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Familienzentren: orientiert an den Bedürfnissen der Familien vor Ort

01.03.2015 Kommentare (0)

Themendienst didacta 2015: Drei Fragen an ... Heike Engelhardt

Als erstes Bundesland hat Nordrhein-Westfalen vor neun Jahren damit begonnen, Familienzentren zu entwickeln. Unterdessen gibt es in allen Bundesländern ähnliche Einrichtungen. In Niedersachsen etwa sind es gegenwärtig rund 300. Familienzentren liegen also im Trend. Doch was genau zeichnet sie aus? Was passiert in diesen Zentren und wie werden sie genutzt? Erläuterungen dazu von Heike Engelhardt. Sie koordiniert die landesweite, interdisziplinäre Expertengruppe Familienzentren im Niedersächsischen Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe).

Frau Engelhardt, Familienzentren gibt es in Deutschland erst seit rund zehn Jahren. Eine neue Erfindung also?

Heike Engelhardt: Es gab schon in den Sechziger-, Siebzigerjahren Unterstützung in den Gemeinden für Familien: die Familienhebammen und Gemeindedienste etwa. Das wurde jedoch nach und nach wieder eingestellt. Die heutigen Familienzentren gehen unter anderem auf die Early Excellence Centres in Großbritannien zurück, mit diesem Förderprogramm wollte die britsche Regierung Familien in prekären Lagen – also etwa in Gegenden mit hoher Arbeitslosigkeit – unterstützen. Hierzulande gibt es keine einheitliche Beschreibung für Familienzentren. Die Expertenrunde des nifbe hat deshalb vor zwei Jahren eine Definition für Niedersachsen verabschiedet. Demnach sind Familienzentren Orte der Begegnung, der Bildung und Beratung für Familien. Sie sind für alle Familien in der Umgebung offen. Wenn sich also zum Beispiel eine Kita zu einem Familienzentrum weiterentwickelt, dann ist sie nicht nur für die Familien, die ihr Kind dort angemeldet haben, offen, sondern auch für andere Eltern. Es geht letztendlich darum, wohnortnah viele familienunterstützende Angebote vorzufinden, die sich an den Bedürfnissen der Familien orientieren.

Wie arbeiten die Zentren?

Heike Engelhardt: Auch hier ist der Ansatz der Early Excellence Centres Vorbild. Es geht um Wertschätzung. Die Eltern werden als Experten ihres Kindes angesehen. Sie kennen ihr Kind, sie wissen, was es mag, was es gern isst, womit es sich gern beschäftigt. Über diesen Zugang lässt sich eine gute, vertrauensvolle Basis schaffen, auf der es dann auch leichter gelingt, Probleme anzusprechen und beispielsweise Fördermaßnahmen zu empfehlen. Es ist eine Frage der Haltung, die Situation aus den Potenzialen heraus zu betrachten "dies kann Ihr Kind sehr gut, haben Sie das zu Hause auch schon entdeckt, und dort können Sie Ihr Kind noch unterstützen". Das ist eine große Herausforderung für das Personal und erfordert auch eine hohe Professionalität.

Es geht also in erster Linie um die Kinder?

Heike Engelhardt: Ja, im Grunde geht es zentral um die Kinder in ihren Familien und darum, was Familien insgesamt brauchen. Es können auch ganz einfache Dinge sein. In einem Zentrum beispielsweise haben sich Mütter gewünscht, schwimmen zu lernen. Sie waren in Sorge, ihren Kindern im Schwimmbad nicht helfen zu können. Andere wollten Fahrradfahren lernen, um mobiler zu sein. Es gibt künstlerische Angebote oder Ernährungskurse. Die Palette ist sehr groß und wird auch von den Familien selbst mitgestaltet. Diese Angebote stärken die Mütter und das wiederum stärkt das Familienleben.

Quelle: bildungsklick.de

 

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