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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften - Januar 2012

Hilde von Balluseck

19.01.2012 Kommentare (0)

Der monatlich erscheinende Blick in die Fachzeitschriften gibt einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst mittlerweile insgesamt 13 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht. Redaktionen einiger wissenschaftlicher Zeitschriften kommen wir insofern besonders entgegen, als wir auf die Abstracts wichtiger Artikel verlinken.

In unserem Bericht über die neuen Ausgaben der Zeitschriften gehen wir alphabetisch vor. Bei der Auswahl der veröffentlichten Artikel werden Themen ausgewählt, die noch nicht so häufig auf www.ErzieherIn.de vertreten sind. Auf diese Weise erhält das Portal immer wieder „Nachschub“ mit Beiträgen aus allen Bereichen, die dort vertreten sind: Pädagogische Praxis, Einrichtungsleitung, Ausbildung/Studium, Weiterbildung, Forschung, Medien, Berufs- und Kitapolitik.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich über 40.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre.

Januar 2012

Betrifft Kinder

Von dieser Zeitschrift liegen uns diesmal praktisch zwei Ausgaben vor: Heft 11 und das Beiheft Kinder in Europa. Der Leitartikel von Axel Jansa befasst sich kritisch würdigend und sehr detailliert mit dem Atelier als Bestandteil der Reggio-Pädagogik. Gerlinde Lill skizziert erneut einen Aspekt der Offenen Arbeit, nämlich die Zukunftschancen dieser Arbeitsform. Die gleiche Autorin ist aber auch – gemeinsam mit Lilian Rudolph - zu einer Glosse imstande, die wir gerne übernommen haben. Darin geht es um eine Hu-Ta, das ist eine Bildungseinrichtung für Hunde. Auch Achim Kniefels und Micha Finks Vorschau auf das Jahr 2012 ist nicht ganz ernst zu nehmen. Zurück zu den Fachbeiträgen. Ein ausführlicher Bericht von Sibylle Haas befasst sich mit Praxisfragen zur aus Neuseeland kommenden Methode der Lerngeschichten. Nancy Hoenisch beantwortet Fragen zum Begriff und Umsetzung von Literacy. Auch Donata Elschenbroich und Ute Andresen befassen sich mit der Lese- und Schreibkompetenz von Kindern. Mehrere Projektberichte zeigen, wie die Natur in die Bildungsarbeit der Kita integriert wird.

Kinder in Europa (Ausgabe 21 in Heft 11 von Betrifft Kinder) behandelt das Thema „Kompetenzen von und für Kinder, Eltern und Erzieherinnen“. Eine Vielfalt von Beiträgen beleuchten dieses komplexe Thema von verschiedenen Seiten. Zum einen geht es darum, dass und wie die Fachkräfte die Kompetenzen der Kinder fördern, zum anderen um die Einbeziehung der Eltern und zum dritten um die Bedingungen, die ErzieherInnen brauchen, um kindliche Kompetenzen fördern zu können. Dazu gibt es Berichte von belgischen, dänischen, italienischen, englischen, niederländischen, slowenischen, kroatischen Autoren und Autorinnen – wirklich beeindruckend, denn es wird jeweils Praxis und Forschung verbunden.Wir haben einen Beitrag zur Arbeit mit Eltern und einen weiteren zur Bedeutung der Kompetenzen des Teams für die Arbeit mit Kindern übernommen.

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung

Heft 4 hat den Schwerpunkt Transnationalisierungen von Jugendkulturen. Es wird „Die Hardcore-Szene als Prototyp ethisch-translokaler Vergemeinschaftung“ dargestellt, danach die Mediatisierung einer Szenepraxis am Beispiel von Indie (das ist eine Musikrichtung, die sich als independent versteht). Analysiert wird ferner die politische (Jugend-) Bewegung der Netzaktivisten und die transnationale Vernetzung juveniler Szenen.

Für die Frühpädagogik relevant sind die Freien Beiträge, zum einen die Darstellung einer Methode zur Erfassung interkultureller Kompetenzen bei Kindern und die Effekte von vorschulischen Bildungszentren in den Niederlanden (diesen Beitrag haben wir übernommen). Außerdem werden Forschungsprojekte zur sprachlichen Leistung türkischer Kinder und zur Diagnostik von Lesefähigkeiten bei Grundschulkindern vorgestellt.

Frühe Kindheit

Heft 6/11 veröffentlicht die Beiträge der Jahrestagung zur Inklusion am 21./22.10.11 in Hamburg. Die Dokumentation enthält grundsätzliche Artikel zur Inklusion (so Elisabeth Wacker, Michael Wunder, das Interview mit einer Politikerin) und spezifizierte Beiträge. So stellen Ulrich Heimlich und dann Daniela Kobel Neuhaus die Herausforderungen an die Kindertageseinrichtungen dar (den Artikel von Kobel Neuhaus haben wir übernommen), Annedore Prengel beschreibt den Übergang vom Kindergarten in die Schule und Irene Gebhardt weist auf die Anforderungen an die Kommunen hin.

Kindergarten heute

Nachhaltig handeln, auch in der Kita, ist eines der Themen des neuen Heftes. Klaus Hübner schreibt zunächst einen Artikel zur Einführung, dann einen Artikel zu Projekt- und Aktionsideen mit Kindern, in dem Hinweise für die Praxis gegeben werden. Das Portfolio (Elisabeth Schallhart und Diana Wieden-Bischof) und die Gefahren des Dokumentierens von Entwicklungssschritten (Franziska Schubert-Suffrian) stehen im Mittelpunkt von zwei Artikeln. Ein Kunstprojekt mit Draht wird vorgestellt, ebenso der spielerische Umgang mit Kosenamen und Schimpfwörtern. Im Dossier für die Arbeit mit Kindern unter drei werden mit einem fiktiven Brief die Sorgen der Mutter eines Kleinstkindes dargestellt, ein schönes Beispiel für den Perspektivwechsel, den frühpädagogische Fachkräfte immer wieder leisten müssen. Außerdem wird ein Projekt zum Malen mit dem eigenen Körper beschrieben.

Kindergarten heute. Das Leitungsheft

Unter der Rubrik Fachwissen aktuell wird im neuen Heft 1/2012 über die Frage nachgedacht, wie viel Öffnung Kinder unter 3 vertragen (Beitrag von Eva Hédervári-Heller). Michael Pfreundner beschreibt, wie ein Team aus systemischer Sicht geführt wird. Zum Handlungsfeld Sexualpädagogik meldet sich erneut Christa Wanzeck-Sielert zu Wort. Matthias Bergediek gibt einen Überblick über regelmäßig erscheinende Studien und vermittelt das Wichtigste zum Projekt Offensive Frühe Chancen des BMFSFJ. An praktischen Hinweisen zur Leitungstätigkeit bringt das Heft Beiträge zum Spielzeugtag, der in einigen Kitas abgeschafft wird, zur Einführung des Mittagessens in der Kita, was in Berlin, wo das Mittagessen ja selbstverständlich ist, schon etwas exotisch anmutet. Viva Fialka gibt Impulse zur Reflexion der eigenen Führungsrolle und Carolin Küstner schreibt zur

klein & groß

Im neuen Heft steht das Thema „Sexualziehung – ein Tabuthema?“ im Mittelpunkt. Körperfreundlichkeit von Anfang an fordert Ina-Maria Philipps. Diesen Artikel haben wir übernommen. Über kindliche Sexualität schreibt Uwe Strauß, dass die Intimsphäre auch von Kindern ge- und beachtet werden sollte, behandelt Sibylle Münnich im Gespräch mit Christine Kügerl. Melitta Walter geht auf die Bedeutung der Geschlechterpädagogik in der Kita ein. Im Ratgeber Recht wird der Umgang mit „Doktorspielen“ in der Kita behandelt.

Zu den 0-3-Jährigen gibt es einen Artikel für das Musizieren in der praktischen Arbeit und einen theoretischen Beitrag zur Intelligenzentwicklung. Weitere Ideen für die Praxis bringen ein Beitrag zu Bodenbildern, einer zu Winter-Ideen und der Erfahrungsbericht einer Psychomotorik-Gruppe. Wie Kinder für eine kompetente Mediennutzung fit gemacht werden, beschreibt Helen Knauf, Horst Küppers gibt Hinweise für die Portfolio-Arbeit. In zwei Beiträgen wird auf die Situation von Kindern in anderen Ländern eingegangen: zum einen wird das Leben von Berberkindern in Marokko geschildert, zum anderen die konduktive Erziehung für Kinder mit cerebralen Bewegungsstörungen in Budapest. Christina Zabel berichtet über ihren Karriereweg nach einem Pädagogik-Studium.

Kleinstkinder in Kita und Tagespflege

Das Fachthema des ersten Heftes in diesem Jahr ist Resilienz. Maike Rönnau-Böse und Sibylle Fischer beschreiben in zwei unterschiedlichen Beiträgen, dass der Blick auf die Schutzfaktoren des Kindes schon sehr früh einsetzen kann. Das Thema wird auch durch Bilderbuchhinweise gestützt. Cornelia Pforr analysiert anhand eines kleinen Jungen, der im Sand spielt, dessen Lern- und Entwicklungsschritte. In mehreren Artikeln werden Spielideen mit Luft und mit Bürsten beschrieben, ein weiterer gibt Anregungen zum Sichverändern und schließlich gibt es Ideen für das Füttern und Beobachten von Vögeln.

TPS

Das Thema des neuen Heftes ist Philosophieren mit Kindern. Peter Gansen weist in seinem Artikel zunächst darauf hin, wie bildungsrelevant Philosophieren auch in der Kindheit ist. Isabelle Brähler ist mit zwei Artikeln vertreten. Zum einen beschreibt sie, wie beim Philosophieren mit Kindern nach der Methode des sokratischen Gesprächs vorgegangen werden sollte. In ihrem zweiten Beitrag gibt sie Anregungen für die Integration des Philosophierens von und mit Kindern im Kita-Alltag. Diesen Artikel (Wenn kleine Leute große Fragen stellen) haben wir übernommen. Eine ähnliche Perspektive nimmt Erika Kazemi-Velsari ein, die fragt, ob und wie man Philosophie im Kita-Alltag gebrauchen kann. Die Verbindung zwischen Philosophie und Religion stellt Frieder Harz her, die Verbindung zwischen Philosophie und Pädagogik Hans-Joachim Müller. Margit Franz beschreibt, wie mit Kindern über den Tod gesprochen werden kann. Daneben gibt es Beiträge zur Kunstpädagogik und zur Biografiearbeit.

Welt des Kindes

Licht und Schatten sind das Thema des neuen Heftes. Diana Güntner macht sich dazu Gedanken im Kontext von Kulturgeschichte und Religion. Simone Schander stellt Experimente zum Thema vor, Hansueli Trüb die Möglichkeit des Schattentheaters. Ein Architekt beschreibt Lichtkonzepte vor, die beim Umbau von Kitas berücksichtigt werden können. Metaphorisch übt Frank Jansen Kritik am Schattendasein des Themas „Freistellung von Leitungskräften“ in der Kita.

Im Ratgeber Recht wird diesmal die Frage behandelt, wie sich Fachkräfte beim Verdacht auf Kindeswohlgefährdung vor Anschuldigungen von Eltern schützen können. Diesen Artikel haben wir übernommen. Erfreulich, dass auch diese Zeitschrift die Lücken des Bildungspakets erkannt hat und im Beitrag von Martina Bentenrieder scharf kritisiert.

 

 

 

 

 

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