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Kind beim Lesen von Bilderbüchern

Blick in die Fachzeitschriftten Januar 2014

Christiane Hartmann

31.01.2014 Kommentare (0)

Der Blick in die Fachzeitschriften gibt ein- bis zweimonatlich einen Überblick über aktuelle Themen und neue Ansätze in der Frühpädagogik. Er umfasst insgesamt 10 Zeitschriften mit monatlicher bis vierteljährlicher Erscheinungsweise, die für die Frühpädagogik relevant sind. Aus allen besprochenen Zeitschriften werden Artikel für www.ErzieherIn.de ausgewählt und hier veröffentlicht.

Die Redaktion dankt allen Verlagen und Redaktionen, die sich zu dieser einmaligen Form der Kooperation und der Information für die monatlich bis zu 60.000 NutzerInnen von ErzieherIn.de bereit erklärt haben und wünscht eine anregende Lektüre. Im folgenden Überblick wird berichtet über die neuen Ausgaben der Zeitschriften: Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, Early Years, frühe Kindheit, kinderleicht!?, KiTa aktuell Recht, klein & groß, TPS, Welt des Kindes.

Diskurs Kindheits- und Jugendforschung

Die neue Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift befasst sich mit dem Spracherewerb, allerdings nur der deutschen Sprache. Zu den Abstracts klicken Sie hier.

Early Years

Eine kurze Besprechung mit abstracts finden Sie unter Forschung.

frühe Kindheit

Die Zeitschrift frühe Kindheit 6/13 dokumentiert die Jahrestagung 2013 zum Thema „Wir sind nicht nur die Zukunft, wir sind jetzt schon da. Kinderrechte anerkennen und verwirklichen!“ Die Jahrestagung fand statt als erstmalige Kooperation der Deutschen Liga für das Kind gemeinsam mit der National Coalition Deutschland – Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderkonvention.

Lore Maria Peschel-Gutzeit setzt sich für eine Verfassungsänderung dahingehend ein, dass es ein Wahlrecht für Kinder von Geburt an geben muss. Wer wählen kann, entscheidet mit. Heute ist das Wahlrecht durch Art. 38 Abs. 2 Grundgesetz beschränkt. Dort heißt es: „Wahlberechtigt ist, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat.“ Junge Menschen sind von vielen langfristigen Entwicklungen sehr stark betroffen: Schuldenkrise der öffentlichen Haushalte, Energiewende, Klimafragen. Wenn die Abgeordneten des Bundestags eine Mehrheit für eine Streichung von Art. 38 Abs. 2 GG herbeiführen würden, so kämen wir zu einem Wahlrecht von Geburt an. Die Eltern als gesetzliche Vertreter würden für ihr Kind die Stimme abgeben, solange das Kind dazu noch nicht in der Lage ist. Sofern die Kinder sich ins Wählerverzeichnis eintragen lassen, können nur noch sie selbst wählen. Das Wahlrecht von Geburt an hat parteiübergreifend schon einige Unterstützer wie Roman Herzog, Paul Kirchhof, Wolfgang Thierse, Antje Vollmer, Kardinal Lehmann und Hans-Olaf Henkel. Herbert von Arnim hat es als eine echte Innovation für die deutsche Demokratie bezeichnet und erkannt.

Anne Lübkes schreibt über Kinderrechte im alltäglichen Verwaltungshandeln und über die Umsetzung der Kinderrechtskonvention im Bereich der Exekutive.

Claudia Wiesemann und Sabine Peters haben eine Studie bei niedersächsischen Kinderärzten durchgeführt und präsentieren die Ergebnisse. Gefragt wurde, inwieweit der Wille schwerkranker Kinder durch ihre behandelnden Ärzte ernst genommen wird. Wie würde verfahren, wenn ein 12jähriges Kind eine Herztransplantation ablehnt? Was, wenn ein 14jähriges Kind die Einhaltung der Schweigepflicht gegenüber seinen Eltern bezüglich selbstverletzendem Verhalten wünscht? Was, wenn ein Kind mit akuter Leukämie eine weitere Chemotherapie ablehnt? Was, wenn ein 14jähriges Mädchen die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs wünscht und die Eltern dies ablehnen? 

Lothar Krappmann fordert gleiche Rechte auch für Flüchtlingskinder. Ingeborg Rakete-Dombek behandelt das neue Unterhaltsrecht und die Folgen für die Kinder. Sie konzentriert sich auf den Betreuungsunterhalt.

Partizipations- und Beschwerdemöglichkeiten in der Kinder- und Jugendhilfe werden von Ulrike Urban-Stahl behandelt. Sie macht auf ein anschauliches Modell über die Verankerung von Partizipation im Alltag von Einrichtungen (von Remi Stork) aufmerksam und stellt die Grundhaltung der beteiligten Fachkräfte zur Partizipation in den Mittelpunkt. - Externe Ombudsstellen haben sich im Bundesnetzwerk „Ombudschaft in der Jugendhilfe“ zusammengeschlossen. Interessant ist eine Handreichung „Beschweren erlaubt“ (Download unter FU Berlin - Sozialpädagogik)

Jutta Limbach fordert, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz aufgenommen werden.

kinderleicht!?

Kita ist Kult(ur), schreibt Claudia Kickelkorn, basierend auf einer Kultur des Miteinanders mit kulturellen Angeboten wie Musik, Tanz, Theater, Kunst, Sprachkultur, kulturelle Vielfalt.

Elisabeth Stenmanns wird vorgestellt, die als Mutter und Adoptivmutter 34 Kinder erzogen hat.

Das Redaktionsteam äußert sich kritisch über Fast Food für den Bildungshunger, da im Moment 5-Minuten-Geschichten und „kleine Spielideen für zwischendurch“ in Mode sind. Empfohlen wird eine kleine Maßnahme, damit die Kinder zur Ruhe kommen: eine kleine Flasche mit Glitzer, ähnlich einer Schneekugel. Die Erzieherin schüttelt die Flasche und erklärt dem Kind, dass es so in seinem Gehirn aussähe, wenn es aufgeregt sei. Dann hält sie die Flasche ruhig, Der Glitzer schwebt langsam zu Boden. Sie bittet das Kind, die Flasche zu beobachten und sagt, dass sich das Gehirn beim Beobachten der Flasche auch genau so beruhigen kann.

Die Fachwerkstatt für kleine Entdecker enthält Tipps für das Malen mit Kindern ab zwei Jahren (mit Rote-Beete-Saft und Salz, mit Steinen, mit Quark, angerührt mit Lebensmittelfarbe und mit Ei-Temperafarbe).

Tanja von Langen widmet sich den einer Kita unverlangt zugesandten Warensendungen. Wenn man die Ware haben möchte, ist das kein Problem. Wenn man sie nicht haben möchte, setzt man die Firma per Fax oder per Einschreiben/Rückschein in Kenntnis, dass die Ware eingetroffen ist und vier Wochen zur Abholung bereit liegt (bei Schließzeit sollte die Abholzeit verlängert werden). Sollte die Firma in dieser Zeitspanne ihre Produkte nicht abholen, können sie von der Kita verbraucht werden.

Viktoria Herber und PiT Brüssel haben sich das Thema „Co-construction“ vorgenommen.

Die Redaktion schlägt vor, Eltern als mehrsprachige Vorlesepaten zu gewinnen. Vorlesen ist nicht nur wichtig, weil dabei Nähe entsteht, der Sprachschatz wird auch erweitert. Die Vorlesepaten können in sechs Stunden qualifiziert werden. Sie haben ein Stück „Der größte Schatz“ entwickelt, das in der neuen „kinderleicht!?“ abgedruckt ist. Das Stück wurde schon fünfsprachig aufgeführt.

Eine Phantasiereise wird vorgestellt, zu einem Ort, an dem man das Zwitschern der Vögel hört, das Rauschen der Blätter … Es sollte ein sicherer Ort sein, der den Vorstellungen von Geborgenheit entspricht. Für die meisten Erwachsenen und Kinder hat eine solche Phantasiereise eine beruhigende Wirkung. Für traumatisierte Kinder ist diese Übung eine „erste Hilfemaßnahme“. Die Heilpädagogin Andrea Steinmann schreibt über traumatisierte Kinder und über Verhaltensweisen, die sich bei ihnen zeigen können.

KiTa aktuell Recht

Die Anforderungen des Datenschutzes in der Kindertagesstätte werden von Karina Kaiser und Karsten Neumann behandelt. Das Regelwerk kann durch die Einhaltung weniger Grundanforderungen bewältigt werden. Das vom Bundesverfassungsgericht aufgestellte Grundprinzip lautet: Jede Speicherung, Erhebung oder Verarbeitung von personenbezogenen Daten ist durch die Verfassung verboten, es sei denn, ein Gesetz erlaubt diese.

Die Träger sind für die Einhaltung des Datenschutzes in ihrer Einrichtung verantwortlich. Die meisten Bundesländer verlangen die Benennung einer/s Datenschutzbeauftragten, wenn mehr als neun Personen mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigt werden. Diese/r Mitarbeiter/in muss schriftlich bestellt und fortgebildet werden. Alle erforderlichen weitergehenden Informationen finden sich unter www.datenschutz.de

Im Fall eines konkreten Hinweises auf Kindeswohlgefährdung ist laut Hinweis der Autoren zunächst die Beratung innerhalb der Einrichtung mit den Eltern erforderlich (§ 8a SGB VIII) sowie die Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft. Erst wenn nach diesen Maßnahmen die Gefährdung des Kindeswohls nicht ausgeschlossen werden kann, ist das Jugendamt zu informieren. Die Übermittlung der Daten ist dann zulässig ( vgl. § 62 Abs. 3 Nummer 2 lit d SGB VIII und § 28 Abs. 2 lit a oder b BDSG). Zur sicheren Zusammenarbeit sollte die fachliche Hilfestellung durch die Jugendämter - und dort die Datenschutzbeauftragten der Kreis- oder Stadtverwaltungen – angefordert werden.

Reinhard Wabnitz erörtert die Kindertagesbetreuung im Spiegel des 14. Kinder- und Jugendberichts.

Jochen Mehler behandelt den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Kinder unter drei Jahren und konstatiert: der heiße Herbst blieb aus. Die vor Inkrafttreten der gesetzlichen Neuregelung befürchtete Klagewelle wegen Nichterfüllens des Rechtsanspruchs ist bei den Verwaltungsgerichten nicht angekommen. Der Verfasser benennt die Rechtsgrundlagen für Ersatzansprüche und erläutert sie.

Das Verwaltungsgericht Mainz hatte sich mit der Frage zu beschäftigen, ob der Träger einer Kita es den Eltern der dort betreuten Kinder untersagen darf, Getränke selbst von zu Hause mitzubringen, wenn in der Einrichtung Getränke für Kinder vorhanden sind. Hierüber schreiben Natascha Galke und Stefan Obermeier: "Unabhängig von der zu entscheidenden Streitfrage gibt das Urteil wertvolle Hinweise für die in der Praxis oft heiß umkämpfte Abgrenzung zwischen Elternrechten und den Regelungsmöglichkeiten einer Einrichtung (Rezension der Entscheidung des Verwaltungsgerichts Mainz vom 23.10.2001, Az.: 1 L 919/01)."   Leitsatz des Gerichts: Ist der Konsum von mitgebrachten Getränken in einem Kindergarten verboten, müssen Eltern bei gesundheitlichen Bedenken ein Attest vorlegen, um ihrem Kind das Konsumieren mitgebrachter Getränke zu ermöglichen.Merkwürdig ist nur, dass die Redaktion ein Urteil von 2001 zum Anlass für einen Kommentar im Jahr 2014 nimmt.

Das Bundesarbeitsgericht hat zur Eingruppierung einer Kindertagesstättenleiterin entschieden, die zwei Kitas leitet. Die Klägerin wurde zuletzt in der Entgeltgruppe 9, Stufe 6 TVöD/VKA vergütet. Sie leitet eine Kita mit 39 Kindern und gleichzeitig seit dem 1.11.2006 eine weitete Kita mit 90 Plätzen. Das Bundesarbeitsgericht (Urteil vom 12.12.2012 – 4 AZR 199/11, BeckRS 2013, 68837) hat der Klägerin Recht gegeben und geht davon aus, dass sie die Voraussetzungen der einschlägigen Vergütungsgruppe (Leiterin von Kindertagesstätten mit einer Durchschnittsbelegung von mind. 100 Plätzen) erfüllt.

Für Betroffene von Trennung und Scheidung wird ein ressourcenorientiertes Stressbewältigungsprogramm vorgestellt. Laut Katrin Normann zeigt die Erfahrung, dass der Stress meist im Verharren in der Vergangenheit liegt oder in Katastrophenszenarien bezogen auf die Zukunft begründet ist. Die Konzentration auf den augenblicklichen Moment zu legen, kann zu einer neuen Sichtweise der eigenen Situation führen.

Jenny Kühne schreibt über Frühe Hilfen und Kindertagesstätten. Für die Praxis fordert sie, Kita-Träger und Einrichtungen sollten dringend über die kommunalen Angebote Früher Hilfen in Kenntnis gesetzt und bei der Weiterentwicklung berücksichtigt werden. Wenn in Netzwerken Früher Hilfen eine Fachkraft aus den Kitas sitzt, ist das schon ein Anfang...

Marion Hundt informiert über gesetzliche Anforderungen an den Betrieb einer Kita.

 klein & groß

Die Januar-Ausgabe der klein & groß hat als Schwerpunktthema „Literacy in der Kita“. Literacy bedeutet Lese- und Schreibkompetenz, aber auch Alphabetisierung, kurzum das Eintauchen in die Welt der Buchstaben.Ein Aufsatz von Ilka C. Brüggemann zeigt die Phasen des Schriftsprachenerwerbs auf. Sie beschreibt, wie die Kinder bei Rollenspielen wie Einkaufen oder Post Einkaufszettel schreiben und Schrift nachahmen. Reime machen Kindern Freude, ebenso Bilderbücher.

In der Kita „Villa Konfetti“ wird beim Mittagessen traditionell gereimt, wie Gudrun Mütze von der Lahr berichtet. Die Tischgespräche handeln von den großen und kleinen Dingen des Lebens. Die Kita fördert das Sprechen vor einem großen Kreis, die Lust am Tischgespräch und an der Diskussion. Wer kompetent mit Sprache umgehen kann, so die Meinung des Teams der Villa Konfetti, hat auch bessere Voraussetzungen, seinen Gefühlen, Wünschen, Interessen Ausdruck zu verleihen.

Sprachspiele und Sprachübungen werden von Stefan Köhler-Holle vorgestellt, von Zungenbrechern über Fingerspiele, Quatschwörter bis zur Stillen Post und zu Abzählreimen usw. Unbedingt zur Literacy-Erziehung gehört das Vorlesen. Hierfür werden Literaturtipps gegeben. Literacy wird auch in der Krippe angewandt. Bilderbücher spielen eine wichtige Rolle. Als Praxistipp ist das „Theater aus der Tasche“ von Interesse, bei dem eine Handpuppe in einem immer gleichen Ritual auf die Jüngsten zugeht und Bilderbücher vorliest.

Es geht auch um Mehrsprachigkeit in der Kita und um Sprachkontakte über Bilderbücher. Hierüber schreibt Katrin Alt. Mehrsprachige Bilderbücher sowie Fachliteratur zum Spracherwerb werden vorgestellt und Erfahrungen zum bundesweiten Vorlesetag geschildert.

Die Krippenerzieherin Thea schreibt in ihrem Blog darüber, wie der kleine dreijährige Marvin verhaltensauffällig wurde. Ein Elterngespräch ergab, dass der Großvater gestorben ist. Das Heft enthält Tipps zur Unterstützung von Kindern in ihrer Trauer. Man kann auf Augenhöhe des Kindes das Bild des Verstorbenen aufhängen und ermutigen, dass man immer mit dem Opa sprechen kann. Man kann dem Kind mehr Zeit schenken und öfter das Lieblingsbuch vorlesen. Auch der Kontakt zu den Eltern sollte gehalten werden. Bei langandauernden Auffälligkeiten sollte die Unterstützung der Einrichtungsleitung und des Teams in Anspruch genommen werden.

Jakobine Wierz stellt Materialien für die Kreativität von Krippenkindern vor. Stoffreste, Teige und Malwerkzeuge kommen zum Einsatz. Es geht der Autorin nicht um Reizüberflutung, sondern um Reizvielfalt in professioneller Dosierung.

Die klein & groß – Ideenkiste enthält Spiele für Teamplayer und eine Anleitung zum Filzen. Viele Ideen rund um farbige Wäscheklammern werden präsentiert.

Nach dem Spielen muss aufgeräumt werden. Wie man dies kreativ tun kann, so dass Kinder und Erzieherin Spaß dabei haben, behandelt Melanie Fehring. Motivierende Musik macht manches leichter. Aufräumspiele werden erklärt, z.B. der Trommellauf. Wenn das Tamburin schnell geschlagen wird, muss schnell aufgeräumt werden. Ist das Tamburin langsam, so bewegt man sich in Zeitlupe.

Horst Küppers stellt die Frühpädagogik in Andalusien vor.

Die Neurobiologin Julia van den Brink schreibt über die Bedeutung des Freispiels für kindliche Bildungsprozesse. Das kindliche Gehirn weiß am besten, für welche Lernherausforderungen es bereit ist. Im Freispiel kommen Kinder zu eigenen „Experimenten“, z.B. lassen Dreijährige immer wieder eine Feder fliegen. Sie fliegt anders, als wenn ein Stift zu Boden fällt. Die Kinder lernen darüber über Schwerkraft, Beschaffenheit der Materialien und bilden sich naturwissenschaftlich. Julia van den Brink unterstreicht die Bedeutung selbst initiierter Bildungsprozesse.

Wie man für die Kita erfolgreich Mittel einwirbt, erläutert Ulrike Lindner in ihrem Fundraising-Aufsatz. Behandelte Fundraising-Arten sind Sponsoring, Ehrenamt, Basar- und Benefiz-Veranstaltungen, Spenden, Stiftungen und Umverteilung von Bußgeldern. Für die finanzielle Abwicklung der Spenden empfiehlt die Autorin die Gründung eines Fördervereins.

Auf den Rechtsseiten wird das Abholen durch Geschwisterkinder aus Kita und Krippe thematisiert und den Kitas eine Muster-Erklärung zum unbegleiteten Heimweg an die Hand gegeben.

TPS

In der neuen TPS 1/2014 mit dem Titel "Kind Erzieherin Lernen" sticht gleich der erste Artikel ins Auge. Er heißt „Hinter einer Waschmaschine liegt eine Zitrone“. Dem Autor Norbert Neuss geht es darum, alltägliche, tätigkeitsorientierte Bildungsbereiche als Lernressource für Kinder zu erkennen.

In einem anderen Aufsatz wird die Geschichte eines Jungen aus der Hortkindergruppe erzählt, der bei einem Ausflug einen dicken Ast mitnahm. Der Erzieher hatte erst eine Sperre dagegen, ließ sich aber auf die Motive und die innere Welt des 9jährigen Lukas ein.

Wenn man es sich einmal vergegenwärtigt, gibt es in einer Kita sehr viele Regeln. Lothar Klein setzt sich mit diesen Regeln auseinander und lädt ein, im Regelbruch der Kinder auch das Bemühen um Kooperation zu sehen.

Mit einem kleinen Bildungsprozess, bei dem es um den Toilettenbesuch geht, beschäftigt sich Christiane Schweitzer. Die Kinder fühlen sich gestört, wenn sie auf der Toilette sind und ein anderes Kind kommt zur Tür herein. In der Gruppe wird das thematisiert und festgestellt, dass viele Kinder dieses Kloproblem haben. Die Kinder entwickeln fünf Vorschläge, wie sie die Toilettentürsituation klären wollen und setzen sie um. Die Kinder lernen dadurch in realen Situationen Demokratie.

Die Freinet-Pädagogik wird vorgestellt.

Rosy Henneberg bringt ein Beispiel für das Anliegen dieses Heftes, die Perspektive des Kindes ernst zu nehmen.

Die ErzieherIn-Kind-Bindung und die ErzieherIn-Kind-Beziehungen werden reflektiert. „Eine liebevolle, freundliche Begleitung wird im Gedächtnis gespeichert. Solche Beziehungen zu Erwachsenen werden zu Modellen der eigenen inneren Handlungsbegleitung, das heißt, auf diesen Erfahrungen baut die eigene 'innere Stimme' auf. 'Ich schaff das schon', statt 'Ich kann das eh nicht, bin zu doof'.“ (Hedi Friedrich)

Die kulturellen Wurzeln der Familie sollten von der Erzieherin selbstverständlich geachtet werden. So kann das Kind, ohne Anteile von sich selbst leugnen zu müssen, ein multikulturelles Selbstbild entwickeln.

Aber auch die Beziehung zwischen ErzieherIn und Mutter wird thematisiert.

TPS will ErzieherInnen darin bestärken,  Eltern die Resultate ihrer Bildungsarbeit zu zeigen. Davon handelt der Aufsatz „Wenn ohne Ergebnisse gearbeitet wird.". Martina Teschner schreibt darin: „Wenn nicht erkennbar wird, dass Lernen durch unterstützende Menschen und Umgebungen gefördert wird, ist das schade. Zu viel Zurückhaltung, die pädagogische Arbeit und die Überlegungen dabei zu zeigen, behindert Eltern, diese Qualität zu zeigen und wertzuschätzen.“

Das Heft enthält noch viele wissenswerte Informationen über das Kritzelstadium der Kinder, über nonverbale Signale und Botschaften von Kindern unter drei Jahren.

Welt des Kindes

Die Januar-Ausgabe hat zum Thema „Zwischen Glücksmomenten und Alltagsstress – Arbeiten in der Kita“. Rainer Strätz wirft einen wertschätzenden Blick auf das, was Erzieherinnen leisten. Im einer Forsa-Umfrage mit 3.000 Befragten im Auftrag von dbb-beamtenbund und tarifunion ging es um die Wertschätzung der Bevölkerung für 30 unterschiedliche Berufe. Dabei belegte „Erzieherin in Kindertagesstätten“ den 4. Platz. Es ist wichtig, dass diese Arbeit auch in Euro anerkannt wird.

Drei Erwachsene erinnern sich zurück an ihre Kindergartenzeit.

Isolde Steuerwald ist bundesweite Kita-Botschafterin. Die 27jährige Erzieherin möchte den Beruf erklären, erleben lassen und ihre Begeisterung am Beruf weiter geben.

Zwei Mütter und ein Vater schreiben darüber, wofür sie den Erzieherinnen ihrer Einder dankbar sind.

Hier gehöre ich hin“, schreibt Chris Huber, 31 Jahre alt und Mutter von drei Kindern, über ihre Berufswahl Erzieherin im Rahmen der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA). Sie gibt der Welt des Kindes ein Interview.

Frank Jansen, Geschäftsführer des Verbands Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder, setzt sich mit der großen Diskrepanz auseinander zwischen den riesigen gesellschaftlichen Erwartungen an Kitas einerseits und andererseits den Rahmenbedingungen, unter denen pädagogische Fachkräfte dort arbeiten. Er betont, dass es Investitionen in Bildung braucht.

Informiert wird über Rechte und Pflichten während der Schwangerschaft.

Eva-Maria Albrecht reflektiert ihre Leitungsrolle und berichtet, wie sie Teamentwicklung bewusst gestaltet.

Das Heft befürwortet Filme im Kindergarten und gibt eine ganze Reihe Filmtipps rund um die Themenbereiche „Angst – Mut – Hoffnung – Glück“, Grundthemen des Lebens, „Kinder fragen nach dem Tod und dem Danach“ und Filme zum Thema „Wozu bin ich auf der Welt und Identität“ und nicht zuletzt über Religion und Spiritualität. Der Kinderfilmer Haro Senft (Jg. 1928) wird vorgestellt.

Der Stadtteil hat Geburtstag. Wie sich das Kinderhaus Sankt Pankratius in Augsburg-Lechhausen am Stadtteilgeburtstag beteiligt, kann man in einer Bildgeschichte erfahren.

Die Caritas-Jahreskampagne 2014 hat das Thema „Weit weg ist näher, als du denkst“. Damit ist gemeint, dass Solidarität und Gerechtigkeit weltweit gelten müssen.

Der Kinderarzt und Entwicklungsforscher Herbert Renz-Polster äußert sich im Interview darüber, wie Kinder heute aufwachsen.

Im „Spezial“ zur Welt des Kindes wird das Märchenprojekt „Die Trolle kommen“ präsentiert.



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