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mehrere Kinder

Die Ehrenrettung der Frauen

Hilde von Balluseck

23.03.2011 Kommentare (0)

Erzieherinnen und Lehrerinnen und überhaupt alle Frauen müssen sich in den letzten Jahren zunehmend Klagelieder über eine Benachteiligung der Jungen anhören. Auch unsere Familienministerin hat darin eingestimmt - und mit mehr oder weniger Magenschmerzen entwickeln manche Frauen ein schlechtes Gewissen. Denn das wollten wir doch nicht, oder?

Nun hat sich ein Mann aufgemacht, die Ehre der Erzieherinnen und Lehrerinnen, die Tag für Tag Bildungsprozesse bei Mädchen und Jungen begleiten, zu retten. Thomas Viola Rieske von der Universität Potsdam hat eine Studie vorgelegt zu "Bildung von Geschlecht - Zur Debatte von Jungenbenachteiligung und Feminisierung an deutschen Bildungsinstitutionen", worüber Marie-Charlotte Maas in einem Artikel im heutigen Tagesspiegel berichtet. Rieske weist darauf hin, dass die Geschlechterzugehörigkeit bei den Schulabschlüssen ein nachrangiger Faktor sei, entscheidender seien die Staatsangehörigkeit und die soziale Lage. Die - durchschnittlich! - geringeren Schulerfolge der Jungen hingen vermutlich mit geschlechtstypischen Verhaltenserwartungen zusammen. Und genau diese würden Frauen im weiteren Karriereverlauf zum Verhängnis, denn Karrieren machen nach wie vor eher Männer als Frauen. Wie es tatsächlich mit den Unterschieden zwischen Mädchen und Jungen bestellt ist, hat die Wissenschaftlerin Lise Eliot wunderbar recherchiert (die Rezension ihres Buches finden Sie unter http://socialnet.de/rezensionen/10593.php).

Was die Rolle der Frauen angeht, so präsentiert Rieske erneut Ergebnisse, die zeigen, dass die "Feminisierung" der Erziehung und Bildung von Kindern NICHT der Grund für manchmal schlechtere Leistungen von Jungen ist. Vielmehr sind Jungen zufriedener und haben bessere Noten, wenn sie von einer Frau unterrichtet wurden. Die gesamte Diskussion - auch darauf weist der Wissenschaftler hin - vernachlässigt die Tatsache der äußerst geringen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in der Grundschule und im Kindergarten. Je kleiner die Kinder, umso mehr Frauen, umso geringer die "Leistungs-" Unterschiede.Damit wollen wir nicht sagen, dass nur noch Frauen unterrichten dürfen - um Himmels willen! Aber das Vorurteil, die Frauen bewirkten die Benachteiligung von Jungen, muss vom Tisch.

 

 

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