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mehrere Kinder

ErzieherInnen verdienen zu wenig

06.04.2009 Kommentare (3)

In einer Pressekonferenz am 27.3.2009 in Berlin wies die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf die unverhältnismäßig niedrigen Gehälter von ErzieherInnen hin. Das Einstiegsgehalt beträgt 1.922 Euro, nach 15 Berufsjahren erhält eine Fachkraft 2.474 Euro (brutto/volle Stelle). Aus der Pressemitteilung:
"Seit der Umstellung vom Bundesangestelltentarifvertrag (BAT) auf den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) im Jahr 2005 müssten neueingestellte Erzieherinnen starke Gehaltseinbußen hinnehmen, erläuterte der GEW-Vorsitzende mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zur Entgeltordnung für den Sozial- und Erziehungsdienst. Er verlangte: ‚Erzieherinnen müssen in Entgeltgruppe 9 statt wie bisher in Gruppe 6 eingeordnet werden. Das bedeutet für eine frisch eingestellte Erzieherin gut 300 Euro mehr im Monat (brutto).' Die Verhandlungen werden am kommenden Montag fortgesetzt.

'Erzieherinnen sind hochmotiviert: 84 Prozent sind stolz darauf, als Erzieherin zu arbeiten. Aber nur acht Prozent sind mit ihren Einkommens- und Arbeitsbedingungen zufrieden. Das sind alarmierende Zahlen. Erzieherinnen haben ein Recht darauf, dass sich die gesellschaftliche Wertschätzung ihres Berufes auch in Euro und Cent niederschlägt', betonte Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, mit Blick auf die neuesten Ergebnisse des DGB-Index' „Gute Arbeit". Weniger als 1.500 Euro verdient laut der Untersuchung ein Drittel der Erzieherinnen. http://gew.de/GEW_Erzieherinnen_verdienen_mehr.html

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Kommentare (3)

  • Anne Kirchhoff:
    24.07.2009 um 08:04 Uhr

    Ich denke, dass sich gerade bei den Gehältern für Erzieherinnen noch einiges tun muss. Denn gerade gemessen an dem qualitativen Anspruch an die Mitarbeiterinnen in Kindertageseinrichtungen und der täglichen, unheimlich vielseitigen und anspruchsvollen Arbeit, stehen die Gehälter in keinem Verhältnis zur geleisteten Arbeit. Gern würde ich mal einen gesamten Tag dokumentieren (beschreiben) um den tätsächlichen Alltag darzustellen. Ein/e Erzieher/in muss ein Allrounder sein, sonst würde er/sie scheitern. Wenn wir von Qualität in der Kindergartenbildung sprechen, muss auch Qualität bezahlt werden! Ein langer Weg, wie mir scheint. Dennoch freue ich mich täglich auf die Kinder und bin gespannt, was sie heute wieder entdecken werden...

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  • Alexandra Hoppe:
    19.09.2009 um 12:20 Uhr

    Dem obrigem Kommentar kann ich nur zustimmen! Wir verdienen wirklich wenig, wenn man bedenkt, dass wir entscheidende Arbeit leisten. Trotzdem würde ich gegen kein Geld der Welt meinen Beruf wechseln wollen. Was ich mir wünschen würde, ist mehr Anerkennung Seitens der Gesellschaft und der Politik. Teilweise wird hinter unserem Rücken davon gesprochen, dass wir NUR Kaffee und Basteltanten sind. Sollte ich hier vielleicht anmerken, dass ich keinen Kaffee trinke? Hoffentlich erkennt die Politik bald, wie wichtig und elementar unsere Arbeit jeden Tag ist! Ich würde ja mal zu gerne sehen, wie Fr. Merkel oder Hr. Steinmeier einen Tag in unserem Beruf arbeiten würden... Ob sie dann verstehen würden, wo unsere Sorgen und Probleme liegen...

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  • jrrabi:
    10.03.2011 um 23:24 Uhr

    Die GDL fordert 00%, die ärzte 30% und wir? Ich habe 0992 mit meiner ersten Stelle 0900 DM als Alleinstehender ohne Kinder verdient. Heute mit meiner Frau und 2 Kindern 2400€. Wie jeder weiß, sind Euro gleichzusetzen mit DM. Wir arbeiten beide! (0 0/4 Stelle). Aber wir haben 0990 mit Vorpraktikum, Annerkennungsjahr, FSJ und Schule 5 Jahre Ausbildung. Wenn ich in dieser Zeit studiert hätte, würde ich mit meiner Frau das 3-4 fache verdienen und als Lehrer (in RLP sind wir an einer Schule als Lehrer eingesetzt) haargenau das Gleiche tun, wie unsere lieben Beamtenkollegen. Übrigens, bei einer 4 köpfigen Familie ist mit allen möglichen Leistungen des Harz 4 die Leistungshöhe bei ca. 2000€. Wenn ich könnte, würde ich sofort den Job wechseln. Leider zu alt um was Neues zu machen. Die Kinder der ärmsten und der reichsten sollen wir Bildungsfit machen - aber unsere eigenen Kinder kommen zu kurz??? Diese Gesellschaft ist einfach krank!!!

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