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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften Mai 2013

Kerstin Pack, Hilde von Balluseck

22.05.2013 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich ca. 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Betrifft Kinder, Frühe Bildung,  frühe Kindheit, klein & groß, kinderleicht, TPS, Welt des Kindes, Weltwissen Sachunterricht.

Betrifft Kinder

Die reformpädagogische Praxis der Freien Schule Woltersdorf stellt Erika Berthold in der Hauptsache der Mai-Ausgabe vor. Die in 2008 von Eltern gegründete Schule möchte die Motivation von Kindern zum Wissenserwerb nutzen. Eine Voraussetzung dafür ist es, Freude und Begeisterung bei den Kindern zu wecken. PädagogInnen und Eltern schaffen dafür die Rahmenbedingungen.

Eine Auffassung, die sich auch in der Idee des  außerschulischen Lernortes wieder findet. SchülerInnen der siebten und achten Klassen verbringen dort zwei Schuljahre lang eine Woche im Monat und werden von Landwirten angeleitet.„Ein Projekt mit erstaunlichen Wirkungen, wenn das Aufrichten an die Seite von Unterrichten kommt.“ Dies ist die Meinung von Reinhard Kahl und er meint mit Aufrichten, auch mal „Nein“ sagen zu dürfen. In seinem Artikel Lob des Eigensinns oder Vom Recht der Kinder und Jugendlichen, Nein zu sagen beschreibt Kahl die „aufrichtige Anteilnahme“ der Schüler und SchülerInnen an den Inhalten dieses Projektes.

„Online-basiertes Wissensmanagement ist die Formel der Zukunft.“ Diese Auffassung von Michael Kobbeloer steht den Ergebnissen von Studien zu der beruflichen Nutzung von Internetangeboten gegenüber. Im dritten Teil seiner Beitragsfolge Die Mythologie der neuen Medien in der Frühpädagogik belegt er, dass der Aktualität der „neuen Medien“ in der Lebenswelt von Kindern schon fast eine Ignoranz  in den Aus-, Fort- und Weiterbildungsformaten  gegenübersteht. Die beigefügten Karikaturen ermöglichen der LeserIn eine selbstkritische, humorvolle Auseinandersetzung.

Mit der „Kultursensitiven Krippenpädagogik“ hat der Verlag einen praxisnahen Ratgeber zum Umgang mit Eltern und Kindern aus unterschiedlichen Kulturen als Beiheft zu dieser Ausgabe von Betrifft Kinder herausgegeben. Ein Autorenkollektiv stellt - auf der Grundlage kulturvergleichender, entwicklungspsychologischer Forschung - Anregungen zum Dialog mit den Eltern, zur Eingewöhnung, zum Schlafen, zur Sprache und anderen Bereichen vor. Ein Gesprächsleitfaden zur Aufnahme neuer Familien in die Kinderkrippe, rundet dieses informative und übersichtlich gestaltete Heft ab. (kp)

Frühe Bildung

Das neue Heft wird ausführlich vorgestellt unter http://www.erzieherin.de/schwerpunktthema-verhaltensauffaelligkeiten-in-fruehe-bildung.php.

frühe Kindheit

Thema von Heft 2 ist der Umgang nach Trennung und Scheidung. Monika Czernin fragt, ob es besser für die Kinder ist, bei einem Elternteil zu wohnen oder zwischen beiden Eltern zu wechseln. Rainer Ballof reflektiert den Umgang des Kindes mit den wichtigsten Bezugspersonen und stellt in Frage, ob der Umgang notfalls auch erzwungen werden sollte. Da das Umgangsrecht juristisch neu justiert worden ist, befassen sich mehrere Artikel mit den juristischen Auswirkungen. Undine Krebs stellt das Recht in der Rechtsprechung dar, Lore Maria Peschel-Gutzeit befasst sich mit dem „Umgangsboykott“. Überhaupt sind die Konflikte zwischen den Eltern ein wichtiger Punkt. Kinder müssen oft in familienrechtlichen Verfahren aussagen, wie geht man damit um? Dazu schreiben Andreas Hornung und Birgit Kaufhold. Die Interessenvertretung durch den Verfahrensbeistand thematisiert Reinhard Prenzlow. Michael Grabow nimmt Stellung zu Möglichkeiten der Mediation. Im Interview betont Heike Mundzeck, wie wichtig es ist, das Kind nicht für die Interessen der Eltern zu instrumentalisieren. Die Vorstellung von Einrichtungen für Eltern und Kinder im Trennungsfall vervollständigt das Heft. (hvb)

kinderleicht!?

Das Thema dieser Ausgabe zieht sich seit Jahren durch das deutsche Bildungssystem und dehnt sich immer weiter aus: Sprache und Bildung. Dabei werden die vielfältigen Bedeutungen der frühen Sprachentwicklung immer offensichtlicher. Elke Schlösser verweist in ihrem Artikel Frühkindliche Mehrsprachigkeit fördern auf den identitätsbildenden Aspekt. Daneben gibt sie Anregungen für die frühpädagogische Förderung der Muttersprache und beschreibt die sprachlichen Entwicklungsphasen, aus denen sich günstige Umstände für eine optimale Entwicklungsbegleitung ergeben.

Die „Fähigkeit, Einblick in den lautlichen Aufbau der Sprache zu gewinnen.“ hat  einen besonderen Stellenwert  für den Erfolg beim Lernen von Lesen und Schreiben in der Schule. Möglichkeiten und praktische Tipps zur Förderung, dieser phonologischen Bewusstheit, in der Kindertagesstätte und im Elternhaus kommen von Elisabeth Schmitz.

Auch in dieser Ausgabe greift Armin Krenz wieder aktuelle Themen aus der Elementarpädagogik auf. Seine Forderung Kinder brauchen vielfältige, ganzheitliche Erfahrungsräume für eine stabile Persönlichkeitsentwicklung belegt er unter anderem mit einem dezidierten Blick auf den Begriff „Bildung“.

Ergänzend vervollständigt Corinna Weinert die einzelnen Aspekte der vorangegangenen Artikel mit einer ausführlichen Darstellung kindlichen Lernens bei der Wahrnehmungsverarbeitung, in deren Mittelpunkt die Sinne als Schlüssel zum Erkenntnisgewinn stehen. Die aktive Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen  der belebten und unbelebten Natur ist demnach auch im Elementarbereich möglich und notwendig. An einem konkret und ausführlich beschriebenen Praxis-Beispiel, können die erhobenen Theorien des gesamten Heftes gut nachvollzogen werden. (kp)

klein & groß

In zahlreichen Kitas in  Deutschland werden und wurden mit erheblichen finanziellen Aufwand, Räume für Kinder eingerichtet. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift für Frühpädagogik appellieren die Autoren an eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema „Raumgestaltung“.  So berichtet Heike Baum „Von der Bedeutung einer bewussten Raumgestaltung“ und Michaela Adami-Eberlein zeigt anhand eines Beispiels, wie sich ein - an Bedarf und Nutzen orientiertes Raumkonzept - durch  „Feng Shui im Kindergarten“ auch inhaltlich verändern kann.

Una Pabst beschreibt, wie sich ihre  Kita im Görlitzer Stadtteil Weinhübel zum Freinet-Haus entwickelt hat. Auch in dem Praxisteil für den U3-Bereich werden erprobte Ideen der Raumgestaltung vorgestellt.  Dabei  wird das Außengelände genauer unter die Lupe genommen. Judith Barth gibt als Rechtanwältin Tipps für eine sichere Integration der Kleinsten auf dem Gelände, und Kerstin Hielscher führt zwei Interviews  mit Experten zur Gestaltung und Nutzung des Außengeländes.

Horst Küppers berichtet von den Bemühungen um gute Bildung in Ägypten. Warum trotz der erheblich gestiegenen  Bildungsausgaben in diesem Land noch immer 50% der Einwohner Analphabeten sind, erläutert er in seinem Reisebericht Kindheit im Sinai.

Wiebke F. Evers stellt das unter der Leitung von Manfred Spitzer entwickelte Konzept EMIL (Emotionen regulieren lernen) vor. In diesem Fortbildungsprogramm lernen ErzieherInnen, was Kinder brauchen , damit sie ihre eigenen Gefühle besser regulieren können. Diesen Artikel, sowie die Gewinnchance zu einer kostenfreien Teilnahme des gesamten Teams  an einer EMIL Qualifizierungsmaßnahme können Sie unter http://www.erzieherin.de/files/paedagogischepraxis/kug20130556.pdf downloaden.(kp)

TPS

Kinder und digitale Medien sind das Thema des neuen Hefts. Norbert Neuss und Helga Theunert argumentieren aus medienpädagogischer Sicht, Kristina Hoffmann und Gerald Hüther fügen die neurobiologische Sicht dazu. Einigkeit herrscht darüber, dass Kindern nicht nur ein Zugang zu den digitalen Medien ermöglicht werden sollte, sondern dass ihr Umgang mit den Medien auch durch die Erwachsenen gefördert werden sollte. Dazu bedarf es auch der entsprechenden Kompetenzen bei ErzieherInnen.

In mehreren Beiträgen wird die medienpädagogische Arbeit in Kitas dargestellt, davon mehrere mit Fotografie und Filmarbeit. Interessant ist, dass bei diesen Beiträgen aus der Praxis das eigentliche Thema, nämlich digitale Medien, kaum vorkommt. Dies zeigt, dass die Fachkräfte mehr Unterstützung in der Entwicklung von Medienkompetenz brauchen, wie sie z.B. der medienpädagogische Erzieher/innen Club Rheinland-Pfalz vermittelt, über den Birgid Dinges schreibt. (hvb)

Welt des Kindes

Farbig ist der Themenschwerpunkt in diesem Heft. Die Autoren setzen sich  facettenreich mit dem Thema Farbe, Freude, Fantasie  auseinander. So beschreibt Diana Günther in ihrem Artikel Farben, Farben und noch mehr Farben deren Bedeutung in Geschichten, Märchen und Religion. Mathias Buck macht sich Gedanken zur Raumgestaltung von Kitas und Marion Markowski-Weschke und Pit Brüssel zeigen an einem Praxisbericht die Wechselwirkung von Bewegung und Malerei.

Für die Praxis des Kitamanagement stellt Konstanze Bittroff das Coaching als geeignete Methode in der Teamarbeit vor. Grundlegend  ist nach ihrer Auffassung jegliche Form der Anerkennung: „Anerkennung als Kommunikationswerkzeug bedeutet, positiv zu benennen, was jemand getan hat, und ihn dafür wertschätzen […].“

Rund um die Uhr erreichbar? – Diese Frage, die im Gesundheitsbereich schon seit geraumer Zeit diskutiert wird, beantwortet die Kita-Leiterin Martina Bentenrieder klar mit „Nein“. In ihrer Kita werden während der Arbeitszeit mit Kindern keine Telefongespräche  mehr persönlich angenommen.  Prägnant beschreibt sie den Prozess der Entscheidungsfindung dazu in ihrem Team und zeigt Alternativen auf.

Beruhigung oder Einschränkung? Akteure aus dem Feld der Frühpädagogik  werden interessiert den aktuellen Fachdiskurs zum Thema „Pucken“ verfolgen. Dorothee Gutknecht  benennt  dazu internationale und  nationale Argumente der Wissenschaft  und regt zu einer intensiveren Beschäftigung mit dieser Form der Wickelpraxis an.

Peter Obermaier-van Deun geht der Frage nach: „Braucht es für den Ausfall der Betreuung, veranlasst durch Ausflüge oder Zusatzangebote der Kita, eine besondere Vereinbarung?“ Eine klare Antwort findet sich in dem  Artikel Ausfall der Betreuung durch Ausflüge oder Zusatzangebote .

Begleitet von vielfältigen und weiterführenden Anregungen geht Sibylle Fischer im Sozialraum auf Spurensuche. Die Beilage zum aktuellen Heft bietet sich zur Archivierung und als Literaturgrundlage zum Thema „Lebenswelt von Kindern und Familien“ an. Nach einer begrifflichen Auseinandersetzung stellt die Autorin praktische Methoden der Lebensweltanalyse von Kindern vor. (kp)

Weltwissen Sachunterricht

„Die bunte Welt der schönen Steine“ ist das Thema des neuen Hefts. Für Kinder verschiedener Altersstufen wird die Faszination, die von Steinen ausgeht, in ihren unterschiedlichen Facetten beschrieben und naturwissenschaftlich unterfüttert. Elisabeth Arendt nimmt die Entdeckerfreude der Kinder als Ausgangspunkt für systematisches Lernen. Natascha Welz und Michael Fink beschreiben, wie mit Steinen künstlerisches Gestalten ermöglicht wird. In weiteren Artikeln werden die Nutzung von Steinen und Experimente dargestellt. Die naturwissenschaftliche Perspektive wird von Rupert Scheuer (Die Wunderwelt der Kristalle) und von Udo Klinger (Die bunte Welt der schönen Steine, Mineralien Gesteine) repräsentiert. Tilman Dreher hat Knifflige Fragen zu Steinen und Mineralien formuliert, die auch manche frühpädagogische Fachkraft schwer beantworten kann. Und auch der philosophische Blick fehlt nicht, wenn Kerstin Michalik über die Bedeutungen von Steinen nachdenkt. Wie immer ist das Heft reich an Materialien für die pädagogische Arbeit und enthält auch eine CD. (hvb)

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