mehrere Kinder

Evangelische und katholische Kirche fordern zügigere Bearbeitung der Anträge ehemaliger Heimkinder

05.02.2014 Kommentare (2)

Die evangelische und die katholische Kirche in Deutschland haben die teilweise schleppende Bearbeitung der Anträge ehemaliger Heimkinder durch staatliche Beratungsstellen kritisiert. Sie mahnten Verbesserungen beim Verfahren des Fonds an. Insbesondere seien die Zeiten vom ersten Kontakt mit der Beratungsstelle bis zur Auszahlung der vereinbarten Mittel durch die Bundeskasse oft zu lang.

„Wartezeiten von mehreren Monaten tragen zur Retraumatisierung derjenigen bei, die sich an den Fonds wenden. Dies muss vermieden werden“, sagten heute der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, in einer gemeinsamen Erklärung.

Da ehemalige Heimkinder sich nur noch bis Ende 2014 an den Fonds Heimerziehung West wenden können, um Leistungen zur Linderung von Leiden aus der ehemaligen Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland zu erhalten, riefen der Erzbischof und der EKD-Ratsvorsitzende Betroffene auf: „Melden Sie sich bei einer regionale Anlauf- und Beratungsstelle des Fonds! Nutzen Sie dieses Hilfeangebot, das noch bis Ende dieses Jahres zur Verfügung steht!“

Die Kirchen reagieren mit diesem Aufruf auf Meldungen aus dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben der letzten Woche, nach denen der Fonds Heimerziehung West im Unterschied zum Fonds für Betroffene aus der ehemaligen DDR noch gut gefüllt ist. In den Jahren 2012 und 2013 sind demnach 66 Millionen Euro von insgesamt 120 Millionen Euro beantragt worden. Zollitsch und Schneider werten es als einen Erfolg, dass diese Summe zur Unterstützung von ehemaligen Heimkindern zur Verfügung gestellt werden konnte. „Dies ist eine wirksame Hilfe, die bei den Betroffenen auch ankommt!“

Die beiden Vorsitzenden bedauerten jedoch, dass es trotz intensiver Bemühungen noch nicht gelungen ist, Betroffenen aus der Behindertenhilfe und Psychiatrie ein ähnliches Angebot zu unterbreiten. Menschen, die zwischen 1945 und 1975 in der Bundesrepublik Deutschland in einer solchen Einrichtung untergebracht waren, berichten oft von den gleichen schlimmen Erfahrungen wie ehemalige Heimkinder. „Wir appellieren an den Bund und die Länder: Auch diese Gruppe Betroffener sollte schnellstens Hilfen zur Bewältigung ihrer schlimmen Erlebnisse erhalten. Die Kirchen haben hier schon vieles in Sachen Aufarbeitung und Hilfe unternommen – jetzt muss dringend eine Lösung durch den Staat geschaffen werden!“, so Zollitsch und Schneider abschließend.

Hinweis:
Weitere Informationen sind im Themendossier „Ehemalige Heimkinder“ nachlesbar.

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz

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Kommentare (2)

Rosemarie Gummersbach 21 Juni 2014, 19:16

Meine Schwester war im Behindertenheim und wurde als Epileptikerin behandelt.Meine Schwester war damals 04 Jahre alt. Sie hatte vorher keine Anfälle und brauchte keine Medikamente.Sie wurde 0972 aus dem Behindertenheim enlassen und braucht bis heute keine Medikamente.Sie hat nach der Behandlung leider nie mehr gesprochen.Ich weiß es ganz genau weil meine Schwester seit dreißig Jahren bei uns lebt.Ich finde schon dass diese Kinder mit einbezogen werden sollten.Mann sollte der Regierung mal den Film zeigen Die Hölle von Ukermünde.Das ist meiner Schwester leider in der DDR auch wiederfahren.

Hans-Peter Scheerer 17 Februar 2014, 21:46

Landesregierungen sowie untergeordnete Behörden haben kein Interresse an der Langsamkeit ihrer Arbeit etwas zu ändern.Das hatten wir schon einmal in Sachen Entschädigung der Holocaustopfer.
Abwarten,Abwarten,die Natur wird es schon richten.
Mir selbst wurde von der PLZ: 88030 Lindauer Behörde gezeigt, wo die Ausgangstüre ist, als ich als ehemaliges Heimkind meinen Antrag für Sachleistungen abgeben wollte. Warum auch immer.Behörden sind oft nur für sich selber da. Erst sie, dann vieles andere und fast hätte ich es vergessen, wenn sie noch am Leben sind,auch die Heimkinderopfer.Aber bitte, immer der Reihe nach.

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