ErzieherIn.de
Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften März 2015

Christiane Hartmann

20.03.2015 Kommentare (0)

Inhalt
  1. Überblick
  2. Leben in der Hölle. Wenn der Kinderschutz versagt
  3. Internationale Forschung
  4. Kinder reden mit. Wie Partizipation gelingt
  5. Ernährung und Bewegung
  6. Zeit für mehr Sprachförderung in Kitas
  7. Zusammen arbeiten. Kita & Kindertagespflege
  8. Musik kann Inklusion - Musik mit allen und für alle

Überblick

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 15 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 86.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Betrifft KINDER, Early Years, frühe Kindheit, Meine Kita, Musik, Spiel und Tanz mit Kindern von 0-6, TPS und Welt des Kindes.

Leben in der Hölle. Wenn der Kinderschutz versagt

Betrifft Kinder behandelt in der Hauptsache den Kinderschutz in Kindertageseinrichtungen zwischen gesetzlichem Auftrag und der Praxis. Jenny Troalic und Hans Leitner informieren über einen kompetenten und rechtlich abgesicherten Umgang mit dem Thema Kinderschutz. Über das Leben in der Hölle, wenn der Kinderschutz versagt, schreibt Charly Kowalczyk. Die Hölle war eine Inzestfamilie, bei der das Jugendamt neun Jahre lang die Augen zugemacht hat. 

Um Wut, ein ungeliebtes aggressives Gefühl, geht es in Barbara Leitners Artikel. Darin wird nach Marshall Rosenberg gelehrt, das Gefühl von Wut selbst anzunehmen und dadurch auch Kinder unterstützen zu können, mit Wut, Ärger und Zorn umzugehen.

In der Schulstation der Grundschule an der Marie gibt es drei Wutgesetze: Man tut niemandem weh. Man macht nichts mutwillig kaputt. Man verletzt sich nicht selbst. Die Arbeit der Sozialpädagogin Heike Stephan und des Erziehers Frank Hohmeyer wird vorgestellt.

Astrid Gipp behandelt den Verdacht auf besondere Begabung im Vorschulalter. Im dritten Teil ihrer Serie widmet sie sich dem Intelligenztest und der Vision der Begabtenförderung. Hierzu interessant sind auch zwei Artikel aus der SZ, die wir übernommen haben.

„Eltern müssen und können emotionale Intelligenz erwerben" ist Michael Kobbeloers These. Zur Befähigung der Eltern sieht er einerseits die Möglichkeit, in der neunten und zehnten Schulklasse das Thema „Erziehung, Bildung, Entwicklung und Familie" zu behandeln. Zum anderen sieht er eine Chance in kostenlosen Trainings für Eltern mit Kindern im Kindergartenalter.

Die Caritas-Krippe hat eine kreative Erlebnistour zum Kölner Dom gemacht (Kontakt Birgit Schmitz). Herbert Österreicher präsentiert den Kräutersteckbrief für die Taubnessel und Änne Buschek steuert Wissenswertes rund um den Frühlingsanfang bei.

Heinz Stade stellt den Thüringer Gründer des „Philanthropen" Christian Gotthilf Salzmann und seinen Kollegen, den Turnlehrer Christoph Friedrich GutsMuths, vor. Mit einem Augenzwinkern versucht sich Achim Kniefel im Verfassen eines wissenschaftlich-wichtigen Textes.

Wem das Warten auf den Frühling zu lange dauert, kann sich ihm mit Geschichten und Sachbüchern annähern. Die AG Bücher für Vorleser gibt gute Tipps für Frühlings-Kinder-Bücher.

Internationale Forschung

Early Years befasst sich wieder mit Forschungsergebnissen aus verschiedenen Kulturen. Wir haben für Sie gelesen die Beiträge über Mobbing von Kindern und über die Evaluation frühpädagogischer Einrichtungen in China.

Kinder reden mit. Wie Partizipation gelingt

Beim Kinderreport 2015 gab es schlechte Noten für die Umsetzung des in Artikel 12 der Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Rechts auf Beteiligung. Wie der Nachholbedarf aufgeholt werden kann, zeigt das neue Heft von Welt des Kindes.

Martina Bentenrieder steuert ihre ganz persönliche Lerngeschichte aus über 20 Jahren Tätigkeit im Kitabereich bei.

Der Verlag Bertelsmann hat 2014 lebendige und kindgerechte Bilderbücher (ab 3 Jahre) veröffentlicht, die zeigen, wie Partizipation in der Kita gelebt werden kann. Die fünf Einzeltitel lauten: „Der neue Kletterturm", „Ein Platz zum Frühstücken", „Die Haltestelle für Dreiräder", „Jelena im Kinderparlarment" und „Die Hundehaufen im Park".

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung hält unter www.dkjs.de eine kostenlose Broschüre zum Download bereit.

Wie ein Beschwerdemanagement in Kindertagesstätten entwickelt werden kann, zeigen Franziska Schubert-Suffrian und Michael Regner. In der Praxis hat es sich bewährt, eine Beschwerdewand oder einen Beschwerdekasten einzurichten. Die Kinder können ein Symbol für ihre Beschwerde wählen und ein Foto von sich hinzufügen, so dass alle wissen, um wessen Anliegen es sich handelt.

Für Rainer Strätz sind Bildungsprogramme partizipative Unternehmungen. Er sagt: „Bildung geschieht in Dialogen und Kinder haben ein Recht darauf, dass dabei ihre Perspektive mindestens genauso zählt wie andere Perspektiven." Er hebt hervor, dass alte Lösungen „bis auf weiteres" gelten.

Elke Bieber schildert, wie Partizipation in der preisgekrönten Kita Riedbrunnen in Nagold gelebt wird. Jeweils in der ersten Teamsitzung des Monats ist „Partizipation" ein fester Tagesordnungspunkt. Die Fachkräfte überlegen, wie man sie ausbauen kann und halten ihre Ergebnisse schriftlich fest. Mit dieser Vorgehensweise kommen die ErzieherInnen stetig voran.

Der Geschäftsführer des Verbands katholischer Tageseinrichtungen für Kinder, Frank Jansen, schreibt: „Wenn es Kindern möglich ist, aktiv an der Gestaltung ihrer Umwelt mitzuwirken, wenn sie bei allen Belangen, die sie betreffen, mitgestalten und mitreden können, dann tragen Kindertageseinrichtungen zur Stärkung unserer demokratischen Strukturen bei."

Im Ratgeber Recht wird das Mindestlohngesetz beleuchtet. Es sollte geprüft werden, dass die Löhne der pädagogischen Hilfskräfte, des Hausmeister-, Küchen- und Reinigungspersonals oberhalb der Mindestlohngrenze liegen. Wichtig: Wenn ein Kitaträger weiß oder fahrlässig nicht weiß, dass die beauftragten Drittfirmen nicht den Mindestlohn zahlen, muss er mit einem Bußgeld rechnen. Man sollte sich die Erfüllung der Mindestlohnanforderungen von der beauftragten Firma vertraglich zusichern lassen, schreibt Peter Obermaier-van Deun.

In der Serie für Leitungskräfte befasst sich Jutta Berg mit dem Thema Wertschätzung und Selbstfürsorge. Sie fragt: „Arbeiten Sie so viel, weil Sie sich erst gut fühlen, wenn alles erledigt ist? Dazu gibt es einen Song von Annett Louisan: 'Alles erledigt, aber nichts erlebt!' Es kann sein, dass wir hoffen, durch emsiges Leisten die Wertschätzung und Fürsorge zu bekommen, nach der wir uns sehnen. Aber da sind wir auf dem Holzweg!"

Maren Bonacker hat nach Kinderbüchern gesucht, in denen es ums Streiten und Versöhnen geht.

Von der Entstehung eines internationalen Frauentreffs berichtet Sylvia Brand, Leiterin der katholischen Kita Edith Stein in Bobenheim-Roxheim.

Die Caritas hat sich vorgenommen, den demographischen Wandel mitzugestalten. Hierüber schreibt der Prälat Peter Neher. Es geht ihm bei dem diesjährigen Motto Stadt-Land-Zukunft um die Landflucht und um die Perspektiven der Übriggebliebenen in den Dörfern.

Gelsenkirchen hat eine besondere Lösung für die Flüchtlingskinder gefunden: die mobile Kita in einem Wohnwagen. Annika Fischer hat damit gute Erfahrungen gemacht.

Beim Bayerischen Bildungsdialog geht es um das Thema Inklusion. Die Glosse von Gabriele Frydrich lässt über Osterbräuche schmunzeln. Im schönen Spezial zur Welt des Kindes behandelt Klaus von Mirbach das Zeichnen, Lesen, Schreiben und Geschichtenerzählen.

Ernährung und Bewegung

„Gesunde Ernährung von Anfang an – Ernährungskonzepte und die Umsetzung in der Praxis" ist das Thema von Mathilde Kersting und Annett Hilbig in der frühen Kindheit.
Über aktuelle Herausforderungen in der Stillförderung schreibt die Stillberaterin Utta Reich-Schottky. Sie nimmt u.a. die speziellen Belange der Stllunterstützung von diabetischen Müttern in den Blick.

Die Hebamme Aleyd von Gartzen schreibt über den Weg vom Baby-gesteuerten Stillen zur Baby-gesteuerten Beikosteinführung. Sie erklärt das Baby-led-Weaning, eine Methode, bei der das Baby von Beginn der Beikostgabe an selbständig isst und nicht gefüttert wird.

KiGGS ist eine bundesweite repräsentative Gesundheitsstudie für Kinder und Jugendliche. Kristin Manz berichtet über die Ergebnisse der KiGGS Welle 1 zur körperlichen und sportlichen Aktivität im frühen Kindesalter.

Im Aufsatz „Bewegte Kinderkrippe" wird empfohlen, dass die ErzieherIn sich an ihre eigenen Erfahrungen mit Sport und Bewegung erinnert und diese in ein Lust-/Frust-Diagramm einträgt. Bewegt sich die ErzieherIn selbst im „Lustbereich", steht einer bewegten Kinderkrippe eigentlich nichts „Persönliches" im Wege, meinen Susanne Przybilla und Ulrike Ungerer-Röhrich.

Man lernt durch Norbert Fessler und Michaela Knoll ein körperbasiertes Achtsamkeitstraining kennen, ein Basismodell zur Förderung der Kindergesundheit.

Um Bewegung geht es auch im Gespräch zwischen Prof. Dr. Jörg Maywald und Renate Zimmer, Professorin für Sportwissenschaft an der Universität Osnabrück und Direktorin des nifbe. Renate Zimmer kann sich gut vorstellen, dass die Sportvereine stärker in den Schulen wirksam werden. Unter ihrer Ägide findet regelmäßig in Osnabrück der Kongress „Bewegte Kindheit" statt.

Die WHO-UNICEF-Initiative „Babyfreundlich" setzt sich für die Verbreitung und Umsetzung von „Bindung, Entwicklung, Stillen" in Geburts- und Kinderkliniken ein. Für Kliniken, die eine Zertifizierung Babyfreundlich anstreben, zahlt sich laut Gisela Meese eine Mitgliedschaft in der WHO-UNICEF-Initiative aus.

Wiebke Kottenkamp präsentiert die Philosophie und Arbeit der Plattform Ernährung und Bewegung.

Das Netzwerk „Gesund ins Leben – Netzwerk Junge Familie" unterstützt Eltern mit Beratungsmaterialien und Maßnahmen von der Schwangerschaft bis ins Kleinkindalter.

Die Bertelsmann-Stiftung hat sich mit der (Mittags-) Verpflegung in deutschen Kitas beschäftigt. Nach den Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Verpflegung in Kitas bietet nur gut ein Zehntel der Kitas genug Obst an, während es in 46 % der untersuchten Kitas zu oft Fleisch und Fleischerzeugnisse gibt.

Mit dem gegenwärtig im Durchschnitt gezahlten Preis von 2,40 Euro pro Mittagessen lässt sich keine ausgewogene Mittagsmahlzeit herstellen. Für ein Mittagessen, das dem DGE-Standard genügt, muss man zwischen 3,09 und max. 5,87 Euro rechnen.

Daniela Binder stellt die Kinderturnstiftung Baden-Württemberg vor. Vision ist es, eine Bewusstseinsveränderung in der Gesellschaft hin zu mehr Bewegung im Alltag von Kindern zu erreichen.

Die Zeitschrift dokumentiert eine Stellungnahme der Kinderkommission des deutschen Bundestages zum Thema Kinder und Gesundheit.

Übrigens: Ende Juni 2015 wird in Bad Blankenburg (Thüringen) das 175. Jubiläum der Gründung des weltweit ersten Kindergartens gefeiert. Hierüber informiert der Pestalozzi-Fröbel-Verband.

Zeit für mehr Sprachförderung in Kitas

Bettina Ferk gibt in Meine Kita einen Überblick, was das Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration" beeinhaltet und wie es weitergehen könnte. Die Erzieherin Andrea Messmer ist Sprachexpertin, die beklagt, dass die Schere zwischen geförderten und nicht geförderten Kitas weiter auseinandergeht - und das unter den Bedingungen einer weltweiten Flüchtlingsproblematik.

Renate Zimmer zeigt, wie man durch Bewegung die Sprechfreude der Kinder unterstützen kann. Die pädagogischen Fachkräfte sind wichtige Sprachvorbilder, die das sprachliche Potential von Alltagssituationen nutzen.

Meine Kita zeigt besondere Kita-Architektur, z.B. aus Sao Paulo (Brasilien), Barcelona (Spanien), Bizau (Österreich), aus Tokio (Japan) und aus Berlin.

Bettina Ferk stellt die Ergebnisse der Aqua-Studie (Arbeitsqualität und Qualität in Kitas) vor, wie sich die Menschen am Arbeitsplatz Kita fühlen und was sich ändern sollte (bessere Bezahlung, mehr Wertschätzung durch die generelle Aufwertung des Arbeitsfeldes, Förderung und Unterstützung der älteren Arbeitnehmerinnen, „Springerpools" ausbauen, Honorierung von Mehrarbeit und konkrete Stellenbeschreibung und Einarbeitungskonzepte, um Abgrenzungsschwierigkeiten bei Verantwortlichkeiten zu vermeiden).

Schon mit jungen Kindern kann man philosophieren. „Darf ich mit meinem Freund streiten? Ist jede Seele einzigartig oder hat eine Familie die gleiche Seele? Kann ein Baum traurig sein?" Wie Diana Schick schreibt, sollte die Erzieherin durch Rituale und Gesprächsregeln den Einstieg in das philosophische Gespräch schaffen. Das Kind, das spricht, erhält einen Gesprächsball, die anderen hören zu.

Sonja Ritter hat Nadja Gropp und Susanne Rathsfeld über den Europäischen Freiwilligendienst interviewt. Der Freiwilligendienst ist eine Möglichkeit, kulturelle Vielfalt zu erleben. Es gibt gute Erfahrungen damit. Allerdings sollten die Freiwilligen durch Tutoren begleitet werden. 

"Meine Kita" nimmt Fragen der Leser auf und stellt die Lösungsvorschläge oder Denkanstöße in der nächsten Ausgabe vor. Die Leserinnen können schreiben, was sie beschäftigt, bedrückt oder beflügelt. 

Kerstin Hochmuth hat die Künstlerin Angelika Janz vorgestellt, die im ländlichen Raum Kunstprojekte in Kitas gestaltet. Für Kinder und Eltern kosten die Kurse nichts. Um die Finanzierung kümmert sich Angelika Janz allein. 

Aus der Praxis für die Praxis erklärt Claudia Godart, wie man fragend durch die Welt gehen sollte, damit man Geschichten aus dem Ärmel schütteln kann. 

Monika Wertfein zeigt, wie man Kinder unterstützen kann, mit ihren Gefühlen umzugehen. 

In der Rubrik "Rechtsfragen im Kita-Alltag" behandelt Rechtsanwalt Torsten Bornemann die Horrorvorstellung beim Gruppenausflug, wenn ein Kind wegrennt und etwas passiert.

Florian Esser zeigt in der Erzieher-Kolumne, wie man Sprachförderung noch anders praktizieren kann.

Das Buch "Frühpädagogische Ausbildungen international" von Wassilios E. Fthenakis  wird von Gerhard Stranz positiv besprochen. Es handelt sich um eine Expertise zur Reform der Erzieherausbildung. 

Was ist, wenn es in der Kita Probleme im Team, mit dem Träger oder den Eltern gibt? "Supervision kann helfen, Konflikte zu lösen oder bereits im Vorfeld zu vermeiden", meint der Supervisor Andreas Schulz.

"Meine Kita" enthält einen Stellenmarkt, Veranstaltungstipps und eine Seite mit den besten Kinderzitaten. 

Zusammen arbeiten. Kita & Kindertagespflege

Eine Zusammenarbeit zwischen Kita und Tagespflege ist nicht selbstverständlich. Laut der Expertise "Kooperation zwischen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege" der Bertelsmann-Stiftung 2006 wird Kindertagespflege von ErzieherInnen zum Teil als Notlösung bezeichnet. Astrid Sult beschreibt in TPS Prozesse der Annäherung zwischen Kita und Kindertagespflegestelle. 

Gabriel Schoyerer und Eric van Santen zeigen Perspektiven des Zusammenwachsens von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege auf. Die Gesamtsteuerung für dieses Zusammenwachsen wird beim öffentlichen Träger der Jugendhilfe gesehen. 

Ihren persönlichen Weg in die Kindertagespflege hat Rosy Henneberg geschildert. Sie sagt: "Als Tagesmutter ist man oft ein kleines Familienzentrum."

Volker Jörn Walpuski hat u.a. die Gründe für eine Kooperation einerseits aus Sicht von Kindertagesstätten und andererseits aus Sicht von Kindertagespflegepersonen zusammengestellt. Die Kindertagespflege löst sich aus Vereinzelung und Isolation. Man kann gemeinsame Projekte machen oder gemeinsam werben. Auch ein gemeinsamer Auftritt gegenüber Kostenträgern ist möglich.  Die Kitas profitieren durch gut vorbereitete Kinder ohne Schwellenängste. Flexible Randzeitenbetreuung steigert die Attraktivität. 

Vernetzte Kinderbetreuung heißt ein Modellprojekt aus Hamburg, das von Angelika Främcke und Elke Ostendorf-Servissoglou präsentiert wird. Sie knüpfen u.a. daran an, dass ein Fünftel der Eltern, deren Kinder am Modellprojekt beteiligte Kitas besuchten, zusätzlichen Betreuungsbedarf ergänzend zur Kita haben. Gedacht werden muss an Arbeit der Eltern im Krankenhaus, im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel usw. Eine bessere Vereinbarkeit der Systeme kann die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern vereinfachen. Die Kinder spüren das gegenseitige Vertrauen. 

Tanja Bräsen und Annerose Kiewitt haben als Fachberaterinnen in der Kindertagespflege des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter für NRW in der Stadt Essen eine Kooperation von Kindertagespflege und Kita entwickelt. Ihr Fazit: "Dort, wo Kooperation zwischen Kindertagesstätte und Kindertagespflege gelingt, gibt es nur Gewinner. An erster Stelle nennen wir hier die Kinder."

Eine Zwischenbilanz für Hessen ziehen Ursula Diez-König und Daniela Macsenaere. Im hessischen Familienzentrum Regenbogen sind Kindertagespflege und Kita zusammen untergebracht. Eva Picard berichtet, dass die Krabbler mit ihren Tagespflegemüttern und -vätern in der Kita immer willkommen sind. In Kooperation mit der Kreisverwaltung bildet das Familienzentrum Tagespflegepersonen aus. Es bestehen Pflegeerlaubnisse für die Kita-Räume und somit Betreuungsmöglichkeiten vor und nach der Kitaöffnung. 

Der Supervisor Manfred Werner problematisiert das Lästern als einen "Tanz auf der Rasierklinge". Positiv kann sein, wenn das Gespräch ohne einen bestimmen Kollegen, eine bestimmte Kollegin erst eine gute sachliche Arbeitsebene schafft. 

Für Fachberatungen in Kitas gibt es kein einheitliches Berufsprofil. Sylvia Kägi, Raingard Knauer und Jörg Asmussen beschreiben die Zusatzqualifikation "Pädagogische Fachberaterin /Pädagogischer Fachberater für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege" in Schleswig-Holstein. 

Wie man mit Kindern gärtnert, vermittelt Sigrid Diebold. 

Joachim Bensel und Gabrierle Haug-Schnabel (Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen) äußern sich zur Entwicklung der Qualität der Arbeit mit Kindern bis drei Jahre.

Von Sabine Hall erfahren wir, wie Kinder der Südsee auf Samoa und Tonga aufwachsen. 

"ErzieherInnen verdienen mehr ... für ein besseres EGO" postuliert Bernhard Eibeck von der GEW. Auch auf ErzieherIn.de hat Eibeck die laufenden Tarifverhandlungen vorgestellt.

Buchtipps und Veranstaltungshinweise runden das Heft ab. 

Musik kann Inklusion - Musik mit allen und für alle

Musik, Spiel und Tanz hält für Kinder von 0-6 ein reichhaltiges Angebot von Liedern, Versen und Tänzen bereit. Musik ist dabei eine Chance für alle Kinder. Musik kann Inklusion, schreibt Björn Tischler. Das musikalische Erleben stiftet viel Zugehörigkeit. Sie lässt sich nutzen für Entwicklungsförderung im sensomotorischen, emotional-sozialen und sprachlich-kognitiven Bereich. 

Der "Räuberblues" findet sich im Repertoire dieses Heftes genauso wie Bruder Jakob in Französisch, Englisch, Italienisch, Türkisch, Russisch und in Gebärdensprache (Karoline Braun). 

Zum Frühlingserwachen gehören die Geschichte vom klingenden Schneeglöckchen (Klangspiel), das Lied "Kleine weiße Schneeglöckchen" und eine Bastelanleitung für Schneeglöckchen (Birgit Wendland). 

Michael Sulic hat viele Ideen rund um sein Indianerlied. 

Das Lied vom Ticktacktucki-Häuschen ist traditionell. Dazu gehören ein Tickitackitucki-Fingerspiel, ein Tanz und ein Haus. 

Rund um das Thema Bauernhof wurden von Ute Eiring und Katharina E. Volk ein Fingerspiel, eine Klanggeschichte , ein Lied und ein Kreistanz vorgestellt. Die Eltern werden durch einen gut vorbereiteten Elternbrief einbezogen. 

Evamarie Müller zeigt, wie sich Entwicklungsunterschiede in musikalischen Babykursen berücksichtigen lassen. Für die Kleinen geeignet sind der Streichelvers Klettermax und das Lied "Leise, leise", beides von Doris Schipp. 

Musik, Spiel und Tanz enthält Erzählenswertes und Amüsantes aus dem Alltag. Drei Angebote für jeden Tag machen Klaus Feldmann und Silvia Stelzer. Wir lernen ein Lied über den Klatschmohn, den Grashüpfer und eine Zirkusvorführung kennen. 

Sascha Decker von der Aktion Mensch stellt im Interview die neue Förderaktion vor. Ziel ist, dass Menschen mit und ohne Behinderung auf Augenhöhe zusammenleben. 

Durch Auftritte und Vorspiele lässt sich die Motivation für das Musizieren stärken. Heike Schlicht erklärt, wie sie die Auftritte handhabt.

Das Heft schließt mit Hinweisen auf Fortbildungen und Seminare. 

 

 

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