Laptop, Bücher und Notizblock mit Stift

Stress - ein zunehmendes Phänomen auch unter Kindern

Gesponsorter Beitrag

06.09.2012 Kommentare (0)

Noch vor Jahren glaubten viele PädagogInnen, Entspannungsübungen für Kinder und Jugendliche seien nicht notwendig. Doch die Lebenssituation der Heranwachsenden hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Wachsende Probleme in Schule, Freizeit und Familie wirken sich auf das Verhalten und die Gesundheit der Kinder aus und zwingt zum Umdenken Nach Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO wird die Depression im Jahre 2020 die zweithäufigste Krankheit weltweit sein. Für Deutschland stellt der Report über die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen 2008 in Deutschland (KiGGs 2008, www.kindergesundheit-info.de) fest, dass es bei 15% deutliche Hinweise auf mehr oder weniger grenzwertige psychische Probleme gibt. 25% erleben Gewalt in ihrem nahen Umfeld. Ursachen sind laut dieser Studie die Nicht-Teilhabe von sozial benachteiligten Familien am Alltagsleben unserer Gesellschaft, Ein-Kind-Familien, Migrationshintergrund und Arbeitslosigkeit. 20% der Kinder und Jugendlichen haben nur unzureichende persönliche, soziale oder familiäre Ressourcen für den Umgang mit diesen Stress-Situationen.

Besonders auffällig ist auch, dass die Kinder, die medizinisch behandelt werden immer jünger werden. Der stetig steigende Leistungsdruck im Bildungssystem führt dazu, dass Stress bereits bei Kindern ab 3 Jahren auf der Tagesordnung stehen kann. Ein ausgebildeter Entspannungspädagoge* kann durch professionelle Entlastungsmaßnahmen Abhilfe schaffen.

Entspannungsübungen  - Ein Baustein gegen Stress

In psychologischen Fachkreisen sind die positiven Wirkungen von systematischen Entspannungsangeboten durch einen ausgebildeten Entspannungspädagogen schon lange bekannt. Sie werden als wichtiger Baustein zur Prävention bei Kindern und Jugendlichen genutzt, um persönliche Ressourcen zu stärken und den Einfluss von persönlichen, familiären und sozialen Risikofaktoren zu mildern und um die Wirkung von Psychotherapie zu intensivieren. Auch in der Öffentlichkeit sind Entspannungsverfahren bereits bekannt und allgemein anerkannt. So gehören in so genannten bildungsnahen Familien Entspannungsverfahren oft zum Alltag dazu. Laut einer Forsa Umfrage planen 39% von 1005 Befragten in Deutschland bewusst Zeiten in ihren Alltag mit ein, um sich körperlich und geistig zu entspannen.

Die Wirkung von Entspannungsverfahren ist wissenschaftlich umfassend belegt, Im Bereich der Schule wird der Entspannungspädagoge allerdings bisher nur selten eingesetzt, um die Lernfähigkeit der Schüler zu unterstützen. Durch den gestiegenen Leistungsdruck ist unbestritten, dass Kinder und Jugendliche in Schul- und Freizeit mehr Erholungszeiten brauchen. Gerade Ganztagsschulen haben viele Möglichkeiten, den Kindern in der Mittagsfreizeit systematische Entspannungsmöglichkeiten nahezubringen. Kinder und Jugendliche, die Entspannungsangebote erleben, sind in der Regel begeistert und fordern die Wiederholung selber ein. Ein Entspannungspädagoge der Erholungsangebote anbietet, ist überrascht, plötzlich ruhige, konzentrierte, kooperative und kommunikative Kinder und Jugendliche zu erleben.

Die absolute Mehrheit unter den Anwendern von Entspannungspädagogik stellen ErzieherInnen, gefolgt von SozialpädagogInnen, ErgotherapeutInnen, HeilpädagogInnen und SonderschulpädagogInnen. „Genannte Berufsgruppen nehmen den hohen Stresslevel wahr, unter dem Kinder und Jugendliche schon stehen und sehen die Notwendigkeit, ihnen Zeiten zu verschaffen, in denen sie runterfahren können“, so Diplom Psychologin Birgit Papendorf, Expertin für Entspannungspädagogik.

Es gibt viele verschiedene Entspannungsübungen. Ein Patentrezept existiert nicht. Wichtig ist nur eines: Ein Entspannungspädagoge muss herausfinden, welche Angebote für welches Kind oder Kindergruppe am geeignetsten sind.

Entspannungsübungen nehmen je nach Verfahren 1 bis 60 Minuten in Anspruch. Die Zeitdauer richtet sich nach Lebens- und Entwicklungsalter, Temperament und Vorerfahrung der Kinder und Jugendlichen sowie der zur Verfügung stehenden Zeit. Puls, Blutdruck und Atmung sinken, wenn es die passenden Übungen sind und führen zu körperlicher Entspannung. Die Abnahme der Stresshormone und erhöhte Ausschüttung von Glückshormonen führt zur emotionalen und geistigen Entspannung und einer Stärkung der Immunabwehr.

Alle Übungen, die ein Entspannungspädagoge durchführt, steigern Konzentrationsfähigkeit, verbale, künstlerische und emotionale Ausdrucksfähigkeit sowie Lösungsfähigkeit u.a. für arithmetische Aufgaben, Selbstvertrauen, Konfliktfähigkeit, Kooperations- und Merkfähigkeit. Aggressivität, Angst und Bedrohungserleben, Erkrankungshäufigkeit und Unkonzentriertheit nehmen ab.

Diplom Psychologin Birgit Papendorf, Fachpsychologin für Klinische Psychologie, Heilpraktikerin für Psychotherapie, ist seit 1992 in freier Praxis tätig und bietet über die Trägerschaft von Pädiko in Kiel regelmäßig zertifizierte Fortbildungen zum Entspannungspädagogen an.

* Um den Lesefluss zu vereinfachen haben wir auf die Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Entspannungspädagogen verzichtet. Beide Geschlechter sind in diesem Artikel gleichberechtigt angesprochen.

 

Ihre Meinung ist gefragt!

Kommentar schreiben




Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.


Bitte schreiben Sie freundlich und sachlich. Ihr Kommentar wird erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet.





Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben. Weitere Hinweise zum Datenschutz finden Sie im Impressum.