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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften März 2012

Hilde von Balluseck

22.03.2012 Kommentare (0)

Der monatlich erscheinende Blick in die Fachzeitschriften gibt einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht. Redaktionen einiger wissenschaftlicher Zeitschriften kommen wir insofern besonders entgegen, als wir auf die Abstracts wichtiger Artikel verlinken.

In unserem Bericht über die neuen Ausgaben der Zeitschriften gehen wir alphabetisch vor. Bei der Auswahl der veröffentlichten Artikel werden Themen ausgewählt, die noch nicht so häufig auf www.ErzieherIn.de vertreten sind. Auf diese Weise erhält das Portal immer wieder „Nachschub“ mit Beiträgen aus allen Bereichen, die dort vertreten sind: Pädagogische Praxis, Einrichtungsleitung, Ausbildung/Studium, Weiterbildung, Forschung, Medien, Berufs- und Kitapolitik.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich über 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre.

März 2012

Betrifft Kinder

„Die Baupiloten oder Geschichten für Häuser erfinden“ ist die „Hauptsache“ in Heft 01-02. Dabei geht es um Architekturkonzepte, die Partizipation ermöglichen (Beitrag von Erika Berthold) und die Fortsetzung des Berichts von Axel Jansa über den Rahmen der Reggio-Atelierarbeit. In der Rubrik „Wissen“ wird in einem Interview mit Norbert Hocke die Frage erörtert, ob eine gute Bindung mit unter dreijährigen Kindern bei einer Gruppe von acht, neun Kindern überhaupt möglich ist. Dieses Thema wird nochmals vertieft von Barbara Leitner („Verbindliche Kommunikation mit den Jüngsten“). Diese Beiträge haben wir übernommen. In der Rubrik Werkstatt werden Projekte und das Spielbilderbuch vorgestellt. Außerdem wird gezeigt, wie viele Funktionen ein Eimer für Kinder hat. Zwei Glossen amüsieren die LeserInnen. Die eine über die Schwerpunktthemen der Jahreszeitenpädagogik, die andere über den Begriff Zielvereinbarungen.

Heft 3 benennt als Hauptsache „Mehr Wildnis wagen – Gärten für Kinder“. Im gleichnamigen Leitartikel von Udo Lange und Thomas Stadelmann werden Kriterien für die Außenspielflächen von Kitas zur Diskussion gestellt. Die Forderung nach naturbelassenen Flächen kann man gut nachvollziehen. Eine weitere Hauptsache ist der Besuch im Musikkindergarten in Hamburg (Learning by doing), in dem Musik für Kinder und Fachkräfte eine besondere Bedeutung hat und mit der Offenen Arbeit verknüpft wird. In einem weiteren künstlerischen Projekt wird über die Einbeziehung des Tanzens in einem Kinderhaus berichtet. In der Rubrik Wissen gibt es zwei Artikel von Salman Ansari, von dem auch wir schon einen Beitrag übernommen hatten. In beiden Artikeln beschreibt der Autor, wie im Rahmen der naturwissenschaftlichen Bildung an der Kreativität der Kinder angeknüpft wird und wie vorbildlich dies in den Kitas der Stadt Offenbach realisiert wird. Aber auch andere Kitas setzen an der kindlichen Kreativität an, wie der Beitrag über das Projekt Schimmel und Bakterien von Erika Berthold zeigt. Herbert Österreicher stellt die Hauptgesteinsgruppen vor und beschreibt, was Kinder daran interessieren könnte.

Betrifft Kinder zeichnet sich dadurch aus, dass der Bierernst der Frühpädagogik manchmal durchbrochen wird. Dieses Mal durch eine witzige, aber auch ernsthafte Reflexion von Gerlinde Lill über das Lob. Herzlich lachen musste ich bei der Glosse von Michael Fink zu den kleinen Forschern, die wir übernommen haben.

Frühe Kindheit

Heft 1/2012 befasst sich mit dem Thema Kinder und Tod. Dabei werden sehr unterschiedliche Aspekte angesprochen. Gertrude Bogyi schreibt über die Angst der Erwachsenen vor dem Tod und das dadurch entstehende „Totschweigen des Todes“. Als Psychologin und Psychotherapeutin gibt sie Hinweise, wie die Erwachsenen besser mit dem Thema umgehen lernen können. Auch Oliver Junker geht aus der Perspektive des Trauerbegleiters das Thema grundsätzlich an. Eine Reihe von Artikeln thematisiert den Umgang mit Sterben und Tod bei unterschiedlichen Anlässen und in unterschiedlichen Kontexten. So konzentriert sich Miriam Haagen in ihrem Beitrag auf den Verlust eines Elternteils durch Tod. Die Arbeit mit todkranken Kindern in Kinderhospizen ist Thema in zwei Artikeln und einem Interview. Speziell für frühpädagogische Fachkräfte interessant ist der Artikel von Matthias Hugoth, der unter dem Titel „Wie ist es, wenn man stirbt?“ beschreibt, „Was Erzieher(innen) für die Behandlung der Themen ‚Sterben’ und ‚Tod’ in Kindertageseinrichtungen wissen sollten“. Diesen Beitrag haben wir übernommen.

Im Praxisteil des Heftes werden zwei Einrichtungen vorgestellt, in denen Kinder, die mit dem Tod konfrontiert sind, unterstützt werden: ein Kinderhospiz und ein Zentrum für trauernde Kinder. Literaturhinweise und eine Unterrichtseinheit runden das Heft ab.

TPS – Leben, Lernen und Arbeiten in der Kita

Heft 2 widmet sich dem Thema der Kindergruppe. Eingeleitet wird das Heft mit einer Befragung von Hortkindern zum Thema. Die Kinder sagen, was das Wort Gruppe für sie bedeutet, wie sie in eine Gruppe hineingekommen sind, wie sie sich in der Gruppe fühlen. Analytisch behandeln mehrere Beiträge das Thema. Holger Brandes fordert, selbstorganisierten Gruppen einen Raum zu geben und sieht die Kindergruppe als Lernort. Diesen Beitrag haben wir übernommen. Petra Schneider-Andrich beschreibt die Bedeutung der Gleichaltrigen für Kleinkinder in der Krippe, Melitta Walter die unterschiedlichen Reaktionen und Erwartungen von Mädchen und Jungen in gemischtgeschlechtlichen Kindergruppen. Wie die Kindergruppe mit neuen Kindern umgehen kann und sollte, stellt Martina Hardenberg dar. Urte Finger-Trescher analysiert die verschiedenen Ebenen des Gruppenprozesses unter Einbeziehung der Leitung. Dass Kinder in ihrer Gruppe auch Verantwortung übernehmen können, vermittelt der Artikel von Donata Hupfer und Christa Roser mit. Auch auf Gruppen mit erweiterter Altersmischung wird eingegangen und auf die Frage, wie Kinder sich in Andere einfühlen können. Gruppengrößen werden von mehreren AutorInnen unter unterschiedlichen Aspekten unter die Lupe genommen.

Welt des Kindes

40 Jahre Situationsansatz ist das Thema von Heft 2. Über die Erfindung des Situationsansatzes berichtet Jürgen Zimmer in einem historischen Rückblick. Christa Preissing beschreibt, was eigentlich eine Schlüsselsituation im Situationsansatz darstellt und Rita Haberkorn stellt eine Verbindung zwischen Situationsansatz und Bildungsplänen her. Diesen Beitrag haben wir übernommen. Außerdem wird der Situationsansatz in der Praxis beschrieben („Ich krieg den Joghurt in die Schüssel“) und Frank Jansen bricht noch eine Lanze für den Situationsansatz, der ja auch viel Kritik ausgesetzt war. Im Ratgeber Recht wird die Verpflichtung Alleinerziehender zur Vollzeitbeschäftigung thematisiert, in der Rubrik Werkstatt das demokratische Handeln in einem Kinderrat.

In der Serie zum hundertjährigen Jubiläum des Verbandes Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder gibt Thomas Schnabel eine recht verharmlosende Geschichte der katholischen Kindergärten während des Nationalsozialismus. Es wird zwar erwähnt, dass – im Verhältnis zur Gesamtzahl der Katholiken – ein kleiner Teil von Katholiken/-innen Leib und Leben risikierten, um sich der Menschenverachtung des Systems entgegenzustellen. Es fehlen jedoch Hinweise auf das Versagen der katholischen Amtskirche.

 

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