eaf: Große Koalition – kleine Reförmchen beim Elterngeld
In den Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD wurde in der Arbeitsgruppe Familie eine Flexibilisierung des Elterngeldes verabredet, das sogenannte ElterngeldPlus. Demnach sollen Eltern das Elterngeld, das sie bislang für 14 Monate nach der Geburt bekommen, auf 28 Monate strecken können und dies auch deutlich flexibler als nach der jetzigen kaum bekannten Verlängerungsoption. Sofern beide Elternteile zwischen 25 und 30 Stunden erwerbstätig sind, bekommen sie zusätzlich noch eine 10 Prozent Bonuszahlung.
Dieses Modell steht sicher vornehmlich den Besserverdienenden
offen, die sich eine entsprechende „Streckung“ des
Elterngeldes leisten können. Insbesondere Alleinerziehenden
und Mindestelterngeldbeziehenden dürfte das dagegen schwer
fallen. „ElterngeldPlus ist, bis auf den Bonus, keine neue
Leistung, sondern lediglich ein anderer Verteilmechanismus“,
stellt Christel Riemann-Hanewinckel, die Präsidentin der eaf,
fest.
Im Übrigen wurde das bereits von der letzten Regierung
beabsichtigt, so lautet zumindest der damalige
Koalitionsvertrag. Darüber hinaus wurde auf dem
Demografiegipfel der Bundesregierung u. a. die Stärkung der
Zeitsouveränität von Familien verabredet. Genau dazu könnte
das ElterngeldPlus beitragen – zumindest für einen Teil der
Familien. Ankündigungen gibt es schon genug, jetzt muss dieses
Reförmchen auch endlich in die Tat umgesetzt werden!
Insbesondere in dem zehnprozentigen Bonus bei paritätischer Teilzeit-Erwerbsarbeit sieht die eaf einen Anreiz für Mütter und Väter, sich Familie und Erwerbsarbeit zu teilen und damit besser zu vereinbaren.
Damit wird vielleicht endlich eine von der eaf lange angemahnte Ergänzung des Elterngeldes möglich: Nämlich die gleichzeitige Inanspruchnahme des Elterngeldes von Vätern und Müttern, ohne dass sich der Bezugszeitraum gleich dramatisch verkürzt. „Der Einstieg in diese Option ist überfällig, nun muss noch dafür gesorgt werden, dass sie nicht nur Besserverdienenden offensteht“, mahnt Frau Riemann-Hanewinckel die künftigen Koalitionäre.
Quelle: Pressemitteilung der Evangelischen Aktionsgemeinschaft für Familienfragen e. V. vom 21.11.2013

