mehrere Kinder

DGKJ zum Tag des Kinderkrankenhauses: Leider schlechte Aussichten

30.09.2014 Kommentare (0)

Zum Tag des Kinderkrankenhauses am 21. September machte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin auf die extreme finanzielle und personelle Belastung in der stationären Versorgung von Kindern und Jugendlichen aufmerksam.

„Die für alle erreichbare stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen erfordert wesentlich mehr Rückhalt im Krankenhaussystem und Unterstützung seitens der Politik als bisher“, mahnte Prof. Dr. Norbert Wagner, Präsident der Fachgesellschaft.

Die Kinderkliniken und Fachabteilungen für Kinder- und Jugendmedizin sind in einer schwierigen Finanzsituation: eine personalintensive Patientenschaft, hohe Vorhaltekosten durch hohe Notfallquoten, die eine ständige und stets abrufbare Bereitschaft verlangen. Das sehr breite Leistungsspektrum der Pädiatrie mit 400 bis 500 verschiedenen Fallpauschalen (anstelle der ca. 200 DRGs einer durchschnittlichen Abteilung der Erwachsenenmedizin) erschwert zudem die Planbarkeit der abgerufenen Leistungen.

Zum Vergleich: In der Erwachsenenmedizin liegt der Anteil für die ständige Verfügbarkeit der stationären Versorgungsleistungen bei ca. 25 Prozent des Budgets. In Kinderkliniken hingegen müssen für diese fixen Vorhaltekosten bis zu 40 Prozent des Budgets veranschlagt werden – ein Mehrbedarf von 15 Prozent. Diese Zusatzkosten werden im System der Krankenhausfinanzierung nicht ausreichend aufgefangen, was zu einer chronischen Unterfinanzierung der Kinderkliniken führt: „Die Pädiatrie gehört entgegen ihrer hohen fachlichen Qualität zu den ‚Verlierer-Stationen´ des Systems‘, so DGKJ-Präsident Norbert Wagner.

Ein weiteres Problem: Die Kostenübernahme der in der Kinder- und Jugendmedizin angemessenen Betreuung. Prof. Wagner nennt ein konkretes Beispiel: „Immer häufiger übernehmen die Kassen nicht die Kosten für den Tag vor einer OP – selbst bei kleinen Kindern nicht! Das bedeutet, dass ein Kind frühmorgens nüchtern bis zu einigen Stunden Anfahrt, Aufnahmeprozedur und OP-Vorbereitung über sich ergehen lassen müsste. Das ist im Interesse des Kindes nicht tragbar.“

Angesichts der finanziellen Situation der Kinderkliniken in Deutschland wird es immer schwieriger für die Pädiatrie, den notwendigen Versorgungsgrad zu halten. Grund genug für die DGKJ und Partner aus Wissenschaft, Berufsgruppen und Elternverbänden, mit der Aktion „Rettet die Kinderstation“ auf die Lage aufmerksam zu machen.

Darin fordern die Akteure einen Sicherstellungszuschlag für Kinderkliniken und -krankenhäuser, der den Mehraufwand der Kinder- und Jugendmedizin gerecht ausgleicht und dazu beiträgt, die stationäre pädiatrische Versorgung auch in Zukunft in hoher Qualität allen jungen Patienten anbieten zu können.

www.rettet-die-kinderstation.de

 

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) vom 19.9.2014

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