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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften August/September 2012

Hilde von Balluseck

10.09.2012 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird über die Zeitschriften Betrifft Kinder, Early Years, Frühe Bildung, Frühe Kindheit, kinderleicht!?, klein & groß, TPS, Welt des Kindes, Weltwissen Sachunterricht berichtet.

Betrifft Kinder

Der Leitartikel von Heft 8-9 befasst sich mit Projektarbeit und zeigt, wie man ein Projekt gestalten und was es bewirken kann. Den Beitrag von Dorothee Jacobs haben wir übernommen. Michael Fink beschreibt glossenartig das Projekt Bagage, eine Ideen-Werkstatt im Süden Deutschlands. Einer Reggio-Fortbildung widmet sich der Bericht von Anke Vogt. Dagmar Arzenbacher wirbt für ihr neues Heft über das Blätter-Projekt, und in der Tat wird deutlich, welch ein hervorragendes Lernmaterial Blätter sind. Weitere Anregungen aus der Natur gibt Herbert Österreicher zum sammeln, bestimmen und ordnen von Steinen. Und auch ein weiteres Projekt befasst sich mit Steinen, Sand und Erde.

Drei AutorInnen geben einen Einblick in die Möglichkeiten, mit Kindern im Dialog zu sein. Erfahrungen einer Familie mit einer au-pair-Hilfe werden ergänzt durch Tipps, wie man eine/n au-pair findet und auch, wie  Jugendliche auf diese Weise ins Ausland kommen. Eine Glosse zum Konfliktmanagement lädt zum Lächeln ein.

Und dann gibt es noch das Beiheft Betrifft Kinder estra, „Das Remida-Heft“. Was ist Remida, was bedeutet es für die Kita-Arbeit, das wird anhand der Reggio-Pädagogik beschrieben.

Early Years

Early Years hat in seiner zweiten Ausgabe dieses Jahres als Thema die professionelle Arbeit mit Babies und Kleinstkindern. Alle Abstracts der Arbeiten finden Sie unter http://www.tandfonline.com/toc/ceye20/current. Besonders interessant erscheint mir die Forschungsarbeit von Florence Pirard (Belgien) und Jean-Marie Barbier (Frankreich) über Kleinstkindzentren, in denen das Personal weitergebildet wurde. Pamela Oberhuemer schreibt in ihrem einleitenden Überblick: …the ‚accompaniement‘ process focused in particuluar on supporting the self-regulating and participatory evaluation of everyday practices. The aim was  to help practitioners develop shared, criteria rather than iplement external standards, an to support them in reflecting on the complexities of practice and in constructing new knowledge together with colleagues, parents and children.“ Eine weitere Studie, die ich hier erwähnen möchte, ist die über Frühpädagogik in Südafrika, wobei (wieder) deutlich wird, von welch unterschiedlichen Lebensverhältnissen wir reden müssen, wenn von der Frühpädagogik allgemein die Rede ist.

Frühe Bildung

Thema von Heft 3 ist die Kinderbefragung. Alle Abstracts sind zu finden unter http://psycontent.metapress.com/content/x434788x33n1/?p=4efe81dd1d6242fa9177b3a3e9fe322d&pi=0. Der erste Beitrag befasst sich mit der Anwendung narrativer Interviews auf die frühe Kindheit, wobei die Autoren zu der erstaunlichen Erkenntnis kommen, dass die „Grenze de Sprachlichkeit im Elementarbereich“ ein methodisches Problem sei. Die Frage ist dann, ab wann Kinder in der Lage sind, ihr subjektives Erleben so auszudrücken wie es die Forschung verlangt. Auch der zweite Beitrag befasst sich mit der Erzählfähigkeit von Kindern, diesmal im Alter von 4 bis 7 Jahren und stellt ein Beobachtungsinstrument vor. Was und wie Kinder erzählen ist das Thema von Sabine Andresens Beitrag, die sich auf die mittlere Kindheit konzentriert. Spannend ist hier die Frage nach der Erforschung des Fragmentarischen in Kinderinterviews. Döte Weltzien schreibt über dialoggestützte Interviews mit Kindern  Aufschlussreich der Freie Beitrag von Birgit Becker, in dem anhand von empirischen Forschungsergebnissen deutlich gemacht wird, dass die Bildungsbenachteiligung von Kindern schon weit vor dem dritten Lebensjahr beginnt und der Kindergartenbesuch nur unter günstigen Rahmenbedingungen einen positiven Einfluss auf den Spracherwerb hat.

Hervorzuheben ist der Beitrag von Claus Stieve und Sylvia Kägi zur Frage der Gleichwertigkeit von Fach- und Hochschulausbildung in der Kindheitspädagogik.

Frühe Kindheit

Gefährdungen für Kinder, so lautet das Thema des neuen Heftes. Betrachtet werden sowohl Gefährdungen durch die Umwelt wie Unfälle in Heim und Freizeit (Beitrag von Martina Abel) oder Verkehrssicherheit (Beitrag von Andreas Bergmeier wie auch Gefährdungen durch menschliche Beziehungen in Familie und pädagogischen Institutionen. Sexuellem Missbrauch muss durch Achtsamkeit und Aufmerksamkeit präventiv begegnet werden, so die Professoren Jörg Fegert und Hubert Liebhardt. Diesen Beitrag haben wir übernommen. Ursula Enders geht konkret auf sexualisierte Gewalt in Kindertagesstätten ein, auch ein Interview mit dem Beauftragten der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs befasst sich mit dem Thema Missbrauch. Zwei Artikel gehen generell auf Kindeswohlgefährdungen und Kinderschutz ein, ein weiterer schildert die Notwendigkeit der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen gemäß der UN-Kinderrechtskonvention. Die Artikel über Kindeswohlgefährdungen sind sehr informativ, weil sie die Möglichkeiten der Jugendämter und von ErzieherInnen aufzeigen, Kinder zu schützen.

Kinderleicht!?

Kreativität – Entfaltung der Sinne ist das Thema von Heft 4. Petra Stamer-Brandt beschreibt Kreativität als Schlüsselqualifikation für eine erfolgreiche Bildung, Margit Lethen reflektiert den Stellenwert von Kreativität in der pädagogischen Praxis (Dem Kind in Menschen…) und konkretisiert dies mit den Äußerungen von Kindern (Mit Kindern über Kreativität sprechen). Ein weiterer Beitrag zum Thema fordert kreatives Denken bzw. dass ein solches Denken den Kindern gestattet wird, ohne sie mit Lernstoff abzufüllen. Zum Thema Erziehungspartnerschaft gibt es einen Artikel von Daniela Kobelt-Neuhaus, in dem die Anforderungen an die Fachkräfte beschrieben werden sowie einen Blick von Andrea Steinmann auf die Erziehungspartnerschaft mit Patchworkfamilien. Außerdem wird der 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau mit einem Beitrag gewürdigt.

Klein & groß

Heft 9 ist dem Phänomen der Zeit auf der Spur. Über den bewussten Umgang mit der Zeit schreibt Rita Greine.In ihrem Artikel wie auch in anderen, die folgen, werden viele Ideen und Projekte vorgestellt, in denen Kinder spielerisch begreifen lernen, was Zeit ist und wie sie ihr Leben prägt. Aber auch Tipps für die ErzieherInnen selbst geben Anregungen für die Bewältigung der Zeitnot (Beitrag von Michaela Lambrecht). Neben den Artikeln zum Umgang mit der Zeit gibt es Mitmachideen für Krippenkinder von Eva Danner, Fingerspiele, die den Weg vom Korn zum Brot verdeutlichen (Sybille Günther),  Ideen für den Aufenthalt in der Natur Katharina Bächer-Braun), Anregungen für das Erleben von Mathematik und rhythmische Sprachförderung.  Über die Grenzen weist eiin Bericht über die Auswirkungen des Bürgerkrieges im Kongo.Wir haben den Ratgeber Recht übernommen, in dem Judith Barth Tipps gibt, wie mit Bildungsdokumentationen umzugehen ist.

TPS – Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita

Mit Streit und Konflikt befasst sich Heft 6. Zunächst kommen Kinder zu Wort, es folgt eine fiktive Lerngeschichte, in der der Autor beschreibt, wie Konflikte zwischen Kindern auch aussehen können. Wie Konflikte in der Kita begleitet werden können, behandelt der Aufsatz von Gabriele Haug-Schnabel. Diesen Beitrag haben wir übernommen.

Inge Nowak beschreibt die Methode Marte Meo auch als Möglichkeit, Konfliktsituationen zu begegnen. Das Präventionsprogramm „Kindergarten plus“ wird von Julie Klinkhammer und Maria von Salisch dargestellt, Gesine Otto stellt das Konzept des Fairness-Kreises in der Kita vor. Jörg Dieterich berichtet über Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, wonach Konflikte eher von empathischen Kindern  friedlich gelöst werden. Interessant dabei: es gibt keine Geschlechtsunterschiede. Ein weiteres erstaunliches Ergebnis: Die Empathie von Kindern nimmt bei der Zunahme der Kindergartenverweildauer eher ab. Dies gibt zumindest zu denken.

Manfred Werner setzt sich mit dem christlichen Verständnis von Konflikten auseinander und reflektiert den Spruch „Auge um Auge“.

Heft 7 widmet sich dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung. Barbara Benoist und Thorsten Kösler weisen auf den Wert des Themas nachhaltige Entwicklung für die Kita hin. Karin Wirnsberger stellt das Projekt kikuna vor, in dem Kinder und Erwachsene mit Nachhaltigkeit vertraut gemacht werden.  Das Philosophieren über Gerechtigkeit, das Kartographieren von Kindern, der Vogelschutz, die Ernährung in der Kita und die Inklusion  werden unter Nachhaltigkeits-Aspekten beschrieben bzw. als Projekte vorgestellt. Eindrucksvoll ist Daniela Kobelt Neuhaus' Erzählung und Reflexion über die Wegwerfmentalität, die ja dem Nachhaltigkeitsprinzip zuwiderläuft. Auch das Gespräch mit Gerd Schäfer und Matthias Kleinow, in dem die Bildung für nachhaltige Entwicklung als Aufklärungspädagogik kritisiert wird, regt zum Nachdenken an. Schließlich werden auch die Bildungspläne der Länder auf ihre Inhalte im Hinblick auf Bildung für nachhaltige Entwicklung durchforstet.

Welt des Kindes

Heft 4 steht im Zeichen des Jubiläumskongresses zur Hundertjahrfeieer des Bundesverbandes „Katholische Tageseirnrichtungen für Kinder“ (KTK) und gibt im Wesentlichen die Vorträge wider, die beim Kongress „Zeit und Raum für Kinder“ am 19./20. Juni in Köln gehalten wurden. Marlene Rupprecht zieht eine Bilanz der 100 Jahre. Thomas Rauschenbach schreibt über Frühe Bildung. Nadia Kutscher stellt dar, wie Frühpädagogik angesichts der sozialen Ungleichheit aussehen sollte. Susanne Viernickel nimmt Ressourcen und Rahmenbedingungen unter die Lupe, um die Fragen zu beantworten, was Erzieherinnen tatsächlich leisten können. Diesen Beitrag haben wir übernommen. Ein Kölner Memorandumg stellt eine Programmatik für den KTK-Bundesverband vor

Weltwissen Sachunterricht

Noch aus dem vorigen Heft haben wir den schönen Artikel über Luft und Wasser  übernommen.

Wie die Zeit vergeht ist das Thema von Heft 3. Es geht um perspektivübergreifendes Lernen, in dem Zeit erfahren und gemessen wird. Für die Frühpädagogik besonders relevant sind der Beitrag von Horst Schaub über den Tages- und Jahreslauf von Sonne und Erde, den wir übernommen haben. Aber auch die Beiträge über Unterrichtsinhalte in der Grundschule geben viele Anregungen. So „Die Frage der Woche“, „Lebensketten und Zeitleisten“ und „Zeitmessung früher und heute“ und „Von der Sanduhr zum Kreislauf der Gesteine“. In all diesen Artikeln werden Methoden vorgestellt, wie Kinder dem Phänomen Zeit auf die Spur kommen können. Darüber hinaus wird Zeit als soziale Tatsache behandelt, indem das Verhältnis von Afrikanern und Europäern zur Zeit verglichen  und in einem weiteren Beitrag der Zeitbegriff in einen historischen Kontext gestellt wird. Nicht zu vergessen sind die vielen Materialien und die CD, die das Heft enthält, die die Vermittlung der Inhalte zum „Kinderspiel“ machen.

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