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malendes Mädchen

Die digitale Welt: Was wir tun und wer wir sind

Hilde von Balluseck

30.06.2011 Kommentare (0)

Durch unser aller Präsenz im Netz entstehen neue Kommunikationsformen, die sogar, wie wir in einigen arabischen Ländern sehen konnten, zu politischen Umwälzungen führen.  Aber die Digitalisierung, die Öffnung von immer mehr Informationen für alle, also auch für uns, bringt auch weit reichende Veränderungen für das Verhältnis zur Kultur mit sich. Haben wir, haben Sie einen Gewinn davon? Oder werden wir zu SklavInnen des Webs, die süchtig nach immer Neuem schielen?

Jürgen Habermas, einer unserer großen Philosophen oder Sozialwissenschaftler - wie man es eben sieht - hat in den 60er Jahren einen "Strukturwandel der Öffentlichkeit" beschrieben, damals allerdings bezogen auf den Übergang von der feudalen zur bürgerlichen, und weiter von der bürgerlichen zur Informationsgesellschaft, in der keine Übereinstimmung mehr über das Wesentliche existiert. Habermas konnte damals noch nicht ahnen, was die Digitalisierung bedeuten würde. Heute muss man sich neu umschauen, um zu verstehen, was sich wie für uns verändert.

Gerhard Schulze, Professor an der Universität Bamberg und Autor des Bestsellers Die Erlebnisgesellschaft hat auf dem 6. Kulturpolitischen Bundeskongress "Netz.Macht.Kultur" der Kulturpolitischen Gesellschaft am 9./10. Juni in Berlin einen beeindruckenden Vortrag zu einem zweiten Strukturwandel der Öffentlichkeit gehalten, in dem er  optimistische Perspektiven für unser Verhältnis zur Kultur entwirft. Er verließ sich dabei auf die Kraft seines Wortes und die ZuhörerInnen lauschten gebannt - ohne Blick auf eine wie auch immer geartetete Leinwand. Hier seine Zusammenfassung:

"Die digitale Öffentlichkeit könnte sich als eine Tür ins Freie erweisen, ähnlich der bürgerlichen Öffentlichkeit in der kurzen Zeit ihrer Blüte. Diesmal jedoch besteht mehr Hoffnung, dass sich diese Tür nicht wieder schließt. Die digitale Öffentlichkeit trainiert den Einzelnen zum Selbstdenker, sie fordert seine Reflexivität heraus, sie übt ihn in kommunikativer Vernunft, und zwar gerade wegen der vorhin beschriebenen Eigenschaften. Sie ist polyzentrisch, spielzersetzend und begegnungsstiftend. Sie ist, um Lessings Formulierung aus dem Jahr 1780 aufzugreifen, eine Schule der „Selbsterziehung des Menschengeschlechts“. Darauf zu hoffen, war damals noch verfrüht, jetzt aber werden die Karten neu gemischt."

Sie fnden dieses Zitat und den ganzen Vortrag unter http://www.netz-macht-kultur.de/47.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=378&cHash=6710db7e3be5793374aed213235cee1d

 

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