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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften Juli 2014

Christiane Hartmann

21.07.2014 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 13 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Betrifft KINDER, Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, Frühe Bildung, frühe Kindheit, klein & groß, Musik in der Kita, TPS, Welt des Kindes.

Betrifft KINDER

In der Forscherwelt Blossin treffen sich Salman Ansari und Frauke Hildebrandt. Sie wollen voneinander lernen. Netztipps zum Nachdenken mit Kindern sind:

Norbert Huhn, Erika Berthold und Kornelia Schneider tauschen sich über Fortbildungen für Kita-ErzieherInnen aus: "Überzeugungsfachleute in der Sandwich-Position". In einem groß angelegten Aufsatz „Der Situationsansatz wird erwachsen“ trägt Jürgen Zimmer Geschichten über Kinder aus asiatischen Ländern zusammen. 

Ein weiterer Wissens-Beitrag behandelt, was uns Kinder mit ihren Bildern mitteilen. Perspektiven von Kindern und Typen von Kinderzeichnungen werden erörtert.

Dagmar Arzenbacher hat über Platzregen, Sturzregen, Wolkenbrüche und über Gewitterstimmung geschrieben. Der Kräutersteckbrief behandelt das Mädesüß, eine Arznei- und Teepflanze.

Die Glosse zieht „Deutschland im Inklusionsfieber“ durch den Kakao. Es geht auch um den neuen Erzieher in der Kita, der gefragt wird „Sind Sie der Hausmeister?“ Netztipps für Männer in Kitas finden sich unter

Astrid Gipp philosophiert seit einigen Jahren mit vier- bis sechsjährigen Kindern aus ihrer Kita. Es geht darum, ob Roboter glücklich sein können, um Freundschaft und um Gerechtigkeit. Das Philosophie-Angebot ist freiwillig und kostenlos.

Betrifft KINDER enthält mehrere Seiten Bilderbuch-Tipps.

Etwas ganz Besonderes ist die Beilage „KINDER in Europa“, die Gemeinschaftsproduktion eines Zeitschriftennetzwerks aus 14 europäischen Ländern. Die Beilage „KINDER in Europa“ gibt es seit 14 Jahren. Behandelt werden in dieser Ausgabe die EU-Richtlinie zur Betreuung, Bildung und Erziehung junger Kinder und ihre Entwicklung seit den 1990er Jahren. Das Heft liefert Fakten zur Verteilung der Kindertagsbetreuung in der EU (27 Länder).

Peter Moss schreibt über die frühkindliche Bildung und Betreuung in Europa. Ein anderer Blick auf Kinder aus Romani-Familien gelingt Mihaela Ionescu. Es geht auch darum, was man tun kann, wenn kein Kita-Platz zur Verfügung steht (Arianna Lazzari und Michel Vandenbroeck).

Die gewerkschaftliche Sicht bringt Stig Lund ein: das Personal ist wichtigster Qualitätsfaktor in der Kindertagesbetreuung. Bronwen Cohen fordert starke Führung bei einer Initiative für Kindertagesbetreuung auf EU-Ebene. Auch Lúcia Santos und Perrine Hublet kommen mit Kommentaren zu Wort. Berührend sind Zukunftsängste von griechischen Zwölfjährigen, von denen Gella Varnava-Skoura erzählt. KINDER in Europa präsentiert Zukunftsideen für die Baustelle Europa und einen Bericht über die Reggio-Pädagogik.

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung

Unter http://www.erzieherin.de/gesundheit-in-der-kindheit.php finden Sie eine kurze Besprechung.

Frühe Bildung

Eine Besprechung finden Sie hier.

frühe Kindheit

Heft 03/14 widmet sich der Sexualpädagogik (vgl. dazu auch frühere Beiträge auf www.ErzieherIn.de zur Entwicklung kindlicher Sexualität, zu Sinnlichkeit in der Pädagagogik und zu Übergriffen in pädagogischen Institutionen). Bettina Schuhrke schreibt über die psychosexuelle Entwicklung in der frühen Kindheit. Sie stellt fest, dass im Alltag von Familien und Kindertagesstätten häufig eine Sprache fehlt, mit der sexuelle Phänomene beschrieben oder mit den Kindern besprochen werden könnten. Für die frühe Kindheit wenig erforscht ist das Wissen über die Genitalien als Quelle erregender, lustvoller Gefühle. Zugenommen hat die Forschung über die Schattenseiten kindlicher Sexualität (gesteigerte Sexualität als Folge von Missbrauch bzw. problematische sexuelle Verhaltensweisen von Kindern).

Der sexuellen Bildung und ihrem gewaltpräventiven Charakter in der Kindertagesstätte widmen sich Anja Hennigsen und Mirja Beck. Ihnen ist wichtig, Kinder und Jugendliche sexuell sprachfähig zu machen. In der Kita sollte auch über Doktorspiele, Vater-Mutter-Kind-Spiele, Selbstbefriedigung und das Anfassen der Geschlechtsteile gesprochen werden. Ein „Schweigepanzer“ in der Kita ist unangebracht. Für die Elternarbeit können externe Sexualpädagoginnen oder Sexualpädagogen einbezogen werden. Auch Stefan Timmermanns liefert Argumente für eine sexualfreundliche Erziehung in Kitas. Dabei sollte eine kritische Medienerziehung nicht vergessen werden.

Mehrfach wird im Heft angesprochen, wie desaströs es ist, Sexualerziehung unter dem Vorzeichen des Missbrauchs zu sehen. Dies ist auch der Fall im Beitrag „Männer in Kitas: Zwischen Rollenvorbild und Generalverdacht“. Der Generalverdacht des potentiellen Missbrauchs wiegt schwer. Der Artikel handelt von den Strategien der Erzieher, wie sie mit diesem Verdacht umgehen.

Für unbedingt erforderlich wird ein sexualpädagogisches Konzept in Einrichtungen der Vorschulerziehung gehalten, denn sexuelle Bildung benötigt einen „roten Faden“. Beate Martin meint, dass durch die Erarbeitung eines sexualpädagogischen Konzepts die Reflexions- und Handlungskompetenz eines Teams erheblich verbessert wird.

Die bundesweite Initiative Trau dich! zur Prävention des sexuellen Kindesmissbrauchs wird von Stefanie Aman vorgestellt. Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johann-Wilhelm Rörig, schreibt über Schutzkonzepte gegen sexualisierte Gewalt und über die Kampagne „Kein Raum für Missbrauch“.

Jörg Maywald und Uwe Sielert führen ein Gespräch, in dem es um Sexualität als Bildungsgut geht. Sonja Blattmann und Karin Derks gestalten spielerische Alltagsprävention und Sexualerziehung im Kindergarten.

Die Ausbildungssituation an den (Fach-)Hochschulen im Themenbereich Sexualpädagogik, sexuelle Bildung und Schutz vor Missbrauch handelt Anja Hennigsen ab. Die Ziele, Aufgaben und Angebote für den Vorschulbereich des Instituts für Sexualpädagogik in Koblenz werden vorgestellt. Im Serviceteil geht es um die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention. Es gibt darin auch Rezensionen, Meldungen und einen Veranstaltungskalender.

klein & groß

In diesem Heft wird schwerpunktmäßig das Thema „Konzeption“ erörtert: Das sind wir! Leitlinien entwickeln, umsetzen & präsentieren. Eine gute Konzeption entsteht nicht am grünen Tisch, sondern es wird das ganze Team daran beteiligt. Eine Checkliste wird bereit gestellt, wie die Aufgaben der konzeptionellen Arbeit im Team verteilt werden können. Es gibt einen Leitfaden zur Konzeptionsentwicklung. Bei der Erstellung einer individuellen pädagogischen Konzeption ist auch das Träumen erlaubt. Schließlich soll die Kita-Konzeption gelebt und weiterentwickelt werden. Neue ErzieherInnen können eine Patin, einen Paten bekommen, die/der hilft, sich in die Konzeption einzuarbeiten.

Ein „Muss“ ist heute für jede Kita eine eigene Homepage. Häufig präsentieren Kitas nur eine einfache Visitenkarte im Internet. Wie man die eigene Homepage ansprechend und gepflegt gestalten kann, wird ausführlich beschrieben.

Am Schwerpunktthema haben Anna Bachem, Sibylle Münnich, Heike Heilmann, Carola Kammerlander, Eike Ostendorf-Servissoglou, Ulrike Lindner und Kerstin Zipfel gearbeitet.

Tea erzählt in ihrem Blog, wie sie den Praktikanten Jens (8. Klasse, Boy´s Day) in den Krippenalltag eingeführt hat. Handreichungen und Vereinbarungen für PraktikantInnen lassen sich downloaden unter www.kleinundgross.de/kug20140726.

Die Bedeutung des Trockenwerdens bei den Krippenkindern wird von Mirjam Prüver erörtert. Es gibt auch eine wunderbare Anleitung zur Planung und Vorbereitung eines Sommerfestes.

„Kann ein Würfel rollen?“ fragt Stefan Köhler. Er vermittelt Ideen, wie Kinder mathematische Grunderfahrungen spielerisch und tänzerisch sammeln können.

Das Heft enthält eine Anleitung für ein ca. 45minütiges Kinderyoga, welches die kindliche Konzentrationsfähigkeit erweitert. Das Kinderyoga wird mit einem „Gruß an die Erde“ und einem Begrüßungslied begonnen und ist in die Yoga-Geschichte „Yoginchen im Zoo“ eingebunden.

In der Ideenkiste gibt es ein Puzzle von möglichst leicht unterscheidbaren Obstbäumen, auf denen die Früchte erkennbar sind. Es wird eine Murmelbahn aus Rindenstücken gebaut und Wald- und Wiesenfeen werden gestaltet. Wenn sie fertig sind, können die Kinder mit ihnen einen Feentanz einüben.

Die Rubrik von Horst Küppers über Frühpädagogik in anderen Ländern führt diesmal in den Senegal.

Rita Greine zeigt, wie man das Interesse für Bilderbücher wecken und verstärken kann. Man stellt die Bilderbücher nach dem Vorlesen nicht zurück in das Regal, sondern baut einen Erzähltisch auf. Das ist einladender. Der Leseplatz sollte ein Schild haben „Bitte nicht stören, wir lesen“. Man kann auch ein Bilderbuch auf Wanderschaft in die Familien der Kinder geben. Wenn das Buch in einer Familie oft genug gelesen wurde, wird es weiter gegeben. Damit man weiß, wer das Buch schon gelesen hat, wird eine Liste mit den Namen aller beteiligten Familien eingeklebt (zum Ankreuzen, wer das Buch schon gehabt hat). Das Vorhaben wird den Eltern mit einem Elternbrief angekündigt.

Über kleine Forscherinnen und Forscher im Kindergarten schreiben Patrizia Bartl und Christoph Ramesham, denn durch eine kindgerechte Behandlung naturwissenschaftlicher Phänomene schon in jungem Alter kann ein Fundament für wertvolles Basiswissen gelegt werden. Es geht darum, Kinderfragen nachzugehen und ihnen im Warum-Fragealter durchaus die Chance zu geben, selbst Antworten zu suchen. Dafür fragt man z.B.: „Was denkst du, warum das so ist?“

Erzieherinnen und Erzieher sind diejenigen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen, aber sie genießen noch zu wenig Wertschätzung. Claudia Büttner schreibt darüber in Wir sind immer noch die Spieltanten!?

Die Kitarechtler behandeln die Fragen „Arztbesuch der Erzieher während der Arbeitszeit“ und „Eltern in Scheidung – wer darf abholen?“

Musik in der Kita

Musik in der Kita ist ein Praxismagazin aus dem Lugert-Verlag für die wichtigen Jahre von 2-6. Nun liegt die 2. Ausgabe vor. Ziel sind praxistaugliche Beiträge, die ErzieherInnen in ihrer täglichen Arbeit mit den Kindern unterstützen. Sabine Hirler schreibt über die Liedvermittlung als einem ganzheitlichen Aneignungsprozess. Gestaltungsmöglichkeiten sind:

• „Zum Beispiel achnell, langsam, laut und leise singen
• Gereimte Strophenendungen werden weggelassen und die Kinder ergänzen sie.
• Die pädagogische Fachkraft macht beim Singen eine beliebige Pause; die   Kinder singen das Lied alleine weiter.
• Stummes inneres Singen, bei dem die Gesten die Inhalte des Liedes darstellen.
• Die Melodie des Liedes wird mit Nonsens-Sprache oder mit Tierlauten gesungen.
• Instrumente oder Materialien werden dazu eingesetzt.“

Bei der Stiftung Hören kann kostenlos ein Singtagebuch für Kinder im Alter von 5-7 Jahren bestellt werden.

Sabine Hirler stellt ihr Lied „Gefährliches Dschungelleben“ vor. Ein Aufräumlied für Kinder von 2-10 haben Elke Gulden, Bettina Scheer und Ralf Kiwitt geschrieben. Die Lieddauer orientiert sich an der Größe des Durcheinanders.

Wilma Osuji lehrt das Erzählen von Klanggeschichten. Für die Geschichte Ali Baba und die Räuberhöhle (4-8 Jahre) braucht man Klanghölzer, Kastagnetten, Holzblocktrommel, Glockenspiel, Xylophon und Waldteufel. Die Klanggeschichte dauert eine Viertelstunde. Mit ihr wird der Gemeinschaftssinn trainiert, denn wer Klanggeschichten erzählt, kooperiert. Bevor die eigentliche Geschichte einsetzt, werden die Instrumente ausprobiert. Hierfür wird die Methode „Instrumentenkarussell“ vorgeschlagen. Für Kinder unter 3 ist eine Regengeschichte mit Handtrommeln dabei.

Die Lieder im Heft sind übersichtlich strukturiert nach Altersangabe, Material, Lernbereich, Zeitaufwand und Vorbereitungszeit. Text und Noten werden zur Verfügung gestellt. Mit dem Heft kann eine Audio-CD erworben werden.

• Tanz der Blumenkinder (ab 2)
• Elf-Freunder-Rap – ein Fußballlied zur WM (ab 3)
• Augen, Nase, Ohren, Sinne ganzheitlich erfahren (unter 3 Jahre)
• Feine Handspiele für kinder (unter 3 Jahre)
• Ich male jetzt in deine Hand
• Zwei Socken außer Rand und Band (musikalische Bewegungsgeschichte für   3-10 Jahre)
• Reise ins Land aus 1001 Nacht (ab 3 Jahre)
• Rhythmusspiele mit Gymnastikstöcken und Stäben (ab 3 Jahre)
• Klopfmassage
• Spüren ohne zu berühren
• Schreitspiel
• Rhythmusstockspiele mit Wörtern und Reimen
• traditionelle Kinderlieder (Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad, Der Kuckuck und der Esel)

 

TPS

TPS hat als Schwerpunktthema den Kinderschutz. Jörg Maywald trägt eine kurze Geschichte der Kinderrechte bei und macht deutlich: „Kinderrechte gelten weltweit für alle Kinder in gleicher Weise“. Er bezeichnet die Kindertageseinrichtung als „Kinderstube der Demokratie“. Hier wird demokratisches Verhalten eingeübt; ErzieherInnen sollten dafür Vorbild sein.

„Demokratiebildung ist Qualitätsentwicklung“, ergänzen Christiane Bartosch, Elena Grieper, Ulrich Bartosch und Raingard Knauer diese Thesen. Sie beschäftigen sich in einem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungprojekt mit den Rahmenbedingungen, die in der pädagogischen Arbeit nötig sind, um Kindern die Grundlagen des demokratischen Miteinanders und der gleichberechtigten Teilhabe zu vermitteln.

Sabine Herrenbrück und Petra Knötzele , die bei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau für die Umsetzung des Kinderschutzes in allen Kitas zuständig sind, formulieren Strukturen für den Kinderschutz, in denen auch der interne Kinderschutzfall mitgedacht wird. Wichtig ist, gut mit Beschwerden der Eltern umzugehen und sie angemessen zu behandeln.

Der Unabhängige Beauftragte zur Aufklärung Sexuellen Missbrauchs an Kindern und Jugendlichen, Johannes-Wilhelm Rörig, stellte durch ein Monitoring fest: „Im Bereich der Kitas haben bereits 64 % der befragten Kitas Präventionsaktivitäten unternommen. 58% von ihnen haben bereits einen Verhaltenskodex. Fortbildungen hatten bereits 63% angeboten, 62% verfügen über einen Handlungsplan im Verdachtsfall, 55% hatten Ansprechpersonen zum Thema für Beschäftigte und 44% Ansprechpersonen für die Eltern und Kinder. Aber in nur 22% der befragten Einrichtungen wurden die spezifischen Risiken, die Schwachstellen analysiert.“ Weitere Informationen des Unabhängigen Beauftragten erhält man unter Tel. 0800-22 55 530 (kostenfrei und anonym),

 

Hortkinder kommen zu Wort und sprechen über Schutz und Beschützen. Die Entwicklungswerkstatt Ethikkodex wird von Kirsten Hanschen vorgestellt. Ziel ist Prävention statt Intervention. Das Bundeskinderschutzgesetz muss in der Kitapraxis beachtet werden. Marion Hundt weist auf rechtliche Neuerungen hin. TPS setzt sich auseinander mit Fehlverhalten durch die Erzieherin (Birgit Lattschar in Mama, die Erzieherin hat mich gehauen), mit sexuellen Übergriffen unter Kindern und mit der KiWo-Skala, einem Instrument für Krippe und Kindergarten zur Einschätzung von Kindeswohlgefährdung. Letztere ist zur Beurteilung einer unmittelbaren Gefährdung von Kita-Kindern geeignet. Eine KiWo-Skala für Schulkinder ist in Vorbereitung. Joachim Bensch und Gabriele Haug-Schnabel weisen darauf hin, dass der Projektbericht und die Materialien zur KiWo-Skala Kita als Download zur Verfügung stehen: www.kvjs.de/nc/jugend/kinderschutz/kiwo-skala-kinderschutz-in-tageseinrichtungen.html und www.verhaltensbiologie.com/forschen/einschaetzskala/

Auch wird Einblick in die Binnenperspektive einer insoweit erfahrenen Fachkraft gewährt. Um den Schutz von Kindern in frühen Lebensphasen geht es im Aufsatz von Birgit Riedel und Alexandra Sann. Die Autorinnen führen Kooperationsmöglichkeiten an, die dem Kinderschutz dienlich sind: Familienhebammen in den Frühen Hilfen, die Erziehungsberatung , die Familienbildung sowie Eltern-Kind-Gruppen.

Wie man mit Hortkindern über Sterben und Tod philosophieren kann, beschreiben Katrin Alt und Julia Kupfer. Tanja Betz ist Bildungs-, Kindheits- und Ungleichheitsforscherin. Sie hat ein Interview über ihre Forschungen gegeben.

Welt des Kindes

Sehr sensibel und engagiert setzt sich die neue Ausgabe schwerpunktmäßig mit dem Flüchtlingsthema auseinander, gibt es doch auch Kinder mit Fluchtgeschichte zunehmend in den Kitas. Die Caritas-Jahreskampagne wird vorgestellt: „Globale Nachbarn. Weit weg ist näher, als du denkst“. Caritas-Präsident Peter Neher ruft auf zu solidarischem Handeln. Die Caritas-Kampagne findet man im internet unter www.globale-nachbarn.de.

Bischof Norbert Trelle appelliert, uns für Kinder ohne legalen Aufenthaltsstatus einzusetzen. Schließlich sind seit knapp zwei Jahren die sogenannten „ausländerrechtlichen Übermittlungspflichten“ aufgehoben. Das praktische Hindernis ist oftmals die Finanzierung des Kitaplatzes. Der Bischof wirbt dafür, den Kindern eine Chance zu geben und großzügige, kreative Lösungen zu finden. Der Sozialarbeiter Martin Strätling erläutert, was es für eine Kita bedeutet, Kinder mit Fluchtgeschichte aufzunehmen. Man muss sich eventuell mit dem Posttraumatischen Belastungssyndrom auseinandersetzen und sollte dessen Auswirkungen gegebenenfalls erkennen können. Es ist aber nicht nötig, die Sprache der Herkunftsfamilie zu lernen.

Gerlinde Ries-Schemainda berichtet, wie es in ihrer Gemeinde durch gemeinsames Engagement gelungen ist, einem Roma-Jungen den Kitabesuch zu ermöglichen. Frank Jansen, der Geschäftsführer des Verbandes katholischer Tageseinrichtungen für Kinder, sieht katholische Kitas in der Pflicht, Flüchtlingskinder aus der Isolation der Gemeinschaftsunterkünfte herauszuholen, denn: „Kinderrechte sind die Rechte aller Kinder!“

Der Ratgeber Recht behandelt Fragen zur Aufsichtspflicht. Welt des Kindes veröffentlicht eine Serie zur Kita-Leitungstätigkeit. In dieser Ausgabe stellt Monika Kleine-Kuhlmann ein Personalentwicklungsprojekt zur Qualifizierung von Kita-Leitungskräften vor.

Über erste Erkenntnisse des Projekts „Religionspädagogik im Elementarbereich“ (RPE) der Katholischen Hochschule NRW berichtet Viola M. Fromme-Seifert.

Die freie Künstlerin Simone Schander hat nach dem Bilderbuch „Tico und die goldenen Flügel“ von Leo Lionni ein Theaterprojekt mit zwei- bis sechsjährigen Kindern entwickelt.

Für die professionelle Organisation und Bearbeitung von Beschwerden in der Kita wirbt Matthias Hugoth.

Fachbücher, Kindermedien und ein Gespräch mit der Bestsellerautorin Cornelia Funke („Tintenwelt“) runden das Heft ab.

Am Beispiel einer Kita in Jerusalem zeigt Christoph Knoblauch die Bedeutung interreligiöser Bildung als Herausforderung für eine inklusive Pädagogik. Der Tod eines Tieres, wie klein auch immer, ist für Kinder ein Einschnitt. Maren Bonacker schreibt über „die schönste Beerdigung der Welt“.

Die Beilage zur Welt des Kindes enthält Spiele, Anregungen und Impulse, wie sich die Themen der diesjährigen Caritas-Jahreskampagner „Weit weg ist näher, als du denkst“ in der Kita umsetzen lassen. Die Materialien wurden von Anna-Lisa Begoug zusammengestellt.

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