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AWO fordert klare Rahmenbedingungen für die schrittweise Kita-Öffnung

30.04.2020 Kommentare (3)

Die Arbeiterwohlfahrt hat Forderungen an eine Öffnung von Kitas während der Corona-Pandemie beschlossen. Eine schrittweise Öffnung müsse unter klaren Rahmenbedingungen zum Schutz von Mitarbeitenden, Kindern und Familien erfolgen. Der Wohlfahrtsverband hat hierzu aus einer fachkräftezentrierten Perspektive Voraussetzungen und Bedingungen formuliert und benennt konkrete Forderungen zu den räumlichen Bedingungen, der Arbeitsorganisation und den Schutzstandards. 

Die schrittweise Öffnung von Schulen und Betreuungseinrichtungen von Kindern, insbesondere der Kindertagesstätten, wird kontrovers diskutiert. Zielkonflikte zwischen Schutzbedürfnissen auf der einen Seite und Unterstützungs- und Entlastungsbedarfen auf der anderen Seite bestimmen die Diskussion um den „richtigen Weg“. Die Arbeiterwohlfahrt hält eine schrittweise Öffnung für zwingend nötig und fordert deshalb klare Regeln zum Schutz von Kindern, Familien und Erzieherinnen und Erziehern. Betreuungsstandards und Arbeitsbedingungen müssten Arbeitsschutz und kindliche Bedürfnisse gleichermaßen berücksichtigen. Die Familien müssten in dieser belastenden Situation mit bedacht werden.

„Kitas sind systemrelevant! In welchem Maße, zeigt die aktuelle Diskussion um die Öffnung von Kindertageseinrichtungen während der Corona-Krise,“ sagt Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes.

„Überforderte Familien und Alleinerziehende brauchen, neben den Eltern aus systemrelevanten Berufen, dringend der Entlastung. Kinder, insbesondere Kinder, die in beengten Wohnverhältnissen leben oder keine Geschwister haben, brauchen wieder sozialen Kontakt und eine anregende Lernumgebung. Ohne das Wagnis der Öffnung hält unsere Gesellschaft das nicht mehr lange durch. Entscheidend ist, das Risiko soweit zu minimieren wie irgend möglich. Der Schutz der Fachkräfte und der Kinder in den Einrichtungen hat oberste Priorität und muss leitend sein für die jeweiligen Konzepte und Vorgehensweisen in den Einrichtungen.“

 

(Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO Bundesverbandes)

 

Kitas sind ein zentraler Ort für die kindliche Entwicklung 

Kitas seien ein zentraler Ort für die pädagogische und soziale Entwicklung für Kinder und gleichzeitig unverzichtbar, um Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Der Kontakt in den Einrichtungen mit vielen Kindern ist andererseits zweifellos ein Ort des Risikos für Kinder, die Familien und die Erzieherinnen und Erzieher – aktuell und auf bisher unbestimmte Zeit. Erforderlich sind deshalb klare Handlungskonzepte, die in kurzen Abständen mit den lokalen epidemiologischen Entwicklungen abzugleichen sind, um zu erreichen, dass beim Wagnis der Öffnung Schutzbedürfnisse erfüllt, Eltern entlastet und die Bedarfe der Kinder berücksichtigt werden.

Wenn die Erzieherinnen und Erzieher in den Einrichtungen trotz der widrigen Umstände so gut wie möglich geschützt und die Eltern der Kinder weiterhin verantwortungsvoll mit den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen umgingen, dann könnten die unterschiedlichen Perspektiven miteinander in Einklang gebracht werden, betont Stadler.

Klare Regeln zum Schutz von Kindern, Familien und Fachkräften

Die Arbeiterwohlfahrt hat hierzu aus einer fachkräftezentrierten Perspektive Voraussetzungen und Bedingungen formuliert, die bei einer schrittweisen Öffnung von Kindertageseinrichtungen unbedingt zu beachten und einzuhalten sind. So kann es aus Sicht der AWO gelingen, die unterschiedlichen Interessen in Einklang zu bringen und – auch unter Corona-Bedingungen – einen zumindest eingeschränkten Rechtsanspruch auf Betreuung und Bildung zu realisieren.“

Die konkreten Forderungen zu den nötigen räumlichen Bedingungen, der Ausgestaltung der Arbeitsorganisation und Standards zum Schutz finden sich in dem AWO-Beschlusspapier Voraussetzungen für die (weitere) Öffnung von Kindertageseinrichtungen (PDF, 83 KB).

Quelle: AWO Bundesverband e.V. 

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Kommentare (3)

  • Nela:
    03.05.2020 um 09:07 Uhr

    Hallo!
    Ich bin Erzieherin in der Krippe.
    Meine Arbeit mit den Kindern ist mir sehr wichtig.
    Das Einhalten von der Distanz ist nicht möglich..
    Warum bekommen wir nicht die angemessene Mundschutzmasken..es ist mit den Selbstgenähten nicht auszuhalten..
    Wir stehen nackt/ ungeschützt mitten im Geschehen..
    Das Singen ist extrem gefährdet..die Restaurants auch..
    Nur bei uns ist Sprechen, Singen und Essen an einem Tisch die Realität..
    Ich glaube, dass wir ein großes Risiko eingehen, indem wir so früh die Krippen/ Kitas geöffnet haben..
    Die Notbetreuung ist zu regeln..Die größeren Gruppen nicht!

    Antworten

    1. MARKUS:
      03.05.2020 um 12:54 Uhr

      Eine Maske schützt nicht dich wenn du sie trägst, sondern bestenfalls in sehr geringem Maße dein Umfeld vor Ansteckung für den Fall dass du selbst infektiös bist. Ich bin froh dass meine Kollegen von Krippe bis Vorschule ohnehin die Haltung haben, dass das Tragen von Masken katastrophale Folgen für die pädagogische Arbeit und allgemein auch in sozialpsychologischer Hinsicht nicht nur unangemessen sondern unverantwortlich ist. Fragen des international verbrieften Kinderrechts werden hier tangiert und hoffentlich auch bald gerichtlich verteidigt. LG

      Antworten

  • Angelika Mauel:
    16.05.2020 um 10:52 Uhr

    Angenehmer als Stoffmasken finde ich die FFP-2-Masken, aber ehrlich gesagt auf der Arbeit tragen möchte ich gar keine Maske und auch keinen Plastikschirm, der wie die Stoffmaske nur eingeschränktem Schutz bietet.

    Zur Justiz habe ich (noch) das Vertrauen, dass sie den Schutz der Arbeitnehmer angemessen zu würdigen weiß und ich wundere mich darüber, dass man nichts von ErzieherInnen hört, die Klage erheben, wenn ihr Arbeitgeber darauf besteht, dass kein Schutz getragen werden dürfe. - Üblicherweise erlauben es die Arbeitgeber dann, wenn Erzieherinnen darauf bestehen. Oftmals wird den Erzieherinnen die Wahl überlassen, ob und wie sie sich schützen wollen. - Klare Konzepte? Wo gibt es sie wirklich? Und selbst wenn sie klar sind, ist fraglich, ob sie "gut" sind.

    Antworten


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