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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften Dezember 2013

Christiane Hartmann

16.12.2013 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Betrifft Kinder, kinderleicht!?, klein & groß sowie TPS.

Betrifft Kinder

Im neuen Heft zeigt Stefan Sell, wie die Finanzierung der Kindertagesbetreuung für Bund, Länder und Kommunen sinnvoll geordnet werden könnte.

Erinnert wird an Bewerbungen von Kitas und Initiativen um den mit 50.000 Euro dotierten Karl-Kübel-Preis 2014. Bewerbungsschluss ist der 31.12.2013.

Was passiert, wenn man Kindern einen Raum mit nichts drin präsentiert, wie sie dann spielen, berichtet Gerlinde Lill. Der „Nichts- und Ohne-Raum“ füllte sich mit Ideen und die Kinder fühlten sich wohl. Das Gefühl von Weite und Leere hat für sie einen besonderen Charme.

Das Thema „Männer in der Kita“ wird von verschiedenen Seiten beleuchtet.

Éva Hédervári-Heller und Annette Dreier erläutern in ihrem Aufsatz „Ohne Bindung geht es nicht!“ die Bindungstheorie und die Bindungsbeziehungen zur Erzieherin.

Viel Wissenswertes über Vögel im Winter wird berichtet, z.B., dass die Vögel am Körper eine Temperatur von 40 Grad haben, an den Fußsohlen misst man noch 1 Grad. Herbert Österreicher schreibt in seiner Gesteinsserie diesmal über Erze und Edelmetalle. Es geht auch um Gespräche über Wärme, Kälte und Feuer.

Ein Kreuzberger Kindergarten hat eine kleine Toilette dafür hergerichtet, dass im Stehen gepinkelt werden kann und berichtet von der Einführung des Stehmodells. Aktuelles über inklusive Frühpädagogik ist genauso zu erfahren wie eine Anleitung zum Fundraising, früher „Schreiben von Bettelbriefen“ genannt.

Christian Fatekas beschäftigt sich in seiner Kolumne mit dem Wort „Sch...“ und anderen Schimpfwörtern, die ihm nach seiner Aussage nicht geschadet haben.

In den Meldungen zur Kita-Qualität wird ein Verhältnis von eins zu drei für Krippen und eins zu acht für Gruppen mit über dreijährigen Kindern für sinnvoll gehalten. Der in der Realität vorgefundene Personalschlüssel ist überall unzureichend.

Die Jüdische Lauder Beth-Zion Grundschule in Berlin-Prenzlauer Berg wird vorgestellt. Bettina Twrsnick berichtet über ein erfolgreiches Projekt von VorlesepatInnen, die direkt in die Familien gehen. Medien werden vorgestellt und die Glosse gibt einen Ausblick auf 2014.

Das Beiheft „KINDER in Europa“ ist eine Gemeinschaftsproduktion eines Zeitschriftennetzwerks aus 18 europäischen Ländern. Das sehr lesenswerte Heft handelt vom Thema Zeit und von den Zeitvorstellungen junger Kinder. Z.B. Schon früh im Leben hören Kinder Zeitbegriffe. Wie viel verstehen sie? Auf welchen Wegen lernen sie, Zeit zu verstehen? Welche Ideen haben Kinder über Zeit? Was stellen sie sich vor, wie die Zeit vergeht? Wie entwickeln sie Zeitverständnis? Wie beeinflusst der allgegenwärtige Zeitdruck das Leben und die Zeitvorstellungen junger Kinder? Wir haben aus dem Beiheft den Artikel von Lotta De Coster und Caroline Blanchard übernommen.

klein & groß

Im neuen Heft geht es um Fantasie und Kreativität – ausprobieren, forschen und entdecken. Kreativität bezieht sich nicht nur auf die Kunst, sondern ist auch notwendig, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Eine pädagogische Grundhaltung, die Kreativität fördert, zeigt sich schon in kleinen Dingen. Wenn ein Kind etwas verschüttet hat, könnte man sagen: „Nicht schlimm, hol einen Lappen und wisch die Pfütze auf!“ Oder man könnte sagen: „Nicht schlimm, weißt du, wie du das wieder in Ordnung bringen kannst?“ Letztere Reaktion gibt dem Kind mehr Freiraum. Das Spielmaterial sollte nicht stark vorgegeben sein, sondern vielseitig verwendbar.

Wenn das Gruppenraumfenster neu als Winterlandschaft dekoriert werden soll, kann man die Kinder fragen: „Was gibt es in einer Winterlandschaft zu sehen?“ Das ist besser als eine Vorgabe, welche Kinder einen Schneemann basteln sollen, andere Schneeflocken usw. Der Tipp ist, wegzukommen von der Schablonenarbeit, stattdessen eher mit einer Wühlkiste zu arbeiten.

Marie Montag setzt bei der Kreativität der Erzieherin an und bei ihrer Lebensfreude, damit sie diese in die Kindergruppe hereintragen kann. Sie gibt Impulse für eine Teamsitzung, für jedes Teammitglied eine „Kreativ-Tüte“ mit kleinen Alltagsmaterialien zu packen und dann etwas daraus zu basteln. Der Gedanke ist, dass man Kreativität nur fördern kann, wenn man die eigene Kreativität lebt.

Der Blog der Kleinstkindererzieherin Thea handelt von einer entspannten Weihnachtsfeier, besinnlich und gemütlich, ohne viel Aufwand. Eine Eichhörnchenmassage für Eltern und Kinder wird vorgestellt.

Zwei Beiträge zeigen, wie man Kinder, auch schon Kleinstkinder, bei der Bearbeitung ihrer Gefühle unterstützen kann. Durch das Spiegeln und Benennen der Gefühle lernt das Kind mit der Zeit, seine Gefühle einzuordnen. Wenn sich die Erzieherin all ihren Gefühlen öffnet, wird sie auch Kinder gut durch verschiedene Gefühlslagen begleiten. Das A und O der Herzensbildung ist Bekanntschaft mit den eigenen Gefühlen zu machen, Schattierungen von Gefühlen zu entdecken.

Heute wieder nur gespielt?“ fragt Elke Heller. Sie setzt auf das kindliche Spiel, denn es ist und bleibt der Königsweg des Lernens in der frühen Kindheit.

In der Ideenkiste finden sich Bewegungsspiele, Backrezepte, Beschäftigungstipps im Winter und anderes mehr.

Rita Greine zeigt, dass in der Kita die von den Kindern geliebten Spiegel vielfältig eingesetzt werden können. Sie setzt auch Spiegelfolien ein.

In einem Kindergarten in Brehme ist jede Gruppe nach einem Maler benannt und ein Kunstdruck von einem seiner Gemälde hängt an der Tür. Wie sich eine Gruppe, nachdem sie einen großen Sonnenblumenstrauß bekam, mit Vincent van Gogh und nicht nur mit seinem Sonnenblumenbild beschäftigt hat, beschreibt das Kita-Team.

Eine Baustelle neben dem eigenen Haus ist eigentlich ein Ärgernis. Christina Ziehn hat eine Baustelle neben ihrer Kita konstruktiv genutzt. Die Kinder haben den Abriss eines Hauses interessiert mitverfolgt und durften Kontakt zur Baustelle aufnehmen. Sie haben sich Bauarbeiterhelme gebastelt und in der Kita ein Museum eingerichtet für Dinge, die sie auf der Baustelle (mit Erlaubnis der Bauarbeiter) gefunden haben.

Das krisengeschüttelte Griechenland ist momentan das Land der schließenden Kitas. Wo aktuell die Frühpädagogik in Griechenland steht, beschreibt Horst Küppers.

Die klein & groß enthält viele Tipps, die zu mehr Gelassenheit im Kita-Alltag führen. Wie wäre es mit einem „Freien Freitag“, den Marie Diekhof vorschlägt - ein Freitag ohne konkrete Vorbereitung und ohne Plan, dafür gut gelaunt, offen und neugierig.

Rita Greine nutzt die Weihnachtszeit, damit diesmal die Großen einen Wunschzettel schreiben können.

Über die Sicherheit beim Basteln und Werken schreibt Rechtsanwältin Judith Barth.

kinderleicht!?

Die neue kinderleicht!? behandelt Empathie als Schwerpunktthema. Wie entwickelt sich Empathie in der frühen Kindheit? Wie kann ich sie fördern? Hierüber schreibt Hartmut Kasten. Matthias Voelchert stellt Übungen im Mitgefühl für Kindergarten- und Schulkinder vor.

Herbert Renz-Polster beschreibt Natur als Entwicklungsraum zu jeder Jahreszeit.

Andrea Lang bringt Kindern die Zeiten nahe, als Oma, Opa, Uroma und Uropa noch klein waren.

Tanja von Langen beschreibt, wie die Sicherheit der Kita (Infektionsschutz, Brandschutz, Notfallmanagement, Krippenkinder und Arbeitsschutz) sinnvoll organisiert werden kann.

Corinna Weinert stellt die spezifische Situation hochbegabter Kinder dar, in einem weiteren Aufsatz die Situation hochsensibler Kinder. Im Artikel von Andrea Steinmann geht es um kindliche Scham. Insa Focken schreibt über Gefährten der Kindheit wie Teddy, Puppe und Kuscheltier. Ein Medienüberblick rundet das Heft ab.

TPS

Die Dezember-TPS beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Beobachtung und Dokumentation; wichtig einerseits, um das Kind verstehen zu lernen, mit ihm Erfahrungen zu teilen und sich darüber auszutauschen, andererseits als Selbstbeobachtung und -reflexion der pädagogischen Fachkraft. Gerd E. Schäfer schreibt über wahrnehmendes Beobachten und entwickelt seine „Pädagogik des Innehaltens“. Das Heft präsentiert verschiedene Ziele und vielfältige Formen von Entwicklungsdokumentationen. Eine Geschichte kann dabei eine Fotoserie sein oder eine Lerngeschichte.

Torsten Krey-Gerve versteht sich als Momentensammler. Er geht mit Kita-Kindern in die Natur und hält deren Erlebnisse und Erkundungen mit Kamera und Diktiergerät fest. Es entstehen Seh- und Hörgeschichten, die sehr beziehungsstiftend sind.

In einer zweijährigen Tätigkeit hat Barbara Fahle ein Team im Bereich Beobachtung und Dokumentation unterstützt und berichtet aus dieser Erfahrung. Sie hat mit den Kindern zusammen Foto-Geschichten-Bücher entwickelt und präsentiert eindrucksvolle Bilder aus dem Schaffensprozess.

Idealerweise sollen auch magische Momente, Augenblicke von einer Verbindung und Resonanz mit dem Kind, festgehalten werden. Diese Momente findet man nicht, wenn man sie sucht. Sie entstehen, wenn man ohne Absicht ist. Dies ist die Meinung von Lothar Klein.

Ein Expertengespräch hat Zweck und Ethik des Beobachtens und Dokumentierens zum Thema.

Kontinuierliche Beobachtung erfordert Zeit. Unter Erzieherinnen tut sich die Frage auf, wie das alles zu schaffen sei. Wie man sich als Kita Freiraum verschaffen kann für die Beobachtungs- und Dokumentationsarbeit, erzählt Gerlinde Ries-Schemainda. Es werden Portfolios erstellt. Die Kinder laden ihre Eltern zweimal im Jahr zu sogenannten Portfolio-Nachmittagen ein. Dabei arbeiten Kinder und Eltern zusammen an der Weiterführung des Portfolios. Ein Nebeneffekt dieser Portfolio-Arbeit ist, dass Eltern ihr Verständnis dafür erweitern, was Kinder im vorschulischen Bereich lernen.

Die Rubrik „Kinder haben das Wort“ greift das Thema „Beobachtung der Erzieherin“ aus Kindersicht auf.

Der Mentoring-Ansatz als möglicher Schlüssel zu fachlichem Erfolg und beruflicher Zufriedenheit wird vorgestellt.

In „Beschweren erwünscht“ wird die Reihe fortgesetzt, wie Kindertageseinrichtungen Beschwerdeverfahren für Kinder umsetzen können.

Es häufen sich Hinweise aus der Forschung, dass für Kleinstkinder, die länger als 30 Stunden in der Krippe betreut werden, schwerwiegende Risiken bestehen können. Hans-Jürgen Laewen referiert hierzu Studien, dass diese Krippenkinder eine erhöhte Stressbelastung aufweisen. Die gute Nachricht ist: sichere Bindungen an die Erzieherinnen können das Dilemma lösen.                                                                                                                  

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