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Deutscher Kinderschutzbund: Kinderarmut muss zentrales Thema werden

21.11.2017 Kommentare (1)

Anlässlich der laufenden Sondierungsgespräche fordert der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) gemeinsam mit dem Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen auf, die Bekämpfung von Kinderarmut zu einem zentralen Thema der nächsten Bundesregierung zu machen. Genügend Übereinstimmungen für eine gemeinsame Politik fänden sich in den Wahlprogrammen der Parteien, heißt es in einem Offenen Brief des Bündnisses an die Verhandlungsführerinnen und Verhandlungsführer.
In diesen Wochen werden die Weichen für die Kinder- und Familienpolitik der kommenden vier Jahre gestellt. Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG sieht darin eine große Chance und appelliert an die Parteien, den Mut zu größeren Veränderungen zu haben, um Kindern in Deutschland eine gute Zukunft zu ermöglichen.
Laut dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht sind derzeit 2,7 Millionen Kinder in Deutschland von Armut betroffen. „Vor allem für die Kinder von Alleinerziehenden und Familien mit mehreren Kindern wird viel zu wenig getan“, sagt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes. „Wer als Kind Armut erfährt, hat kaum Chancen auf echte gesellschaftliche Teilhabe. Und Kinderarmut wird oft von Generation zu Generation weitervererbt.“
In ihren Wahlprogrammen sind sich CDU/CSU, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Wesentlichen einig: Kinderarmut darf es in einem Land wie Deutschland nicht geben. Auch finden sich konkrete Übereinstimmungen für ein gemeinsames politisches Handeln. Geplant ist etwa, Leistungen zusammenzuführen und so das komplizierte System der Kinder- und Familienförderung zu vereinfachen. Sowohl FDP als auch Grüne wollen das kindliche Existenzminimum mit einer Kombination aus einem Grundbetrag für alle Kinder und einem einkommensabhängigen Zusatzbetrag sichern.
Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, sieht darin einen Schritt in die richtige Richtung: „Viele Kinder würden so einfacher und unbürokratischer vor Armut geschützt. Aber das reicht uns noch nicht. Sozial gerecht wäre nur eine Grundsicherung für Kinder, die das aktuelle System vom Kopf auf die Füße stellt und allen Kindern das garantiert, was sie tatsächlich für ein gutes Aufwachsen benötigen.“
In ihrem Offenen Brief appellieren der DKSB und das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG an die Verantwortlichen, eine Gesamtstrategie gegen Kinderarmut zu entwickeln, die eine ausreichende finanzielle Förderung sowie eine qualitativ hochwertige Infrastruktur umfasst.
Informationen zum Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG finden Sie auf www.kinderarmut-hat-folgen.de

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Kinderschutzbundes vom 27.10.2017

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Kommentare (1)

  • Angelika Mauel:
    28.11.2017 um 13:02 Uhr

    Muss es wirklich sein, dass der Deutsche Kinderschutzbund sich wie in den Jahren zuvor weiterhin sehr auf die Themen Kinderarmut und "Kinderrechte" in einer nicht allzu konkreten Weise beschränkt? Sind Kinder schon arm, wenn ihre Eltern sich kräftig verschuldet haben und einen größeren Flachbildfernseher haben als ihre Lehrer und Erzieher? So billig wie Kleidung, Süßigkeiten und Spielzeug heute zu haben sind, fühlen sich längst nicht alle Kinder arm und leiden, nur weil ihre Eltern bestimmte Einkommensgrenzen nicht erreichen.

    Wo bleiben die kritischen Stellungnahmen engagierter Kinderschützer, die es unverantwortlich finden, wenn Kleinkinder unter Personalmangel und noch dazu viel länger institutionell betreut werden, als sie es seelisch verkraften? Warum lobt man nicht diese
    Resolution https://www.dkhw.de/unsere-arbeit/schwerpunkte/spiel-und-bewegung/keine-kitas-ohne-aussenflaechen/ - Keine Kitas ohne Außenflächen - und schließt sich ihr an oder stellt Forderungen, die noch über die dort genannten hinausgehen?

    Während Tierschützer sich noch darüber aufregen, wenn Nutzvieh auf zu wenig Platz gehalten wird und haltungsbedingt viel zu oft wegen Krankheiten behandlungsbedürftig ist, schweigen Kinderschutzverbände diskret. Viele Eltern sorgen sich aber sehr, wenn ihr Kind einen Infekt nach dem anderen aus der Kita mitbringt. Die Mär vom "immunologischen
    Trainingslager" müssen wir nicht glauben. - Tierschützer täten es auch nicht.

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