Fachkongress Männer in Kitas
Über dreihundert Männer und (einige) Frauen trafen sich zur dritten
bundesweiten Fachtagung „Männer in Kitas“ in der Fachhochschule Köln.
Acht Vorträge gaben Auskunft über den aktuellen Stand des Themas. Über
20 Workshops luden zum Austausch und zur Auseinandersetzung ein. Viele
Kolleg/innen aus der Praxis, aber auch Vertreter/innen von Trägern,
Fachschulen, Politik sowie Mitarbeiter/innen der ESF-Modellprojekte
„MEHR Männer in Kitas“ nutzten die Möglichkeit zur Begegnung und zur
umfassenden Information über den aktuellen Stand des Themas.
Eröffnet wurde die Tagung mit einem Beitrag von Dr. Angela Icken vom
BMFSFJ, die deutlich machte, dass der Einsatz für mehr Männer in Kitas
für das Ministerium ein wichtiges Anliegen ist. Harald Gieseke von
ver:di kritisierte die generelle Unterfinanzierung des Elementarbereichs
in Deutschland und stellte die Strategien der Gewerkschaft zur
Aufwertung des Erzieherberufs dar. Insbesondere eine bessere
Eingruppierung des Berufs ist ein langfristiges Ziel, für die sich die
Gewerkschaften ver:di und GEW gemeinsam mit allen Beschäftigten
einsetzen wollen. Tim Rohrmann stellte in einem „Blick über den
Tellerrand“ internationale Forschungsergebnisse und Strategien zur
Erhöhung des Männeranteils dar.
Schritte für mehr Männer in Kitas in der Kommune, im Land, im Bund. In
dem Workshop „Deutsche Modelle: Mehr Männer für den Erzieherberuf
gewinnen. Schritte für mehr Männer in Kitas in der Kommune, im Land, im
Bund“, der von Michael Cremers und Jens Krabel geleitet wurde,
diskutierten die Teilnehmenden beispielsweise die Gesamtstrategie
„Männer in Kitas“ des Familienministeriums, die bei den Teilnehmenden
auf große Zustimmung stieß. Einigen Teilnehmer/innen war wichtig, dass
mit den Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils auch Projekte
entwickelt werden, die insbesondere den Bereich der unter Dreijährigen
für Männer attraktiver darstellen. Wünschenswert seien ebenso Projekte
zur Unterstützung homosexueller Erzieher sowie Maßnahmen, die
Erzieherinnen in den Blick nehmen und sie in ihrer Zusammenarbeit mit
männlichen Erziehern begleiten.
Gemischtgeschlechtliche Teams. Gunter Neubauer von 'sowit' Tübingen
stellte in seinem Vortrag „wozu Männer in Kitas wichtig sind“
verbreitete Aussagen über fundamentale Unterschiede zwischen Männern und
Frauen in Frage. Auch Holger Brandes von der ehs Dresden warnte in
seinem Vortrag vor „überzogenen Erwartungen und Geschlechterklischees“.
Persönliches und politisches Engagement. Durch die Tagung führte Martin
Verlinden vom bundesweiten Netzwerk „Männer in Kitas“. Zum Abschluss
kündigte er eine Resolution mit konkreten Forderungen an, die nach einer
Abstimmung mit den Teilnehmer/innen demnächst an Politik und
Öffentlichkeit gerichtet werden wird. In der Abschlussrunde bekräftigten
die Beteiligten ihre Bereitschaft, sich auf vielen Ebenen persönlich
und politisch für mehr Männer in Kitas einzusetzen. Beifall erhielten
insbesondere die klaren Positionierungen von Norbert Hocke (GEW) und
Harald Gieseke (ver:di), die sich sehr ausdrücklich für eine
Verbesserung der Rahmenbedingungen und auch eine finanzielle Aufwertung
des Berufs einsetzten.
Vierter bundesweiter Fachtag in Frankfurt. Am Ende der Tagung wurde die
Staffel an die „Elementar-AG“ aus Frankfurt weitergegeben, die eine
Ausrichtung der nächsten bundesweiten Fachtagung im Jahre 2013 im Raum
Frankfurt ermöglichen will. Die Dokumentation der Fachtagung wird unter
www.maennerinkitas.de der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Quelle: Koordinationsstelle Mehr Männer in Kitas vom 29.3.2011

