. Einst war es nur über die schulische Ausbildung möglich, Erzieher*in zu werden. Das bedeutete oft den Besuch kostenpflichtiger Schulen, keine Ausbildungsvergütung und die Verpflichtung, ein Anerkennungsjahr zu absolvieren, um überhaupt richtig Praxiserfahrungen sammeln zu können. Dies führte dazu, dass interessierte Jugendliche und deren Eltern, sich so eine Ausbildung finanziell leisten können mussten. Viele haben sich dann für Berufe entschieden, in denen sie Ausbildungsvergütungen erhielten.

Inzwischen wurde dieser Ausbildungsweg durch weitere Angebote ergänzt. Bekannt ist hier das sogenannte PIA-Modell, was eine praxisintegrierte Ausbildung ermöglicht. Hier sind angehende Erzieher wie Azubis im dualen System vor allem in der Praxis eingesetzt, besuchen tage- oder blockweise die Berufsschule und das Wichtigste: Sie erhalten eine Ausbildungsvergütung. Damit steht auch Interessenten in schwierigeren Lebenssituationen dieser Ausbildungsweg offen. Allerdings kämpfen die Kindertagesstätten häufig mit finanziellen Problemen, was die Plätze für eine praxisintegrierte Ausbildung rar werden lässt. 

Weniger bekannt, aber auch schon seit längerem am Markt etabliert, sind Ausbildungen in Voll- oder Teilzeit, die sogar berufsbegleitend absolviert werden können. Diese Erzieherausbildungen haben Studiencharakter und sind bei Vorlage der Voraussetzungen sogar bis zu 100 % förderfähig. Bei der berufsbegleitenden Ausbildung sind die Schulungstermine so gelegt, dass diese außerhalb eines Arbeitsverhältnisses in Anspruch genommen werden können. In den meisten Fällen ist das am Abend. Können diese Termine nicht wahrgenommen werden, gibt es auch die Möglichkeit, den Unterricht am Wochenende zu absolvieren. Zu der berufsbegleitenden Ausbildung gehören auch Praktika und das sogenannte Anerkennungsjahr. Das ist ein einjähriges Berufspraktikum bei einem Anbieter der Wahl. 

Die Ausbildung in Teilzeit richtet sich u.a. an junge Eltern, die Familienleben und Ausbildung miteinander vereinbaren möchten. Anders als bei der Vollzeitausbildung zum Erzieher, dauert die Teilzeitausbildung 3-4 Jahre. Sind Vorkenntnisse im Pädagogischen Bereichen vorhanden, bieten einige Bildungsstätten eine Aufnahmeprüfung an, mit der sich die Ausbildung verkürzen lässt. 

Persönliche Eigenschaften und Interessen für den Erzieherberuf

Erzieher*innen arbeiten in einer verantwortungsvollen Position, mit Kindern und deren Familien. Toleranz gegenüber den verschiedenen Lebensmodellen in Familien, aber auch interkulturelle Kompetenz, sind für diese Arbeit zwingend erforderlich.

Die Freude an kreativen Tätigkeiten, Bewegung und Spiel ist für diesen Beruf ebenso von Vorteil, wie eine ausgesprochene psychische Stabilität und Geduld im Umgang mit Menschen. Die Verantwortung für Kinder zu übernehmen, bedeutet nicht nur, sie zu beaufsichtigen. Erzieher sind oft die ersten Personen, die Misshandlungen und Missbrauch bemerken. Hier umsichtig und angemessen zu reagieren, erfordert Professionalität und Abgrenzungsvermögen. 

Körperliche Fitness wird für den Umgang mit den Kindern vorausgesetzt. Besonders die unter Dreijährigen müssen oft angehoben werden, was einen gesunden Rücken erfordert. Um auf Augenhöhe mit den Kleinen zu sein, ist es wichtig, sich leicht in die Hocke begeben zu können. Läuft ein Kind von der Gruppe weg, erfordert dies blitzschnell aus der Hocke oder dem Sitz auf dem Boden aufstehen zu können. Die eigene Beweglichkeit sollte daher immer gefördert und erhalten werden. Und natürlich soll auch den Kindern die Freude an Bewegung vermittelt werden, wo die eigene Fitness nicht nur eine Vorbildwirkung hat, sondern auch hilft, mit den Kleinen zu rennen, zu klettern oder ihnen Bewegungsangebote wie Gymnastik und Tanz anbieten zu können.

Ein Instrument zu spielen ist von Vorteil, inzwischen aber nicht mehr Bedingung. Trotzdem ist eine gewisse Musikalität erforderlich, um mit den Kindern singen zu können. Als Instrumente sind seit Jahrzehnten die Triangeln, Klanghölzer etc. in Gebrauch, die keine sonderlichen Vorkenntnisse erfordern. 

Fürs Basteln und Spielen mit den Kleinsten gibt es Ideenbörsen, an denen Erzieher sogar selbst mitwirken können. 

Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen bieten Unterkunft und Betreuung für Kinder jeglichen Alters, bis hin zur Volljährigkeit. Daher ist der Erzieherberuf durchaus facettenreich und bietet für jeden, eine geeignete Einsatzmöglichkeit. Wechsel in andere Altersgruppen sind mit nachlassender Belastung unproblematisch möglich. 

Die Kommunikation mit Kindern und deren Erziehungsberechtigten ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Erziehers/ der Erzieherin. Offenheit und eine gewisse Fähigkeit zur Kommunikation sollte vorhanden sein. Schulungen ermöglichen hier die Weiterentwicklung, ohne Kontaktfreude wird dies jedoch den Spaß an der Arbeit nachhaltig mindern.

Karriere – welche Wege stehen offen

Erzieher*innen haben die Möglichkeit, sich auf spezielle pädagogische Konzepte zu konzentrieren und hier Fortbildungen zu machen. Doch auch die eigenen Freizeitinteressen, können wegweisend für Spezialisierungen sein. Outdoorfreunde finden in Waldkindergärten oder der Erlebnispädagogik die Möglichkeit, ihrer Leidenschaft auch beruflich nachzugehen und die Kleinen für ihre Passion zu begeistern. Die Spracherziehung ist ein wesentlicher Bestandteil in der Betreuung und Förderung von Kindern. Hier kompetent anzuleiten, Probleme zu erkennen und ihnen entgegen zu wirken, kann in beruflichen Weiterbildungen ebenso vermittelt werden, wie die Skills, die in Leitungspositionen benötigt werden. 

Neben der fachlichen Ausrichtung, kann auch der gewählte Beschäftigungsort die Karriere stark prägen. In psychiatrischen oder psychosomatischen Kinder- und Jugendkliniken sind Beschäftigte mit pädagogischen Abschlüssen mindestens ebenso stark vertreten, wie die Pflegefachkräfte. Mutter-Kind-Kuren bieten Betreuung für die Kinder an und immer mehr Eltern suchen alternative Betreuungsformen, um ihren Kindern eine bestmögliche individuelle Förderung zu ermöglichen. Kleine Tagesstätten, die von Privatpersonen oder Vereinen betrieben werden, sind also ebenfalls Einsatzmöglichkeiten. 

Die Arbeit mit älteren Kindern kann in der Schulbetreuung oder in öffentlichen Treffpunkten, die kommunal betreut sind, umgesetzt werden.

Erzieher*innen bilden sich überdurchschnittlich oft zu Coaches fort und sind in der Erwachsenenbildung und psychologischen Beratung sehr gefragt. Erzieher*innen die Erzieher*innen ausbilden, sind oft die besten Ratgeber für angehende Erzieher*innen. 

In der Betreuung von Kursen, die aus öffentlicher Hand ausgeschrieben werden, gilt der Abschluss des Erziehers als anerkannter pädagogischer Nachweis und ermöglicht die Arbeit mit Erwachsenen. Dabei stehen Aufgaben wie die berufliche und gesellschaftliche Integration im Vordergrund. Mit guten Fachkenntnissen in speziellen Bereichen, wie EDV oder eine gute rhetorische Gewandtheit, können Kurse in AZAV – Maßnahmen geleitet werden. 

Nicht zuletzt wird die berufliche Perspektive auch von der Entwicklung am Arbeitsmarkt bestimmt. Hier gibt es derzeit deutlich mehr offene Stellenangebote als Bewerber. Die Prognosen hier sind gut, so dass der Erzieher als ein zukunftssicherer Beruf gilt, bei dem eigene Stärken und Interessen besonders gut unter einen Hut passen. Reiselustige können Feriencamps betreuen. Über das Erasmus Programm sind sogar schon während der Ausbildung Praktika im Ausland möglich. Die eigene Familienplanung harmoniert mit diesem Berufsbild in höchstem Maße, denn die Arbeitszeiten sind konform mit den Betreuungszeiten in Kita und Schulen. Zudem soll die Bildungspolitik optimiert werden, wozu auch gehört, den gesetzlichen Anspruch auf Betreuungsplätze endlich flächendeckend gewährleisten zu können und den Personalschlüssel in der Kinderbetreuung auf den Förderbedarf der Kinder anzupassen. 

Immer wieder in der Kritik ist die Unterbezahlung von Erziehern, doch auch hier gibt es seit Jahren einen Aufwärtstrend, der durch das eigene arbeitsmarktpolitische Engagement weiter verstärkt werden kann.

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Buchcover

Claudia Nürnberg, Maria Schmidt: Der Erzieherinnenberuf auf dem Weg zur Profession. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2018. 727 Seiten. ISBN 978-3-8474-2057-6.
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Buchcover

Annett Maiwald: Erziehungsarbeit. Springer VS (Wiesbaden) 2018. 897 Seiten. ISBN 978-3-658-21574-3.
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