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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften April 2012

Hilde von Balluseck

18.04.2012 Kommentare (0)

Der monatlich erscheinende Blick in die Fachzeitschriften gibt einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht. Auf diese Weise erhält das Portal immer wieder „Nachschub“ mit Beiträgen aus allen Bereichen, die dort vertreten sind: Pädagogische Praxis, Einrichtungsleitung, Ausbildung/Studium, Weiterbildung, Forschung, Medien, Berufs- und Kitapolitik.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich über 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre.  Im April geben wir einen Überblick über die Zeitschriften Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, DJI-Impulse, Frühe Bildung, Kinderleicht!?, klein & groß.

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung

Zeitmanagement ist das große Thema in den Sozialwissenschaften – spätestens seit Hartmut Rosas großartigem Buch „Beschleunigung“ (2005) - und selbst der aktuelle Familienbericht stellt das Thema Zeit in den Mittelpunkt. So auch nun diese Zeitschrift in ihrem ersten Heft, das als Schwerpunkt „Veränderte Zeiten in Kindheit und Jugend“ benennt. Vera King und Katarina Busch schreiben über die Zeitnot in Familien, setzen aber durchaus neue Akzente. Hingegen erscheinen die Ergebnisse des Artikels Sons’ Perspectives on Time with Dads ein wenig trivial. Sehr spannend ist der Essay von Herwig Reiter, der die Auswirkungen der „nachholenden Modernisierung“, oder, wie der Autor es ausdrückt, der marktwirtschaftlichen Beschleunigung auf Jugendliche in Osteuropa thesenartig beschreibt. Carmen Leccardi vergleicht in ihrem Beitrag die biographische Projektierung der heutigen Jugendlichen mit der Generation der baby boomers. Ulrike Popp fragt nach dem biografischen Stellenwert des Schulbesuches bei Jugendlichen

DJI Impulse

Heft 1 2012 präsentiert die Beiträge der wissenschaftlichen Tagung des DJI „Kinder und Jugendliche im Generationengefüge: Lebenslagen, Beziehungen, Übergänge“, die Ende letzten Jahres in Berlin stattfand.  Über den Wandel der Generationenbeziehungen berichtet in diesem Heft Thomas Olk,  über die Veränderungen im Leben Erwachsener Cornelia Helfferich. Bernhard Kalicki und Katrin Hüsken schreiben über den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Krisen. Zwei Beiträge befassen sich mit Jugendlichen, einer mit männlichen Lebensverläufen. Über die innerfamilialen Beziehungen schreiben Sabine Andresen (Autonomie und Zuwendung), Horst Petri (Geschwisterbeziehungen) und Karin Juczyk und Martina Heikötter (Keine Zeit zu zweit). Zu Begegnungsorten der Generationen gibt es einen Artikel von Birgit Riedel, zu Vereinen einen von Annette Zimmer, zu Jugendfreiwilligendiensten den Beitrag von Reinhard Liebig, und zum Umgang von Alt und Jung den Artikel von Sigrun-Heide Filipp.

Angesehene HochschullehrerInnen und WissenschaftlerInnen im DJI zieren somit das Heft. So nett es ist, auf die Generationskonzepte von Mannheim und anderen mal wieder Bezug zu nehmen, so erstaunlich ist es, dass bei dieser hochkarätigen Besetzung der AutorInnenschar – das fiel auch schon während der Tagung auf – der Blick ausschließlich auf Deutschland und die deutsche Gesellschaft gerichtet ist. Nicht einmal Europa kam ins Visier – geschweige denn andere Erdteile. Und selbst das Thema Zuwanderung wird nirgendwo in den Vordergrund gestellt. Innerhalb der Insel der Seligen, Deutschland, gibt es also noch ein anderes kleines Paradies, den Elfenbeinturm der Wissenschaft, in dem man sich über die drängenden Probleme der Welt nicht kümmern muss. Wie schön, wie idyllisch – und wie wenig hilfreich zur Lösung der Probleme hier und anderswo.

Frühe Bildung

Das neue Heft hat den Schwerpunkt Entwicklungsdokumentation und wird herausgegeben von Franz Petermann und Susanne Viernickel. Zwei Artikel stellen Programme bzw. Konzeptionen zur Entwicklungsdokumentation vor. Der Kompetenzerwerb pädagogischer Fachkräfte im Hinblick auf Beobachtungsverfahren wird in zwei weiteren Artikeln analysiert. Der Freie Beitrag befasst sich mit den pädagogischen Orientierungen von ErzieherInnen. Artikel zur Professionalisierung der Frühen Bildung, zu Problemen von Beobachtungs- und Diagnoseprozessen und zur Bildungsdokumentation erweitern das Themenspektrum. Die Abstracts des Schwerpunkts sind einsehbar unter http://psycontent.metapress.com/content/j237972g317j/?p=10bc2ac21ae641c3a9314e9b6340034.

Kinderleicht!?

Thema von Heft 2 ist der Krippenausbau als Herausforderung. Es wird eingeleitet durch einen reflektierten Beitrag von Rudolf Nottebaum über „Pädagogisch-psychologische Konsequenzen einer inistitutionalisierten U3-Fremdbetreuung. Sonja Alberti macht sich Gedanken über Räume für Kleinstkinder. Über ihre Erfahrungen als Erzieherin von unter Dreijährigen berichtet Nadine Werdehausen. Die Bedeutung von stabilen Beziehungen und einem rhythmisierten Tageslauf stellt Claudia Höly dar. Die Alternative Tagesmutter wird in einem Gespräch diskutiert und auch die Aufsichtsführung (oder „Aufsichtspflicht“) für die Kleinsten juristisch ausgeleuchtet. Die Überfrachtung der Kita mit Förderprogrammen wird von Gerlinde Steigerwald und Alfons Döhler in ihrem Artikel „Weniger ist mehr!“ kritisch reflektiert.

Klein & groß

Das neue Heft hat sich dem anspruchsvollen Thema „Glück“ verschrieben. Fragen und Antworten werden von drei Autorinnen formuliert, Ideen für den Alltag entwickelt Rita Greine, Anna Röcker beschreibt Wege zum eigenen Glück. In einem Gespräch werden die Glücksgefühle analysiert, in zwei weiteren Beiträgen wird über das Philosophieren mit Kindern über das Glück nachgedacht. Im Bereich Praxis werden Klanggeschichten in der Krippe dargestellt – ein Artikel, der für die tägliche Praxis hilfreich sein kann. Weitere Artikel befassen sich mit religiöser Erziehung im Kindergarten, mit der naturnahen Gestaltung von „Kinder-Gärten“, mit einem naturwissenschaftlichen Theaterprojekt und Projekten im Frühling. Über Kindergärten in Rumäniens Karpaten und eine deutschsprachige Kindergruppe berichtet Horst Küppers. Juristischer Rat wird zum Thema Versicherungen erteilt.

Die Zeitschrift gibt einen Newsletter heraus, der unter https://www.oldenbourg-klick.de/zeitschriften/kleingross/mein-konto/view/login/ abonniert werden kann.

Der nächste Blick in die Fachzeitschriften erscheint erst im Juni!

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