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Editorial Oktober/November 2011: Die Euro-Krise und die öffentlichen Haushalte - Ist die Frühpädagogik in Gefahr?

20.09.2011 Kommentare (0)

ErzieherInnen und KindheitspädagogInnen – zusammengefasst sollen sie hier als FrühpädagogInnen bezeichnet werden - haben die wichtige Aufgabe, Kinder zu erziehen, zu betreuen und zu bilden. In den letzten Jahren wird immer deutlicher, dass die Qualität der Arbeit von den Finanzen der Kommunen, der Länder und des Bundes abhängt. Denn die Kosten für Gehälter und Einrichtungen tragen im Wesentlichen staatliche Instanzen unterschiedlicher Ebenen.

Deswegen geht die Eurokrise auch die Frühpädagogik an. Denn irgendwann schlagen die Staatsschulden auf die öffentlichen Haushalte durch – und was wird dann aus dem Anspruch an qualifizierte Arbeit in der Frühpädagogik, was aus dem Ruf nach besserer Bezahlung der frühpädagogischen Fachkräfte?

Aus aktuellen Analysen geht hervor, dass die staatliche Förderung die Frühpädagogik erst ermöglicht. Und dennoch: Die erheblichen Mittel reichen nicht aus: Es gibt Kritik an den Personalschlüsseln, an den Arbeitsbedingungen und den Gehältern. Zudem müssten für akademisch ausgebildete ErzieherInnen zusätzliche finanzielle Anreize geschaffen werden, um sie in die Kita zu locken.

Das Geld ist aber trotz des Wachstums der deutschen Wirtschaft nicht ausreichend vorhanden. Vielmehr hören wir u.a. vom Deutschen Städtetag und dem Deutschen Landkreistag laute Klagen über die Finanzierungsnot vor allem der Kommunen. Dies liegt zum einen an den zunehmenden Belastungen für die Grundsicherung im Alter, für Langzeitarbeitslose und für Hilfen zur Erziehung. Aber dennoch; Sind wir nicht ein reiches Land? Warum ächzen die Kommunen unter der Last ihrer Verpflichtungen und können nicht so, wie sie vermutlich wollen würden, die Bedingungen auch für die Frühpädagogik verbessern?

Prof. Dr. Dr. Helge PeukertProf. Dr. Dr. Helge Peukert

Mit diesen Fragen befasse ich mich in einem schriftlichen Interview mit Professor Dr. Dr. Helge Peukert von der Universität Erfurt (die zwei Doktortitel hat er wirklich, das ist kein Schreibfehler). Er gehört zu den wenigen Wirtschafts- und Finanzwissenschaftlern, die schon lange einen Börsencrash für möglich hielten. Ich bitte Sie beim Lesen um etwas Geduld und einen langen Atem: Auch mir fällt es sehr schwer, die in diesem Interview dargestellten Zusammenhänge nachzuvollziehen. Denn was der Experte Helge Peukert hier kund tut, mutet abenteuerlich an: Der Finanzmarkt ist demnach ähnlich einem Spielcasino. Und die Politik setzt sich nicht ausreichend zur Wehr.

Nicht nur für die Frühpädagogik, sondern für uns alle ist aber ein besseres Verständnis dessen, was sich in der Finanzwelt tut und vor allem, wie es sich auf unser Leben auswirkt, von größter Bedeutung. Daher hoffe ich, dass Sie sich mit der komplizierten Materie befassen. Immerhin erhalten Sie kostenlos eine Weiterbildung in Finanzfragen – von einem Wissenschaftler, der den Mut hat, sich zwischen viele Stühle zu setzen.

Ich wünsche Ihnen viele Aha-Erlebenisse beim Lesen und grüße Sie herzlich!

Hilde von Balluseck

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