mehrere Kinder

Cyberbullying/Cybermobbing

Hilde von Balluseck

04.05.2014 Kommentare (0)

"Cyberbullying oder Cybermobbing ist die beabsichtigte und wiederholte Schädigung anderer Personen über moderne Kommunikationsmedien wie Internet oder Mobiltelefon". Mit dieser Definition aus dem Editorial arbeiten die Beiträge des neuen Heftes von Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, das mehrere Artikel zu diesem Thema enthält. Es werden Ergebnisse mehrer empirischer Studien präsentiert, um den Umfang und die Folgen des Cyberbullying darzustellen.

Torsten Porsch und Stephanie Pieschl berichten über eine repräsentative Studie bei Schülern und Schülerinnen zwischen 14 und 20 Jahren. Ein Drittel der Befragten hatte schon Erfahungen mit negativen Vorfällen im Internt gehabt, und 6 % bezeichneten sich als Opfer. Die Folgen des Cybermobbing sind dramatisch. Die Opfer berichten von Schikane, Verunglimpfung, Ausschluss und Verrat.

Jan Pietsch, Christin R. MÜller und Angela Ittel berichten, dass bei medial vermittelter Kommunikation sowohl die Hemmschwelle für Cyberbullying sinkt wie auch die Wahrscheinlichkeit empathischer Reaktionen. In dieser Studie wurden 979 SchülerInnen der 4.-8. Klassen befragt. Sie empfehlen die Förderung von Empathie zur Prävention von Cyberbullying.

Eva-Maria Schiller, Petra Gradinger und Dagmar Strohmeier haben die Nutzung gewalthaltiger Bildschirmspiele als Risikofaktor für Ciyberbullying in der frühen Adoleszenz untersucht. Wie nicht anders zu erwarten, stellte sich bei der Befragung von 10-13jährigen Kindern heraus, "dass die Nutzung gewalthaltiger Bildschirmspiele ein Risikofaktor für Cyberbullying, traditionelles Bullying und offene Aggression (Sozialisationseffekt) ist" (aus dem Abstract).  Die Frage, die nicht gestellt wird, ist die, wie die Nutzug gewalthaltiger Bildschirmspiele reduziert werden kann.

Anja Schultze-Krumbholz, Pavle Zagorscak, Ralf Wölfer und Herbert Scheithauer stellen ein Programm zur Prävention von Cybermobbing vor, das nach ihren Ergebnissen durchaus eine präventive Wirkung hat.

Ein Beitrag außerhalb des Schwerpunkts befasst sich kritisch mit dem Begriff "Intensivtäter". Eine Nachfolgestudie des DJI-Surveys zu Jugendlichen als Opfer von Schlägereien macht deutlich: "Das Risiko, vulnerablen Situationen ausgesetzt zu werden, erhöht sich bei Problemen mit Alkohol oder Drogen, Schulabsentismus, einem negativen Schulklima, einem schlechten Familienklima, geringer Religiosität, einer hohen eigenen Selbstkontrollorientierung sowie einem hohen Anteil gegengeschlechtlicher Freund/-innen." Sprich: Wer ohnehin keine guten Karten im Leben hat, wird auch noch Opfer. Keine schöne Erkenntnis, aber immerhin eine, mit der auch die Frühpädagogik und die Grundschulen vielleicht doch stärker präventiv wirken können.

 

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