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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften Juni/Juli 2012

Hilde von Balluseck

05.07.2012 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt bis zu zwölfmal jährlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich über 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird über die Zeitschriften Betrifft Kinder, DJI Impulse, Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, Frühe Kindheit, klein & groß, TPS,berichtet.

Betrifft Kinder

In Heft 6 wird über ein Projekt berichtet, in dem Kinder ihre Stadt ko-konstruieren. Cora Eichele aus dem Freiburger Haus für Kinder hat mit den Kindern ein Labyrinth konstruiert, Brigitte Rametsteiner berichtet über den Fortgang des Projekts Steine, Sand und Erde. Auch Herbert Österrreicher befasst sich mit Steinen, diesmal mit Granit. Kinder einer Kita in Neunkirchen überraschen Erzieherinnen mit ihrer Projektauswahl – sie interessierten sich für Glocken in der nahen Pfarrkirche. Erneut wird über einen Musikkindergarten in Hamburg berichtet, diesmal über eine Fortbildung der ErzieherInnen. Ein Gespräch informiert über die Möglichkeiten vielsprachiger Bilderbücher. Die Glosse von Achim Kniefel macht sich diesmal lustig über bestimmte Partizipationsvorstellungen.

Diskurs Kindheits- und  Jugendforschung

Das neue Heft hat den Schwerpunkt Mentoring – ein Thema, das in der Frühpädagogik noch gar nicht diskutiert wird. Der erste Artikel gibt eine allgemeine Einführung, der zweite informiert über Mentoring in der Schule. Interessant dabei ist, dass es hier um das Mentoring von Lehrkräften geht wie auch um das von Kindern. Was früher als Schwäche galt, nämlich jemanden zur Unterstützung zu brauchen, der eine Lehrerin beim Berufsanfang freundlich begleitet oder einen Schüler liebevoll fördert, das, so die heutige Erkenntnis, setzt sich nun als wichtige Fördermaßnahme für Erwachsene und Kinder bzw. Jugendliche durch, auch für die berufliche Ausbildung. Neben der Förderung leistungsschwacher SchülerInnen macht man sich auch Gedanken über ein Mentoring leistungsstarker SchülerInnen (Artikel von Robert Grassinger), um ihre Expertise zu steigern. Schließlich wird die Förderung von Soft Skills durch Mentoring von SchülerInnen in den Blick genommen (Artikel von Carsten Rohlfs).

Bei den freien Beiträgen wird über empirische Ergebnisse zum verfügbaren Geld von Jugendlichen berichtet. David Gerlach fragt provokativ: Warum unsere Schulen lernschwache Schüler/innen nicht fördern können oder etwas doch?

Wir haben aus diesem Heft den Beitrag mehrerer AutorInnen zur evidenzbasierten Leseförderung in der Grundschule übernommen.

DJI Impulse

Das Thema des Heftes ist „Kinderbetreuung – Ausbau, Qualität und Herausforderungen der Früherziehung. Zum Stand des Ausbaus der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige berichten Katrin Hüsken und Birgit Riedel. Den drohenden Personal-Engpass spricht der Artikel von Matthias Schilling und Thomas Rauschenbach an. Thomas Meysen geht auf die voraussichtliche Differenz zwischen dem Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz und den Mangel an Plätzen ein, Christian Alt auf die unterschiedliche Inanspruchnahme von Kita-Plätzen. Weitere Artikel beschreiben Erfordernisse der Qualifizierung, die Bedeutung der Fachkraft im frükindlichen Bildungsprozess, das Niveau der Kinderbetreuung und Effekte der Früh-Erziehung. Sigrid Ebert geht auf die Entwicklung des Berufsfeldes ein. Zwei Artikel befassen sich mit den Eltern, der eine mit den Auswirkungen ihrer beruflich erzwungenen Mobilität, der zweite mit der Evaluation des Programms „Elternchance ist Kinderchance“. Den Beitrag über die Qualität im Kindergarten haben wir übernommen.

Frühe Kindheit

Eine Sonderausgabe der Zeitschrift befasst sich mit dem Thema Frühe Hilfen – Gesundes Aufwachsen ermöglichen. Diesem Thema wird nun wirklich in all seinen Facetten große Aufmerksamkeit zuteil – und das ist gut so.

Zunächst wird erklärt, was unter dem Begriff Frühe Hilfen zu verstehen ist und wie das Nationale Zentrum Frühe Hilfen den Begriff definiert. Was junge Familien brauchen, wie Frühe Hilfen zur Förderung und Bildung von Kindern beitragen, welche Investition Frühe Hilfen für die Zukunft und was sie für den Kinderschutz leisten und welche Bedeutung Frühe Hilfen für Väter haben, wird ausführlich dargestellt, ebenso wie ihre Bedeutung für Eltern mit Migrationshintergrund und für Kommunen. Ein Interview mit den Professoren Reinhart Wolff und Reinhold Schone geht nochmal gesondert auf den Kinderschutz ein, Dieses Interview haben wir übernommen. Es folgt der Blick auf die einzelnen Akteure bzw. Institutionen.  Die Rolle der Schwangerschaftsberatung, der Hebammen, der Kinder- und Jugendärzte, der Kinder- und Jugendhilfe, der Interdisziplinären Frühförderung.und der Erziehungsberatung wie auch der Familienbildung wird ausführlich dargestellt. Ein Heft mit besonders hohem Informationswert.

Heft 3 hat das Thema Bewegung und Sport. Der Beitrag von Heinz Krombholz zeigt auf, wie spät die Bedeutung der Motorik für Kleinkinder erkannt wurde und wie verflochten kognitive, emotionale und motorischer Entwicklung dabei sind. Weitere Artikel befassen sich mit der Bewegungsförderung in den ersten Lebensjahren, mit dem Zusammenhang von Bewegung und sprachlichen Kompetenzen, mit der Bedeutung von Räumen für die Bewegungsförderung. Wie speziell die Bewegungsangebote für Krippenkinder aussehen können, beschreibt der Beitrag von Andrea von Gosen. Auch Projekte wie  „gute, gesunde Kita“,  das Kinderturnen und der Zirkus CABUWAZI werden in ihrer Bedeutung für die Bewegungsförderung dargestellt. Das Interview mit Holger Hofmann mit dem beunruhigenden Titel „Eine Generation von Stubenhockern wächst heran“ haben wir übernommen.

Klein & groß

Thema von Heft 6 ist die Achtsamkeit. Mehrere Artikel beschreiben die Möglichkeiten von Achtsamkeit mit sich selbst, mit KollegInnen,  mit den Kindern und dann noch speziell mit Kleinstkindern. Den Artikel „Achtsamkeit im Team“ von Christine Lutz haben wir übernommen. Die 0-3-jährigen sind auch das Thema des Artikels über Spiele zur taktilen Wahrnehmung. Bewegung wird zum einen im Hinblick auf die Kinder, dann aber auch auf die Verkehrserziehung thematisiert. Eine Ideenkiste gibt Anregungen für Spiele und Experimente im Sommer. Der Blick nach New York zeigt andere als bei uns geforderte Entwicklungen der Frühpädagogik auf. Dass Musik auch da für Verständigung sorgen kann, wo es Sprachbarrieren gibt, zeigt der Artikel von Reiner Haus. Ein weiterer Artikel beschreibt, wie der Abschied der Kita von den künftigen Schulkindern gestaltet werden kann.

Heft 07/08 behandelt das Thema „Erlebnisraum Natur - Ganzheitliche Erfahrungen fördern und begleiten“. Der Einführungsartikel von Margit Kopf stellt die Frage, wie viel Natur die Naturpädagogik braucht, denn häufig sind städtische Kitas fern jeder Natur. Für Tierhaltung in der Kita plädiert der Beitrag von Michael Godau, den wir übernommen haben. Wie Sprachförderung im Naturraum passieren kann und wie Kinder in und von der Natur lernen beschreiben weitere Artikel. Im Bereich Praxis werden u.a. ein Kunst-Experiment für Windel-Kinder und die kreativen Möglichkeiten von Wäscheklammern dargestellt. Wie Gedichte von Eichendorff, Rilke und Brecht bei Kindergartenkindern ankommen, beschreibt Julia Knopf. Der Blick über die Grenze geht diesmal zu Roma-Kindern in Mazedonien, und der Autor Horst Küppers erspart uns nicht das Befremden und die Trauer über das Schicksal dieser Kinder. Schließlich noch ein Beitrag über ein Projekt für angehende ErzieherInnen, das ihr Körpergefühl in den Mittelpunkt stellt.

TPS

Thema des vierten Heftes ist schlicht und einfach Glück. Eingeleitet wird das Thema mit einem kleinen Artkel von Paul Watzlawick, der so wunderbar unsere Fähigkeit, unglücklich zu sein, beschrieben hat. Es folgen Äußerungen von Kindern über das Glück, bis dann verschiedene Aspekte erörtert werden, so die religionspädagogische Perspektive, das Glück des Lesens, wie aus einem Verlusterlebnis eine beglückende Erfahrung entsteht, über den Zusammenhang von Hilfsbereitschaft und Glück und der Blick einer Misanthropin auf das Glück. Dass Glück als Schulfach diskutiert wird, wie Kinder das Glück suchen und wie eine Pädagogik des Glücks aussehen kann oder auch nicht, sind weitere Themen. Wir haben den Beitrag von Robert Trippel zur Frage übernommen, ob behinderte Kinder glücklich sein können.

Das fünfte Heft in diesem Jahr widmet sich dem Thema „Sammeln, Ordnen, Begreifen“. Gregory Bateson ist mit einem Interview mit seiner Tochter vertreten, der er erklären musste, warum die Sachen durcheinander kommen. Roland Karl Metzger widmet sich dem Thema aus anthropologischer Sicht, Tassilo Knauf und Corinna Heyd betonen die Bildungsfunktionen des Sammelns. Donata Elschenbroich beschreibt die Funktion einer Vitrine für Alltagsgegenstände, Uschi Jakobi und Gabriele Kusenberg die der persönlichen Aufbewahrungsplätze für Kinder, Rosy Henneberg die Schachtelsammlung. Auch das Sammeln und Sortieren von Krippenkindern wird thematisiert. Der Freinet- und der Reggio-Pädagogik und ihren Vorstellungen zum Ordnen und Sammeln sind zwei Artikel gewidmet. Lothar Klein schließlich thematisiert die Ordnung in der Kita-Gemeinschaft und ein weiterer Artikel spricht das Aufräumen in der Kita an. Diesen haben wir übernommen.

 

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