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Gruppe von erwartungsfrohen Kindern

Bei digitalem Spielzeug auf Datenschutz achten

12.12.2016 Kommentare (0)

Viele Kinder wünschen sich digitale Spielsachen wie Miniroboter, Puppen sowie Spielecomputer zu Weihnachten. Der Europäische Verbraucherverband BEUC kritisiert den unzureichenden Datenschutz bei vernetzten Kinderspielzeugen. SCHAU HIN!, der Medienratgeber für Familien, empfiehlt, Geräte vor dem Kauf auf Alterstauglichkeit und Datenschutz zu prüfen.

Der Europäische Verbraucherverband BEUC sieht ein „ernsthaftes Risiko“ bei der digitalen Puppe „My Friend Cayla“ sowie Miniroboter „i-Que“. Kinder können mit beiden Spielwaren sprechen, ihnen Fragen stellen oder mit ihnen spielen. Es seien jedoch nur wenige Schritte nötig, um mittels eines Smartphones Zugriff auf das Spielzeug zu bekommen und die Gespräche der Kinder aufzuzeichnen.

„Vernetzte Geräte können Risiken für Jugend- und Datenschutz bergen und sind für jüngere Kinder ohne Surferfahrung nicht geeignet. Am besten überlegen Eltern, ob internetfähiges Spielzeug überhaupt sinnvoll ist“, empfiehlt SCHAU HIN!-Mediencoach Kristin Langer. Internetfähiges Geräte sind generell erst ab zehn Jahren zu empfehlen, wenn die meisten Kinder schon genug Online-Erfahrung damit haben, Risiken kennen und wissen, wie sie ihre Daten schützen können.

Produkte vorher prüfen
„Elektronische Spielzeuge sollten auf das Spielverhalten des Kindes und dessen Bedürfnisse abgestimmt und einstellbar sein. Sonst sind die Aktionsmöglichkeiten sehr begrenzt und die Irritation beim Spielen groß, einen echten Spielkameraden oder die Begleitung durch die Eltern können sie allemal nicht ersetzen“, so Langer. Wichtig ist, dass Eltern nur Geräte kaufen, die Jugend- und Datenschutz achten. Handhabung und Inhalte müssen zum Alter und der Medienerfahrung des Kindes passen. Vorgespeicherte Inhalte sollten sich entfernen und ergänzen lassen. Eine gute Orientierung bei der Auswahl passender Geräte und Software bieten Fachmagazine im Internet sowie renommierte Kindersoftwarepreise wie „Giga-Maus“ oder „Pädi“. 

Über Datenschutz informieren
„Wir empfehlen, Geräte schon vor dem Kauf genau zu prüfen und Kinder für den Schutz ihrer Privatsphäre zu sensibilisieren“, so Langer. Dabei helfen anschauliche Vergleiche, um die Dimensionen deutlich zu machen: Was hälst du davon, wenn die ganze Stadt und wildfremde Leute erfahren, was du mit deinen Freunden besprichst? Zudem ist etwa über die Datenschutzerklärung des Herstellers zu prüfen, ob und wo die Aufnahmen und andere Daten gespeichert und für Nutzerprofile weiterverwendet oder weitergegeben werden. Falls ja, ist vom Kauf abzuraten. Gerade bei Ton- und Bildaufnahmen sind auch die Persönlichkeitsrechte anderer zu wahren. Nach § 201 StGB macht sich wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes strafbar, wer das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt, eine solche Aufnahme gebraucht oder anderen zugänglich macht. Weitere Informationen zum Umgang mit persönlichen Daten finden Eltern unter 
www.schau-hin.info/extrathemen/datenschutz

Aktiv begleiten
Nach Kauf des Gerätes gibt die Reaktion des Kindes die besten Hinweise darauf, ob dieses wirklich geeignet ist. Deshalb ist auch zu empfehlen, dass Eltern die Spielzeuge selbst ausprobieren und die Funktionen testen. Sind Eltern unzufrieden, können sie ihr Rückgaberecht nutzen.

Geräte sicher einstellen
Wichtig ist auch, dass sich Eltern sich darüber informieren, welche Sicherheitseinstellungen die digitalen Spielgeräte bieten und welche Funktionen man deaktivieren kann. Hinweise zur Sicherung von Smartphones und Tablets finden Eltern unter 
www.schau-hin.info/sicherheit.

Auf Ausgewogenheit achten
Wichtig ist, dass Kinder ihre Freizeit nicht zu einseitig gestalten und über unterschiedliche Beschäftigungen verschiedene Impulse erhalten. Deshalb sollten das Spielen im Freien, das Treffen mit Freunden, Sport oder die Hausaufgaben nicht zu kurz kommen. Dabei helfen festgesetzte Bildschirmzeiten, zu denen auch die Nutzung digitalen Spielzeugs zählen sollte. SCHAU HIN! empfiehlt zur Orientierung diese für Kinder bis 5 Jahren auf eine halbe Stunde sowie für Kinder von 6 bis 9 Jahren auf eine Stunde täglich zu begrenzen. 

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ bietet auf www.schau-hin.info einen Wunschzettel-Check sowie weitere Informationen zum Umgang mit Games, darunter eine Spieledatenbank (www.schau-hin.info/spielesuche), Tipps zur Spielewahl und zu Alterseinstufungen, Antworten auf Elternfragen sowie einen Konsolen-Guide (www.schau-hin.info/konsole) für die gängigen Modelle. 

„SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

Quelle: Pressemitteilung SCHAU HIN!

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