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DGSPJ: Frühe institutionelle Kinderbetreuung fördert Entwicklung – besonders Sprach- und Kognitionsentwicklung profitieren
Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) stellt mit Sorge fest, dass vermehrt wissenschaftlich wenig fundierte Stellungnahmen die Skepsis bei Eltern bezüglich der frühkindlichen Betreuung ihrer Kinder verstärkt haben. Die Veröffentlichung eines aktuellen Berichts unterstreicht indes die Potenziale der frühen institutionellen Betreuung deutlich.
Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ) begrüßt wissenschaftliche Klarstellung: Neuer Bericht bestätigt: Frühe institutionelle Kinderbetreuung fördert Entwicklung - besonders Sprach- und Kognitionsentwicklung profitieren
Die frühe institutionelle Kinderbetreuung kann die Entwicklung von Kindern positiv beeinflussen. Zu diesem Ergebnis kommt die Expertise* der pädquis Stiftung in Berlin, die im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erstellt wurde. Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin sieht dies als Beitrag zur Erfüllung ihrer langjährigen Forderung, dass die frühe institutionelle Kinderbetreuung auch unter dem Aspekt des Einflusses auf die kindliche Entwicklung beleuchtet werden muss.
Aus der Analyse zahlreicher nationaler und internationaler Studien resultiert ein klares Ergebnis: Die Sprachentwicklung von Kindern, die frühzeitig in qualitativ hochwertigen Einrichtungen betreut werden, profitiert deutlich. Auch auf die kognitive Entwicklung zeigen sich durchweg positive Effekte institutioneller Betreuung. In Bezug auf die sozial-emotionale Entwicklung sind die Befunde weniger eindeutig: Während viele Studien positive oder neutrale Effekte feststellen, gibt es Hinweise darauf, dass sehr lange Betreuungszeiten in manchen Fällen auch wiederum neue Herausforderungen mit sich bringen können. Insgesamt überwiegen jedoch die Studien, die positive Effekte nachweisen, gegenüber solchen, die keine oder negative Auswirkungen feststellen.
Zudem bestätigt der Bericht: Frühe institutionelle Betreuung kann zur Bildungsgerechtigkeit beitragen, indem sie Entwicklungsunterschiede unabhängig von sozialer Herkunft und wirtschaftlichen Bedingungen verringert.
Die DGSPJ beobachtet mit Sorge, dass in den vergangenen Jahren vermehrt wissenschaftlich nicht ausreichend fundierte Stellungnahmen eine skeptische Haltung gegenüber der frühkindlichen Betreuung und Verunsicherung von Eltern fördern. Auch wenn nach Ansicht der DGSPJ noch weiterer Forschungsbedarf besteht: Der aktuelle Bericht stellt eine erfreuliche Trendwende dar, da er auf der Grundlage der aktuell verfügbaren wissenschaftlichen Literatur die Potenziale der frühen institutionellen Betreuung unterstreicht.
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin e.V.
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Kommentare (5)
Der hier veröffentlichte Beitrag von Frau Dr. Butzmann „Was bedeutet die frühe Krippenbetreuung für die Entwicklung der Kinder?“ kann sicherlich zu einer Verunsicherung der Familien beitragen.
Es freut mich jedoch zu lesen, dass Frau Dr. Butzmann im obigen Kommentar fordert: „Die Prozentangaben sind nichts weiter als die Aufforderung an die Kontrahentinnen, endlich zu differenzieren und gemeinsam zu schauen, für welche Kinder die frühe Krippenbetreuung schädlich ist, und ab wann für welche Kinder die Krippe keine Nachteile mehr hat“.
DANKE Frau Dr. Butzmann, genau dieser Blickwinkel wäre in Ihrem Beitrag wünschenswert. Und was aus professioneller Sicht auch fragwürdig ist, dass Sie hier auf dieser Seite eine Art „Beratungspraxis“ propagieren, obwohl Sie die Familien oder die Kinder überhaupt nicht persönlich kennen?!
Wieso ermächtigten Sie die Familien nicht? Wieso schreiben Sie so diffamierend über ErzieherInnen und KindheitspädagogInnen und zwar in der Form, dass diese die Familien „manipulieren“ oder „Informationen zurückhalten“?
Gute Beratungspraxis muss! sich an ethische Richtlinien halten. Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) hat berufsethische Richtlinien für Psychologinnen und Psychologen veröffentlicht, die als Orientierung für die Beratungspraxis dienen (https://www.dgps.de/fileadmin/user_upload/PDF/Berufsetische_Richtlinien/BER-Foederation-20230426-Web-1.pdf).
Nachtrag für Frau Schneider: Lesen Sie den Artikel zur Krippenbetreuung von mir auf dieser Website und sagen Sie mir dann, was daran falsch ist. Auch die Kommentare zu lesen, bringt weitere Erkenntnisse.
Die Prozentangaben sind nichts weiter als die Aufforderung an die Kontrahentinnen, endlich zu differenzieren und gemeinsam zu schauen, für welche Kinder die frühe Krippenbetreuung schädlich ist, und ab wann für welche Kinder die Krippe keine Nachteile mehr hat. Es liegen sehr viele Studien vor, die Verhaltensauffälligkeiten bestätigen. Die Studien, die über Vorteile berichten, machen allgemeine Aussagen und berücksichtigen hauptsächlich die älteren Krippenkinder.
Frau Butzmann, bitte nennen Sie doch Ihrerseits die Quellen, aus denen Sie Ihre Angaben beziehen. Ich würde mich gern informieren.
Beste Grüße von Kornelia Schneider
Die Gesellschaft sollte die angeblich nicht ausreichend fundierten Quellen nenne, damit die AutorInnen die Chance haben, Stellung zu nehmen. Allein im obigen Text werden die eigenen Aussagen relativiert, und die Ergebnisse der pädquis - Stiftung sind ebenfalls angreifbar. Dabei lässt sich dieses Thema genau benennen: Es gibt ca. 20 % der Kinder, die die genannten Vorteile haben, 40 % der Kinder haben keine Vorteile, 20 % der Kinder sind leicht geschädigt und 20 % sehr mit Auswirkungen für die gesamte Entwicklung. Das betrifft die Kinder, die mit einem Jahr in die Krippe kommen. Für die Ü-2jährigen hängt es dann von der Qualität der Betreuung ab, die bekanntermaßen sehr zu wünschen übrig lässt. Was soll also ein solcher Artikel?