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mehrere Kinder

Die Rente mit 63: Nicht für ErzieherInnen

Hilde von Balluseck

03.05.2014 Kommentare (2)

Die Rente mit 63 wird von der Koalition und den Gewerkschaften als großer Fortschritt gefeiert. Zu Unrecht. Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat darauf hingewiesen, dass Altenpfleger, Krankenschwestern, SozialarbeiterInnen oder ErzieherInnen so gut wie nie vorzeitig und ohne Renteneinbußen in den Ruhestand gehen können. Denn die Rente mit 63 basiert auf 45 Beitragsjahren, und die können ErzieherInnen mit ihrer längeren Ausbildung als einer Lehre kaum je erreichen. Die Ausbildungs- und Qualifzierungszeiten bei allen MitarbeiterInnen in sozialen Berufen werden nicht ausreichend anerkannt. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen, Ulrich Schneider, hat dies in einem Brief an Ministerin Andrea Nahles dargelegt. Er schreibt darin unter anderem: "Es kann nicht angehen, dass auf der einen Seite immer wieder von der hohen Wertschätzung gesprochen wird, die Erzieherinnen und Pflegekräften entgegengebracht werden muss, und auf der anderen Seite die Menschen, die diese Arbeit leisten, nun bei der Rente mit 63 außen vor bleiben sollen."

Ist denn eine vorzeitige Verrentung für Erzieherinnen überhaupt ein Thema? Aussagekräftige Statistiken darüber gibt es nicht. Aber Anika Rasner, Rentenexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) vermutet, "dass Beschäftigte aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich wegen der körperlich sehr anstrengenden Arbeit häufig vorzeitig eine Erwerbsminderungsrente beantragen müssen." Dem möchte ich hinzufügen: ErzieherInnen sind psychischen Belastungen ausgesetzt, vor allem durch Lärm und die Notwendigkeit, ständig geistig, seelisch und körperlich schnell auf die Kinder zu reagieren und auf sie einzugehen. Mit der zunehmenden Anzahl älterer Fachkräfte wird die vorzeitige Erwerbsunfähigkeit wohl für manche doch noch ein Problem werden, mit dem sich die angebliche Rentenexpertin Nahles beschäftigen muss.

Alle Zitate aus dem Artikel "Vergeblich geschuftet" in der Süddeutschen Zeitung vom 30.April/1. Mai, Seite 19

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Kommentare (2)

  • Birgit Klinge:
    13.06.2014 um 15:44 Uhr

    Habe am 00. 04. 0970 mein Anerkennungsjahr begonnen und kann aus bekannten Gründen nun nicht mit 63 Jahren in Rente gehen. Suche ebenfalls betroffene Kolleginnen, um gegen dieses Gesetz anzugehen.

    Antworten

  • Thomas Hoffelner:
    28.04.2019 um 13:50 Uhr

    Hallo, um die Rente mit 63 in Anspruch nehmen zu können, braucht es 45 Jahre rentenrechtliche Zeiten. Bei mir mit Baujahr 1960 bedeutet das allerdings abschlagsfrei mit Alter 64 und 4 Monate. Gehe ich also mit 63 vorzeitig in Rente muss ich Abschläge in Kauf nehmen und nicht gerechnet bis 64,4 (4,8%) sondern bis 66,4 (12%) !!! Das ist schon mal die erste Schweinerei. Dazu kommt, dass die 2 Jahre Erzieherfachschule zur Wartezeit nicht hinzugezählt wird, obwohl ich ohne diese Schule den Beruf hätte nie ausüben dürfen!
    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiß Rat?
    mfg
    Tom

    Antworten


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