mehrere Kinder

Die demographische Chance: Jetzt Kita-Fachkräfte halten und in Kita-Qualität investieren!

07.05.2025 Kommentare (1)

Zum „Tag der Kinderbetreuung“ appelliert die Stiftung Kinder forschen mit 30 Netzwerkpartnern und Unterstützern an Bund und Länder, jetzt die Rahmenbedingungen für pädagogische Fachkräfte in Kitas zu verbessern – für mehr Zeit für Bildungsarbeit und nachhaltige Investitionen in Kita-Qualität.                                                 

Am 12. Mai ist „Tag der Kinderbetreuung“. Ein Tag, ausgerufen, um Kita-Fachkräften und Tageseltern für ihre Arbeit zu danken. Dankbarkeit und Wertschätzung sind wichtig, aber ebenso wichtig sind Taten! Sinkende Geburtenzahlen bieten insbesondere in östlichen Bundesländern und ländlichen Gegenden Bund und Ländern die Chance, jetzt für spürbare Entlastung bei pädagogischen Fachkräften zu sorgen und gleichzeitig in Kita-Qualität zu investieren. Damit Fachkräfte mehr Ressourcen für die individuelle Förderung von Kindern haben, Fortbildungsmöglichkeiten wahrnehmen können und pädagogische Fachkräfte im System bleiben.

„Nach Jahren der Krise in Kitas bietet der Geburtenrückgang jetzt in vielen Regionen die Chance, einen echten Unterschied in den Arbeitsbedingungen und der Qualität früher Bildung für tausende Beschäftigte und Kinder zu machen. Die neue Bundesregierung und die Länder müssen diese ergreifen und gemeinsame Wege für eine einheitliche und zukunftsfähige frühkindliche Bildung finden. Das wäre echte Wertschätzung für die Arbeit pädagogischer Fachkräfte“, meint Dr. Tobias Ernst, Vorstand der Stiftung Kinder forschen. 

Unser klarer Appell lautet deshalb: Die freiwerdenden Ressourcen in Kitas für bessere Bildungsarbeit einsetzen sowie Erzieherinnen und Erziehern mehr Weiterbildungen ermöglichen! 

Forderungen an die Bundespolitik und die Länder: 

Geburtenrückgang als Chance für Kita-Qualität nutzen!

Der demographische Wandel bietet eine Chance für echte Qualitätsverbesserungen in der Gestaltung frühkindlicher Bildung. In einigen Bundesländern wie Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen kann die Politik die Entwicklungen jetzt als demographische Rendite nutzen und in bessere Fachkraft-Kind-Schlüssel investieren, die sich an den wissenschaftlichen Empfehlungen orientieren. Anstatt Fachkräfte zu entlassen, sollten sie im System bleiben, gezielt weiterqualifiziert und für kleinere Gruppen oder zusätzliche Bildungsaufgaben eingesetzt werden, damit sie mehr Zeit für jedes Kind und eine wirksame individuelle Förderung im Kita-Alltag haben. 

Fachkräfte halten, qualifizieren und entlasten – für echte pädagogische Arbeit!

Bund und Länder müssen zusammenarbeiten, um die Arbeitsbedingungen im ersten Bildungsort zu verbessern und den Beruf einer pädagogischen Fachkraft wieder attraktiv zu machen – etwa durch bessere Arbeitsbedingungen und eine bezahlte Ausbildung. Denn Kita-Qualität beginnt bei den Menschen, die sie täglich gestalten. Laut Bertelsmann Stiftung (2024) sinkt in 13 Bundesländern die Quote ausgebildeter Fachkräfte in Kita-Teams. Nur durch gute Ausbildung, den regelmäßigen Besuch von Fortbildungsangeboten und personelle Entlastung sichern wir die Qualität frühkindlicher Bildung.

Der Erfolg der frühkindlichen Bildung steht und fällt mit den Ressourcen der Kita-Fachkräfte und ihrer Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung. Als einer der größten Fortbildungsanbieter in der frühen MINT-Bildung unterstützen wir, die Stiftung Kinder forschen und ihre Netzwerkpartner, pädagogische Fachkräfte dabei, Mädchen und Jungen qualifiziert beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Gemeinsam appellieren wir, die Qualität in Kitas nachhaltig zu verbessern und dafür die demographischen Entwicklungen als Chance zu nutzen!

Lesen Sie hier den vollständigen Appell.


Quelle: Stiftung Kinder forschen


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Kommentare (1)

Tannia Perez 14 Juni 2025, 17:01

… Zur Entlastung der Fachkräfte zählt auch das Umdenken dass ein Kindergarten, Krippe oder Hort nicht rund um die Uhr offen sein muss …

Man hat vergessen dass solche Orte an erste Stelle für die Kinder konzipiert würden, und nicht für die Eltern. Damit meine ich dass man weder auf die Kinder noch auf die familiäre Situation des Personals Rücksicht nimmt.

Kinder die ab 7:30 schon in die Betreuung kommen und bis zur 8 oder mehr Stunden bleiben!; ist es einfach zu viel und eine absolute Unding.

Ich habe zb mehrmals Grundschul Kinder weinend hören am Schulhoff die erschöpf sind und sich fragen wieso werden Sie immer noch nicht abgeholt, wieso müssen so lange da bleiben… und meine Erfahrungen mit Krippen und Kindergarten Kinder sind sehr ähnlich.

Man kann nicht mit der Berufstätigkeit beide Eltern alles entschuldigen und alles erlauben…

Oder mit dem Satz : alles ist so teuer und beide Eltern müssen deswegen so viel arbeiten etc
Ich denke dass man immer bei allem übertreiben kann und hier wird definitiv übertrieben.

Und zur Fachkräfte: wir haben auch Familie, Kinder die uns brauchen; also wie kann ich bis 17 Uhr arbeiten und zur meine Familie gegen 18 Uhr zurück kommen ? Das bedeutet ich vernachlässige meine Familie, meine Kinder und andere Kinder zu betreuen ?

Wir Erzieher haben auch Probleme in den Sommer Ferien denn die meisten Kindergärten schließen nur 2 Wochen aber die Schulen haben fast 7 Wochen zu ! also muss ich Geld für Ferienbetreung ausgeben um arbeiten zu können ?
Und die Antwort muss echt nicht sein mehr Gehalt oder dass die Regierung die Ferien Betreuungskosten übernehmen sollte !

Außerdem viele Erzieher kommen aus anderen Länder so wie ich aus Ecuador und es ist immer ein großer Akt die 3 Wochen die ich mindestens für meine Familien Besuch brauche zu bekommen…
Es wäre hilfreich wenn so wie Schulen, generell, Kindergärten mindestens 3 Wochen in August Geschlossen wären, das wäre eine große Hilfe für Erzieherinnen die auch Mutter von Schulkinder sind.

Eine Balance zu finden sollte das Ziel sein …

Mit freundlichen Grüßen,

Tannia Pérez Cortes
Erzieherin

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