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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften August 2014

Christiane Hartmann

29.08.2014 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: kinderleicht!?, Musik in der KITA, Praxis der Psychomotorik, TPS und Weltwissen Sachunterricht.

Kinderleicht!?

Kinderleicht!? widmet sich dem Konfliktmanagement. Albert Horbach schreibt über den Sinn in Konflikten!?. Dabei wird die KollegInnenebene behandelt.

Rita Steininger lehrt das Einmaleins des fairen Streitens unter Kindern.

Alltägliche Konfliktsituationen in der Kita und den Umgang damit behandelt Joachim Armbrust.

Rechtsanwältin Tanja von Langen erörtert das Notfallmanagement in der Kita (Störungen von außen, Notrufe und Erste Hilfe, abwehrender Brandschutz, Sachschadensmanagement, Einbruch und Vandalismus).

In der Rubrik „Erziehungspartnerschaft“ geht es um den Umgang mit „schwierigen“ Eltern und sich selbst.

Stephanie Schneider verrät ihre Streitschlichtertaktik für Mamas und Papas.

Neun Prinzipien kinderleichten Lernens zeigt uns Stefan Pinter:

  1. Ich versuche alles. Und ich mache zunächst einmal alles allein.
  2. Ich gebe nicht auf.
  3. Ich tue alles, als wäre es das erste Mal.
  4. Ich ignoriere warnende Worte.
  5. Ich plane nie...
  6. … und gehe doch nicht planlos vor.
  7. Ich lerne in der Bewegung und durch Anfassen.
  8. Mit Spaß lernt es sich leichter.
  9. Ich feiere meine Erfolge.

Es wird empfohlen, eines der Prinzipien einmal selbst auszuprobieren, etwa eine Woche lang.

Corinna Weinert schreibt über Alkoholopfer im Mutterleib; die Kinder erleiden Schädigungen durch intrauterine Alkoholexposition.

Kritisch und witzig wird eine Kitaplatz-Hotline unter die Lupe genommen.

Für Kinder ab 3 Jahre wird eine Klanggeschichte von einem kleinen Bären erzählt, der beinahe seinen Winterschlaf vergessen hätte. Neue Bilderbücher werden präsentiert.

Musik in der KITA

Das Praxismagazin „Musik in der KITA“ für die wichtigen Jahre von 2-6 ist neu und erstmalig im Mai 2014 erschienen. Auch die jetzt vorliegende zweite Ausgabe enthält Lieder, Noten, Verse, Ausmalvorlagen und weitere praktische Beispiele, die ErzieherInnen sofort mit den Kindern in ihrer Einrichtung umsetzen können.

Heike Kellermann erklärt, wie man Lieder auf der Gitarre auch ohne Vorkenntnisse mit den einfachsten Mitteln begleiten kann. Schließlich gibt es Lieder wie „Bruder Jakob“ oder „Bunte, bunte Blätter“, die mit nur einem Akkord begleitet werden können. Für Ungeübte wird eine Stimmgabel zum Stimmen der Gitarrensaiten empfohlen.

Mit Klangpädagogik lassen sich innere Räume entdecken und erleben. Klänge können je nach Übung ab 2-4 Jahren eingesetzt werden. Tanja Draxler-Zenz stellt klangpädagogische Spiele vor.

Von Wilma Osuji stammt eine Klanggeschichte „Das hölzerne Zauberpferd“. Dieselbe Autorin hat auch einen Tanz vom Fliegen beigesteuert.

Elke Gulden und Bettina Scheer präsentieren kinderleichte Kanons für das Alter von 3-6. Die dem Heft beigefügte CD ist auch beim mehrstimmigen Singen eine Unterstützung.

Fröhliche Fingerspiele für 1,5-6 Jahre werden eingeführt, wie Kose-, Kitzel- und Krabbelspiele, Zeigespiele, Reihenfolgespiele und Fingermärchen. Bewegungs- und Spiellieder unterstützen die motorische Entwicklung wie auch die Sprachentwicklung. Singen ist aber auch ein Beitrag zur frühesten Persönlichkeitsentwicklung. Der Kinderliedermacher erklärt dies anhand seines Liedes „Ich bin klasse, so wie ich bin“ (ab 2 Jahre). Mögliche Bewegungen zum Lied werden vorgestellt.

Auch der Volksliedschatz kommt nicht zu kurz. „Die Vogelhochzeit“ und „Wer will fleißige Handwerker seh´n“ lassen sich gut in der Arbeit mit Kindern einsetzen, wie Andrea Mayer weiß. Bei Geli Schmaus geht es um das Zuhören in der Kita.

Andreas Haas zeigt, wie man Kindern vom Mittelalter erzählen kann. Damals hat man das Psalterium, die Drehleier und die Fidel benutzt. Die Kinder hören mittelalterliche Musik und können mit einer Ritterburg spielen.

Wenn man viel mit Kindern singt, ist das Anlegen einer Liedermappe empfehlenswert. Dahinein werden alle Lieder gegeben, die in der Gruppe regelmäßig gesungen werden. Michaela Lambrecht setzt die Liedermappe (laminiert) in der Kita ein, stellt aber auch jedem Kind eine Mappe für zuhause zur Verfügung. Das ist später eine schöne Erinnerung an die Kita-Zeit.

Das Heft enthält mehrere Herbst-Lieder, zeigt Trommeln mit Kindern und präsentiert weiterführende Literatur.

Noch bis zum 26.09.2014 können sich Kindergärten für das kostenlose dm-Weiterbildungsprogramm „Singende Kindergärten“ bewerben; weitere Infos und das Bewerbungsformular finden sich unter www.zukunftsmusiker.de.

Praxis der Psychomotorik

„Bauen ist lustvolles Lernen!“ erklärt Hans Jürgen Beins und belegt dies mit vielen Praxisbeispielen: spielen mit KAPLA-Bausteinen, stapeln mit Pappdeckeln, Klammerkunstwerke und anderes mehr.

Ein Autorinnenkollektiv zeigt Möglichkeiten und Grenzen der motopädischen Arbeit mit dem Pferd auf. Die teilnehmenden Kinder hatten Schwierigkeiten in ihrer emotionalen und sozialen Entwicklung. Die Mototherapie mit dem Pferd ist besonders geeignet für Kinder, die ansonsten ablehnend auf Therapie- und Förderprogramme reagieren.

Im Mai 2014 tagte die Rheinische Akademie; eine Rückschau und weitere Informationen finden sich unter www.psychomotorik-bonn.de.

Labyrinthe auf kleinem und großem Raum stellt Manuela Rösner vor. Im therapeutischen Bereich werden mit dem Bau von Labyrinthen die Körperwahrnehmung, die Handlungsplanung, die visuell-räumliche Wahrnehmung, die Raumorientierung und das Gleichgewicht angesprochen.

Jürgen Wrobel zeigt anhand von Kopffüßlern eine aktuelle Mensch-Zeichen-Diagnostik als Hilfe zur ersten Einschätzung des Entwicklungsstandes von Vor- und Grundschulkindern. Der Kombi- als auch der Signierungsbogen stehen im Internet unter www.verlag-modernes-lernen.de/literatur zum Download zur Verfügung.

Es geht auch um Resilienz. Darunter versteht man seelische Widerstandsfähigkeit, mit der schwere Krisen überstanden werden. Jan van Pinxteren gibt Beispiele, wie Schutzfaktoren gefördert werden können.

Wie man mit Psychomotorik zur Prävention von Gewalt und Störverhalten bei Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung beitragen kann, beschreiben Herbert Schatz und Dorothea Bräutigam. Lernziele für die FünftklässlerInnen waren: Synonyme für eigene Gefühle erlernen, einen Partner zum Spielen finden, eine Spielregel erkennen und benennen u.a.m.

Der Sportlehrer Christopher Mihajlovic hat gute Erfahrungen mit Judo als Sport für Sehbehinderte gemacht. Er schreibt über Judo als psychomotorisches Förderangebot für Kinder und Jugendliche mit komplexen Beeinträchtigungen.

Ein ganzheitliches Gehirntraining für Seniorinnen und Senioren wird von Stefania Battellini erklärt. Das Heft informiert auch über Sport auf dem Minitrampolin.

Eine Broschüre mit „Spielen von gestern für Kinder von heute“ kann gegen vorherige Einsendung von 1,50 Euro in Briefmarken bei der Aktion DSH, Stichwort „Spiele drinnen“ bzw. „Spiele draußen“, Holsteinischer Kamp 62, 22081 Hamburg bezogen werden. www.das-sichere-haus.de.

TPS

TPS widmet sich belasteten Eltern. Bernhard Kalicki schreibt über die Familien entlastende Funktion der Kindertagesbetreuung. Sigrid Tschöpe-Scheffler empfiehlt, Eltern zu selbstinitiierten Lernprozessen einzuladen.

Belasteten Familien kann eventuell ein Familiencoaching helfen. Antonia Langendorf ist Familienpädagogin und macht Familien dieses Angebot unterhalb der Schwelle zur Therapie.

Die soziologischen Milieus, aus denen die Eltern kommen, werden von Carsten Wippermann erklärt. Das Thema „psychisch kranke Eltern“ wird aus der Tabuzone geholt. Die Kitas sollen niederschwellig sein. Was das für die Kita-Praxis heißt, behandelt Lisa Jares.

Die ressourcenorientierte Familienarbeit nach dem Early Excellence-Ansatz wird vorgestellt. „Wie können wir Sie unterstützen?“ fragt Birgit Suchhardt.

Birke Siebenbürger stellt die soziale Beratung und Psychotherapie für Flüchtlingskinder bei REFUGIO in München vor. Viele Flüchtlingskinder sind traumatisiert. Nicht nur die Kinder, auch die Eltern werden unterstützt. Sie erhalten Informationen über die Integration in Deutschland, Pädagogik und Kenntnisse über Trauma-Folgewirkungen.

Belastungen können auch durch Armut eintreten. Über arme Kinder und Familien in der Kita schreibt Anita Meyer.

In rheinland-pfälzischen Kindertagesstätten wurde das Projekt Kita!plus durchgeführt. In Gesprächen wurde erkundet, wie Eltern-, Familien- und Sozialraumorientierung im pädagogischen Alltag gelebt werden.

Berichtet wird auch über das Projekt GaBi, mit dem die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie die britische Early Excellence-Idee aufgegriffen hat. Ziel ist die Stärkung der Familie im Sozialraum.

Jenny Burkardt schreibt darüber, was Kitas mit Frühen Hilfen zu tun haben (könnten).

Es gibt einen Elternkurs „Starke Eltern – Starke Kinder“, der die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen fördert.

Das Heft enthält Tipps zum Umgang mit der Kamera in der Arbeit mit Kindern.

Das Forschungsprojekt „Bewegung in der frühen Kindheit“ zur bewegungsbezogenen Ausbildung von FrühpädagogInnen wird erläutert (Informationen zum Projekt unter www.kompetenzprofil-bik.de).

Die Demokratie im Kindergartenalltag wird aus der Perspektive von Kindern aufmerksam betrachtet.

Christine Lohn stellt sich dem Thema „Inklusion. Herausforderung für Politik, Wissenschaft und Praxis“.

weltwissen Sachunterricht

Die neue Ausgabe, moderiert von Thomas Goll, präsentiert Nachrichten als Thema des Sachunterrichts. Es geht um den Erwerb von Medienkompetenz. Zu dem Heft gibt es viele Arbeitsbögen und weitere Materialien auf CD.

Seit wann gibt es eigentlich Handys? heißt ein Beitrag von Kerstin Michalik für die ersten beiden Grundschulklassen. Zum Einstieg in das Handy-Thema wird ein Dosentelefon gebaut. Hierfür sind 2-3 Unterrichtsstunden nötig.

Für Klasse 3-4 geeignet ist die Erprobung verschiedener Kommunikationswege, wie sie Daniela Schmeinck vorschlägt: Morsealphabet, Stille Post, Smileys/Emoticons sowie SMS-Abkürzungen.

Die Berichterstattung durch Bilder kann schon ab Klasse 2 behandelt werden, so Eva-Maria Schauenberg in ihrem Beitrag. Gelernt werden soll, das Bilder nur Ausschnitte der Wirklichkeit zeigen, dass Bilder manipulierbar sind. Dies kann am Beispiel von Nachrichten geschehen, denn die Kinder sollen sich mit Nachrichten auseinandersetzen. Daran kann man anknüpfen und mit Bildern der Schule ein positives oder negatives Image verleihen. Einerseits können besonders schöne Orte der Schule mit hoher Aufenthaltsqualität bestimmt werden, nach dem Motto: unsere Schule – ein Ort zum Wohlfühlen! Andererseits kann auch der Blick auf negative Aspekte gerichtet werden (z.B. Toiletten, die häufig unsauber sind). Die Kinder lernen dabei, mit den gleichen Mitteln zu arbeiten wie die Medien und erkennen die Manipulierbarkeit von Wirklichkeitsdarstellungen.

Im Artikel von Thomas Goll, sind die Kinder in einem „Planspiel Verlag“ die Verleger und überlegen, welches Produkt am ehesten geeignet ist, Abnehmer zu finden. Die eigene Mediennutzung ist kritisch zu hinterfragen.

Tilman Dreher hat sich knifflige „Fragen der Woche“ ausgedacht, die Begeisterung am Forschen und Entdecken wecken sollen. Kerstin Michalek leitet an zum Nachdenken mit Kindern über Pressefreiheit und den Schutz der Person.

Das Heft behandelt das Bedürfnis nach Information wie auch die Logik der Mediengesellschaft. Enthalten sind ein Bericht von der 23. Jahrestagung der Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts und eine Landkarte außerschulischer Lernorte zum Themenbereich „News“.

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Buchcover

Claudia Nürnberg, Maria Schmidt: Der Erzieherinnenberuf auf dem Weg zur Profession. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2018. 727 Seiten. ISBN 978-3-8474-2057-6.
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Buchcover

Jasmin Donlic, Elisabeth Jaksche-Hoffman, Hans Karl Peterlini (Hrsg.): Ist inklusive Schule möglich? transcript (Bielefeld) 2019. 310 Seiten. ISBN 978-3-8376-4312-1.
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