ErzieherIn.de
Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriften September 2013

Christiane Hartmann, Hilde von Balluseck

26.09.2013 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 13 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Betrifft Kinder, Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, DJI-Impulse, Early Years, frühe Kindheit, kinderleicht!?, Kita aktuell Recht, TPS, Welt des Kindes.

Betrifft Kinder

Gerlinde Lill spürt Begriffen wie Nachhaltigkeit, Ökologie, Partizipation, Inklusion und Diversität nach. Sie liefert Erklärungen und gibt viele Netz-Tipps zur weiteren Information. In einem Betrifft Kinder-Gespräch geht es um Partizipation, Teilhabe im Kindergarten, und um die Philosophie, die damit verknüpft ist.

In „Kinder, Quoten, Kitas“ wird der Personalschlüssel in den verschiedenen Bundesländern vorgestellt und verglichen. Hierbei wird eine große Spannweite von Personalschlüsseln sichtbar, z.B. in der Krippe von 1:3,1 in Bremen bis hin zu 1:6,5 in Sachsen-Anhalt. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt einen Personalschlüssel von einer Vollzeitkraft auf drei Krippenkinder (1:3). Auch um gesundheitliche Einschränkungen von Erzieherinnen aufgrund ihrer hohen Arbeitsbelastung geht es in diesem Artikel. Ein Beispiel: bereits im Alter von 18-29 Jahren sind 17,9 % der Erzieherinnen gesundheitlich eingeschränkt im Vergleich zu 11,6 % der gleichaltrigen Frauen in Deutschland.

Christian Fazekas würdigt den Anfängergeist der Kinder beim Lernen. Als Erziehende ist es nötig, sich in diesen Geist, der allem Neuen gegenüber aufgeschlossen ist, hineinzudenken und am besten, sich selbst den Anfängergeist zu bewahren.

Florian Gerlach erläutert die Durchsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz (www.kitaplatz-einklagen.org).

Hilde von Balluseck führte ein Interview mit Jutta Allmendinger darüber, was Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen verdienen und was für eine Rente sie im Alter zu erwarten haben. Dieses Interview wurde zuerst als Editorial von www.erzieherIn.de veröffentlicht.

Achim Kniefel hatte einen Albtraum in Rosa, nachdem er das Barbie-Dream-House besucht hatte.

Salman Ansari setzt sich in einem Aufsatz mit „Frühförderhysterie“ und der hohen Bedeutung des kindlichen Spiels auseinander. Er macht Spielvorschläge, die auch die herbstliche Jahreszeit aufgreifen.

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung

Das neue Heft verzichtet auf einen Themenschwerpunkt. Im Beitrag von Claudia Peter werden Ideen von Erziehung in der Geschichte der Pädiatrie vom 18. bis zum 20. Jahrhundert behandelt. Severine Thomas befasst sich mit der Untersuchung des Doing Family in Eltern-Kind-Gruppen, die sich als bedeutsam für die Selbstbilder der Eltern herausgestellt haben. Ein Artikel analysiert Gesprächskreise an der Ganztagsgrundschule als Partizipationsmöglichkeit für sportinteressierte Kinder. Der spannendste Artikel dieses Heftes behandelt das  abweichende Verhalten bei Kindern im Kontext zirkulärer Migration  Auf diese Weise erfährt die unbedarfte Leserin zunächst mal, was zirkuläre Migration heißt: Das Wort bezeichnet MigrantInnen, die für mehrere Monate oder Jahre ins Ausland gehen, um dort Geld für die Familie zu verdienen, während der Partner/die Partnerin im Heimatland bleibt und für die Kinder sorgt. Es handelt sich zumeist um osteuropäische Saisonarbeiter oder - dies wird in dem Artikel vernachlässigt - um Pflegekräfte. Bei den Saisonarbeitern können sich die zu Hause bleibenden Frauen von ihren Männern emanzipieren, ein Prozess, der jedoch nicht von Dauer ist, weil der Partner zurückkommt und seine alte Rolle wieder einnehmen will. Dies kann zu Spannungen führen, die sich auf die Kinder auswirken und abweichendes Verhalten beirken können. Es handelt sich also nicht um Menschen aus Deutschland, sondern vor allem um osteuropäische Arbeitskräfte. Das Sample der Untersuchung besteht aus rumänischen Arbeitskräften.

DJI Impulse

Das neue Heft befasst sich angesichts der noch bevorstehenden Bundestagswahl mit dem Thema Jugend und Politik. Es kann heruntergeladen werden unter http://dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=98

Early Years

Eine Rezension des neuen Heftes finden Sie hier.

frühe Kindheit

Die neue Ausgabe von "frühe Kindheit" behandelt die Aufgaben des Jugendamtes und freier Träger. Wolfgang Trede widmet sich der Entwicklung der erzieherischen Hilfen in Deutschland und stellt Befunde und Herausforderungen aus dem 14. Kinder- und Jugendbericht vor. Christian Schrapper beschäftigt sich mit der Kundenzufriedenheit mit dem Jugendamt. Reinhard Wiesner schreibt über Dimensionen der Qualitätsentwicklung im Jugendamt, Reinhart Wolff über dialogische Qualitätsentwicklung zwischen öffentlichen und freigemeinnützigen Trägern. Jana Frädrich stellt Beschwerdemanagement und Ombudsschaft für Kinder im Jugendamt vor. Jörg Maywald führt ein Interview mit Thomas Meysen über die Behörde Jugendamt. Birgit Zeller widmet sich der Öffentlichkeitsarbeit der Jugendämter. Sabine Triska macht mit der Initiative Habakuk bekannt, eine Ombuds- und Beschwerdestelle in der Kinder- und Jugendhilfe; Peter Schruth präsentiert den Berliner Rechtshilfefonds Jugendhilfe e.V.. Jörg Maywald schreibt über die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz. Zur Zusammenarbeit mit der Kita ist leider nichts zu finden.

Überdies gibt es einen Bericht zu Forderungen nach einer Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz.  

Kinderleicht!?

André Frank Zimpel schreibt über die Neuropsychologie der geistigen Entwicklung und kommt zu dem Schluss, dass Spielen schlau macht. „Spiel ist mehr als Lernen.“ Salman Ansari erläutert und betont die überragende Bedeutung des Spiels. Armin Krenz zeigt Fehlentwicklungen der aktuellen Bildungsarbeit in vielen Kitas auf. Er setzt sich für eine beziehungs- und kindorientierte Elementarpädagogik ein und postuliert 13 Thesen. Beate Neuhaus zeigt, wie man einen Stuhl für die Sinne bauen kann. Tanja von Langen erklärt, wie man einen Kita-Förderverein aufbaut. Renate Rütters stellt die Methode Marte Meo vor. Andrea Steinmanns Beitrag handelt von spielerischen Methoden in der Arbeit mit Eltern. Rezensionen von Kindermedien runden das Heft ab.

Kita aktuell Recht

Das neue Heft behandelt ausführlich die Rechtsprechung zum Kinderlärm. Es zeigt sich, dass die Gerichte recht unterschiedlich urteilen, dass aber generell von einer größeren juristischen Akzeptanz gegenüber lärmenden Kindern auszgehen ist. Der Artikel von Christiane Gerber behandelt ausführlich und wissenswert den Kinderschutz in der Kita.

Zwei Artikel von Joachim Schwede behandeln zwei sehr unterschiedliche Themen. In dem einen Beitrag schreibt der Rechtsanwalt über den Umfang des Elterngeldanspruchs bei vorzeitiger Geburt des Kindes. Im zweiten werden horrende "Erziehungs-" Methoden von ErzieherInnen beschrieben und welche rechtlichen Folgen diese für die Fachkräfte haben können. Dass im heutigen Deutschland allerdings Methoden wie Zukleben des Mundes bei Kindern noch angewendet werden, lässt einen an den propagierten Fortschritten der Frühpädagogik zweifeln.

Weitere Artikel behandeln den U3-Rechtsanspruch und seine Folgen sowie das Gesetz zur Reform der elterlichen Sorge nicht miteinander verheirateter Eltern.

klein & groß

Das neue Heft steht unter dem Motto „Glücksquellen in der Kita. Gelungenes Selbstmanagement in einem anspruchsvollen Beruf“. Christine Weiner widmet sich dem Selbstmanagement in der Kita. Um im Beruf gute Arbeit leisten und gut für die Kinder sorgen zu können, muss die Erzieherin auch gut für sich selbst sorgen. Das Heft gibt dafür viele Impulse für den Alltag. Anna Bachem zeigt Glücksstrategien für den Kita-Alltag auf.

Attiya Khan behandelt das Thema „Gesund bleiben in der Kita. Lässt sich die Tätigkeit der Erzieherin alternsgerecht gestalten?“ Petra Bartoli y Eckert und Ellen Tsalos-Fürter verraten etwas über persönliche Glücksmomente für Erzieherinnen. Das Heft enthält Ideen für die Gestaltung des Morgenkreises für Krippenkinder und Wiegenlieder aus aller Welt. Silke Bicker forscht rund um die Hagebutte. Der klein & groß-Shop bietet Geschenke für den Kita-Alltag.

Birgitta Stummer widmet sich der rhythmischen Sprachförderung mit Geschichten, Musik und Bewegung. Horst Küppers erzählt von der Frühförderung in Äthiopien. Klein & groß hilft dabei, die eigene Materialsammlung schnell und einfach zusammen zu stellen. Nachgefragt wird zum Thema Kita-Ausbau. Rechtsanspruch mit Qualität?!

Florian Esser schreibt über die pädagogische Arbeit mit verhaltensauffälligen Kindern. Rita Greine und Heike Heilmann führen mit pfiffigen Ideen raus aus dem Kita-Trott. Ulrike Lindner erörtert die Elternarbeit unter dem Thema „Erziehungspartner oder Störfaktor?“ Abgerundet wird das Heft von Literaturempfehlungen und einem Artikel von Judith Barth über Rechte, Pflichten und Aufgaben von Sicherheitsbeauftragten in der Kita.

TPS

Die neue Ausgabe der TPS hat den Schwerpunkt Sprachkultur. Wie erleben Kinder den Umgang mit unterschiedlichen Sprachen? Antonia Langendorf erörtert dies mit Hortkindern. Susanne Kühn beschreibt, wie sich die Jüngsten ihre Worte erobern. Gabriele Haug-Schnabel erzählt von der Sprachkultur als einem Stück Menschheitsgeschichte. Timm Albers nimmt sich Sprachkultur und Identität zum Thema: „Sprache ist einerseits für das einzelne Kind und seine Identitätsentwicklung bedeutsam, andererseits aber auch als Ausdruck einer Sprachkultur in der Gemeinschaft der Kindertageseinrichtung zu sehen.“ Mechthild Dörfler und Franz Gerlach analysieren, wie aus einer Bilderbuchbetrachtung eine gelingende Kommunikation entsteht. Sabine Fischer betrachtet die Kita als sprachanregendes Umfeld, das sich von der Familie unterscheidet. Susanne Kühn lädt ein, zu erfragen und einzubeziehen, welche Sprachkultur in der Familie üblich ist. Der Dialog mit den Eltern kann z.B. über einen Elternabend unter dem Motto „Kita-Wörter und Familien-Wörter“ gestaltet werden.

Rolf-Bernhard Essig beschäftigt sich mit dem Phänomen des Fluchens und Schimpfens. Gabriele Holzinger empfiehlt, die Sprachkultur im Team zu pflegen. Wie man eine Hortzeitung erarbeitet, wird von Christina Salewski erklärt.

Giovanni Catanese stellt das Europäische Sprachenportfolio vor, um Mehrsprachigkeit und interkulturelles Lernen zu fördern. Herbert Vogt reflektiert, wie man mit Fachliteratur arbeiten und Fachzeitschriften und Fachbücher gezielt nutzen kann. Stefan Sell macht kritsche Anmerkungen zum deutschen Betreuungs(platz)wunder. Ein Interview behandelt die Inklusion in evangelischen Kindertageseinrichtungen. Wie man im Kindergarten das Thema Bienen behandelt und wie die Kinder kleine Imker werden können, wird vorgestellt.

Welt des Kindes

Die Welt des Kindes hat als großes Thema in mehreren Aufsätzen die Mathematik im Kita-Alltag. Rainer Strätz zeigt, dass die schönen Muster, die die Kinder legen, mit Mathematik zu tun haben. Wenn Kinder z.B. mit 500 Cent-Stücken oder 300 Wäscheklammern oder 200 Würfeln spielen können, entstehen schöne Muster und Folgen wie von selbst. Ein Paradies für schöne Muster sind Knopfkisten.

Auch das Vergleichen (ich bin größer als du) und das Messen (wie tief ist die Pfütze?) haben mit Mathematik zu tun. Die Spielgaben von Friedrich Fröbel werden vorgestellt.

Im Interview wird betont, dass Mathematik in der Kita nicht wie in der Schule sei, aber Mengenverständnis, Messen und Vergleichen sich im Raum orientieren, Muster erkennen und Tabellen darstellen sind nach Andreas Münzer schon für Kindergartenkinder interessant. Hierzu wird Fachliteratur vorgestellt.

Mathe geht anders, meint Frank Jansen, wenn es um die Personalberechnungen für ErzieherInnen in den einzelnen Bundesländern geht. Er stellt die Vergleichszahlen vom 1.3.2012 vor („Diese Zahlen sind nicht zu akzeptieren“) und sympathisiert mit dem unter anderem vom Europäischen Netzwerk für Kindertagesbetreuung propagierten Schlüssel für Zwei- bis Sechsjährige von 1:4,9.

Der Ratgeber Recht behandelt Hilfen f?r Erziehungsberechtigte bei Kindeswohlgefährdung. Silvia Dornauer-Kiszler stellt ein Eingewöhnungskonzept für neue Mitarbeiterinnen in der Kita vor. Martina Bentenrita wehrt sich gegen das Image als „Basteltante“, das die Erzieherin in den Medien hat. Wer berichtet eigentlich realitätsnah über das Berufsbild der Erzieherin, inclusive der Aufgaben wie Dokumentation, Inklusion und Kinderschutz?

Simone Schander zeigt, wie man Puppen am Stock baut. Der Stock ist dabei so groß wie das Kind. Michaela Rentl stellt den „Anschwung für frühe Chancen“ vor, von dem es bundesweit über 300 Netzwerke vor Ort gibt. Salman Ansari spricht im Interview über seine spielerische Lernpädagogik. Sandra Richter und Petra Wagner beteiligen sich an der Debatte um rassistische Bezeichnungen in Kinderbüchern.

Die Beilage zur Welt des Kindes behandelt den Spiel- und Bewegungsansatz nach Elfriede Hengstenberg und Emmi Pikler. Im Mittelpunkt der Methodik von Elfriede Hengstenberg steht „die behutsame bewegungspädagogische Unterstützung des kindlichen Eroberungs- und Forscherdrangs“.



Ihre Meinung ist gefragt!

Kommentar schreiben




Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.





Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.

ErzieherIn.de wird gefördert von:

Seit über 80 Jahren ist Wehrfritz Komplettausstatter für Krippen und Kindergärten. Das Sortiment umfasst innovative Möbel, Raumkonzepte, Außenspielgeräte, ausgewählte Spiel- und Lernmaterialien.
www.wehrfritz.de

Sponsor werden

Newsletter für Fachkräfte

Alle zwei Monate kostenlose Infos jetzt abonnieren.

Aktuelle Rezensionen

Buchcover

Claudia Nürnberg, Maria Schmidt: Der Erzieherinnenberuf auf dem Weg zur Profession. Verlag Barbara Budrich GmbH (Opladen, Berlin, Toronto) 2018. 727 Seiten. ISBN 978-3-8474-2057-6.
Rezension lesen   Buch bestellen

Buchcover

Jasmin Donlic, Elisabeth Jaksche-Hoffman, Hans Karl Peterlini (Hrsg.): Ist inklusive Schule möglich? transcript (Bielefeld) 2019. 310 Seiten. ISBN 978-3-8376-4312-1.
Rezension lesen

weitere Rezensionen

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Feed Icon RSS-Feed abonnieren


Feed Icon Folgen Sie uns auf Facebook

Nutzen Sie auch die Angebote unseres Herausgebers socialnet: