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Fachkongress Männer in Kitas

05.04.2011 Kommentare (0)

Über dreihundert Männer und (einige) Frauen trafen sich zur dritten bundesweiten Fachtagung „Männer in Kitas“ in der Fachhochschule Köln. Acht Vorträge gaben Auskunft über den aktuellen Stand des Themas. Über 20 Workshops luden zum Austausch und zur Auseinandersetzung ein. Viele Kolleg/innen aus der Praxis, aber auch Vertreter/innen von Trägern, Fachschulen, Politik sowie Mitarbeiter/innen der ESF-Modellprojekte „MEHR Männer in Kitas“ nutzten die Möglichkeit zur Begegnung und zur umfassenden Information über den aktuellen Stand des Themas.
Eröffnet wurde die Tagung mit einem Beitrag von Dr. Angela Icken vom BMFSFJ, die deutlich machte, dass der Einsatz für mehr Männer in Kitas für das Ministerium ein wichtiges Anliegen ist. Harald Gieseke von ver:di kritisierte die generelle Unterfinanzierung des Elementarbereichs in Deutschland und stellte die Strategien der Gewerkschaft zur Aufwertung des Erzieherberufs dar. Insbesondere eine bessere Eingruppierung des Berufs ist ein langfristiges Ziel, für die sich die Gewerkschaften ver:di und GEW gemeinsam mit allen Beschäftigten einsetzen wollen. Tim Rohrmann stellte in einem „Blick über den Tellerrand“ internationale Forschungsergebnisse und Strategien zur Erhöhung des Männeranteils dar.
Schritte für mehr Männer in Kitas in der Kommune, im Land, im Bund. In dem Workshop „Deutsche Modelle: Mehr Männer für den Erzieherberuf gewinnen. Schritte für mehr Männer in Kitas in der Kommune, im Land, im Bund“, der von Michael Cremers und Jens Krabel geleitet wurde, diskutierten die Teilnehmenden beispielsweise die Gesamtstrategie „Männer in Kitas“ des Familienministeriums, die bei den Teilnehmenden auf große Zustimmung stieß. Einigen Teilnehmer/innen war wichtig, dass mit den Maßnahmen zur Erhöhung des Männeranteils auch Projekte entwickelt werden, die insbesondere den Bereich der unter Dreijährigen für Männer attraktiver darstellen. Wünschenswert seien ebenso Projekte zur Unterstützung homosexueller Erzieher sowie Maßnahmen, die Erzieherinnen in den Blick nehmen und sie in ihrer Zusammenarbeit mit männlichen Erziehern begleiten.
Gemischtgeschlechtliche Teams. Gunter Neubauer von 'sowit' Tübingen stellte in seinem Vortrag „wozu Männer in Kitas wichtig sind“ verbreitete Aussagen über fundamentale Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Frage. Auch Holger Brandes von der ehs Dresden warnte in seinem Vortrag vor „überzogenen Erwartungen und Geschlechterklischees“.
Persönliches und politisches Engagement. Durch die Tagung führte Martin Verlinden vom bundesweiten Netzwerk „Männer in Kitas“. Zum Abschluss kündigte er eine Resolution mit konkreten Forderungen an, die nach einer Abstimmung mit den Teilnehmer/innen demnächst an Politik und Öffentlichkeit gerichtet werden wird. In der Abschlussrunde bekräftigten die Beteiligten ihre Bereitschaft, sich auf vielen Ebenen persönlich und politisch für mehr Männer in Kitas einzusetzen. Beifall erhielten insbesondere die klaren Positionierungen von Norbert Hocke (GEW) und Harald Gieseke (ver:di), die sich sehr ausdrücklich für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen und auch eine finanzielle Aufwertung des Berufs einsetzten.
Vierter bundesweiter Fachtag in Frankfurt. Am Ende der Tagung wurde die Staffel an die „Elementar-AG“ aus Frankfurt weitergegeben, die eine Ausrichtung der nächsten bundesweiten Fachtagung im Jahre 2013 im Raum Frankfurt ermöglichen will. Die Dokumentation der Fachtagung wird unter www.maennerinkitas.de der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Quelle: Koordinationsstelle Mehr Männer in Kitas vom 29.3.2011

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