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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften Februar 2013

Kerstin Pack

21.02.2013 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird über die neuen Ausgaben der Zeitschriften Frühe Bildung, Frühe Kindheit,  Klein & groß, TPS, Weltwissen Sachunterricht berichtet.

Frühe Bildung

Eine Besprechung des neuen Hefts finden Sie unter dem Menupunkt „Forschung“. (http://www.erzieherin.de/fruehe-bildung-heft-1-2013.php)

klein&groß

Nicht nur die „Kleinen“, auch die „Großen“ sind den Anforderungen ihrer Umwelt nicht immer gewachsen, vor allem in pädagogischen Berufen nicht. Die Autoren in dieser Ausgabe von klein&groß sind bemüht, Lösungen und Strategien zur Vermeidung von Belastungssituationen im Kita-Kontext aufzuzeigen. So gibt Ursula Steinhaeusser in einem Interview mit Kerstin Hielscher Tipps für die Balance zwischen Anforderungen und eigenen Bedürfnissen im Berufsalltag. Neben zahlreichen alltagspraktischen Anregungen zur Regeneration empfiehlt sie den pädagogischen Fachkräften die Teilnahme an Supervisionsgruppen. Arbeitgebern rät sie, ihre Mitarbeiter vor Überlastungssituationen zu bewahren.

Inwieweit die Suche eines Arbeitgebers nach einer Mitarbeiterin, die „…immer ein Lächeln im Gesicht hat.“ erfolgreich und angemessen ist, sei dahin gestellt. Dieses Zitat aus einer Stellenausschreibung hinterfragt die Erzieherin Marion Jentsch, in ihrem Artikel Gestärkt durch den Kindergartenalltag jedenfalls sehr kritisch.

Im Praxisteil wird unter anderem dokumentiert, wie sich ein einfaches Möbelstück - durch Kinderhand - in ein interessantes Kunstprojekt verwandelt. Auch für Kinder von 0-3 Jahren werden neue Anregungen zum forschenden Entdecken und kreativen Gestalten vorgestellt.

Außerdem beschäftigt sich Susanne Weyerstall intensiv mit den Startbedingungen eines neuen Teammitgliedes in der Kinderkrippe. Die stichwortartigen Tipps der Autorin zeigen ihre unmittelbare Nähe zur Praxis. Sie eignen sich als Strategiepapier zur Gestaltung der  Einarbeitungsphase ebenso gut für die/den „Neue/n“,  als auch für das „alte“ Kita-Team.

Es kann nicht häufig genug darauf hingewiesen werden: „Kinderbilder können gedeutet, sie dürfen nicht interpretiert werden!“. Armin Krenz beschreibt in seinem Artikel sechs Schwerpunktelemente und Eckwerte, die dazu beitragen können, die aktuelle Lebenswelt eines Kindes besser zu verstehen.

TPS – Theorie und Praxis der Sozialpädagogik

Fehlte es in der gegenwärtigen Debatte zur Professionalisierung von frühpädagogischen Fachkräften noch an Multiperspektivität, so schließt diese Ausgabe von TPS die Lücke.  Bernhard Eibeck beschreibt in seinem Artikel die Merkmale, Voraussetzungen und Forderungen an die Profession Erzieherin. Er macht deutlich, wie wichtig eine spezifische Ausbildung ist. Aus seiner Sicht sind Schnellkurse mit Externenprüfung - für dieses Berufsfeld - keine Lösung.

Warum die Schulung der analytischen Reflexion in der Ausbildung von frühpädagogischen Fachkräften von Bedeutung ist, wird von Iris Nentwig- Gesemann in ihrem Artikel Professionelle Refexivität dargestellt.

Karl Gebauer vertritt die Auffassung, dass die Beziehungsgestaltung zwischen Kind und Fachkraft den Kern der pädagogischen Professionalität abbildet. In dem Artikel Wissenschaft, Praxis und Professionalität macht er sich für eine intensivere Beschäftigung mit moralischen Qualitäten in Ausbildung und Praxis stark.

Auch Erika Kazemi-Veisari nimmt das Interaktionsgeschehen Erzieher-Kind ins Visier. Was sie mit „Einlassen können auf Unruhe“  meint, erläutert sie einfühlsam in dem Artikel Auszubildende im eigenen Denken herausfordern.

Die derzeitige große Verunsicherung bei Menschen, die eine Ausbildung zur pädagogischen Fachkraft anstreben wird unter anderem durch die Diskussion, die der Deutsche Qualifikationsrahmen hervorgerufen hat ausgelöst. Der grundlegenden Frage dazu: Sind Fachschul-und Hochschulausbildung gleichwertig? geht Hilde von Balluseck nach.

Die Artikel Biografiearbeit als Bestandteil von Professionalisierung  von Norbert Neuss und Julia Zeiss, Kompetenzen im Team erkennen von Sonja Alberti und Fortgebildet? Und nun? von Constanze Koslowski und Heike Seupel können kostenlos auf erzieherin.de heruntergeladen und gelesen werden. Dank dafür an Hilde von Balluseck, die als Autorin dieser Ausgabe auf ihr Honorar verzichtete.

 

Frühe Kindheit

Diese Ausgabe ist eine Dokumentation der Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind, die  im vergangenen Oktober in Berlin stattgefunden hat. Das Thema „Schwierige Kinder? – Probleme erkennen, Herausforderungen annehmen“ wird von Experten aus unterschiedlichen Disziplinen bearbeitet.

 In seiner Eröffnungsrede macht Franz Resch deutlich, dass schwierige Kinder auch Symptomträger der gesellschaftlichen Veränderungen und Anforderungen sein können.

Remo Largo fordert mehr Verständnis für die Individualität eines jeden Kindes. Seine Studien belegen die enorme Variabilität in der Entwicklung von Kindern. Insbesondere die grafischen Darstellungen seiner Ergebnisse, tragen zu einer erkenntnisleitenden Verinnerlichung seiner schon vor Jahren aufgestellten Theorien bei.

Die Autorin Sabine Andresen beschreibt, ausgehend von einer Erzählung des Kinderarztes und Pädagogen Janusz Korczak, wie ein Kind zu einem schwierigen Kind gemacht wird. Ihr Appell richtet sich an die Pädagogik: Sie soll die schwierigen Verhältnisse mit berücksichtigen, die das Verhalten von Kindern beeinflussen.

Die Ergebnisse einer epidemiologischen Studie verknüpfen die AutorInnen mit den Hinweisen darauf, welcher Aktionsradius ErzieherInnen beim Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern zur Verfügung steht. Diesen Beitrag haben wir übernommen.

Gerd Lehmkuhl beschreibt in seinem Beitrag Schwierige Kinder in Konfliktsituationen und ihre Entwicklungsperspektiven den „Circle of Disadvantage“. Einen Teufelskreis aus frühkindlichen Risiken, schwierigen sozialen Verhältnissen und belastenden Lebensereignissen, der zur Entstehung und Verstärkung von Verhaltensauffälligkeiten führt. Am Beispiel des 16jährigen Toms zeigt er auf, wie dieser Kreislauf mittels eines Kunstprojektes im Rahmen einer stationären Behandlung durchbrochen werden kann.

Der Bedarf von frühpädagogischen Fachkräften nach Information und Unterstützung im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern in der Kita ist groß. Klaus Fröhlich-Gildhoff setzt sich kritisch mit dem Mangel an evaluierten Konzepten im Feld der Früh-/Kindheitspädagogik auseinander. Seine Feststellung „Breite Praxis, wenig Empirie“ verbindet er mit der Forderung nach zusätzlichen finanziellen Ressourcen, denn „Qualität und Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif…“. (Fröhlich-Gildhoff 2012, S. 38).

Weltwissen Sachunterricht

In dieser Ausgabe beschäftigen sich die Autoren mit dem Phänomen Mensch.  Es ist spannend den eigenen Körper und seine individuellen Funktionen kennenzulernen. Am eindrucksvollsten gelingt dies in der Arbeit mit Kindern durch Selbsterfahrung oder anhand von selbstgebauten Modellen.  Es klappern die Knochen ist der Titel eines Beitrags von Tilman Dreher, der festgestellt hat, wie faszinierend das menschliche Skelett für Kinder ist. Anhand der Anleitung in diesem Heft kann ein einfaches Modell des menschlichen Gelenks auch schon von Vorschulkindern gebaut werden.

Ein ebenso großes Interesse werden Kinder an der Erforschung des Blutes zeigen.  In dem Artikel Fragen zum Blut selbst erforschen beschreiben Juliane Orsenne/Annabel Herget/Barbara Wieder ihre Auffassung von Naturwissenschaftlicher Erkenntnisgewinnung durch Modellbildung. Auch sie geben eine Vielzahl von Anregungen für die praktische Aufarbeitung. So können die kleinen Forscherteams mit den Aktionskisten „Blutbestandteile“, „Blutplasma“ oder „Blutplättchen“ eigenständig experimentieren.

Die Unterrichtseinheit Nur nicht aus der Pute kommen wird von Marc Graham/Christian Dietz/Anette Scheersoi vorgestellt. Viele dieser Anregungen für den Schulunterricht, lassen sich eins zu eins in die Forscherteams im Kindergarten übertragen. Die Anleitung zum Bau eines Lungenmodells und die anschließende Experimentierphase stellt den  Kindern auf anschauliche Art und Weise die Funktionsweise dieses wichtigen Organs vor.

Der Erwerb dieser Zeitschrift beinhaltet die Nutzung der hilfreichen Arbeitsvorlagen auf der beiliegenden CD.

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