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Editorial Sommer 2012: Frühe Trennung und frühe Bildung – werden die psychologischen Erkenntnisse beim Krippenausbau ausreichend berücksichtigt?

Rita Marx/Hilde von Balluseck

12.07.2012 Kommentare (1)

Der Krippenausbau ist in vollem Gang, auf der anderen Seite mehren sich die die Bedrohungsszenarien für 2013, das Jahr, in dem offenbar werden wird, dass der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz in vielen Kommunen nur mit äußerster Kraftanstrengung realisiert werden wird – wenn überhaupt. Gründe sind die fehlenden finanziellen Ressourcen der Kommunen und der zunehmende Fachkräftemangel.

Die bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Diskurse verstellen allmählich den Blick auf die Kinder, für die die Krippenplätze und das Personal bereitgestellt werden sollen. Dabei gibt es in der Psychologie gesicherte Kenntnisse über das, was ein Kind in den ersten Jahren an Beziehungen und Anregungen braucht, um seelisch gesund aufzuwachsen und seine Impulse für Bildungserfahrungen zu stärken. Wir haben eine Psychoanalytikerin, die auch in der Frühpädagogik (FH Potsdam) aktiv ist, als Partnerin für ein Interview gewonnen, die einige damit zusammenhängende Fragen kompetent und über die in Interviews übliche Verknappung hinaus ausführlich beantwortet. Fachkräfte und Eltern sollten diese Ausführungen kennen, um besser zu verstehen, was sich in Kindern und Eltern beim Krippenbesuch abspielt bzw. abspielen kann.

Ihre Hilde von Balluseck

Rita MarxProf. Dr. Rita Marx

Das Interview

ErzieherIn.de: Frau Marx, die heutige Diskussion um den frühen Eintritt in die Krippe erweckt manchmal den Eindruck, als gehe es in erster Linie um die Freisetzung der jungen Mütter für den Arbeitsmarkt und weniger um das Wohl der Kinder. Sehen Sie das auch so?

Rita Marx: Ich denke, dass der Krippenausbau zunächst eine Reaktion auf den demographischen Wandel und die niedrigeren Geburtenrate gewesen ist - eine Planung, die im Übrigen nicht aufgegangen ist, wenn man bedenkt, dass die Geburtenrate aktuell trotz aller (scheinbaren) Entlastungen für junge Eltern wieder rückläufig ist.

Ob der Ausbau von Krippen und Kinderbetreuungsplätzen für Kinder ab dem 13. Lebensmonat primär forciert werden sollte und werden soll, um junge Mütter für den Arbeitsmarkt freizusetzen, ist zunächst eine (sozial-) politische Fragestellung, die darüber hinaus natürlich aber auch eine ist, die das Frauenbild und das Bild der Frauen von sich selbst betrifft, es ist insofern meines Erachtens auch eine feministische Fragestellung. Es geht dabei ja um die Thematik, ob Frauen als junge Mütter berufstätig sein können, sein sollten und sein dürfen. Eine solche Fragestellung legt eine (sozial-)politische Antwort nahe, die das Recht der jungen Mütter auf Berufstätigkeit und Karriere betont und anmahnt. Es ist meines Erachtens selbstverständlich, dass Frauen ihren beruflichen Aspirationen nachkommen, und es ist auch selbstverständlich, dass staatliche Unterstützungs- und Steuerungsmaßnahmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie absichern.

Eine Antwort auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene hat jedoch wenig mit der Frage nach dem Wohl der Kinder oder gar des einzelnen Kindes zu tun. Hier liegt ja die Gefahr nahe, dass es zu einer Zuspitzung der Frage kommt, die im Klartext dann wohl heißt: entweder innerfamiliäre Betreuung des Kindes durch die Mutter oder außerfamiliäre Betreuung in der Krippe - entweder gute Mutter, oder schlechte Mutter - entweder gut für die kindliche Entwicklung, oder schlecht für die kindliche Entwicklung. Eine solche Zuspitzung birgt eine Polemik in sich, die junge Mütter und Väter eher verunsichert als ermuntert, ihren Kinderwunsch zu realisieren. Der öffentliche Diskurs um außerfamiliäre versus familiäre Betreuung enthält vor allem eine Polarisierung, die den Blick auf das Wohl und die gelingende Entwicklung des einzelnen Kindes verstellt.

ErzieherIn.de: Wenn wir mal versuchen, aus der Sicht der Kinder den frühen Krippeneintritt zu betrachten: was genau spielt sich in der Seele eines Einjährigen ab, das den familiären Haushalt verlässt und nun die Eingewöhnungsphase in der Kita erlebt?

Rita Marx: Was sich in der Seele eines einjährigen Kindes abspielt, das in die Krippe kommt, kann man genau genommen nicht sagen - weder allgemein, noch für ein spezifisches Kind mit seinem jeweiligen Entwicklungsstand, seinen jeweiligen Eltern, mit seinen spezifischen Bindungen, seinen mentalen Strukturen, seinem inneren Arbeitsmodell darüber, wie Welt funktioniert. Wir wissen zwar aus der Entwicklungspsychologie allgemein einiges darüber, was ein einjähriges Kind im Durchschnitt kann, wir wissen welche Entwicklungsaufgaben ein einjähriges Kind zu bewältigen hat, aber wir können wohl letztlich nur aus genauen Beobachtungen des je einzelnen Kindes und aufgrund unseres empatischen Einfühlungsvermögens erschließen, was sich in einem Kind abspielt, das mit dem Krippeneintritt vertraute Personen, vertraute Routinen und die vertraute Umgebung für Stunden am Tag verlassen muss.

Die Aufgaben, die alle Kinder im Prozess des Aufwachsens nach dem ersten Lebensjahr bewältigen müssen, stellen ja die Folie dar, vor der sich das Seelenleben des Kindes entfaltet. Solche Entwicklungsaufgaben sind bekanntlich quasi Lernaufgaben, die ein Individuum bewältigen muss, um jene Kompetenzen zu erwerben, die dann zur Bewältigung des Lebens insgesamt notwendig sind. Solche Aufgaben entstehen zum einen durch Reifungsprozesse und durch wachsende motorische, soziale, sprachliche und kognitive Fähigkeiten des Kindes und sie werden zum anderen von der Umgebung an das Kind herangetragen.

Bevor ich dazu etwas sage, gehe ich zunächst kurz auf unsere Erfahrungen als PsychoanalytikerInnen ein, die mich und eine Reihe von Kolleginnen der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung (DPV) dazu veranlasst haben, dass wir ein in der Öffentlichkeit viel beachtetes Memorandum zum Krippenausbau in Deutschland (1) verfasst haben, in dem wir unsere Sorge darüber zum Ausdruck bringen, dass in der gesellschaftlichen Diskussion das, was wir über das mit frühen Trennungen verbundene individuelle Leid wissen, kein Gehör findet. Von diesem Leid wusste schon Anna Freud, die als eine der ersten auf Trennungstraumatisierungen von Kindern, die im Krieg evakuiert oder zu Kriegswaisen wurden, aufmerksam gemacht hat, nachdem sie im Kriegskinderheimen Erfahrungen mit diesen Kindern und ihren Kummer machen konnte.

In den Behandlungen unserer PatientInnen können wir immer wieder feststellen, welche gravierenden Auswirkungen frühkindliche Beziehungen und frühe, oft noch unbegriffene (noch nicht versprachlichte) und im Unbewussten verborgene Erfahrungen in Menschen generell hinterlassen. Sie werden vergessen, verleugnet, oder in ihrer Wirksamkeit negiert und manifestieren sich am ehesten in psychischen oder psychosomatischen Krankheitsbildern. Gehen wir etwa den seelischen Spuren, die zu Verzweiflung, Unzufriedenheit, Trauer, Resignation, Ärger und Wut oder zu Lebensekel geführt haben, nach, so stoßen wir häufig darauf, dass dieses seelische Leid mit früheren und oft sehr frühen und schmerzhaften Trennungen verbunden ist. Das Beispiel einer Patientin mag das veranschaulichen. Sie beschreibt als ihre früheste Erinnerung folgendes: „Ich habe im Kindergarten immer nur am Fenster gestanden, und ich habe nur geweint und geweint und geweint. Ich habe gewartet, dass Mutti oder Oma kommt, um mich abzuholen“. Damals muss sie - wie wir später rekonstruieren konnten - knapp zwei Jahre alt gewesen sein. Man kann nur erschließen, was in diesem kleinen Mädchen vorgegangen ist. Selbst wenn es vermutlich nicht real den ganzen Tag am Fenster gestanden und geweint hat, sondern sich ablenken ließ, so hat sie doch innerpsychisch so heftigen dauerhaften Schmerz und so hoffnungslose Trauer über den Verlust der ihr vertrauten Menschen empfunden, dass es für sie in der Erinnerung ist, als habe es in dieser Trennungssituationen nichts anderes als Warten und Weinen gegeben. Vielleicht hatte sie auch Angst, ob Mutter und Oma wieder kommen. Vielleicht fragte sie sich, was sie falsch gemacht habe, oder ob sie böse gewesen sei, so dass Mutter sie auch mal loswerden wollte. Vielleicht war sie wütend, dass die Mutter sie verlassen hatte und fühlte sich dann gleich wieder schuldig, weil man doch nicht wütend sein darf. Heute ist sie eine erfolgreiche Rechtsanwältin, der es schwer fällt, sich auf eine Partnerschaft einzulassen: "Wie kann ich denn wissen, dass der mich nicht wieder verlässt?".

Mit diesem Beispiel möchte ich betonen, dass wir zwar nicht wissen können, was genau sich in der Seele eines kleinen Kind abspielt, wir können aber sagen, dass Wurzeln von Depressionen häufig in frühen, die psychischen Verarbeitungsmöglichkeiten von Kindern überfordernden und sie damit dauerhaft traumatisierenden Trennungen liegen.

In Ihrer Frage haben Sie ja nach dem Seelenleben des Einjährigen gefragt, das den familiären Haushalt verlässt. Man kann auf diese Frage, wie oben schon angedeutet, nun auch noch eine andere Antwort geben, die zunächst weniger das individuelle Kind sondern den durchschnittlichen Einjährigen in den Blick nimmt. Vergegenwärtigt man sich das Bild eines einjährigen Kindes, so ist es gerade damit befasst, das Laufen zu lernen. Es ist noch unsicher auf den Beinen. Es ist stolz, aufrecht zu stehen und frei zu laufen. Es hat eine ganz neue Perspektive auf die Umgebung. Es erobert sich motorisch die Umwelt und erkundet das, was es vorher nur mit Hilfe anderer erreichen konnte. Das einjährige Kind kann zunehmend gezielte Bewegungen machen, es kann greifen und loslassen, tragen und drehen, Dinge zusammenfügen, umschütten oder stapeln. In dieser Zeit beginnt auch die differenziertere Sprachentwicklung und entwickelt sich zur Modellierungsfähigkeit. Aber noch hat das einjährige Kind kaum einen aktiven Wortschatz, noch kann es sich weniger mit Worten als mit Mimik und Gestik verständlich machen. Noch braucht es kontinuierlich Beachtung und Begleitung. Es wird zwar selbstständiger und kann sich aktiv auf Dinge und Personen zu- und auch von ihnen wegbewegen, aber es ist darauf angewiesen, das eine vertraute und vertrauensvolle Person da ist, die es versteht und bei seinen Erkundungen ermutigt und unterstützt. Es ist die Zeit der von Margret Mahler so genannten Wiederannäherungskrise. In dieser Zeit möchte das Kind in der Tat weg von der Mutter, aber es braucht sie trotzdem, muss sicher sein dass diese da und verfügbar ist, muss sicher sein das die Mutter Trennung, die ihm selbst in seinem allertiefsten Inneren noch so schwer fällt, wirklich ertragen kann. Das Lied vom „Hänschen klein“, das allein in die Welt hinein läuft, erzählt uns einerseits von der Bewegung der Ablösung und andererseits davon, dass das Kind (weil die Mutter aber wohl auch als selber traurig ist), geschwind wieder nach Hause läuft.

In der Zeit, in der das Kind einen gravierenden Entwicklungsschub macht, sich die Welt zunehmend selbstständig aneignen kann, ist es auf eine Person angewiesen, bei der es sich ausruhen, rückvergewissern oder trösten lassen kann, wenn z. B etwas nicht gelingt. Wenn der Entwicklungspsychologe Erik H. Erikson davon spricht, dass Kinder in dieser Phase auf psychosozialer Ebene ein körperliches Hochgefühl erleben und ihre Körperfunktionen narzisstisch besetzen, so macht er doch gleichermaßen deutlich, dass diese Phase durchaus auch krisenanfällig ist. Kindern gelingt eine autonome Ich-Entwicklung nur dann, wenn sie durch emphatische, sie schützende und ermutigende Personen unterstützt werden. Die Gefahr dieser Phase liegt darin, dass Kinder nicht wahrgenommen, dass sie vielleicht sogar ausgelacht oder beschämt werden, dass Anforderungen an sie herangetragen werden, die ihre psychophysischen und psychosozialen Fähigkeiten bei weitem übersteigen und dass sie schlussendlich Zweifel und Selbstzweifel herausbilden, statt das zu entwickeln, was Erikson ein „Liebesverhältnis“ zur Welt nennt.

Die Bindungstheorie macht auf die Bedeutung einer verlässlichen Beziehung für die kindliche Entwicklung aufmerksam. Die erste bedeutsame Beziehung des Kindes ist in der Regel die zur Mutter. Ihre sichere Verfügbarkeit, ihr feinfühliges Wahrnehmen der Bedürfnisse des Kindes, ihre zuverlässige Versorgung legen den Grundstein für eine sichere Bindung und damit dafür, dass sie ein Grundvertrauen in die Welt („ Urvertrauen“) ebenso entwickeln wie in ihre eigenen Kompetenzen. Kinder gehen in den ersten beiden Lebensjahren eine spezifische Bindung zu jener/n Bindungsperson/en ein, die kontinuierlich mit ihrer Pflege, Versorgung und Betreuung befasst sind und die dabei auch ihre Bedürfnisse nach Zugehörigkeit zuverlässig befriedigen. Dazu gehört im Rahmen der Familie neben der Mutter dann auch der Vater, die Geschwister oder auch andere kontinuierlich im gesicherten und vertrauten häuslichen Rahmen zur Verfügung stehende Erwachsene wie etwa Großeltern. Dennoch sind in 13 Lebensmonat die Bindungsbeziehungen, die das Kind zu den Erwachsenen des familiären Nahraums aufgebaut hat, in der Regel noch relativ fragil und vermitteln nur bedingt die Sicherheit, die das Kind manchmal so dringend braucht. Man denke hier nur daran, dass ein Einjähriges, das sich wehtut oder blutet, sich manchmal nicht vom Vater oder der Oma trösten lässt, sondern unbedingt zur Mutter möchte.

Kommt nun das Einjährige in die Krippe, so macht es eine Trennungserfahrung, für die es bis dahin keine Vorerfahrungen und kein vertrautes Muster gibt. Gleichzeitig macht es mit sich selber - wie oben dargestellt - neue Kompetenzerfahrungen. Darüber hinaus verfügt es noch nicht über ein Zeitgefühl, weiß also nicht, was es bedeutet, dass die Mutter „gleich“ oder "am Nachmittag" wiederkommen wird. Es ist also darauf angewiesen, dass bis auf weiteres fremde Menschen ihm feinfühlig zur Seite stehen, seine spezifischen Wünsche und Bedürfnisse erkennen und so reagieren, dass es ihm nicht vor lauter Fremdheit angst und bange wird. Man kann wohl annehmen, dass sein Bindungsverhalten, das in ängstigendenr Situationen ausgelöst wird, sein Weinen oder Anklammern nur schwer von der Erzieherin so beantwortet werden kann, dass es für das Kind einen ihm vertrauten, Sicherheit gewährenden und es beruhigenden Modus darstellt.

Sensible Beobachtung von Kindern in der Krippe zeigen uns -  und dies nicht nur im Zusammenhang der Eingewöhnung – immer wieder solche Kinder, die selbstverloren in die Welt schauen; Kinder, die ängstlich weinen, wenn sie nicht verstehen können, was um sie herum geschieht; Kinder, die ihre Kuscheltiere oder Schnuffeltücher immer wieder an sich klammern; Kinder, die untröstlich weinen oder Kinder, die mit leerem Blick aus dem Fenster sehen. Einjährige Kinder, die – trotz oder vielleicht auch wegen aller sich entwickelnden motorischen, verbalen und sozialen Kompetenzen - auf einen feinfühligen Erwachsenen quasi auf Dauer angewiesen sind, können letztlich wohl nur resignieren oder sich um den Preis der Unterdrückung ihrer Ängste und ihrer Verzweiflung an die von ihnen geforderte Trennung anpassen. Für ErzieherInnen ist es eben so gut wie unmöglich, dass sie jedes einzelne Kind ihrer Gruppe möglichst immer aufmerksam im Blick haben, um auf seine Aktivitäten, seine Wünsche oder seine Fähigkeit angemessen zu reagieren. Sie sind eben nur sehr bedingt in der Lage, auf jedes Kind möglichst jederzeit feinfühlig zu reagieren.

ErzieherIn.de: Welcher Personalschlüssel wird diesen Anforderungen gerecht, und welche Kompetenzen müssen Fachkräfte haben, um entsprechend sensibel mit den Kindern und ihren Eltern umzugehen?

Rita Marx: Meines Erachtens ist die Frage nach einem Personalschlüssel, der den Anforderungen von 3, 4, 5, 6 oder gar 12 Kindern gerecht wird, eine Frage, die den Kern der oben dargestellten Problematik nur bedingt trifft. Auf der politischen Ebene wird ja relativ viel über den Personalschlüssel von Kindertageseinrichtungen diskutiert. Die Zahlen dazu sind bekannt: ein Schlüssel von 1 zu 6 gilt als durchschnittlich; als ideal gilt ein Personalschlüssel von 1 zu 3 (vgl. Bertelsmann-Stiftung); Bayern hat einen Personalschlüssel von 1 zu 4 und Brandenburg von 1 zu 7. Bei der Betreuung von Kindern in Krippen tritt aber ein strukturelles Dilemma zu Tage: auch bei bester Ausbildung und bester fachlicher und personaler Kompetenz ist es kaum möglich, dass eine einzelne Erzieherin den Bedürfnissen der mit unterschiedlichsten Vorerfahrungen, Bindungsmustern, emotionalen und sozialen Bedürfnissen in die Kita kommenden kleinen Menschen gerecht wird; selbst dann nicht, wenn sie etwa im Rahmen der Eingewöhnung sensibel den Umgang von Mutter und Kind beobachtet hat, selbst dann nicht, wenn sie das Kind in seinem häuslichen Umfeld besucht hat. Hinzu kommt noch, aber auch das ist bekannt, dass der angegebene Schlüssel selten mit den realen Bedingungen übereinstimmt: Da ist etwa eine Erzieherin krank, oder es ist eine der zwei Gruppenerzieherinnen mit dem Wickeln eines Kindes beschäftigt, wenn von den 11 (oder auch nur 5) Kindern der Gruppe zwei gleichzeitig weinen, eines etwas zeigen möchten, und ein weiteres Hilfe beim Klettern braucht.

Trotzdem ist es wichtig, dass Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen und gerade auch in den Krippen zum einen als Person über Bindungs- und Beziehungsfähigkeit verfügen, empathisch auf Kinder eingehen und ihnen Interesse entgegenbringen können. Zum anderen müssen sie natürlich über Fachkompetenzen pädagogischer, psychologischer, methodischer und didaktischer Provenienz verfügen, die sie in einer möglichst wissenschaftlichen Ausbildung an Hochschulen erworben haben sollten. Auch wenn es zum Glück inzwischen sehr viele Hochschulen gibt, die ein Studium der Bildung und Erziehung in der Kindheit bzw. der Frühpädagogik anbieten, wird es wohl noch Jahre oder gar Jahrzehnte dauern, bis an allen Krippen und Kindertageseinrichtungen wissenschaftlich ausgebildete FrühpädagogInnen tätig sein werden, die in der Lage sind, die Neugier und die Entdeckerfreude von Kindern zuzulassen, deren Selbstbildungsprozesse zu unterstützen und zu fördern sowie das einzelne Kind gleichermaßen in seiner Individualität zu sehen und ihm das Gefühl von Zugehörigkeit zu vermitteln.

Zu den Kompetenzen der Fachkräfte in Krippe und Kita gehört es des weiteren auch, dass sie in der Lage sind, mit Eltern zusammenzuarbeiten. Sie dürfen nicht, und das ist nicht nur eine fachliche, sondern auch eine personale Kompetenz, heimlich (richtiger: unbewusst) mit jenen darum konkurrieren, wer denn den ‚richtigen’ Blick auf das Kind hat. Sie müssen anerkennen, dass Eltern die wichtigsten Bezugspersonen ihrer Kinder sind und dass diese - wie es manchmal so schön heißt - Experten ihrer Kinder sind.

Die Arbeitsbedingungen in Krippen und Kitas lassen es für die dort tätigen Fachkräfte allerdings oft schwer werden, alles das zu realisieren, was sie wissen und können. Zu diesen Arbeitsbedingungen möchte ich nicht nur die konkreten Bedingungen vor Ort wie etwa die personale und räumliche Ausstattung rechnen, sondern auch und vor allem die häufig mangelnde Wertschätzung, die die Tätigkeit der ErzieherIinnen auf gesellschaftlicher Ebene erfährt. Wenn die ehemalige Familien- und jetzige Arbeitsministerin erwägt, arbeitslose Frauen zu Krippenerzieherinnen umzuschulen, dann liegt darin eine Entwertung derjenigen, die nach langer Ausbildung in Krippen und Kitas tätig sind. Hier schwingt - zumindest implizit – wohl auch noch das in der Gesellschaft verbreitete Vorurteil mit, dass Erziehung eben kinderleicht sei und dass Frauen dies sowieso könnten.

Auch wenn der fachliche und öffentliche Diskurs über die Qualität von Krippen und Kitas durchaus aufmerksam und kritisch geführt wird (vgl. Nationale Untersuchung zur Bildung, Betreuung und Erziehung in der frühen Kindheit (NUBBEK-Studie) ) (2), so bleibt doch eine Geringschätzung der mit der Tätigkeit der Erzieherin verbundenen Qualifizierung. Dabei sollte gelten, was sich unsere Hochschule als Leitmotiv des psychoanalytisch orientierten Studiengangs ‚ Bildung und Erziehung in der Kindheit’ auf die Fahnen geschrieben hat: „Die Besten für die Kleinsten!" Und natürlich sollte sich die gesellschaftliche Wertschätzung der Tätigkeit von Frühpädagoginnen auch endlich in einer angemessenen Bezahlung ihrer Tätigkeit ausdrücken..

ErzieherIn.de: Gibt es noch andere Bedingungen, die gegeben sein müssen, damit die Kinder diese erste Trennung von ihren wichtigsten Bezugspersonen gut verarbeiten können?

Rita Marx: Wir haben bis jetzt ja nur über den Personalschlüssel und die Kompetenzen von Fachkräften gesprochen, die den Rahmen für die außerfamiliäre Betreuung des Kindes darstellen. Ein günstiger Schlüssel und gut ausgebildete (selbst-) reflexive ErzieherInnen sind notwendige aber bei weitem keine hinreichenden Bedingungen dafür - und ich möchte es hier lieber ex negativo ausdrücken - dass die Psyche des Kindes nicht nachhaltig beschädigt und dass seine psychosoziale Entwicklung nicht negativ beeinflusst wird. Wenn Sie jetzt den Fokus auf die Verarbeitungsmöglichkeiten des Kindes selbst legen, dann richtet sich damit ja der Blick auch auf jene Erfahrungen, die das Kind gemacht hat, bevor es in die Krippe kam und auf jene Interaktions- und Beziehungserfahrungen, die es begleitend zum Krippeneintritt macht.

Auch wenn die erste Trennung von der/den wichtigsten Bezugspersonen/en in jedem Fall (so etwa auch ein Krankenhausaufenthalt) für das Kind eine große Veränderung in seinem Alltag darstellt, so macht es doch einen großen Unterschied, ob es mit acht Wochen oder 13 Monaten in die Krippe kommt, oder ob es - ausgestattet bereits mit einer entwickelten Sprachfähigkeit und mit einem gewissen Zeitverständnis - erst im Alter von drei Jahren in die institutionelle Betreuung eintritt. Dennoch kommt es in allen Lebensaltern darauf an, dass die Eingewöhnung in eine Fremdbetreuung über einen längeren Zeitraum geschieht, dass die Eltern den Eingewöhnungsprozess kontinuierlich und zuverlässig begleiten und dass eine Bezugsbetreuerin als Bindungsperson für das Kind zur Verfügung steht. Hierfür liegen so genannte Eingewöhnungsmodelle vor, deren Realisierung offiziell zu den strukturellen Qualitätsstandards aller öffentlichen und auch der meisten privaten Träger gehört. Dass diese Modelle nicht immer adäquat umgesetzt werden, teilweise zu rigide, teilweise unsystematisch, teilweise auch eher widerwillig und in verkürzter Forum, ist hier jetzt genauso wenig das Thema wie deren Unterschiede oder auch Aspekte, die an ihnen zu kritisieren wären.

Nun bedeutet ja die außerfamiliäre Betreuung des Kindes einen Einschnitt im Leben der ganzen Familie und immer eine gravierende Trennungserfahrung für das Kind - aber eben auch für die Mutter/den Vater. Mütter bzw. die ersten signifikanten Bezugspersonen bestimmen mit ihrem Interaktionsverhalten nicht nur schon vorher den Bindungsstil des Kindes, sondern sie sind auch diejenigen Bindungspersonen für ihre Kinder, in und an denen sie sich spiegeln, die ihnen zu Modellen werden (3) und die ihnen - und dies ist in diesem Kontext besonders bedeutsam - neue Erfahrungen und Initiative ermöglichen können und ermöglichen müssen. Um zu vermeiden, dass die Trennung und der gesamte Trennungsprozess für Kinder zu einer traumatischen Erfahrung und für Eltern zu einem belastenden und über die Maßen schuldbeladenen Ereignis wird, ist es wichtig, dass vor der Trennung zunächst erst einmal eine (und idealer Weise eine sichere) Bindung zwischen Mutter und Kind besteht, vor deren Hintergrund die Trennung erlebt wird. Es gilt: Nur wer gebunden ist, kann sich trennen!

Wichtig ist aber auch, dass das Kind schon vorher quasi spielerisch Erfahrungen mit einem Dritten und zunächst fremden Personen - dem Vater, den Großeltern oder anderen Vertrauten. - machen konnte. Die Psychoanalyse spricht hier von Triangulierung. So kommt - im klassischen Modell gedacht – zuförderst dem Vater die Rolle dessen zu, der das Kind aus der Symbiose zur Mutter, der engen Beziehung mit ihr herauslöst. In der Beziehung zu zwei anderen Personen (um es allgemeiner zu sagen) erlebt das Kind nun, das zwei Menschen für es Bedeutung haben und haben können. Es erlebt aber auch, dass zwei Menschen füreinander Bedeutung haben, und es selber ausgeschlossen ist. Und es erlebt, dass es selbst mit einem Menschen nah zusammen ist, und ein anderer, der Dritte, ausgeschlossen ist. Wer kennt nicht das „Spiel“ des Kindes, dass an dem einen Abend quengelt: ‚Nein, nicht Du! Papa soll mich ins Bett bringen’ und das am nächsten Abend unbedingt von der Mutter ins Bett gebracht werden will. Dabei wissen wir, dass Eltern manchmal dem Wunsch des Kindes nachkommen und manchmal nicht; dass Kinder die Erfahrung machen, manchmal können sie ihre Wünsche realisieren und manchmal nicht, manchmal lässt sich die Mutter wegschicken und manchmal nicht etc, etc. Kinder machen in diesem Hin und Her begrenzte Frustrationserfahrungen aber auch Erfahrungen, dass sie etwas bewirken können. Sie machen dabei auch die Erfahrung, dass sie jemanden zurückweisen können, dass sie auf jemanden wütend sein können und dass Vater oder Mutter ihren Ärger aushält. Vorübergehende Trennungen werden in diesem ‚Dreier-Spiel’ wieder und wieder aktiv herbeigeführt und passiv erlebt. Erste längere Trennungen werden angebahnt.

Solche frühen innerfamiliären Erfahrungen mit triangulären Beziehungen können dem Kind eine gewisse Sicherheit dafür vermitteln, dass Trennung nicht bedeuten muss, dass die im Zuge der Trennung vermisste Bindungsperson, nicht wiederkommt. Hierbei wird vorausgesetzt, dass ein inneres Bild der vertrauten Menschen sich im Kind herausbilden konnte. Erst eine solche emotionale Objektkonstanz ermöglicht dem Kind, über die Existenz einer vertrauten Person  auch dann Gewissheit zu haben, wenn diese nicht physisch anwesend ist. Erst wenn das Kind in der Lage ist, sich an die Mutter/an die vertraute Person zu erinnern wird es eine Trennung relativ gut verarbeiten können.

Wir wissen aus Kinderbeobachtungen und Studien (vgl. Mahler, Piaget), dass Kinder über diese Fähigkeit der Objektkonstanz erst etwa ab dem 24. Lebensmonat verfügen Das bedeutet, dass solche Kinder, die eine länger dauernde Trennung von ihren vertrauten Bezugspersonen bereits früher erleben, Schwierigkeiten haben werden, innerlich sicher zu sein, dass die geliebte Person wiederkommt und es bedeutet, dass es für sie schwer ist, die Trennung gut zu verarbeiten. Hinzu kommt, dass so junge Kinder kaum ein Verständnis von Zeitdauer haben. Als hilfreich für das Kind erweisen sich so genannte Übergangsobjekte, die oben schon erwähnten Kuscheltiere, Schmusedecken oder sonstigen Objekte, die dem Kind helfen, sich an die geliebte, vertraute und nun vermisste Personen zu erinnern. Solche Übergangsobjekte, so hat es der englische Kinderanalytiker Donald W. Winnicott eindrücklich beschrieben, können von Kindern genutzt werden, um die Verbindung zur abwesenden Mutter herzustellen, sie repräsentieren diese ein Stück weit und sie erfüllen somit die Funktion, dem Kind Trost zu spenden

Ein weiterer Aspekt spielt bei einer möglichst guten Bewältigung von Trennung eine große Rolle. Es ist die Zeitdauer, über die sich ein Kind in einer Krippe aufhält. Kinder, die sich den ganzen Tag, teilweise mehr als 8 Stunden, in der Krippe aufhalten müssen, geraten - wie viele Studien nachweisen (z.B. Wiener Krippenstudie, NICHD) (4) - zunehmend unter Stress. Dies lässt sich anhand von Messungen des Stresshormons Cortisol leicht zeigen, da dieses Hormon im Speichel der Kinder nachgewiesen werden kann. Stress jedoch belastet nicht nur die emotionale Entwicklung, sondern auch die weiteren im Alter von 0 bis 3 Jahren in einem rasanten Tempo ablaufenden Reifungs- und Lernprozesse und damit auch die im Krippendiskurs viel beschworene Bildung. Insofern scheint es von großer Bedeutung, dass Kinder unter drei Jahren zunächst möglichst nur stundenweise mit Trennungen von ihren vertrauten Personen und ihrer vertrauten Umgebung konfrontiert werden. Dort, wo Eltern aus unterschiedlichsten Gründen eine nur stundenweise frühe außerfamiliäre Betreuung ihrer Kinder nicht ermöglichen können, ist es - wie oben bereits hervorgehoben - umso wichtiger, dass eine Erzieherin/ein Erzieher konstant und zuverlässig für sie als Bindungsperson in der Krippe vorhanden ist, dass die Gruppe der anderen Kinder zunehmend für sie einen stabilen sicheren Rahmen gewährt und dass sicherheitsstiftende Rituale es ihnen ermöglichen, sich beschützt und vertraut zu fühlen.

Noch ein Letztes ist mir in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Weder Erzieherinnen noch Eltern sollten den Trennungsschmerz der Kinder, ihre Trauer und Verzweiflung, ihre Ängste und ihre Wut bagatellisieren oder verleugnen. Sätze wie "Ist doch nicht so schlimm, die Mama kommt bald wieder", oder Ablenkungen wie "Hör auf zu weinen, wir spielen jetzt dein Lieblingsspiel" helfen dem Kind nur bedingt, seinen Schmerz zu bearbeiten. Primär vermitteln sie ihm, dass auch die ErzieherInnen nicht in der Lage sind, Trauer und Verzweiflung, Angst und Wut innerpsychisch auszuhalten und konstruktiv zu verarbeiten.

ErzieherIn.de: Bisher war nur von den Kindern die Rede. Aber auch für die Eltern ist die Trennung von ihrem sehr kleinen Kind ein großer Schritt. Was brauchen Eltern, damit sie dabei unterstützt werden?

Rita Marx: Der Aspekt, dass auch für Eltern die Trennung von ihrem Kind einen großen Einschnitt bedeutet, wird leider häufig übersehen. Ihnen fällt es in der Regel schwer, sich von ihrem Kind zu trennen, mit dem sie ja seit der Ent-Bindung bei der Geburt eine unverwechselbare, und intensive Bindung aufgebaut haben. Auch wenn sie schon vor dem Krippeneintritt ihr Kind das eine oder andere Mal bei einer anderen, in der Regel vertrauten Person gelassen haben, so doch meistens nur für einen kurzen Zeitraum und oft damit verbundenen, dass sie selbst und diese Personen jederzeit erreichbar waren. Die Trennung, die nun bevorsteht, hat eine ganz andere Qualität. Sie findet täglich statt und dauert lange Stunden oder gar den ganzen Tag.

Besonders für Mütter stellt eine solche Trennung oft eine große Sorge und eine eigene Belastung dar. In den 12 Monaten des gemeinsamen Lebens und des Zusammenwachsens von Mutter und Kind ist nicht nur das Kind eine Bindung zur Mutter eingegangen, sondern auch die Mutter hat sich gefühlsmäßig an das Kind gebunden. Mutter und Kind sind in Liebe wechselseitig verbunden und aufeinander bezogen. Damit sind beide unweigerlich in einem gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis miteinander verbunden.

Ich spreche hier zunächst bewusst von der Beziehung zwischen Mutter und Kind, da meines Erachtens die körperlichen Vorgänge von Schwangerschaft, Entbindung, Stillen und Gestilltwerden zwischen diesen beiden eine einzigartige bio-psychische Beziehung etablieren. In Abertausenden von Mikrointeraktionen beim Stillen und Wickeln, beim Wiegen und Tragen im Anblicken und Angeblickt-Werden, im Verstehen und Verstandenwerden etabliert sich ein Zusammenspiel der Gefühle, das beiden, Mutter und Kind, Sicherheit gewährt. Und - nebenbei gesagt - auch hier gibt es schon „kleine Trennungen“, etwa wenn das Kind den Blick abwendet oder die Mutter dem nicht mehr trinkenden Kind die Brustwarze aus dem Mund nimmt.

Dass auch Väter und ihre Kinder in Liebe wechselseitig aufeinander bezogen sind, soll hier nicht in Abrede gestellt werden, hat aber in der Regel meines Erachtens eine weniger intensive Qualität; man denke nur daran, dass Kinder schon intrauterin von der Stimme der Mutter begleitet, von ihren Bewegungen umgeben sind. Auch wenn die so genannten Neuen Väter viel Zeit mit ihrem Kind verbringen, gegebenenfalls auch die Betreuung während der Elternzeit übernehmen, so waren sie doch primär vom Kind getrennt.

Möglicherweise aufgrund vorgängiger geschlechtsspezifischer Sozialisationserfahrungen scheint es Männern/Vätern leichter zu fallen als Frauen/Müttern, sich von ihrem Kind zu trennen. Anschaulich tritt diese Tatsache darin zu Tage, dass es häufiger als aufgrund der sonstigen Betreungssituation zu erwarten, vorkommt, dass Väter - auch und gerade entgegen der sonst üblichen partnerschaftlichen Arbeitsteilung - die Eingewöhnung des Kindes in die Krippe begleiten und dass sie es - auch später noch - oft übernehmen, das Kind morgens in die Krippe zu bringen. Seit ich durch eine singuläre Beobachtung auf diese Tatsache aufmerksam geworden bin, lasse ich mir häufiger von Studierenden unseres Studiengangs ihre Erfahrungen dazu berichten und stelle fest, dass meine Beobachtungen eben nicht nur singulär sind. Die gängige Argumentation, dass sich das Kind leichter vom Vater trenne und dass es dann weniger weine, macht zumindest erst einmal deutlich, dass es Müttern häufig schwerer fällt, sich von ihrem Kind zu trennen. Es garantiert aber nicht, dass das Kind keinen Trennungsschmerz empfindet, diesen am ehesten unterdrückt und als tiefes Verlassenheitsgefühl in sich verschließt.

Eine hinreichend gute Mutter kann die Zeichen von Unruhe, Traurigkeit, Freude oder Glück bei ihrem Kind wahrnehmen, verstehen und beantworten, sie kennt seinen Rhythmus, weiß was es schon kann und wobei es noch Hilfe braucht. Nun soll sie ihr Kind einer ihr und dem Kind bisher fremden Person anvertrauen und darauf hoffen, dass auch die Erzieherin und die fremde Umgebung der Krippe dem Kind nicht schaden. Ja, sie soll sogar akzeptieren und anerkennen, dass diese außerfamiliäre Betreuung für ihr Kind genauso gut oder sogar besser für dessen kognitive und soziale Kompetenz sei, als die Betreuung innerhalb der Familie.

Man kann sich vorstellen, welche ambivalenten Gefühle der Schritt in die Krippe bei einer Mutter auslöst. Einerseits möchte sie gern wieder in das Berufsleben zurückgehen, muss es vielleicht auch aus finanziellen Gründen, andererseits hat sie möglicherweise das Gefühl, dass der Zeitpunkt der ersten großen Trennung ihr selbst und damit auch dem Kind von außen aufgezwungen wird. In der Regel bestimmen äußere Gegebenheiten den Beginn der Krippenbetreuung. Solche Gegebenheiten sind etwa die staatlichen Vorgaben von Mutterschutzfristen und Elternzeit, es sind die Vorgaben des Arbeitgebers, der relativ früh festgelegt wissen möchte, wann die Mutter ihre Tätigkeit wieder aufnimmt, es sind oft aber auch die Vorgaben der Krippe, die nur innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens Kinder in die Betreuung aufnimmt.

Aber auch innerpsychisch sind Mütter oft nicht oder nur sehr schwer bereit, ihr Kind einer fremden Person anzuvertrauen. Daher suchen sie nach der besten möglichen Krippe, sie suchen nach einer Erzieherin, von der sie erhoffen und erwarten können, dass diese ihr spezielles Kind ganz einfach mag, dass sie es versteht, es anregt und fördert, es tröstet und ihm hilft, es nicht ausschimpft oder lächerlich macht, die ihm nicht weh tut und es nicht zwingt, etwas zu tun, was es nicht möchte. Kurz gesagt: Mütter und Väter möchten eine Betreuungsperson für ihr Kind, bei der das Kind sich gern aufhält und sich wohl fühlt. Und obwohl sie das so gern möchten, gibt es doch auch oft die Angst, dass das Kind sich lieber in der Tageseinrichtung aufhält als zuhause, dass es möglicherweise die Erzieherin lieber mag als die eigenen Eltern. Dies ist natürlich in der Regel nicht der Fall. Dennoch bringt es Mütter und Väter in Selbstzweifel, was ihre gute Beziehung zu ihrem Kind betrifft, wenn das Kind beim Abholen nicht mitgehen will.

Bei Eltern werden dann manchmal eigene frühe und verschüttete Ängste aktiviert, dass eine Bindung zerbricht, wenn der äußere Kontakt zu lange unterbrochen war oder wenn der andere in der Zwischenzeit etwas Anderes/Besseres erlebt hat. Ein sicheres inneres Bild einer guten Bindungsbeziehung, eines Miteinander-Verbundenseins ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Eltern ihr Kind auch wirklich in der Gewissheit einer anderen Person überlassen können, dass das Gute in der Verbindung Bestand hat. Sie brauchen die generelle (nicht nur auf ihr Kind bezogene) eigene innere Gewissheit, dass Trennung gute Bindung und Beziehung nicht infrage stellt oder zerstört.

Bei der Frage, unter welchen Bedingungen Kinder die Trennung von ihnen vertrauten Bezugspersonen gut verarbeiten können habe ich schon auf die Fähigkeit zur Triangulierung hingewiesen. Über eine solche Fähigkeit müssen natürlich zu allererst auch Eltern verfügen. Auch sie müssen in der Lage sein auszuhalten, dass ihr Kind sich bei einem anderen, sei es dem Vater, sei es ein Erzieher, seien es Freunde wohl fühlt und manchmal den Kontakt mit jenen anregender oder befriedigender findet als ein Zusammensein mit der Mutter. Dass viele Erwachsene nur ansatzweise über eine solche trianguläre Kompetenz verfügen, dass sie oft ihre Verlassenheitsängste und ihre Sehnsucht nach symbiotischen Beziehungen nur schwer rational unter Kontrolle halten können, zeigt sich unter anderem in vielen Paarbeziehungen Erwachsener. Eifersucht auf jene, mit denen der Partner freiwillig und mit Freude Zeit verbringt, Ärger und Wut auf einen Partner, der nicht immer zur Verfügung steht, Kontrolle des Partners, um ja nicht enttäuscht zu werden, dies alles sind Gefühle und Verhaltensweisen, die häufig vorkommen, wie Erfahrungen in Paarberatungen oder Psychotherapientherapien zeigen. In den Therapien wird deutlich, mit wie viel Verlassenheitsangst es solche Erwachsenen zu tun haben und wie groß ihr oft schon in der eigenen Kindheit erlittenes Trennungsleid wirklich ist. Auch wenn dieses verdrängt oder verleugnet wurde, so ist es doch latent vorhanden und kann leicht wieder wirksam werden. Wir wissen, dass latent vorhandene Affekte dann wieder aus dem Unbewussten andrängen, wenn strukturell ähnliche Situationen wieder auftauchen. Eine solche strukturell ähnliche Situation stellt die Trennung vom eigenen Kind dar. In diesem Sinne aktiviert eine forcierte und fremdbestimmte Trennung bei Eltern eigene Ängste, wenn sie selbst traumatische und nicht verarbeitete (weil nicht bearbeitete) Trennungserfahrungen in ihrer Kindheit machen mussten.

Sie merken, dass es schwierig war, auf die Frage, was Eltern brauchen, damit sie sich von ihrem Kind trennen können, eine kurze Antwort zu finden. Die zentrale trianguläre Kompetenz, die es Eltern ermöglicht Trennung oder Verlustangst zu ertragen, ist weder leicht zu erwerben noch leicht zu beschreiben. Auf der äußeren Ebene sind die Unterstützungsbedarfe relativ klar. Es geht darum, Eltern selbst entscheiden zu lassen, wann und für wie lange sie ihr Kind in eine frühe außerfamiliäre Betreuung geben wollen; eine fremdbestimmte, forcierte Trennung aktiviert Ängste und Gefühle von Ausgeliefertsein. Darüber hinaus ist wichtig, dass nicht nur der Trennungsschmerz des Kindes, sondern auch jener der Eltern anerkannt wird: es sollten ihnen keine Beschwichtigungen angeboten werden wie jene ‚ihre Tochter hört auf zu weinen, sobald Sie weg sind’ oder ,alle Kinder wollten am Anfang nicht hier bleiben, aber die gewöhnen sich schon dran; wird Ihr Sohn auch’. Es darf auch Eltern schwer fallen, ihr Kind in der Krippe zurück zu lassen, während sie einer anderen Beschäftigung nachgehen (wollen).

Meines Erachtens sollte auch der Aspekt des Schuldgefühls besonders der jungen Mütter nicht tabuisiert werden. Sie befinden sich in der Tat in einer schwierigen Gefühlssituation. Das Bild der emanzipierten und beruflich aktiven Frau legt ihnen nahe, ihr Kind möglichst frühzeitig in die Krippe zu geben, um selbst wieder einer beruflichen Tätigkeit und ihrer beruflichen Karriere nachgehen zu können. Ein solches Rollenverständnis wird durch den öffentlichen Diskurs darüber, dass außerfamiliäre Betreuung frühe Bildungsprozesse des Kindes anrege und damit förderlich für das Kind sei, gestützt. Daneben fühlen Mütter jedoch sehr deutlich, wenn ihr Kind noch auf den engen vertrauten Rahmen der Familie und auf überschaubare und vertraute Beziehungen angewiesen ist. Sie spüren oft intuitiv, was auch die Forschung nachweist, dass Kinder bei einer zu langen Trennung unter Stress geraten und es ihnen mit einer solchen Trennung nicht gut geht. Sie vermuten selbst, dass häufige Erkrankungen ihrer Kinder auch mit deren psychisch labiler Situation zu tun haben, dass sie, die weggegeben wurden, nun quasi gekränkt sind und sich so indirekt Zuwendung und häusliche Betreuung zumindest vorübergehend holen. Mütter und Väter wissen intuitiv sehr wohl, dass es auch der kompetentsten und sensibelsten Erzieherin der guten Krippe mit dem Qualitätszertifikat nicht gelingen kann, ihr Kind so individuell wahrzunehmen, es so passgenau zu trösten oder mit ihm so lange zu spielen, wie es das Kind gerade braucht. Hier sind daher Schuldgefühle der Eltern meines Erachtens unvermeidbar. Das mag hart klingen, entspricht aber - gerade wenn Sie junge Eltern fragen - einer Realität. Schuldgefühle. nicht zu verleugnen, sie anzusprechen und auszuhalten, ist Ausdruck eines reifen erwachsenen Ichs.

ErzieherIn.de: Welche Argumente sollten Ihrer Meinung nach in der politischen Diskussion zum Krippenausbau stärker berücksichtigt werden?

Rita Marx: Auf diese Frage nur auf die Notwendigkeit hinzuweisen, dass die Qualität der Kitas und eine wissenschaftliche Qualifizierung der dort tätigen Fachkräfte notwendig seien scheint mir in diesem Kontext selbstverständlich und banal. Ich benenne jetzt hier nur schlagwortartig jene Aspekte, die mir besonders wichtig sind:

  • begleitende Beratung aller Eltern darüber, ob es möglich ist, dass das Kind bereits eine Krippe besucht (Analogie zum Schulreifetest, Ermöglichung einer kindbezogenen Entscheidungsfindung),
  • Ermöglichung und finanzielle Absicherung von Elternzeit bis zum dritten Lebensjahr (jenseits der Debatte um das Betreuungsgeld),
  • ein Personalschlüssel von 1 zu 3,
  • die Eingewöhnungszeit sollte nicht kürzer als ein Monat sein, aber so lange dauern, wie Kind und Eltern es brauchen,
  • es sollte nur ein Kind zur selben Zeit eingewöhnt werden,
  • es muss für Fachkräfte genügend Zeit für einen Austausch mit einzelnen Eltern vorgesehen sein,
  • pädagogische Fachkräfte in Krippe und Kita sollten regelmäßig Supervision haben
  • Forcierung eines öffentlichen Diskurses, der Eltern in ihren ambivalenten Haltungen gegenüber einer frühen außerfamiliäre Betreuung bestätigt, statt ihnen die Ambivalenzen - in welche Richtung auch immer – auszureden.

ErzieherIn.de: Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Hilde von Balluseck

Anmerkungen

(1)  Krippenausbau in Deutschland - Psychoanalytiker nehmen Stellung. Memorandum der Großdeutschen Psychoanalytischen Vereinigung, http://www.psychoanalyse-aktuell.de/kinder/krippenausbau.html

(2)  http://www.nubbek.de/pages/download.php

(3)  Zur  Bedeutung der Spiegelneuronen für die kindliche Entwicklung und das Soziale Lernen, speziell das Modelllernen vgl. z.B. Bauer J. (2005): Warum  ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone, Hamburg

(4)     Vgl. zur Stressbelastung den gut lesbaren Artikel des Neuropädiaters Rainer Böhm aus der FAZ unter dem Titel: Die dunkle Seite der Kindheit“ unter: http://www.familie-ist-zukunft.de/seite/wp-content/uploads/2012/04/boehm-faz-040412.pdf

Literatur

Ahnert, Lieselotte (2011): Wieviel Mutter braucht ein Kind? Bindung, Bildung, Betreuung: öffentlich und privat. Unveränd. Nachdr. Heidelberg

Abelin, Ernst A. (1986): Die Theorie der frühkindlichen Triangulation. In: Stork, Jochen (Hg.): Das Vaterbild in Kontinuität und Wandlung. Zur Rolle und Bedeutung des Vaters aus psychopathologischer Betrachtung und in psychoanalytischer Reflexion. 4. Symposion der Poliklinik für Kinder: 45 - 72.

Bauer, Joachim (2011): Warum ich fühle, was du fühlst. Intuitive Kommunikation und das Geheimnis der Spiegelneurone. 16. Aufl. MünchenBowlby, John (1976): Trennung. Psychische Schäden als Folge der Trennung von Mutter und Kind. München.

Dammasch, Frank/Katzenbach, Dieter/Ruth, Jessica (2008): Triangulierung. Lernen, Denken und Handeln aus psychoanalytischer und pädagogischer Sicht. Frankfurt am Main.

Erikson, Erik H. (2010; zuerst erschienen 1950): Wachstum und Krisen der gesunden Persönlichkeit. Stuttgart. In: Ders.: Identität und Lebenszyklus. Drei Aufsätze. Frankfurt am Main.

Freud, Anna; Burlingham, Dorothy (1982): Heimatlose Kinder. Zur Anwendung psychoanalytischen Wissens auf die Kindererziehung. Frankfurt M

Grossmann, Karin; Grossmann, Klaus (2008): Bindungen- Das Gefüge psychischer Sicherheit. 4. Auflage. Stuttgart

Mahler, Margaret S; Pine, Fred; Bergman, Anni (2008): Die psychische Geburt des Menschen. Symbiose und Individuation. 19. Aufl. Frankfurt am Main

Marx, Rita (2011): Familien und Familienleben. Grundlagenwissen für soziale Arbeit. Weinheim

Winnicott, Donald W: (2010): Vom Spiel zur Kreativität. 12. Aufl. Stuttgart

Unsere Autorin

Prof. Dr. Rita Marx, Studienrätin, Diplompsychologin, Diplompädagogin, Dr. phil. (Erziehungswissenschaft), Psychoanalytikerin (DPV, IPV), Professorin für Erziehungs- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Potsdam im Fachbereich Sozialwesen, Studiengangsleitung Master Soziale Arbeit: Schwerpunkt Familie, Mitarbeit im Studiengang ‚Bildung und Erziehung in der Kindheit’, Psychoanalytikerin und Psychotherapeutin in privater  Praxis, Mitarbeit im Arbeitskreis ‚Frühe außerfamiläre Betreuung von Kindern’ der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung. Arbeitssschwerpunkte: Psychodynamik menschlicher Entwicklung,  Familien und Familiendynamik, sozialpädagogische Arbeit mit Kindern und Familien, Psychosoziale Beratung, Ursachen und Prävention von Jugendgewalt

Forschungstätigkeit: Schulbegleitforschung, Biographieforschung, rechtsradikale Jugendgewalt und Gewaltprävention, Aufwachsen in fragmentierten Familenformen.

Ausgewählte Veröffentlichungen

  • Familien und Familienleben: Grundlagenwissen für die Soziale Arbeit. Weinheim und Basel 2011
  • PAGS. Unterrichtsmaterialien zur Prävention von Aggression und Gewalt an Schulen, Potsdam 2008 (3. Auflage), (hgg. zusammen mit S. Saliger)
  • Über die bildende Wirkung der psychoanalytischen Kur. In Ehrenspeck, Y., de Haan, G., Thiel, F. (Hrsg.): Bildung: Angebot oder Zumutung? Wiesbaden, 2008, S. 45 – 64.
  • Frühe außerfamiliäre Betreuung: Psychoanalytische Perspektiven (Tagungsbericht), In: Psyche 61 (2007), S. 804 – 811.
  • Gewaltige Gefühle. Gewaltprävention an Schulen. Erfahrungen mit einem Interventionskonzept. In: Schoeps, J.H. u.a. (Hrsg.): Rechtsextremismus in Brandenburg, Berlin, 2007, S. 345 – 354.
  • „We’ve lost our good old Mama“ Zur Abwehr von Liebessehnsucht und Todesangst in Mahagonny. In: Koch, G./Vaßen, F./Zeilinger, D. (Hrsg.): „Können uns und euch und niemand helfen“. Die Mahagonnysierung der Welt, Frankfurt, 2006, S. 144 –157.

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Kommentare (1)

Kolvenbach Maria 27 März 2013, 20:25

Sehr geehrte Damen und Herren,

großes Lob für besagten Artikel, der weitsichtig die möglichen Probleme einer künftigen Gesellschaft thematisiert! Auch ich versuche, als Alleinerziehende möglichst spät eine Krippenerfahrung zu machen und hoffe, dass mir dies finanziell gelingt. Im Rahmen der „Problembewältigung“ von Alleinerziehenden nervt mich die einseitige Glorifiierung von Krippenunterbringung als „großartiger Möglichkeit, alleinerziehend endlich wieder arbeiten zu können“! Als ob wir uns danach sehnen würden- schließlich hat man sowieso schon das Leid zu ertragen, allein nicht genug zu sein fürs Kind. Auch ich habe einen anspruchsvollen Beruf, jedoch der der Mutter ist nicht zu übertreffen.

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